(openPR) „Ein edler Mensch ist als Person leicht zufriedenzustellen, aber schwer, wo es um Wesentliches geht. Der gemeine Mann ist schwer als Person zufriedenzustellen, aber leicht, wo es um Wesentliches geht.“ (Konfuzius)
Juso-Chef Kevin Kühnert kämpft unermüdlich für eine neue SPD-Programmatik. Wie gut, daß endlich versucht wird, der SPD auf die Sprünge zu helfen und ihr wieder zu der Programmatik zu verhelfen, die sie in ihrem Namen verspricht. Wenn die SPD überleben will – und das wäre ihr nicht nur im Interesse vieler Millionen Menschen sehr zu wünschen, die gegenwärtig von der Politik im Interesse nimmersatter Klientele gnadenlos ausgebeutet werden, sondern auch im Interesse menschenwürdiger Lebensverhältnisse – muß sich die SPD neu erfinden. Daß dies gerade die Jungsozialisten betreiben, ist ein Hoffnungsschimmer.
Alles politische Handeln und alles Wirtschaften muß dem ganzen Volk dienen, nicht nur der Minderheit macht- und geldgieriger Alphatiere und deren nützlichen Idioten. Aber Demokratie, die ihren Namen verdient, und soziale Gerechtigkeit lassen sich mit Rudeltieren nur mühsam praktizieren. Die Geschichte beweist, daß alle Ansätze früher oder später wieder in autoritäre Herrschaftsformen übergegangen sind.
Daß die Erosion der Demokratie friedlich verlaufen wird, scheint allerdings ausgeschlossen. Weder finanzwirtschaftliche Katastrophen noch Kriege werden die Idee der Demokratie so schnell kleinkriegen. Es wäre auch schade um die Menschheit, die trotz zahlreicher durchgeknallter Rudelführer und unzähliger nützlicher Idioten, die Potentiale hätte, sich eine Welt zu schaffen, in der alle Menschen friedlich miteinander (oder auch nur nebeneinander) leben könnten. Es brauchte neben dem unbedingten Willen zur Gerechtigkeit aber den Respekt vor dem Anderssein der Nachbarn und mehr gegenseitige Rücksichtnahme.
Was die Politiker der Welt beitragen, um diese Voraussetzungen zu schaffen und zu festigen, ist leider vernachlässigbar. Mehrheitlich schaden sie ihnen sogar mehr als sie nützen. „Politiker: Management-Amateure, die vielleicht gut kungeln und die Interessen ihrer Klientele wahrnehmen können, die aber von der Führung von Behörden im Interesse und zum Wohle der Bürger wenig bis keinerlei Ahnung haben – und allzu oft wohl auch gar nicht daran interessiert sind.“ (Prof. Querulix)
Die Politiker müssen endlich die Weichen umstellen. Wenn die Menschheit eine Chance haben soll, würdig und in Frieden zu überleben, ist Weiter-So! unmöglich.
Völker, die schlecht regiert werden, sind daran aber auch mitschuldig. „Jede Gesellschaft hat die Schurken, die sie verdient.“ (Albert Camus) Ein fehlender oder unzuverlässiger Kompaß zur Unterscheidung von Gut und Böse, Recht und Unrecht, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit führt genauso zwangsläufig dazu, daß Völker sich verirren, wie defekte Kompasse Seeleute in Schwierigkeiten bringen. Aus den sich jetzt immer deutlicher abzeichnenden Folgen der Entfesselung der Finanzwirtschaft (vor allem in den USA, wo die Notenbank eine private Veranstaltung einiger großer Investmentbanken ist, die mit Milliarden sogenannter Derivate die Wasserstoffbombe der Finanzwirtschaft geschaffen haben) werden die verantwortlichen Politiker hoffentlich lernen.
Die Möglichkeiten der Datensammlung und -verarbeitung sowie die Datennutzung zum Nachteil der Menschen müssen sehr ernst genommen werden. Manipulation und Ausbeutung der Menschen durch skrupellose Politiker und deren Klientele werden dadurch sehr viel einfacher. Leider gehen allzu viele Menschen mit ihren Daten sehr leichtfertig um. Das wird künftig noch ein großes Problem werden und könnte sogar schneller als viele glauben mögen zu einer Orwellschen Mutation der Demokratie führen.
Erziehung und Bildung sind die wichtigsten Mittel gegen die dumpfe Duldsamkeit der Volksmassen. Das Aufbegehren junger Menschen in den USA gegen die Freiheit zum Waffentragen für Jedermann, ist ein ebenso hoffnungsvolles Zeichen wie die vehemente Ablehnung einer neuerlichen Großen Koalition unter Führung der Weiter-Sos. durch die Jusos. Zwar ist nicht damit zu rechnen, daß Präsident Trump der Vernunft folgt, aber es ist immerhin ein Anfang. Die Krise der Vereinigten Staaten ist offensichtlich und wird mit Macht ausbrechen, wenn beim zu erwartenden Crash der Börsen die Derivateinflation die Weltwirtschaft in den Orkus treibt.
Auch die SPD wird ihre alte Stärke nicht über Nacht zurück gewinnen. Aber wenn sie sich ihrer historischen Ziele erinnert und z.B. endlich kompromißlos für gleiche Bildungschancen, soziale und Steuergerechtigkeit eintritt, wäre der Anfang für ein aussichtsreiches Comeback gemacht.
Die zu erwartende große Finanz- und Wirtschaftskrise ist eine große Chance für die Menschheit. Ob sie genutzt wird, wissen wir nicht. Immerhin wird sie kluge Menschen zum Nachdenken darüber anregen, ob die Ideologie des Beutekapitalismus die Welt weiter verheeren und am Ende die zivilisierte Menschheit auslöschen soll. Denn Beutejäger, die ihr Revier vernichten, praktizieren damit auch ihre Selbstvernichtung. Die Menschheit hat sich eine Welt gebaut, die an ihre Grenzen stößt. Mehr an Ausbeutung läßt die Erde nicht zu. Das Beutekonzept, mit dem sich der Mensch seit 6-7 Millionen Jahren von seinen äffischen Vorfahren gelöst und sich seine Welt geschaffen hat, ist an seine Grenze gestoßen.
Deshalb brauchen wir ein anderes Paradigma. Es muß auf dem Denken in Zusammenhängen und Wechselbeziehungen beruhen und – wenn die Menschheit in Würde überleben soll – die grundsätzlich gleichen Rechte und Pflichten aller Menschen zum obersten Gesetz allen Denkens und Handelns machen.
In der Wirtschaft darf es deshalb nicht mehr um die unaufhörliche Steigerung des Profits einzelner Menschen gehen, sondern allein um den Beitrag, den Unternehmen zum Nutzen der ganzen Gesellschaft leisten. Die Hypertrophie der deutschen Autoindustrie wirkt wie ein Krebsgeschwür. Das kann man nicht dadurch bekämpfen, daß man es immer weiter nährt und das auch noch diejenigen bezahlen läßt, die darunter leiden, während sich die Schuldigen immer noch mehr Geld in ihre bereits übervollen Taschen stopfen.
Die Medizin- und Medizintechnikindustrie ist ein anderes Beispiel. Beim Deutschen Krebskongress geht es um die Krankheit und deren Behandlung. Nicht aber um Vorsorge und Vermeidung der Krankheit. Im Beutekapitalismus ist das nicht überraschend: An der Krankheit läßt sich üppig verdienen, an der Prävention eher wenig, oft gar nichts. Dabei könnte man sehr viel mehr tun, um die Menschen gesund zu erhalten. Nur geht das nicht in einem System, das systematisch die Interessen weniger an unaufhörlich steigendem Profit fördert und diesem Plan die Interessen aller anderen Menschen unterordnet.
Prävention wäre in hohem Maße möglich, würde viele Milliarden Euro einsparen und das Lebensglück von vielen Millionen Menschen erhalten oder mehren. Nur der Profit einer kleinen Clique von Beutemachern würde sinken. Volkswirtschaftlich und sozialpolitisch wäre das ein großer Gewinn. Aber Abgeordnete sind unabhängig und nur ihrem Gewissen unterworfen. Deshalb wird das Vernünftige und moralisch Gebotene nicht getan.
Die Geschichte der Menschheit ist voll von Beweisen, daß diese Spezies zunehmend an der Hypothek ihrer Abstammung von einem räuberischen Affentier leidet, das an eine ganz andere Umgebung angepaßt ist als wir sie heutzutage vorfinden. Dieses Leiden wird immer mehr Menschen bewußt. Das Verhalten der Alphatiere paßt nicht mehr zu den Anforderungen, die der inzwischen erreichte Entwicklungsstand der Menschheit stellt. Wir leben nicht mehr in Urwäldern oder Savannen und sind keine Jäger und Sammler mehr. Aber unsere Gene „wissen“ das allzu oft noch nicht und steuern unser Verhalten vollkommen unangemessen.
Das gilt zu allem Unglück vor allem für die Alphatiere unter uns. Überforderung und Verzweiflung an den Macht-„Eliten“ steigert zunehmend das Aggressionspotential der Betroffenen. Es sieht nicht so aus, als ließe sich die zunehmend kriegerische Entwicklung so schnell stoppen wie es notwendig wäre, um die Risiken für den Weltfrieden zu begrenzen.
Wie sich die unabwendbare Finanz- und Wirtschaftskrise als Folge der zu erwartenden Implosion des gigantischen Derivatebestandes auswirken wird, bleibt abzuwarten. Sie könnte die Aggressionen noch weiter befeuern. Aber es besteht auch die Chance, daß die Menschheit endlich zur Besinnung kommt und sich der Ursachen der Katastrophe besinnt. Dann wäre es möglich, diese abzustellen und den Beutekapitalismus ins historische Archiv der Menschheit zu verbannen. Dann könnten kluge und verantwortungsbewußte Politiker die Weltwirtschaft auf eine langfristig tragbare Grundlage zu stellen.
Das setzt allerdings voraus, daß geeignetere Alphas sie führen als die derzeitigen Versager. Denn bloße Mängelverwaltung wird die Menschheit nicht weiterbringen. Der Beutekapitalismus ist keine geeignete Grundlage für die künftige wirtschaftliche, technologische und kulturelle Zukunft Deutschlands. Sozialen Frieden und politische Stabilität wird es nur dann geben, wenn alle Mitbürgerinnen und Mitbürger künftig angemessen am gemeinsam – und immer weitgehender von künstlicher Intelligenz und Robotern – erwirtschafteten Volkseinkommen beteiligt werden. Die Bedeutung sozialer Berufe wird stark steigen und ihre Bezahlung wird der technischer und Verwaltungsaufgaben gleichgestellt werden müssen.
Interessante Überlegungen im Hinblick auf die längst begonnene Zukunft finden sich in einer kleinen interessanten Studie, die vor einigen Jahren herausgekommen ist. Ihr Titel: „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“. Der Titel ist Programm. Es geht dem Verfasser nicht allein darum, endlich die himmelschreiende steuerliche Ungerechtigkeit zu beseitigen, sondern auch darum alle Menschen, also auch die alten, kranken, Arbeitslosen endlich gerecht am gemeinsam erarbeiteten Volkseinkommen zu beteiligen und damit zugleich für eine stabile volkswirtschaftliche Binnennachfrage zu sorgen.
Raffkes und Selbstbedienern wird die Studie vielleicht kalte Schauer über den Rücken jagen. Aber die Klügeren unter ihnen, werden vielleicht erkennen, daß eine Reform auch ihnen zugutekommt, weil sie mit sozialem Frieden sowie politischer und wirtschaftlicher Stabilität auch ihnen die langfristigen Lebensgrundlagen erhält. Die Studie ist als eBook (ISBN 978-3-943788-18-1, PDF) oder (ISBN 978-3-943788-32-7, ePub) beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in jeder gut sortierten (Internet-)Buchhandlung für je 9,95 Euro erhältlich.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren das fragwürdige Treiben der Menschentiere, vor allem das ihrer „Eliten“. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er unter anderem in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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