openPR Recherche & Suche
Presseinformation

RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007

19.03.200711:28 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007
Anwaltskanzlei Kronenberghs http://www.rechtlegal.de
Anwaltskanzlei Kronenberghs http://www.rechtlegal.de

(openPR) Arbeitsrecht - Zugang der Kündigung

Mit dem Versuch des Arbeitgebers, dem Arbeitnehmer "auf den letzten Drücker" eine Kündigung zu übergeben, hatte sich letztinstanzlich das Landesarbeitsgericht (LAG) Köln zum Az. 14 Sa 61/06 zu befassen.



Beim Versuch der Übergabe der Kündigung traf der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht mehr an dessen Arbeitsplatz an. Also rügte er im Kündigungsschutzverfahren, der Arbeitnehmer habe den Zugang der Kündigung arglistig vereitelt, immerhin habe er den Arbeitsplatz früher als sonst verlassen.

Dieser Sichtweise widersprachen die Arbeitsrichter und urteilten, dass das zeitlich frühere Verlassen der Arbeitsstätte üblich ist und keine Zugangsvereitelung darstellt.

Arbeitsrecht - Kündigung bei Krankheit

Der Arbeitgeber kündigte einem unentschuldigt fehlenden Mitarbeiter fristlos. Im anschließenden Verfahren wandte der Arbeitnehmer ein, er habe nicht unentschuldigt gefehlt, vielmehr sei er krank gewesen und habe die Erkrankung rechtzeitig dem Arbeitgeber mitgeteilt.

Dies wollte der Arbeitgeber so nicht gelten lassen, konnte aber auch keinen Nachweis führen, dass der Arbeitnehmer ihn nicht über sein Fernbleiben wegen Krankheit informiert habe. Da er diesen Beweis nicht erbringen konnte, entschied das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz zum Az. 2 Sa 76/06 zu Gunsten des Arbeitnehmers.

Kaufrecht - Haftung für später entdeckte Kfz-Mängel

Der Bundesgerichtshof hat sich zum Az. VIII ZR 209/05 letztinstanzlich mit einem Gebrauchtwagen beschäftigt, der sich nachträglich als Unfallwagen herausgestellt hat. Er hat entschieden, dass Käufer eines solchen Kfz den Kaufpreis wieder zurück verlangen dürfen, natürlich unter Anrechnung der Nutzungen.

Ein Händler hatte das besagte Kfz verkauft und dieses als unfallfrei gepriesen. Bei einem späteren Werkstattaufenthalt stellte sich allerdings das Gegenteil heraus. Daraufhin hat der Käufer den Kaufvertrag wegen arglistiger Täuschung angefochten, worauf der verkaufende Händler entgegnete, ihm sei der Schaden nicht bekannt gewesen.

Dies reicht, so die Karlsruher Richter, nicht aus. Wenn der Verkäufer Unfallfreiheit zusichert, muss er hierfür einstehen, ansonsten erklären, ihm seien Vorschäden nicht bekannt.

Verkehrsrecht - Nummernschild für Harley-Davidson

Nach Kenntnis des Teams von RECHTLEGAL ist erstmals eine Harley-Davidson vor das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz gelangt. Dieses hat zum Az. 7 A 10754/06 zur Größe der an Harleys anzubringenden Nummernschilder gerichtlich Stellung bezogen. Der klagende Harley-Davidson Fahrer wollte von der Verkehrsbehörde die Sondererlaubnis, ein kleineres Kennzeichen benutzen zu dürfen, das normale sei für seine Harley zu groß.

Diesem Ansinnen hat das OVG Rheinland-Pfalz wie auch die Vorinstanz widersprochen, da diese kleinen Nummernschilder - von wenigen Ausnahmen abgesehen - nur für langsamere Fahrzeuge gedacht sind, was für den Harley-Davidson Fahrer zur Konsequenz hat, dass er den technisch möglichen Umbau zur Anbringung eines normal großen Schildes durchführen muss.

Prozessrecht - europäisches Mahnverfahren

Die EU-Kommission möchte Gläubigern das europaweite Eintreiben von Schulden erheblich erleichtern. So soll künftig auch die Kontenpfändung grenzüberschreitend möglich sein.

Das europäische Parlament hat sich überwiegend positiv hierzu geäußert, das Team von RECHTLEGAL beobachtet die Angelegenheit weiter.

Zu guter Letzt I - E-mails verschwinden nicht einfach...

...so das OLG Nürnberg zum Az. 5 U 456/06.

Ein (wahrscheinlich ehemaliger) Mandant nahm seinen Anwalt in die Pflicht, da dieser trotz seiner Beauftragung per mail kein Rechtsmittel eingelegt habe. Der Anwalt entgegnete, er habe keine solche mail bekommen, und legte eidesstattliche Versicherung seines Büropersonals vor. Hierauf wiederum versicherte der Mandant - ebenfalls an Eides statt - er habe dem Anwalt die besagte mail zugesandt.

Das OLG Nürnberg hält - nach Ansicht des Teams von RECHTLEGAL etwas lebensfremd - das Abhandenkommen von mails für äußerst unwahrscheinlich, geht daher davon aus, dass der Mandant beim Absenden wohl einen Fehler gemacht habe, hat folgerichtig die Klage abgewiesen.

Manchmal kann man über die Dummheit, bei wichtigen Fristsachen nicht ein weiteres Mal nachzufassen, nur den Kopf schütteln, meint das Team von RECHTLEGAL.

Zu guter Letzt II - Elektronischer Opferstock

Bargeldloses Zahlen ist in, auch in den Kirchen in Bayern. Das Kloster Schäftlarn hat jetzt den ersten für EC-Karten geeigneten Opferstock des Freistaats Bayern in Betrieb genommen.

Einen Kommentar hierzu gibt das Team von RECHTLEGAL besser nicht ab.

Abschließend noch ein Hinweis in eigener Sache: Ältere newsticker-Ausgaben finden Sie in unserem Archiv.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 125739
 172

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von RECHTLEGAL - Anwaltskanzlei Kronenberghs

Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige AusschlussfristBild: RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige Ausschlussfrist
RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige Ausschlussfrist
Eine so genannte Ausschlussfrist in Arbeitsverträgen ist zulässig, so aktuell wieder einmal das BAG zum Az. 5 AZR 572/04. Bei zweistufigen Ausschlussfristen müssen die wechselseitigen Ansprüche nach Fälligkeit zunächst schriftlich geltend gemacht werden, sodann bei Ablehnung durch die Gegenseite klagweise durchgesetzt werden. Lässt eine Partei des Arbeitsvertrages bereits eine der beiden Fristen verstreichen, verfällt der Anspruch insgesamt. Wenn aber die vereinbarte Frist weniger als drei Monate beträgt, gilt wieder, so auch das BAG, die r…
Bild: RECHTLEGAL Newsticker  Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des ArbeitgebersBild: RECHTLEGAL Newsticker  Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des Arbeitgebers
RECHTLEGAL Newsticker Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des Arbeitgebers
Ein Arbeitnehmer, der seine private Post mittels der Frankiermaschine des Arbeitgebers mit Porto versieht, riskiert ohne weiteres eine fristlose Kündigung, so das Landesarbeitsgericht (LAG) Hessen zum Az. 16 Sa 1865/06. Das LAG hat klargestellt, dass es in diesem Zusammenhang, gerade weil ein erheblicher Vertrauensbruch vorliegt, auf die Höhe des verursachten Schadens nicht ankommt, insbesondere auch ein äußerst geringer Schaden die fristlose Kündigung nach sich zieht. Prozessrecht - Postfach als Parteiadresse unzureichend Das Hessische Fi…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006
RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006
… rechtens ist, weil sie in das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer unzulässig eingreift und gegen das Grundgesetz verstößt. Allerdings hätte, dies meint das Team von RECHTLEGAL, der Arbeitgeber dieses Ergebnis bereits mit seinem gesunden Menschenverstand vorhersehen können, ohne dass es gerichtlicher Hilfe bedurft hätte. Umsatzsteuer - Reform erst 2008 Es …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005
… der Antragsteller mit seiner Partnerin bereits seit 27 Jahren zusammen wohnte. Gleichwohl hat das SG Saarbrücken entgegengesetzt (noch nicht rechtskräftig) entschieden. Das Team von RECHTLEGAL hat hierfür keinerlei Verständnis und geht davon aus, dass diese Entscheidung in der nächsten Instanz korrigiert wird. Unabhängig von der Beweislast spricht bereits …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007
… Arbeitsverhältnis mit der Folge, dass der Arbeitnehmer das Änderungsangebot nicht mehr annehmen kann, wie das BAG zum Az. 2 AZR 44/06 entschieden hat. Das Team von RECHTLEGAL empfiehlt also von Änderungskündigungen betroffenen Arbeitnehmern, auf jeden Fall innerhalb dieser drei Wochen tätig zu werden, und dem Arbeitgeber mitzuteilen, dass die Änderung akzeptiert …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007
… angebrachte Schilder mit Hinweisen auf eingeschränkte Winterdienste vermeiden kann, brauchte sich das OLG Hamm nicht zu befassen. In Anbetracht der momentan unsteten Witterung weist das Team von RECHTLEGAL darauf hin, dass in Fällen wie dem entschiedenen in aller Regel auch eine Mitschuld des Geschädigten in Betracht kommt, meist wegen zu schneller und nicht …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005
… gelten, so das LAG Hannover, wenn die Ausschlussfrist im sonstigen Text des Arbeitsvertrages versteckt ist. Steuerrecht - Rentenbeiträge als Werbungskosten Das Team von RECHTLEGAL hat bereits mit newsticker 26/2005 vom 08.07.2005 über die Frage berichtet, ob aufgrund diverser Gesetzesänderungen Rentenbeiträge vollständig als vorweg genommene Werbungskosten …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005
Arbeitsrecht - Ethikregeln bei Wal-Mart Das Arbeitsgericht Wuppertal (das Aktenzeichen liegt dem Team von RECHTLEGAL noch nicht vor) hat beschlossen, dass die Ethik-Richtlinie des Handelskonzerns Wal-Mart unwirksam ist. Weder darf Wal-Mart als Arbeitgeber Regelungen treffen zum Liebes- und Privatleben der dort beschäftigten Arbeitnehmer, noch eine Telefon-Hotline …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005
… Geschädigten wochenlanges Zuwarten nicht zuzumuten, "... aber so gehe es auch nicht". Offenlegung von Manager-Bezügen - Teil II Mit newsticker 26/2005 hat das Team von RECHTLEGAL berichtet, dass ab Anfang 2007 die Vorstände und Aufsichtsräte von börsennotierten Unternehmen ihre Gehälter offen legen müssen, und vermutet, dass die meisten Hauptversammlungen …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005
… Interessenvertreter der Krankenhausärzte seien diese radikal unterbezahlt. Im übrigen würde eine solche Gehaltserhöhung die Krankenhauskosten auch nur um 5% steigen lassen. Das Team von RECHTLEGAL meint wie in der Überschrift erwähnt: "Bescheidenheit ist eine Zier ..." Gaspreise - die unendliche Geschichte Die unendliche Gasgeschichte geht weiter. Das Team von …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006
RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006
… bereits mit 60 Jahren in Rente gehen müssen, gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, so der offizielle Titel des Gesetzes, verstößt. Sobald dem Team von RECHTLEGAL das Aktenzeichen des Verfahrens vor dem Arbeitsgerichts Frankfurt vorliegt, wird dieses nachgereicht. Das Verfahren wird übrigens im März 2007 fortgesetzt. Verkehrsrecht - Rotlicht- …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 08/2006 vom 24.02.2006Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 08/2006 vom 24.02.2006
RECHTLEGAL - Newsticker 08/2006 vom 24.02.2006
… zum Az. 9 Sa 657/05, dass lediglich das einfache Nichtgrüßen keine Kündigung rechtfertigt, da die Grußverweigerung keine grobe Beleidigung darstellt. Das Team von RECHTLEGAL ist immer wieder erstaunt über den sehr pfleglichen und kollegialen Umgang zwischen den Parteien des Arbeitsvertrages. Versicherungsrecht - gestohlenes Notebook Wer seine Tasche, …
Sie lesen gerade: RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007