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Studie zeigt: So schreiben Sie bessere Pressetexte – mit nur 3 Tipps

Eine Analyse von 3.235 deutschen Pressemitteilungen fand heraus: Nur jeder zehnte Text ist klar und verständlich formuliert. Wenn Sie mit Ihren Botschaften zu Journalisten und KI-Antworten durchdringen wollen, müssen Sie starren Fachjargon in Ihren Pressetexten radikal streichen.

Warum klare Fakten in Pressetexten besser überzeugen als komplizierter Behördensprech

Typische Schwachstellen in Pressemitteilungen
Typische Schwachstellen in Pressemitteilungen
Redaktionen leiden unter Zeitmangel und sortieren schwere Texte sofort aus. Doch der durchschnittliche WORTLIGA-Score deutschsprachiger Pressetexte liegt bei 47,6 Punkten von 100 erreichbaren Punkten.

Das heißt: Die meisten deutschen Pressemitteilungen sind viel zu kompliziert.

Dabei gibt es wenige Ausnahmen: Die Unterhaltungsbranche fesselt ihre Zielgruppe direkt. Sensible Branchen wie Gesundheit oder Finanzen machen es anders und verstecken sich hinter Schachtelsätzen und Nominalstil. Redaktionen suchen aber klare Fakten, damit sie diese ohne Übersetzungsaufwand an ihre Leser weitergeben können.

Der WORTLIGA-Score ist ein Punktewert der WORTLIGA Textanalyse. Er bewertet, wie verständlich und lesefreundlich ein deutscher Text ist. Vereinfacht gesagt: Je höher der Score, desto klarer wirkt der Text. Bewertet werden dafür unter anderem:

  • Satzlänge
  • Passivkonstruktionen
  • Füllwörter
  • Nominalstil
  • abstrakte oder schwierige Wörter
  • Lesbarkeit und Verständlichkeit

Wie lief die Studie ab und was fanden die Autoren heraus?

Im Rahmen der Studie „Wie verständlich sind deutsche Pressemitteilungen?” analysierte 2026 WORTLIGA über 3.200 Meldungen aus 109 Branchen auf der Seite presseportal.de. Das Ergebnis ernüchtert und überrascht:

Über die Hälfte der Pressetexte ist mittelmäßig verständlich; als wollten die Autoren mit ihren Pressetexten gar nicht möglichst viele Leser und Journalisten erreichen. Knapp zwölf Prozent bremsen Journalisten und KI-Suchmaschinen beim Lesen besonders aus und lesen sich wie Briefe vom Amt.

Besonders bei Krisen zeigt sich ein klares Muster. Geht es um Insolvenzen oder Werksschließungen, werden die Texte plötzlich kompliziert. Autoren nutzen schwere Sprache oft als Schutzschild, belegt die WORTLIGA-Studie. Anstatt klare Ansagen zu machen, verstecken sich Schreiber im Passiv. Damit dämpfen sie unangenehme Wahrheiten ab.

 

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Wie die Unterhaltungsbranche den Standard für gute Kommunikation setzt

Nicht jede Branche verschickt schwer lesbare Pressemitteilungen. Ganz oben auf der Skala der Verständlichkeit thronen Themen, die sich an ein breites Publikum richten, während hochspezialisierte Fachbereiche gnadenlos abstürzen. Diese Absender an der Spitze des WORTLIGA-Rankings kämpfen täglich um die Aufmerksamkeit eines Millionenpublikums und wissen genau: Wer kompliziert schreibt, verliert seine Leser. Ihre Sätze sind kurz, knackig und von aktiven Verben geprägt.

Ganz anders sieht es am unteren Ende der Skala aus, wo traditionell bürokratisch geprägte Bereiche wie die Justiz (40,6 Punkte) oder Kliniken (36,4 Punkte) landen.

Branche (Top & Flop) Lesbarkeits-Score (0-100) Durchschnittliche Satzlänge
Show & Unterhaltung 63,8 13,2 Wörter
1. Bundesliga 62,7 10,6 Wörter
Logistik 36,9 16,0 Wörter (Vergleichswert)
Krankenhaus 36,4 15,8 Wörter

Amtsdeutsch hat in der PR nichts zu suchen

 Schwer lesbare Pressetexte landen schnell im (digitalen) Papierkorb
Schwer lesbare Pressetexte landen schnell im (digitalen) Papierkorb
Gerade im medizinischen Bereich alarmiert dieses schlechte Abschneiden, weil Patienten auf eindeutige Informationen angewiesen sind. Die Kategorie „Arzneimittel" liefert hierfür ein trauriges Beispiel. In einem Text fanden die Analysten ganze 80 Substantivierungen, wodurch die Meldung eher an ein Gesetzbuch erinnert. Ähnlich verschleiernd wirkt die Kategorie Energie, bei der sich 221 Passivkonstruktionen in 31 Texten ballen.

Müssen komplexe Themen zwingend trocken klingen?

Die Kategorie Kraftstoffpreise liefert den perfekten Gegenbeweis und sichert sich mit einem Score von 62,5 den vierten Platz im Gesamtranking. Obwohl es um komplizierte Marktmechanismen geht, schreiben die Autoren hier extrem effizient. Sie verzichten beispielsweise auf Fachjargon. Zudem nutzen sie ausgewogen kurze Sätze, verzichten auf leere Phrasen und stellen den Bezug zum Geldbeutel der Verbraucher her.

Drei einfache Regeln für Ihre Pressetexte

Damit Ihre nächste Mitteilung nicht im Papierkorb landet, können Sie den Lesefluss mit wenigen Handgriffen spürbar optimieren:

  1. Trennen Sie sich vom Nominalstil: Ersetzen Sie sperrige Substantive auf -ung oder -keit durch handlungstreibende Verben.
  2. Halten Sie Ihre Sätze ausgewogen kurz: Beschränken Sie sich auf einen Gedanken pro Satz und peilen Sie einen Durchschnitt von zehn bis zwölf Wörtern an.
    Achtung: Zu viele kurze Sätze wirken monoton und schrecken Leser ebenfalls ab.
  3. Kommunizieren Sie auch im B2B-Bereich menschlich nah: Vermeiden Sie akademische Distanzierung und sprechen Sie Ihre Leser direkt an.

Quellen

Zur Studie: https://wortliga.de/pr-studie/

Über unseren Gastautor

Gidon Wagner ist Geschäftsführer der WORTLIGA Tools GmbH. Er tritt regelmäßig als Experte für klare Kommunikation in Medien wie dem Deutschlandfunk auf und berät Unternehmen und Institutionen wie Generali oder die tagesschau. Er schreibt einen regelmäßig erscheinenden Newsletter und ist Autor des Buches „Der Klartext-Effekt" (Springer). Darin zeigt er auf, wie klare Sprache in Organisationen Kosten senkt, Gewinne steigert und die Zufriedenheit von Kunden, Bürgern und Mitarbeitern erhöht.

 

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