Ein Unternehmen kann das beste Produkt haben – ohne Menschen, die sich dafür interessieren und ansprechbar sind, entsteht kein Umsatz. Leads generieren heißt, aus anonymen Website-Besuchern, Lesern und Messegästen konkrete Kontakte mit echtem Interesse zu machen. Dieser Beitrag erklärt, was Leads sind und welche Arten es gibt, mit welchen Methoden Sie online und offline Leads generieren, welche Content-Formate besonders gut funktionieren, wie Pressearbeit gezielt Anfragen bringt und wie Sie aus Interessenten durch Lead Nurturing Kunden machen.

- Definition: Ein Lead ist ein Kontakt, der Interesse an einem Angebot gezeigt und freiwillig Kontaktdaten hinterlassen hat. Leadgenerierung umfasst alle Maßnahmen, die solche Kontakte erzeugen.
- Methoden: Inbound (Interessenten kommen selbst, etwa über Content, Suche, PR) und Outbound (das Unternehmen spricht aktiv an, etwa auf Messen oder per Anzeige).
- Erfolgsformel: Relevantes Angebot (Lead-Magnet) + passende Landingpage + Reichweite + schnelle, gute Nachbetreuung.
- PR-Bezug: Pressemitteilungen zu Studien, Webinaren, Whitepapern oder Produktneuheiten bringen Reichweite und führen Leser direkt zum Angebot.
- Qualität: Wenige passende Leads mit echtem Bedarf sind mehr wert als viele Kontakte ohne Kaufabsicht.
Was bedeutet Leads generieren?
Der Begriff „Lead“ stammt aus dem Englischen und bedeutet in Marketing und Vertrieb so viel wie Interessent oder Verkaufschance. Ein Lead ist eine Person oder ein Unternehmen, das Interesse an einem Produkt oder einer Dienstleistung gezeigt und dabei Kontaktdaten hinterlassen hat – etwa beim Download eines Whitepapers, der Anmeldung zu einem Webinar, einer Anfrage über das Kontaktformular oder einem Gespräch am Messestand.
Leads generieren (auch Leadgenerierung oder Lead Generation) bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen solche Kontakte gewinnt. Entscheidend ist der Tausch: Der Interessent bekommt etwas Wertvolles – Wissen, ein Werkzeug, eine Beratung, ein Angebot – und gibt dafür seine Kontaktdaten und die Erlaubnis, weiter informiert zu werden.
Lead-Arten: Vom Kontakt zur Verkaufschance
Nicht jeder Lead ist gleich kaufbereit. Viele Unternehmen unterscheiden deshalb Stufen, damit Marketing und Vertrieb wissen, wer welchen Kontakt wann übernimmt:
| Stufe | Bedeutung | Typisches Signal |
|---|---|---|
| Lead / Kontakt | Kontaktdaten liegen vor, Interesse noch allgemein | Newsletter-Anmeldung, Download einer Checkliste |
| Marketing Qualified Lead (MQL) | Passt zur Zielgruppe und zeigt wiederholtes Interesse | Mehrere Downloads, Webinar-Teilnahme, Besuch der Preisseite |
| Sales Qualified Lead (SQL) | Konkreter Bedarf, vom Vertrieb geprüft | Anfrage nach Demo, Angebot oder Beratungsgespräch |
| Opportunity | Konkrete Verkaufschance mit Budget und Zeitplan | Angebot wird verhandelt |
B2B- und B2C-Leads im Vergleich
| Merkmal | B2B | B2C |
|---|---|---|
| Entscheidung | Mehrere Beteiligte, oft lange Entscheidungswege | Meist eine Person, kürzere Entscheidung |
| Typische Lead-Magneten | Whitepaper, Studien, Webinare, Fallstudien, Demo | Gutscheine, Gewinnspiele, Beratungstermine, Rechner |
| Wichtige Kanäle | Fachmedien, LinkedIn, Messen, Suchmaschinen, Pressemitteilungen | Social Media, Suchmaschinen, Newsletter, Bewertungen, Empfehlungen |
| Nachbetreuung | Lead Nurturing über Wochen oder Monate | Schnelle Ansprache, oft direkt zum Kauf |
Wie Sie die Strategie für Geschäftskunden insgesamt aufbauen, beschreibt B2B-Marketing-Strategie; an welchen Kontaktpunkten B2B-Kunden ihre Entscheidung treffen, zeigt B2B Touchpoints.
Wie kann man Leads generieren? Inbound und Outbound
Grundsätzlich gibt es zwei Wege: Beim Inbound-Marketing finden Interessenten das Unternehmen selbst – über Suchmaschinen, Fachartikel, Pressemitteilungen, Social Media oder Empfehlungen. Beim Outbound-Marketing geht das Unternehmen aktiv auf potenzielle Kunden zu. Die meisten Unternehmen kombinieren beides:
| Methode | Art | Geeignet für | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Fachartikel, Ratgeber und SEO-Content | Inbound | Dauerhafte Anfragen über Suchmaschinen und KI-Suche | Mittel, wirkt langfristig |
| Lead-Magnet (Whitepaper, Checkliste, Vorlage) | Inbound | Kontakte mit Themeninteresse gewinnen | Einmalig mittel |
| Webinare und Online-Events | Inbound | Erklärungsbedürftige Produkte, B2B | Mittel |
| Pressemitteilungen und Pressearbeit | Inbound | Reichweite für Angebote, Studien, Events; Vertrauen durch Berichterstattung | Gering pro Meldung |
| Newsletter | Inbound | Kontakte halten und weiterentwickeln | Gering bis mittel |
| Social Media, besonders LinkedIn | Inbound / Outbound | Expertise zeigen, Netzwerk ansprechen | Laufend |
| Empfehlungen und Bewertungen | Inbound | Vertrauensvorschuss bei neuen Kontakten | Gering |
| Messen und Veranstaltungen | Outbound | Persönliche Gespräche, B2B | Hoch |
| Suchmaschinen- und Social-Ads (Lead Ads) | Outbound | Schnelle Ergebnisse, Tests | Laufendes Budget |
| Telefon- und E-Mail-Akquise | Outbound | Klar umrissene Zielkunden im B2B | Hoch; rechtliche Grenzen beachten |
Mit Content Leads generieren: die besten Formate

- Whitepaper und E-Books: Vertiefendes Wissen zu einem Fachthema, besonders im B2B.
- Checklisten und Vorlagen: Sofort nutzbar, geringe Hürde für den Download.
- Eigene Studien und Umfragen: Exklusive Zahlen, die auch Journalisten interessieren.
- Webinare: Direkter Kontakt zu Experten, Fragen live beantworten.
- Rechner und Tools: Konkreter Nutzen, etwa ein Kosten- oder Einsparrechner.
- Fallstudien: Zeigen, wie andere Kunden ein Problem gelöst haben – ideal kurz vor der Kaufentscheidung.
Wie Sie solche Inhalte planen und mit wenig Aufwand regelmäßig produzieren, zeigt Content-Marketing-Strategie mit wenig Aufwand.
Leads generieren mit PR

- Reichweite für Lead-Magneten: Eine neue Studie, ein Whitepaper oder ein Webinar wird per Pressemitteilung angekündigt – mit Link zur Landingpage, auf der Interessenten es abrufen.
- Vertrauen: Wer in Fachmedien, Lokalzeitungen oder auf Presseportalen auftaucht, wirkt glaubwürdiger als mit einer Anzeige. Das senkt die Hürde für eine Anfrage.
- Auffindbarkeit: Veröffentlichte Pressemitteilungen bleiben online abrufbar und werden von Suchmaschinen und KI-Suchsystemen als Quelle gelesen – Interessenten finden das Unternehmen auch Monate später.
- Expertenstatus: Fachbeiträge, Interviews und Kommentare zu Branchenthemen positionieren Ansprechpartner als Experten, an die man sich mit Fragen wendet.
Bewährte Kombinationen aus PR-Anlass und Lead-Angebot:
| PR-Anlass | Lead-Angebot | Beispiel |
|---|---|---|
| Eigene Studie oder Umfrage | Vollständige Studie als Download | „Umfrage: Zwei Drittel der Handwerksbetriebe suchen Azubis über Social Media“ – Studie gegen E-Mail-Adresse |
| Webinar oder Event | Anmeldung zur Teilnahme | „Steuerberater erklärt im kostenlosen Webinar die neue E-Rechnungspflicht“ |
| Neues Produkt oder neue Dienstleistung | Demo, Testzugang, Beratungstermin | „Softwareanbieter startet Zeiterfassung für kleine Betriebe – 30 Tage kostenlos testen“ |
| Ratgeber oder Whitepaper | Download | „Leitfaden zeigt, wie Praxen ihre Terminvergabe digitalisieren“ |
| Kundenprojekt | Fallstudie, Kontakt zum Ansprechpartner | „Stadtwerke senken Energiekosten im Rathaus um ein Viertel“ |
Wie Unternehmen Inhalte so aufbereiten, dass Medien und Interessenten von selbst darauf aufmerksam werden, beschreibt Inbound PR.
Schritt für Schritt zum ersten Lead
- Zielgruppe festlegen. Wer soll anfragen – Branche, Position, Unternehmensgröße, typische Probleme? Personas helfen, das greifbar zu machen.
- Angebot entwickeln. Einen Lead-Magneten wählen, der genau ein Problem dieser Zielgruppe löst: Checkliste, Studie, Webinar, Beratung, Testzugang.
- Landingpage bauen. Eine Seite, ein Angebot, ein kurzes Formular. Nur die Daten abfragen, die wirklich gebraucht werden – jedes zusätzliche Feld senkt die Zahl der Anmeldungen.
- Reichweite schaffen. Das Angebot über mehrere Kanäle bekannt machen: Pressemitteilung, Fachartikel, Newsletter, Social Media, Anzeigen, Messe.
- Leads qualifizieren. Mit Lead Scoring bewerten, wie gut ein Kontakt zur Zielgruppe passt und wie aktiv er ist – etwa Punkte für Position, Branche, Downloads und Besuche der Preisseite.
- Übergeben und nachfassen. Klare Regeln, ab wann der Vertrieb übernimmt. Wer zu spät reagiert, verliert die Anfrage an den Wettbewerb.
Für Werbung per E-Mail ist in der Regel eine ausdrückliche Einwilligung nötig (§ 7 UWG); üblich ist dafür das Double-Opt-in-Verfahren.
Lead Nurturing: Aus Interessenten Kunden machen

- Automatisierte E-Mail-Strecke: Nach dem Download folgen in sinnvollen Abständen drei bis fünf Mails mit weiterführenden Inhalten – Praxisbeispiel, Fallstudie, Einladung zum Webinar.
- Inhalte je Phase: Erst informieren, dann Lösungen vergleichen, dann ein konkretes Angebot machen.
- Verhalten auswerten: Wer Mails öffnet, Links klickt und die Preisseite besucht, steigt im Lead Scoring und wird vom Vertrieb persönlich angesprochen.
- Persönlich nachfassen: Ein kurzer Anruf oder eine individuelle Mail im richtigen Moment wirkt oft mehr als jede Automatisierung – Tipps dazu in Angebot nachfassen per Mail oder Telefon.
- Abmeldung respektieren: Jede Mail enthält eine einfache Abmeldemöglichkeit; wer kein Interesse mehr hat, wird nicht weiter angeschrieben.
Kennzahlen: So messen Sie den Erfolg
| Kennzahl | Was sie zeigt | Berechnung |
|---|---|---|
| Conversion Rate der Landingpage | Wie gut Angebot und Seite überzeugen | Leads ÷ Besucher × 100 |
| Cost per Lead (CPL) | Was ein Lead kostet | Kosten einer Maßnahme ÷ Zahl der Leads |
| Lead-Quelle | Welcher Kanal die meisten und besten Leads bringt | Auswertung nach Herkunft, etwa über Kampagnenparameter in Links |
| MQL-zu-SQL-Quote | Wie viele Leads tatsächlich Vertriebspotenzial haben | SQL ÷ MQL × 100 |
| Lead-to-Customer-Rate | Wie viele Leads zu Kunden werden | Neukunden ÷ Leads × 100 |
Checkliste für den Start
| Nr. | Prüfpunkt | Ja / Nein |
|---|---|---|
| 1 | Die Zielgruppe und ihre wichtigsten Probleme sind beschrieben. | |
| 2 | Es gibt mindestens einen Lead-Magneten, der ein konkretes Problem löst. | |
| 3 | Jedes Angebot hat eine eigene Landingpage mit kurzem Formular. | |
| 4 | Die Einwilligung für weitere E-Mails wird per Double-Opt-in eingeholt. | |
| 5 | Das Angebot wird über mehrere Kanäle bekannt gemacht, auch per Pressemitteilung. | |
| 6 | Links in Pressemitteilungen, Newslettern und Posts führen direkt zur Landingpage. | |
| 7 | Marketing und Vertrieb haben festgelegt, wann ein Lead übergeben wird. | |
| 8 | Neue Leads werden innerhalb kurzer Zeit kontaktiert. | |
| 9 | Für Kontakte ohne akuten Bedarf gibt es eine Nurturing-Strecke. | |
| 10 | Herkunft, Kosten und Abschlussquote der Leads werden regelmäßig ausgewertet. |
Häufige Fragen
Was heißt „Leads generieren“ auf Deutsch?
Sinngemäß: Interessenten gewinnen oder Verkaufschancen erzeugen. Gemeint ist, Kontaktdaten von Personen oder Unternehmen zu erhalten, die sich für ein Angebot interessieren, um sie anschließend gezielt ansprechen zu können.
Wie gewinnt man Leads ohne Werbebudget?
Ohne Werbebudget funktionieren vor allem Inbound-Maßnahmen: hilfreiche Ratgeberartikel für Suchmaschinen, ein eigener Lead-Magnet, regelmäßige Beiträge auf LinkedIn oder anderen Netzwerken, Empfehlungen zufriedener Kunden (Empfehlungsmarketing) und Pressemitteilungen, die auf Presseportalen kostenlos veröffentlicht werden können. Sie kosten Zeit statt Geld und wirken oft langfristig.
Ist es sinnvoll, Leads zu kaufen?
Gekaufte Kontakte liefern schnell Menge, aber selten Qualität: Die Personen kennen das Unternehmen nicht und haben kein eigenes Interesse signalisiert. Zudem muss geprüft werden, ob für eine Ansprache die nötigen Einwilligungen vorliegen. Selbst gewonnene Leads sind meist deutlich wertvoller.
Kann KI beim Generieren von Leads helfen?
Ja, als Werkzeug: KI hilft beim Erstellen von Texten für Landingpages, Mails und Pressemitteilungen – etwa mit dem KI-Pressetext-Generator von openPR –, beim Auswerten von Daten für das Lead Scoring und bei Chatbots, die erste Fragen beantworten. Das Angebot, das Interessenten überzeugt, und die persönliche Beratung ersetzt sie nicht.
Wie schnell sollte man auf einen neuen Lead reagieren?
So schnell wie möglich – idealerweise am selben Tag. Direkt nach Download oder Anfrage ist das Interesse am größten; wer Tage wartet, wird oft nicht mehr erinnert oder der Interessent hat sich bereits für einen Anbieter entschieden.
Kurz gesagt ...
Leads generieren bedeutet, Menschen mit echtem Interesse in ansprechbare Kontakte zu verwandeln. Dafür braucht es ein Angebot, das ein Problem der Zielgruppe löst, eine Landingpage, Reichweite über mehrere Kanäle und eine schnelle, gut geplante Nachbetreuung. Pressearbeit spielt dabei eine größere Rolle, als viele denken: Pressemitteilungen zu Studien, Webinaren und neuen Angeboten bringen Reichweite und Vertrauen und führen Leser direkt zum nächsten Schritt.
Lese-Tipps:
- Kundengewinnung: Strategien und Ideen für mehr Neukunden
- Inbound PR: So kommen Sie dank Content in die Medien
- Content-Marketing-Strategie mit wenig Aufwand entwickeln
- So bauen Sie Ihre B2B-Marketing-Strategie auf
- Checklisten für Messen: Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung