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Wie nutzen KMU die Kraft der Daten im Bereich Public Affairs für sich?

Public Affairs ist für viele mittelständische Unternehmen zunächst ein eher weniger bekannter Begriff. Beim genaueren Hinsehen stellen sie dann aber oft fest, dass sie auf die eine oder andere Weise unbewusst Public Affairs-Arbeit betreiben. In manchen Fällen kommen auch bereits digitale Tools und Daten zum Einsatz.

Ein kleiner Selbsttest vorab:

  1. Beobachten Sie bzw. jemand in Ihrem Unternehmen in der Lokalpresse, was auf Stadt-, Gemeinde- oder Kreisebene beschlossen wird und Einfluss auf Ihr Unternehmen haben könnte?
     
  2. Setzen Sie dafür ein Monitoring-Tool oder einen RSS-Feedreader ein?
     
  3. Äußert sich Ihr Unternehmen in den sozialen Netzwerken zu politischen Themen?
     
  4. Kommen in den Posts Zahlen und Fakten, also Daten vor, die Ihr Unternehmen zuvor recherchiert hat oder aus unternehmensinternen Quellen stammen?
     
  5. Hat Ihre Geschäftsführung schon mal einen Politiker oder Politikerin mit einem Anliegen für Ihr Unternehmen kontaktiert?

Wenn Sie eine dieser Fragen mit „Ja“ beantworten können, dann betreibt auch Ihr Unternehmen bereits Public Affairs-Arbeit egal ob bewusst oder unbewusst. Vielleicht auch schon an der einen oder anderen Stelle datenbasiert.

Public Affairs (PA) bezeichnet die strategische Kommunikation und Interessenvertretung gegenüber politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträger:innen. Ziel ist es, politische Rahmenbedingungen aktiv mitzugestalten, die das eigene Geschäftsmodell betreffen. Alles, was dazu beiträgt, gehört zur Public Affairs-Arbeit.

Welche Rolle spielen Daten für Public Affairs?

Daten als KMU richtig nutzen
Daten als KMU richtig nutzen
Mit der zunehmenden Digitalisierung ist auch die Public Affairs-Arbeit immer digitaler geworden. Sogenannte Lobbying-Gespräche mit politischen Entscheidern finden zunehmend per Videocall statt, um Zeit und Reisekosten zu sparen. Veranstaltungen werden per Live-Stream übertragen.

Für die Interessenvertretung, sprich wenn Unternehmen sich zu politischen Initiativen, Gesetzesänderungen oder mit eigenen Forderungen äußern, kommen immer mehr aktuelle Zahlen, Daten und Fakten zum Einsatz, um die eigenen Argumente zu untermauen. Denn Zahlen und Daten genießen in Deutschland seit jeher eine große Glaubwürdigkeit.

Woher kommen die Daten und wofür werden sie in Public Affairs genutzt?

Immer mehr Daten sind im Internet frei zugänglich, die genutzt werden können, um Argumente zu untermauern oder um die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema zu lenken.

Das gilt mit Blick auf politische Entscheidungsträger genauso wie für potenzielle Kunden, ein Fachpublikum oder die allgemeine Öffentlichkeit. Je nach Thema und Anwendungsfall kommen die verschiedensten Datenquellen in Frage. Kommunen, die Bundesländer, Verbände, Institute und die Institutionen auf Bundes- und EU-Ebene veröffentlichen täglich unzählige Informationen, Zahlen und Fakten, die sich vielfältig nutzen lassen.

Wichtig ist, dass es sich um eine seriöse und glaubwürdige Quelle handelt und dass man belegen kann, woher die Daten stammen. So leisten Daten einen Beitrag zu einer seriösen und glaubwürdigen Public Affairs-Arbeit. Politische Entscheidungsträger und auch Medien und die Öffentlichkeit, die dank der Digitalisierung Public Affairs-Arbeit von Unternehmen verstärkt beobachten, können erkennen, dass anhand von belegbaren Fakten sachlich und nicht subjektiv aus dem Bauch heraus argumentiert wird. Das fördert in vielen Fällen die Akzeptanz von Unternehmenspositionen in der Öffentlichkeit, was wiederum für die Politik ein wichtiger Faktor ist.

Aufgrund der zunehmenden Fülle an Daten, die veröffentlicht werden, steht man häufig vor der Herausforderung, wie man die richtigen Daten möglichst automatisiert von Webseiten, PDF-Dokumenten oder anderen Formaten abruft und in eine auswertbare Form bringt. Manuell ist das häufig kaum leistbar bzw. der Aufwand wäre unverhältnismäßig. Hier kommen Web-Scraping und Automatisierungstools sowie für die Auswertung auch KI-Modelle zum Einsatz. Dafür braucht es das nötige Know-how diese Tools so einzurichten, dass für den jeweiligen Anwendungsfall brauchbare Ergebnisse herauskommen.

Nackte Zahlen oder Daten in einer Tabelle, Datenbank oder einem Dokument reichen in den meisten Fällen nicht aus, um zu überzeugen oder für Aufmerksamkeit zu sorgen. Das Auge isst in der Kommunikation bekanntlich mit. Deshalb ist die Visualisierung von Zahlen, Daten und Fakten so entscheidend. Auch hierfür gibt es immer mehr Tools, mit denen sich interaktive Grafiken, Diagramme oder Landkarten erzeugen lassen, die man auf seiner Unternehmenswebseite einbinden kann.  

 

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Beispiele für datenbasierte Public Affairs-Arbeit

Ein mittelständischer Bio-Lebensmittelhersteller möchte sich zum Beispiel in die politische Diskussion zur geplanten Einführung einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung und Nachhaltigkeitslabel einbringen. Zu diesem Zweck entwickelt das Unternehmen ein datenbasiertes Positionsbarometer, das die Haltung zentraler politischer Akteure übersichtlich abbildet. Die Positionen von Fraktionen, Ministerien, NGOs, Branchenverbänden und Wettbewerbern zur Kennzeichnungspflicht werden dabei in einer einfach verständlichen Matrix visualisiert – mit klarer Symbolik für Befürwortung, Ablehnung oder neutrale Haltung.

Daten in Public Affairs
Daten in Public Affairs
Dieses Format ermöglicht es dem Unternehmen, politische Entscheider:innen gezielt anzusprechen. Ergänzt wird das Barometer durch eine anschauliche Infografik, die aufzeigt, welche Mehrkosten eine verpflichtende Kennzeichnung für KMU-Betriebe mit sich bringt – aber auch, welche Chancen sie für die Transparenz gegenüber Konsument:innen und für die Markenbindung bietet.

In einem anderen Beispiel entwickelt ein Unternehmen aus dem Bereich E-Mobilität intelligente Ladelösungen für private Haushalte und Unternehmensflotten. Um Sichtbarkeit zu gewinnen und Entscheidungsprozesse mitzugestalten, erstellt es ein interaktives, datenbasiertes Dossier unter dem Titel „Ladeinfrastruktur für alle“. Es besteht aus einem scrollbaren Report, der mithilfe von Kartenanimationen bestehende Versorgungslücken aufzeigt („weiße Flecken“) und zentrale Ausbauziele der Bundesregierung mit dem tatsächlichen Umsetzungsstand vergleicht. Darüber hinaus integriert das Startup eine Stimmungsanalyse von Bundestagsreden, worin die Aussagen von Abgeordneten zu Themen wie Ladeinfrastruktur, Wallboxen und steuerlichen Rahmenbedingungen ausgewertet wurden. Dabei werden Rednerhäufigkeiten, Tonalitäten und thematische Schwerpunkte nach Partei aufgeschlüsselt. Diese Inhalte unterstützen das Unternehmen bei der gezielten Ansprache politischer Stakeholder: etwa kommunale Entscheider:innen, die Förderprogramme umsetzen. Gleichzeitig dienen sie als Grundlage für strategische Partnerschaften, z. B. mit Stadtwerken oder Flottenbetreibern.

Tipp: Hier finden Sie weitere Beispiele für ein interaktives Positionspapier oder eine interaktive Visualisierung von Parteipositionen.

In einem Positionspapier bringen Unternehmen und Verbände ihre politischen Forderungen zu einem Thema auf den Punkt, um bei den politischen Entscheidern dafür zu werben. In der interaktiven Variante werden Forderungen und Argumente mit interaktiven Diagrammen oder Grafiken untermauert.

Worauf kommt es bei einem interaktiven Datenformat für KMU an?

  • Was soll das datenbasierte Format leisten?
    z.B. informieren, überzeugen/sensibilisieren
     
  • Welche Zielgruppe soll erreicht werden?
    z.B. Fachpublikum, politische Entscheidungsträger, potenzielle Kunden
     
  • Welche Datenquellen eignen sich?
    z.B. Kommunen, die Bundesländer, Verbände, Institute und die Institutionen auf Bundes- und EU-Ebene
     
  • Wie können die Daten aggregiert und aufbereitet werden?
    z.B. API-Schnittstellen, Web-Scraping- und Automatisierungstools, eigene Datenbanken/Tabellen des Unternehmens, oder Datenerhebung über Online-Umfragen oder -Befragungen
     
  • Welche Erkenntnisse lassen sich aus den Daten gewinnen?
    z.B. zahlenbasierte Analysen, Häufigkeiten von Begriffen, Bewertung oder erkennen von Zusammenhängen mittels künstlicher Intelligenz
     
  • Wie lassen sich die Daten interaktiv und leicht verständlich visualisieren?
    z.B. Diagramme und Charts, interaktive Karten, Kalkulatoren, Animationen

 

Über unseren Gastautor

Fabian Haun ist seit 2018 Mitinhaber der Public Affairs-Beratung elfnullelf und hat sich auf digitale Lösungen und Formate für eine erfolgreiche politische Kommunikation und Interessenvertretung spezialisiert. Zu seinen Themenschwerpunkten zählen die IT- und Digitalpolitik, Konsumgüter- sowie Finanzmarktpolitik. Davor war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag über für ein breites Themenspektrum zuständig, das von der Innenpolitik, über digitale Agenda, Arbeitsmarkt, Energie, Verkehr und Infrastruktur bis hin zur Wirtschaftsförderung und Kommunalpolitik reichte. Als Politikwissenschaftler und Autor hält er Vorträge und unterstützt mit seinem Blog (www.fabianhaun.de) Absolventen und Quereinsteiger, die sich für einen politiknahen Job interessieren.

 

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