Pressemitteilungen sind seit Jahrzehnten ein zentrales Instrument der Unternehmenskommunikation. Doch ihr klassisches Format – ein reiner Fließtext mit einem angehängten Bild – ist heute oft nicht mehr ausreichend, um aus der medialen Flut herauszustechen. Der Medienwandel und die veränderten Bedürfnisse von Journalisten und Lesern verlangen nach neuen Ansätzen. Die Lösung liegt in der Kombination unterschiedlicher Content-Formate. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Pressemitteilungen mithilfe multimedialer Inhalte aufwerten und sowohl Redaktionen als auch Ihrer Zielgruppen einen Mehrwert bieten.
Inhalt neu denken: Warum klassische Pressemitteilungen oft nicht mehr ausreichen

Auch Leser konsumieren Inhalte heute anders: Sie scannen Texte, suchen visuelle Orientierung, klicken auf Videos, teilen Zitate in sozialen Medien oder interagieren mit einem Quiz (vgl. Gamification).
Wer als Unternehmen oder Organisation Sichtbarkeit will, muss auf diese veränderten Anforderungen reagieren.
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Der Ansatz für PR-Profis: Pressemitteilung als Multiformat-Kommunikation
Statt sich auf ein einziges Format – den Text – zu verlassen, sollten Pressemitteilungen heute als „Content-Hubs“ gedacht werden, die verschiedene Medienarten sinnvoll kombinieren. Damit bieten sie deutlich mehr Informationswert und deutlich mehr Anlässe zur Weiterverwendung durch Dritte.
Laut dem aktuellen State of the Media Report von Cision bleiben Pressemitteilungen trotz des medialen Wandels weiterhin die mit Abstand wichtigste und nützlichste Ressource für Journalistinnen und Journalisten. Sie dienen als zentraler Ausgangspunkt für Recherche, Themenfindung und Berichterstattung. Gleichzeitig zeigt der Report deutlich, dass die Erwartungen an PR-Verantwortliche gestiegen sind: Medienprofis wünschen sich nicht nur gut formulierte Informationen, sondern echten Mehrwert. Dazu zählen insbesondere Hintergrundinformationen, Originaldaten sowie visuelle und multimediale Inhalte, die Geschichten greifbar machen und die redaktionelle Aufbereitung erleichtern. Wer heute mit einer Pressemitteilung überzeugen will, muss also nicht nur informieren, sondern kontextualisieren, visualisieren und inspirieren.
Überblick: Formate zur Ergänzung Ihrer Pressearbeit

1. Strukturierende & Wissensvermittelnde Formate
- Anleitungen
Schritt-für-Schritt-Erklärungen helfen, komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten. Eine Anleitung kann zum Beispiel erklären, wie man ein neues Produkt verwendet oder wie eine Software eingerichtet wird.
Vorteil: Praktischer Nutzen, der direkt übernommen werden kann.
Beispiel: "So wird die neue Software in 5 einfachen Schritten in eine bestehende IT-Infrastruktur integriert."
- Checklisten
Listen mit Punkten, die man abhaken kann – ideal zur Vorbereitung oder Durchführung eines bestimmten Vorhabens.
Vorteil: Hohe Nutzbarkeit, leicht zu erfassen.
Beispiel: "10 Punkte, die vor dem Launch des Tools beachtet werden sollten."
- Leitfäden
Komplexere Versionen von Checklisten oder Anleitungen mit erklärendem Fließtext.
Vorteil: Fachlich fundierte Tiefe, Positionierung als Expertin oder Experte.
Beispiel: "Der vollständige Leitfaden zur Digitalisierung in der Pflege."
- FAQ (Frequently Asked Questions)
Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Produkt, Dienstleistung oder Thema.
Vorteil: Entlastet Redaktionen, bietet Klarheit.
Beispiel: "FAQ zur neuen EU-Richtlinie und unseren Lösungsansätzen."
- White Papers
Fachlich fundierte Dossiers oder Thesenpapiere, meist mit Argumentationen, Daten und Zukunftsprognosen.
Vorteil: Positionierung als Vordenker, besonders für Fachmedien.
Beispiel: "White Paper: Wie KI die Industrie 4.0 revolutioniert."
- Studien & Statistiken
Eigene oder aufbereitete externe Daten, Umfrageergebnisse, empirische Auswertungen.
Vorteil: Journalisten lieben Zahlen – wenn sie gut aufbereitet sind.
Beispiel: "75 % der Unternehmen sehen Nachhaltigkeit als Top-Thema – die aktuelle Umfrage der Beispiel GmbH zeigt Details."
2. Visuelle & illustrative Formate
- Bilder
Professionelle Fotos – von Produkten, Teams, Events – steigern die Sichtbarkeit erheblich.
Vorteil: Aufmerksamkeit in Artikeln, Teasern und Social Media.
Beispiel: Hochauflösendes Pressebild des neuen Firmengebäudes.
- Illustrationen
Grafisch gestaltete Darstellungen, etwa für Prozesse, Modelle oder Zusammenhänge.
Vorteil: Vermitteln Konzepte auf einen Blick.
Beispiel: "So funktioniert das neue Logistiksystem – eine schematische Darstellung."
- Infografiken
Verbindung von Text und Bild zur Darstellung von Daten oder Prozessen.
Vorteil: Ideal für Social Media, hohe Teilbarkeit.
Beispiel: "Fünf Nachhaltigkeitsversprechen in einer übersichtlichen Infografik."
- GIFs
Kurze Animationen, oft zur Erklärung kleiner Abläufe oder zum Hervorheben einer Funktion.
Vorteil: Aufmerksamkeit in digitalen Medien, besonders in sozialen Netzwerken.
Beispiel: Bewegtes GIF, das zeigt, wie ein Produkt auf Knopfdruck funktioniert.
- Erklärvideos & Videos
Ob animiert oder real gefilmt – Videos ermöglichen tiefere Einblicke und emotionalisieren.
Vorteil: Hohe Verweildauer, starke Wirkung auf mobilen Geräten.
Beispiel: Zwei-Minuten-Video: "So funktioniert die XYZ Software in der Praxis."
- Karten
Geografische Darstellungen, z. B. Marktverbreitung, Standorte, Lieferketten.
Vorteil: Lokalisierbarkeit, besonders relevant für Regionalmedien.
Beispiel: "Die wichtigsten Standorte in Europa – eine interaktive Karte."
3. Stimmen, Formate mit Menschen & Interaktivität
- Interviews
Zitate und Gespräche mit Führungskräften, Expertinnen oder externen Partnern.
Vorteil: Autorität, Meinung, Persönlichkeit – Medien übernehmen gerne.
Beispiel: Interview mit dem CTO zur Innovationsstrategie.
- Podcasts
Audioformate, in denen Hintergründe erklärt oder Debatten geführt werden.
Vorteil: Persönlicher Zugang, ideal für Fachpublikum.
Beispiel: Podcastfolge mit Erfahrungsberichten aus einem Pilotprojekt.
- Testimonials
Kundenaussagen oder Nutzerberichte in Text oder Video.
Vorteil: Authentizität, Vertrauen.
Beispiel: "Warum wir auf dieses System umgestiegen sind – eine Kundenstimme."
- Zitate
Knappe Aussagen, pointiert, zitierfähig.
Vorteil: Medien nutzen Zitate als Aufhänger oder Highlight.
Beispiel: "Wir setzen auf Zukunft statt auf Zögern und sparren dabei 45% der Energiekosten."
4. Anwendungsnahe und interaktive Formate
- Tools & Rechner
Digitale Mini-Anwendungen, z. B. zur Kalkulation oder Simulation.
Vorteil: Hoher Nutzwert, Möglichkeit zur Personalisierung.
Beispiel: "CO2-Rechner für Unternehmen als kostenloses Tool"
- Demo-Software
Online zugängliche Testversionen, Screenshots oder Guided Tours.
Vorteil: Produkterlebnis vorab möglich.
Beispiel: "Erleben Sie die Lösung in der Praxis in einer interaktiven Demo."
- Spiele & Quizformate
Lernspiele, Persönlichkeitstests oder Wissensabfragen.
Vorteil: Aktivierung der Nutzer, hohe Teilungsrate.
Beispiel: "„Welcher Kommunikationstyp sind Sie?“ – Das Selbsttest-Quiz zur aktuellen Studie macht Kommunikationstypen im Arbeitsalltag spielerisch erlebbar und bietet einen interaktiven Einstieg ins Thema. "
- Umfragen
Fragen an die Zielgruppe, eingebettet oder verlinkt.
Vorteil: Interaktion, Einbindung – oft auch als Grundlage für neue Inhalte.
Beispiel: "„Wie bewerten Fach- und Führungskräfte die Einführung von KI am Arbeitsplatz?“ – Die begleitende Online-Umfrage zur Pressemitteilung sammelt Einschätzungen direkt aus der Zielgruppe".
- Playlists
Kuratiertes Audio- oder Videomaterial.
Vorteil: Orientierung, Nutzerführung, Content-Bündelung.
Beispiel: "Top 5 Webinare zur digitalen Transformation."
- E-Books
Umfangreiche digitale Broschüren oder Sammelbände.
Vorteil: Ideal als Lead-Magnet, tiefergehende Themenaufbereitung.
Beispiel: "Rezensionsexemplar 'E-Book: Die zehn größten Fehler in der IT-Sicherheit.' anfordern"
Online-Pressemitteilungen sind besonders gut für multimediale Inhalte geeignet, weil sie die technischen Möglichkeiten bieten, verschiedenste Formate nahtlos zu integrieren – weit über das hinaus, was klassische Pressemitteilungen leisten können. Videos, Infografiken, Podcasts oder interaktive Tools können direkt eingebettet oder per Link zugänglich gemacht werden. Das sorgt nicht nur für mehr Aufmerksamkeit, sondern auch für eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema. Durch Verlinkungen zu weiterführenden Inhalten, dynamische Darstellungen und eingebundene Medien lassen sich Geschichten anschaulicher erzählen und journalistisch besser verwerten – insbesondere für digitalen Redaktionen, die auf schnellen Zugriff zu Material und Kontext setzen.
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Integration in die Pressemitteilung – so setzen Sie die Formate strategisch ein
Damit multimediale und ergänzende Inhalte ihre volle Wirkung entfalten können, sollten sie nicht losgelöst oder beiläufig neben der Pressemitteilung platziert werden. Entscheidend ist, dass diese Formate gezielt in die Kommunikation eingebettet sind – sowohl inhaltlich als auch technisch. Die Pressemitteilung wird dadurch nicht nur informativer, sondern auch lebendiger, visuell ansprechender und vor allem: nutzerfreundlicher für Journalistien, Redakteure und andere Empfänger.

1. Verlinkungen im Fließtext
Was bedeutet das?
Multimediale Inhalte oder ergänzende Materialien werden direkt im Text verlinkt – meist an passenden Stellen im inhaltlichen Zusammenhang.
Beispielhafte Anwendung:
-
Nach einem Absatz über eine neue Studie folgt der Satz:
„Detaillierte Ergebnisse finden Sie in unserem aktuellen White Paper.“
Der Begriff „White Paper“ wird klickbar verlinkt. -
Bei der Beschreibung eines Produkts kann ein Link auf eine Online-Demo, eine Tool-Seite oder ein interaktives Rechentool eingebaut werden.
Vorteil:
Der Leser bleibt im Lesefluss und wird aktiv zur Vertiefung eingeladen – ohne zu suchen.
Technischer Hinweis:
Achten Sie auf funktionierende, stabile URLs (idealerweise mit Tracking). Verwenden Sie klare Linktexte, keine generischen „Hier klicken“.
2. Downloadbereich am Ende der Mitteilung
Was bedeutet das?
Am Ende der Pressemitteilung wird ein Abschnitt eingefügt, der gezielt auf zusätzliches Material hinweist, zum Beispiel unter der Überschrift „Weiteres Pressematerial“ oder „Downloads“ mit einer Auflistungen, was Interessenten dort finden.
Typische Inhalte:
-
Hochauflösende Pressebilder (mit Bildnachweis)
-
Infografiken als JPG oder PDF
-
Video- oder Audiomaterial
-
Studien als PDF
-
Logos
-
Interviews
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Steckbriefe
Vorteil:
Journalisten erhalten auf einen Blick Zugriff auf alle weiterverwertbaren Inhalte. Das erhöht die Chance, dass Ihre Botschaft medial aufgegriffen wird – z. B. mit Bildmaterial oder O-Tönen.
Tipp:
Nutzen Sie ZIP-Archive, wenn viele Dateien angeboten werden – das spart Zeit beim Herunterladen. Achten Sie auf professionelle Dateibenennung und klare Nutzungsrechte.
3. Interaktive Inhalte direkt einbinden
Was bedeutet das?
Bei Online-Pressemitteilungen werden visuelle oder interaktive Medieninhalte wie Videos, Animationen oder Karten werden direkt im Text oder in einem eingebetteten Bereich angezeigt – sofern die Plattform es technisch zulässt.
Beispiele:
-
Ein eingebettetes YouTube-Video mit einem Kundenstatement.
-
Eine interaktive Karte, die Standorte oder Studienergebnisse visualisiert.
-
Ein eingebundener Podcast-Player.
Vorteil:
Der Leser muss nichts herunterladen oder verlassen, Inhalte werden sofort konsumierbar. Das erhöht die Verweildauer und das Verständnis.
Technischer Hinweis:
Achten Sie auf Kompatibilität mit gängigen Content-Management-Systemen und mobilen Endgeräten. Verwenden Sie alternative Textbeschreibungen für Barrierefreiheit.
4. Landingpages für vertiefenden Content
Was bedeutet das?
Anstatt (oder zusätzlich zu) einem direkten Download werden vertiefende Inhalte auf einer eigenen Seite im Web bereitgestellt – z. B. mit weiterführenden Informationen, Medienmaterial oder Kontaktformularen.
Beispiele:
-
Eine Pressemitteilung verlinkt auf eine Landingpage zur Kampagne mit Bildern, Video-Statements, Social-Media-Elementen und weiterem Hintergrundmaterial.
-
Für ein neues Produkt wird eine interaktive Microsite mit Funktionsübersicht, Tool-Demo und Kundenstimmen erstellt.
Vorteil:
Sie behalten die volle Kontrolle über die Darstellung, können Inhalte aktuell halten und erweitern. Außerdem können Sie dort Leads generieren (z. B. über Newsletter-Formulare oder Download-Tracking).
Tipp:
Nutzen Sie Landingpages, um Pressemitteilungen mit Kampagnen oder Produktseiten zu verzahnen. Sorgen Sie für eine saubere Navigation und gute Ladezeiten.
Fazit: Wer mehr bietet, wird eher gehört
Pressearbeit ist heute mehr als das Versenden eines Textdokuments. Wer es schafft, mit vielfältigen, nützlichen und ansprechenden Formaten echten Mehrwert zu liefern, wird mit Aufmerksamkeit belohnt – von Redaktionen ebenso wie von Lesern.
Wichtig! Gute Integration ist mehr als „Anhängen“.
Die bloße Bereitstellung von ergänzendem Material reicht nicht aus. Entscheidend ist, wo und wie es in die Pressemitteilung eingebunden und quasie beworben wird. Nur wenn Verlinkungen logisch gesetzt, Downloadbereiche übersichtlich gestaltet und interaktive Elemente technisch gut umgesetzt sind, entfaltet Ihre Pressemitteilung ihr volles Potenzial.
Nutzen Sie die Chancen, die digitale Presseformate bieten. Denken Sie in Formaten – nicht nur in Sätzen.