openPR Recherche & Suche
Presseinformation

RECHTLEGAL - Newsticker 18 + 19/2006 vom 18.05.2006

18.05.200610:31 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 18 + 19/2006 vom 18.05.2006
Anwaltskanzlei Kronenberghs www.rechtlegal.de
Anwaltskanzlei Kronenberghs www.rechtlegal.de

(openPR) Arbeitsrecht - Anfechtung bei gefälschtem Zeugnis

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Nürnberg hat zum Az. 9 Sa 400/05 entschieden, dass der Arbeitgeber den Arbeitsvertrag rückwirkend anfechten kann, wenn der Bewerber sich mit gefälschten Zeugnissen vorgestellt hat. Ob der Arbeitgeber diesen Eingehungsbetrug zeitnah oder erst nach Jahren merkt, spielt keine Rolle, ebenso wenig wie die Bewährung des Arbeitnehmers auf dem Arbeitsplatz.





Arbeitsrecht - Urlaubsübertrag ins Folgejahr

Nach einem Urteil des Landesarbeitsgericht (LAG) Kiel zum Az. 3 Sa 433/05 wird Urlaub, den ein Mitarbeiter tatsächlich im laufenden Jahr nicht nehmen kann, ohne weiteres ins Folgejahr übertragen. Ein Antrag des Arbeitnehmers nebst Zustimmung des Arbeitgebers ist nicht erforderlich.

Allerdings sind an das Erfordernis, dass der Arbeitnehmer den Urlaub nicht nehmen kann, strenge Voraussetzungen zu stellen. Die simple Nichtbeantragung von Urlaub oder dessen Vergessen durch den Arbeitnehmer reichen hierzu nicht aus, wie das Team von RECHTLEGAL bemerkt.



Geringfügig Beschäftigte - Steuerlast beim Arbeitnehmer

Bis zum Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt ging die Frage, wer die Steuerlast bei einem geringfügigen Beschäftigungs-Verhältnis trägt.

Letztinstanzlich hat das BAG zum Az. 5 AZR 628/04 entschieden, dass - wie bei allen Arbeitsverhältnissen mit Ausnahme der vereinbarten Nettolohn-Abrede - der Arbeitnehmer die Steuerlast zu tragen hat.



Mietrecht - Voraussetzungen für Energieeinsparung und Renovierung

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich zum Az. VIII ZR 47/05 mit einer Renovierung, nämlich dem Austausch 30 Jahre alter Isolierglas-Fenster gegen moderne Wärmeschutz-Fenster, auseinander gesetzt.

Der Vermieter hatte die Fenster gewechselt und wollte die Kosten hierfür auf die Mieter umlegen. Dies hat der BGH dem Vermieter untersagt, und zwar mit der Begründung, dass dies nur dann geht, wenn den Mietern der Vergleich zwischen "alt" und "neu" plausibel gemacht wird.

Da es hieran fehlt, muss der Vermieter die Kosten für die neuen Fenster selbst tragen, so der BGH kurz und knapp.



Arbeitsrecht - Ausbezahlung von Urlaub / Urlaubsabgeltung

In der Rechtssache C-124/05 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg eine interessante Entscheidung getroffen:

Nach diesem Urteil darf im Vorjahr nicht genommener Jahresurlaub in der Mindesthöhe von vier Wochen nicht ausbezahlt werden. Der Auszahlung steht im wesentlichen die EU-Arbeitszeit-Richtlinie entgegen, darüber hinaus, dass der Urlaubsanspruch ein bedeutsamer Grundsatz des Sozialrechts der Gemeinschaft ist. Die finanzielle Entschädigung für nicht genommenen Urlaub schafft einen richtlinienwidrigen Anreiz, auf den Urlaub gegen Entgelt zu verzichten, so das höchste Europäische Gericht.

Mit dieser Begründung widersprach der Europäische Gerichtshof der Ansicht des Niederländischen Sozialministeriums.



Vertragsrecht - Idiotentest gegen Schmiergeld ...

... diese Rechnung ging für den Autofahrer, so jedenfalls das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe zum Az. 19 W 37/05, nach hinten los.

Zum Hintergrund: Der Autofahrer und der Betreiber einer Beratungsstelle für MPU ("Idiotentest") vereinbarten, dass letzterer dafür sorgt, dass ersterer die MPU in einer anderen Stadt als bisher ablegt und dort erfolgreich besteht. Hierfür flossen EUR 8.000.-.

Nachdem das Vorhaben scheiterte, verlangte der Autofahrer Rückzahlung des Schmiergeldes, jedoch zu Unrecht, so das OLG Karlsruhe. Nach dessen Urteil ist das Geschäft sittenwidrig, weshalb das Geld nicht zurückverlangt werden kann.



Verkehrsrecht - Halter haftet für Brandschäden

Ein Autofahrer parkte sein Kfz vor einem Einkaufszentrum. Während er seelenruhig seinen Einkäufen nachging, brannte sein Fahrzeug ohne Fremdeinwirkung vollständig aus und beschädigte hierbei ein daneben stehendes Fahrzeug. Dessen Eigentümer wiederum verlangte Ersatz der rund EUR 2.000.- Schaden und zog vor Gericht.

Dort, nämlich beim Amtsgericht (AG) Ulm, bekam er zum Az. 3 C 29/05 Recht. Auch wenn ein Kfz auf öffentlichen Parkplätzen abgestellt ist, befindet es sich noch in Betrieb. Außer Betrieb ist es erst, wenn es an einem Ort außerhalb des allgemeinen Verkehrsraums abgestellt wird, so die Ulmer Richter.



Zu guter Letzt - In eigener Sache I

Wir bedauern das Nichterscheinen unseres letzten newstickers, avisiert für Ende April 2006 aufgrund technischer Probleme.



Zu guter Letzt - In eigener Sache II

Unser Rechtstipp Mai 2006, der unter dem Titel "Arbeitsrecht - Fußball-WM" letzte Woche erschienen ist, "stürmt die Charts".

Dieser Rechtstipp ist bei den großen Suchmaschinen wie Google, Yahoo und MSN bereits bei der Suche nach "arbeitsrecht fußball-wm" (oder anders herum) auf der ersten Seite der Suchmaschinen hervorragend platziert.



Abschließend noch ein Hinweis in eigener Sache: Ältere newsticker-Ausgaben finden Sie in unserem Archiv.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 87121
 114

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „RECHTLEGAL - Newsticker 18 + 19/2006 vom 18.05.2006“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von RECHTLEGAL - Anwaltskanzlei Kronenberghs

Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige AusschlussfristBild: RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige Ausschlussfrist
RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige Ausschlussfrist
Eine so genannte Ausschlussfrist in Arbeitsverträgen ist zulässig, so aktuell wieder einmal das BAG zum Az. 5 AZR 572/04. Bei zweistufigen Ausschlussfristen müssen die wechselseitigen Ansprüche nach Fälligkeit zunächst schriftlich geltend gemacht werden, sodann bei Ablehnung durch die Gegenseite klagweise durchgesetzt werden. Lässt eine Partei des Arbeitsvertrages bereits eine der beiden Fristen verstreichen, verfällt der Anspruch insgesamt. Wenn aber die vereinbarte Frist weniger als drei Monate beträgt, gilt wieder, so auch das BAG, die r…
Bild: RECHTLEGAL Newsticker  Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des ArbeitgebersBild: RECHTLEGAL Newsticker  Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des Arbeitgebers
RECHTLEGAL Newsticker Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des Arbeitgebers
Ein Arbeitnehmer, der seine private Post mittels der Frankiermaschine des Arbeitgebers mit Porto versieht, riskiert ohne weiteres eine fristlose Kündigung, so das Landesarbeitsgericht (LAG) Hessen zum Az. 16 Sa 1865/06. Das LAG hat klargestellt, dass es in diesem Zusammenhang, gerade weil ein erheblicher Vertrauensbruch vorliegt, auf die Höhe des verursachten Schadens nicht ankommt, insbesondere auch ein äußerst geringer Schaden die fristlose Kündigung nach sich zieht. Prozessrecht - Postfach als Parteiadresse unzureichend Das Hessische Fi…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005
… Geschädigten wochenlanges Zuwarten nicht zuzumuten, "... aber so gehe es auch nicht". Offenlegung von Manager-Bezügen - Teil II Mit newsticker 26/2005 hat das Team von RECHTLEGAL berichtet, dass ab Anfang 2007 die Vorstände und Aufsichtsräte von börsennotierten Unternehmen ihre Gehälter offen legen müssen, und vermutet, dass die meisten Hauptversammlungen …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005
… Interessenvertreter der Krankenhausärzte seien diese radikal unterbezahlt. Im übrigen würde eine solche Gehaltserhöhung die Krankenhauskosten auch nur um 5% steigen lassen. Das Team von RECHTLEGAL meint wie in der Überschrift erwähnt: "Bescheidenheit ist eine Zier ..." Gaspreise - die unendliche Geschichte Die unendliche Gasgeschichte geht weiter. Das Team von …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005
… gelten, so das LAG Hannover, wenn die Ausschlussfrist im sonstigen Text des Arbeitsvertrages versteckt ist. Steuerrecht - Rentenbeiträge als Werbungskosten Das Team von RECHTLEGAL hat bereits mit newsticker 26/2005 vom 08.07.2005 über die Frage berichtet, ob aufgrund diverser Gesetzesänderungen Rentenbeiträge vollständig als vorweg genommene Werbungskosten …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006
RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006
… rechtens ist, weil sie in das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer unzulässig eingreift und gegen das Grundgesetz verstößt. Allerdings hätte, dies meint das Team von RECHTLEGAL, der Arbeitgeber dieses Ergebnis bereits mit seinem gesunden Menschenverstand vorhersehen können, ohne dass es gerichtlicher Hilfe bedurft hätte. Umsatzsteuer - Reform erst 2008 Es …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007
… angebrachte Schilder mit Hinweisen auf eingeschränkte Winterdienste vermeiden kann, brauchte sich das OLG Hamm nicht zu befassen. In Anbetracht der momentan unsteten Witterung weist das Team von RECHTLEGAL darauf hin, dass in Fällen wie dem entschiedenen in aller Regel auch eine Mitschuld des Geschädigten in Betracht kommt, meist wegen zu schneller und nicht …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005
Arbeitsrecht - Ethikregeln bei Wal-Mart Das Arbeitsgericht Wuppertal (das Aktenzeichen liegt dem Team von RECHTLEGAL noch nicht vor) hat beschlossen, dass die Ethik-Richtlinie des Handelskonzerns Wal-Mart unwirksam ist. Weder darf Wal-Mart als Arbeitgeber Regelungen treffen zum Liebes- und Privatleben der dort beschäftigten Arbeitnehmer, noch eine Telefon-Hotline …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006
RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006
… bereits mit 60 Jahren in Rente gehen müssen, gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, so der offizielle Titel des Gesetzes, verstößt. Sobald dem Team von RECHTLEGAL das Aktenzeichen des Verfahrens vor dem Arbeitsgerichts Frankfurt vorliegt, wird dieses nachgereicht. Das Verfahren wird übrigens im März 2007 fortgesetzt. Verkehrsrecht - Rotlicht- …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005
… der Antragsteller mit seiner Partnerin bereits seit 27 Jahren zusammen wohnte. Gleichwohl hat das SG Saarbrücken entgegengesetzt (noch nicht rechtskräftig) entschieden. Das Team von RECHTLEGAL hat hierfür keinerlei Verständnis und geht davon aus, dass diese Entscheidung in der nächsten Instanz korrigiert wird. Unabhängig von der Beweislast spricht bereits …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007
… Verkäufer Unfallfreiheit zusichert, muss er hierfür einstehen, ansonsten erklären, ihm seien Vorschäden nicht bekannt. Verkehrsrecht - Nummernschild für Harley-Davidson Nach Kenntnis des Teams von RECHTLEGAL ist erstmals eine Harley-Davidson vor das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz gelangt. Dieses hat zum Az. 7 A 10754/06 zur Größe der an Harleys …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007
… Arbeitsverhältnis mit der Folge, dass der Arbeitnehmer das Änderungsangebot nicht mehr annehmen kann, wie das BAG zum Az. 2 AZR 44/06 entschieden hat. Das Team von RECHTLEGAL empfiehlt also von Änderungskündigungen betroffenen Arbeitnehmern, auf jeden Fall innerhalb dieser drei Wochen tätig zu werden, und dem Arbeitgeber mitzuteilen, dass die Änderung akzeptiert …
Sie lesen gerade: RECHTLEGAL - Newsticker 18 + 19/2006 vom 18.05.2006