Was ein Unternehmen wirklich auszeichnet, geht weit über Bilanzzahlen hinaus. Es ist die oft unsichtbare Unternehmenskultur, die das Wesen einer Organisation ausmacht. Sie ist der Herzschlag jedes Betriebs, formt die Art, wie Menschen interagieren, und entscheidet über den langfristigen Erfolg. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist die bewusste Gestaltung und Kommunikation der Kultur oft entscheidend, um im Wettbewerb um die besten Talente zu bestehen und zukunftsfähig zu bleiben.
Was ist Unternehmenskultur?
Definition: Unternehmenskultur ist die Gesamtheit der tief verwurzelten Grundannahmen, geteilten Werte und Verhaltensweisen, die das Handeln von Mitarbeitern und Führungskräften prägen. Sie ist eine unsichtbare Kraft, die bestimmt, wie Arbeit ausgeführt wird, Entscheidungen getroffen werden und wie Menschen miteinander umgehen.

- Artefakte (sichtbar): Diese oberste Ebene umfasst alle sichtbaren und spürbaren Elemente wie Büroeinrichtungen, Kommunikationsformen, Dresscodes und Rituale. Es sind die konkreten Ausprägungen, die man wahrnehmen kann, wie etwa der eigene Parkplatz für die Geschäftsführung oder die Art, wie Besprechungen ablaufen.
- Werte (teilweise sichtbar): Darunter liegen die expliziten Werte und Überzeugungen, die das Verhalten leiten. Sie werden oft in Leitbildern oder Unternehmensgrundsätzen formuliert. Diese Werte beschreiben, was die Organisation für wichtig erachtet.
- Grundannahmen (unsichtbar): Die unterste Ebene des Eisbergs bildet das Fundament. Hier sind die unbewussten, als selbstverständlich geltenden Annahmen lokalisiert. Sie werden nicht hinterfragt, sind tief in der Psyche der Organisationsmitglieder verankert und legen fest, wie Werte und sichtbare Merkmale tatsächlich umgesetzt werden.
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Die Rolle von Werten und Vertrauen in der Unternehmenskultur
Das Zentrum jeder Unternehmenskultur bilden die geteilten Werte. Sie steuern das Denken, Fühlen und Verhalten der Mitarbeiter und ermöglichen die Entwicklung einer eigenen, unverwechselbaren Identität. Wenn individuelle Werte mit den Unternehmenswerten übereinstimmen, entsteht eine starke Wertegemeinschaft. Diese gemeinsame Basis schafft ein Gefühl der Zugehörigkeit, was die Motivation und das Engagement erheblich steigern kann.
Vertrauen und Verantwortung sind zwei fundamentale Prinzipien, ohne die eine effektive Zusammenarbeit nicht denkbar wäre. Vertrauen fungiert als eine Art Kitt in einer komplexen Welt. Es schafft Sicherheit und ermöglicht ein reibungsloses Miteinander, ohne dass jedes Detail vertraglich geregelt werden muss und ist damit Grundlage dafür, dass Führung funktionieren kann und Mitarbeiter ihre Handlungsspielräume zum Wohle des Unternehmens nutzen. Der Aufbau von Vertrauen erfordert Kooperation und die Bereitschaft, sich auch verwundbar zu zeigen.
Vertrauen
- … schafft Sicherheit: In Zeiten von Unsicherheit und Komplexität bietet Vertrauen Stabilität. Es reduziert die Notwendigkeit von Kontrolle und Überwachung.
- … fördert Innovation: Mitarbeiter, die sich sicher fühlen, trauen sich, neue Ideen einzubringen und Risiken einzugehen, ohne Angst vor negativen Konsequenzen.
- … stärkt die Zusammenarbeit: Es erleichtert das Zusammenspiel in Teams und über Abteilungsgrenzen hinweg, da die Beteiligten von guten Absichten ausgehen.
Verantwortung
- … prägt Kommunikation: Verantwortung bedeutet, Informationen klar, ehrlich und nachvollziehbar weiterzugeben. So entsteht Transparenz und Verlässlichkeit.
- … schafft Orientierung: Mitarbeiter und Führungskräfte übernehmen Verantwortung, indem sie Entscheidungen nachvollziehbar machen und Konsequenzen tragen.
- … fördert Glaubwürdigkeit: Wer Verantwortung übernimmt, stärkt das Vertrauen in Worte und Handlungen – sowohl nach innen als auch nach außen.
Cultural Fit: Der entscheidende Faktor im Recruiting
Im modernen Recruiting hat der sogenannte Cultural Fit, also die kulturelle Übereinstimmung zwischen einem Bewerber und der Unternehmenskultur, eine zunehmend bedeutende Rolle eingenommen. Es geht nicht mehr allein um fachliche Qualifikationen, sondern verstärkt um die Passung von Handlungsweisen und Wertevorstellungen.
Die Vorteile eines hohen Cultural Fit sind weitreichend:
Mitarbeiter, die sich kulturell in einem Unternehmen wohlfühlen, sind motivierter, integrieren sich schneller, werden schneller produktiv und bleiben länger. Dies führt zu einer geringeren Fluktuation und somit zu geringeren Recruiting-Kosten. Aus Sicht der Bewerber, insbesondere der jüngeren Generationen, ist eine Übereinstimmung mit den Werten des Arbeitgebers ebenfalls ein wichtiger Faktor bei der Wahl des Jobs. Studien zeigen, dass sechs von zehn Kandidaten gezielt auf die kulturelle Passung achten.
Haltung versus Qualifikation: Basis der Unternehmenskultur
Eine bekannte Weisheit lautet: „Hire slow, fire fast“ (Einstellen mit Bedacht, Trennen mit Entschlossenheit). Anstatt den erstbesten fachlich qualifizierten Kandidaten voreilig einzustellen, sollten Unternehmen Zeit in die Prüfung der kulturellen Passung investieren. Eine Fehlbesetzung kann Kosten verursachen, die das Dreifache eines Jahresgehalts betragen können. Dabei gilt die Erkenntnis: Fachwissen kann vermittelt werden, kulturelle Passung ist jedoch schwerer zu entwickeln. Daher lautet die Devise: „Hire for attitude, train for skill“ (Einstellen aufgrund der Haltung, Ausbilden für die notwendigen Fertigkeiten).
Die Anpassungsfähigkeit eines Mitarbeiters an die Unternehmenskultur kann ein stärkerer Erfolgsfaktor sein als die anfängliche Passung.
Cultural Misfit killt Unternehmenskultur
Sollte es zu einem sogenannten Cultural Misfit kommen, kann dies das Betriebsklima nachhaltig belasten. Solche Situationen können die Produktivität verringern und dem Ruf des Arbeitgebers schaden. Daher ist es wichtig, die Bedürfnisse der Mitarbeiter regelmäßig zu überprüfen und frühzeitig gegenzusteuern, um eine negative Entwicklung zu verhindern.
Herausforderungen der Digitalisierung
Die Unternehmenskultur steht in direktem Zusammenhang mit dem Erfolg von Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsbestrebungen. Aktuelle Studien unterstreichen die integrative Rolle der Unternehmenskultur im Kontext der nachhaltigen, digitalen Entwicklung von KMU. Auch wenn das Bewusstsein für die Bedeutung der Kultur vorhanden ist, ist eine systematische Integration in die Unternehmensstrategie in vielen deutschen KMU noch ausbaufähig.
Eine bewusste Beschäftigung mit der Unternehmenskultur stärkt die Widerstandsfähigkeit und kann, unterstützt durch digitale Technologien wie Nachhaltigkeits-Apps und Nudging-Strategien, positive Veränderungen bewirken. So kann etwa der Verzicht auf persönliche Drucker den Papierverbrauch nachhaltig senken.
Nudging-Strategien zielen darauf ab, das Verhalten von Personen gezielt, aber ohne Zwang oder Verbote, in eine gewünschte Richtung zu lenken. Durch subtile Anstöße – wie Erinnerungen, sichtbare Hinweise oder komfortablere Alternativen – werden nachhaltige Entscheidungen im Alltag gefördert, ohne die Entscheidungsfreiheit einzuschränken.
Es ist gleichermaßen entscheidend, nicht nur die eigene Unternehmenskultur zu entwickeln, sondern auch eine Kultur der Co-Kreation mit den Stakeholdern zu etablieren. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Nachhaltigkeitstransformation gemeinsam zu gestalten.
Unternehmenskultur als Motor für Change Management
Veränderungen im Unternehmen können für viele eine Herausforderung darstellen und Unsicherheit auslösen. Eine positive Unternehmenskultur, die von Vertrauen, Offenheit und Zusammenarbeit geprägt ist, schafft ein Umfeld, in dem Mitarbeiter Veränderungen als Chance sehen und diese aktiv mitgestalten.
Hierfür ist eine offene und transparente Kommunikation unerlässlich. Wenn Mitarbeiter frühzeitig über anstehende Veränderungen informiert und in den Prozess eingebunden werden, fühlen sie sich wertgeschätzt und ernst genommen. Dies erhöht die Akzeptanz und Bereitschaft, den Wandel mitzutragen.
Beispiele: Wie KMU ihre Unternehmenskultur aktiv gestalten und kommunizieren können

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Kultur-Workshops: Unternehmen sollten ihre gelebte Kultur gemeinsam analysieren und gezielt steuern – mit klarer Verantwortung der Führung.
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Lern- und Fehlerkultur fördern: Führungskräfte schaffen den Rahmen, in dem Fehler offen angesprochen und als Lernchance genutzt werden können.
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Feedback-Kultur etablieren: Regelmäßige Mitarbeiterbefragungen, offene Feedback-Runden oder digitale Umfragen zeigen, dass Meinungen ernst genommen werden und geben Impulse für Verbesserungen.
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Rituale und Traditionen pflegen: Gemeinsame Events, Feiern oder kleine Alltagsrituale (z. B. Team-Frühstück am Freitag) machen Unternehmenskultur für Mitarbeiter erlebbar.
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Gesellschaftliches Engagement zeigen: Ob Umweltaktionen, Sponsoring lokaler Projekte oder soziale Initiativen – gelebte Verantwortung stärkt den Stolz nach innen und verdeutlicht Werte.
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Eignungsdiagnostik im Recruiting: Strukturierte Interviews und Persönlichkeitstests helfen, die kulturelle Passung von Bewerbenden zu prüfen.
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Onboarding-Prozesse gestalten: Neue Mitarbeiter lernen Unternehmenskultur besonders intensiv in den ersten Wochen kennen. Ein strukturierter Onboarding-Plan, der Werte und Kommunikationsprinzipien vermittelt, stärkt die Bindung frühzeitig.
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Interne Kommunikation fördern: Transparente Informationskanäle (z. B. Intranet, Team-Newsletter, regelmäßige Meetings) schaffen Vertrauen und Zusammenhalt.
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Employer Branding mit Kultur verknüpfen: Auf Karriereseiten, in Stellenanzeigen oder Social-Media-Profilen sollte die Unternehmenskultur authentisch transportiert werden.
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Storytelling nutzen: Geschichten über Erfolge, aber auch Misserfolge, machen die Unternehmenskultur greifbar und menschlich. Sie lassen sich wirkungsvoll in PR und Öffentlichkeitsarbeit einsetzen.
Um Ihre Unternehmenskultur greifbar zu machen und potenzielle Kandidaten anzusprechen, nutzen Sie gezielt visuelle Medien. Eine kurze, authentische Videoreihe, in der Mitarbeiter ihren Arbeitsalltag beschreiben, ist oft wirkungsvoller als eine lange Textbeschreibung. Teilen Sie diese Videos auf Ihrer Unternehmenswebsite, den sozialen Medien, in Stellenanzeigen und Pressemitteilungen. So geben Sie einen unverfälschten Einblick in das, was Ihre Unternehmenskultur wirklich ausmacht, und ziehen Bewerber an, die wirklich zu Ihnen passen.
Pressemitteilungen als Booster für die Unternehmenskultur
Pressemitteilungen sind mehr als nur Nachrichten. Richtig eingesetzt, können sie die Unternehmenskultur öffentlichkeitswirksam stärken. Indem Sie Geschichten über Mitarbeiterprojekte, soziales Engagement oder interne Erfolge teilen, zeigen Sie, welche Werte Ihr Unternehmen wirklich lebt.
Themen für Pressemitteilungen, die Unternehmenskultur sichtbar machen
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Mitarbeiterprojekte und interne Initiativen
– z. B. ein internes Innovationsprojekt, ein Azubi-Wettbewerb oder ein Mentoring-Programm -
Soziales und gesellschaftliches Engagement
– Unterstützung regionaler Vereine, Umweltaktionen, Spendenkampagnen oder freiwilliges Mitarbeiter-Engagement -
Unternehmerische Verantwortung (CSR & Nachhaltigkeit)
– Maßnahmen zur CO₂-Reduktion, nachhaltige Lieferketten oder faire Arbeitsbedingungen -
Erfolge von Teams oder Einzelpersonen
– Auszeichnungen für Mitarbeiter, erfolgreich abgeschlossene Projekte, besondere Leistungen im Alltag -
Neue Arbeitsmodelle und Flexibilität
– Einführung von Homeoffice-Regelungen, Vier-Tage-Woche oder innovativen Arbeitszeitmodellen -
Diversität und Chancengleichheit
– Initiativen für mehr Vielfalt im Team, Förderung von Frauen in Führungspositionen oder inklusive Ausbildungsprogramme -
Weiterbildung und Mitarbeiterentwicklung
– neue Programme für Schulungen, Kooperationen mit Bildungseinrichtungen oder interne Lernplattformen -
Firmenjubiläen und besondere Meilensteine
– Jubiläen von Mitarbeitern, runde Geburtstage des Unternehmens oder Meilensteine wie der 100. Kunde -
Unternehmenskultur im Recruiting
– Einblicke ins Onboarding, Ausbildungsstart oder Kampagnen zur Mitarbeitergewinnung
Solche Veröffentlichungen bestätigen nicht nur die Kultur nach außen, sondern stärken auch das Gemeinschaftsgefühl und den Stolz der Belegschaft intern.
Wichtig ist, dass Pressemitteilungen nicht nur an klassische Presseverteiler verschickt werden. Veröffentlichen Sie Ihre Mitteilungen zusätzlich online – etwa auf Ihrer Unternehmenswebsite, in Presseportalen und über Social Media. So erreichen Sie nicht nur Journalisten, sondern machen Ihre Inhalte auch für Kunden und potenzielle Bewerber sichtbar. Über Suchmaschinen lassen sich diese Beiträge langfristig finden und tragen dazu bei, dass Ihre Unternehmenskultur authentisch wahrgenommen wird.
Zusammenfassung
Unternehmenskultur ist kein weicher Faktor, sondern eine treibende Kraft für den langfristigen Erfolg von Unternehmen. Sie beeinflusst maßgeblich das Recruiting, das Change Management und die Fähigkeit zur Anpassung an digitale und nachhaltige Herausforderungen. Eine bewusste und authentische Gestaltung von Werten, Vertrauen und Passung stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Indem KMU ihre Kultur aktiv pflegen und kommunizieren, sichern sie nicht nur die Mitarbeiterbindung und -motivation, sondern auch ihre langfristige wirtschaftliche Existenz.