openPR Recherche & Suche
Presseinformation

RECHTLEGAL - Newsticker 29 und 30/2005 vom 09.08.2005

09.08.200508:10 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 29 und 30/2005 vom 09.08.2005
Anwaltskanzlei Kronenberghs
Anwaltskanzlei Kronenberghs

(openPR) Mautsünder - Geldstrafen erhöht

Mit Wirkung ab 15.08.2005 werden Bußgelder für Maut-Vergehen angehoben, bei Fahrlässigkeit für den Fahrer auf EUR 100.-, für den Unternehmer auf EUR 200.-. Bei Vorsatz erhöhen sich die Bußgelder für den Fahrer auf EUR 200.- und den Unternehmer auf EUR 400.-. Auch die Strafen für Mehrfachtäter werden drastisch erhöht, so das Bundesamt für Güterverkehr.



Das Team von RECHTLEGAL sieht diese Entwicklung positiv, zweifelt aber am Erfolg der Maßnahme. Besser wäre aber bei Vorsatztaten und Wiederholungstätern wohl der Entzug der Fahrerlaubnis.


Betriebsrat - Internetzugang

Das Bundesarbeitsgericht hat zum Az. 7 ABR 8/03 entschieden, dass der Arbeitgeber seinem Betriebsrat die zur Verfügung gestellten Computer mit einem Internetanschluss auszustatten hat und auch die hierfür anfallenden Kosten tragen muss.

Damit gibt das Bundesarbeitsgericht der Argumentation des Betriebsrats statt, dass auch der Internetzugang ein dem Betriebsrat zur Verfügung zu stellendes Betriebsmittel ist. Insbesondere, wenn der Arbeitgeber sämtliche Mitarbeiter-Arbeitsplätze mit Internetzugang ausstattet, muss er dies auch mit den Computern der Mitglieder des Betriebsrates tun.

Da vorliegend eine Flatrate beim Arbeitgeber Anwendung fand, entstanden keine zusätzlichen Kosten, weshalb sich das Bundesarbeitsgericht darauf beschränken konnte festzustellen, dass der Internetzugang der Mitglieder des Betriebsrats deren sachgerechter Tätigkeit dient.


Arbeitsrecht - Kündigung wegen Internet-Surfen

Das Bundesarbeitsgericht hat ein Grundsatzurteil zum Internet-Surfen während der Arbeitszeit gefällt. Das Team von RECHTLEGAL reicht das Aktenzeichen nach.

Danach stellt nicht jede Nutzung des Internets während der Arbeitszeit zu Privatzwecken eine Verletzung des Arbeitsvertrages dar, wohl aber immer dann, wenn diese zeitlich intensiv ist. Erwartungsgemäß ist die "intensive Nutzung des Internets" nicht näher definiert worden, im zu entscheiden Fall betrug sie täglich mehr als 15 Minuten.

Vor dem Hintergrund der Unsicherheiten des privaten Surfen im Internet rät das Team von RECHTLEGAL den Arbeitgebern, Betriebsvereinbarungen oder individuelle Vereinbarungen mit ihren Arbeitnehmern abzuschließen, ob und in welchem Unfang die private Nutzung des Internets am Arbeitsplatz erlaubt ist.


Motorräder - Abgasuntersuchung

Ab dem 01.01.2006 müssen Motorräder zur Abgasuntersuchung, die grundsätzlich im Rahmen der Hauptuntersuchung durchgeführt wird.

Betroffen von der AU sind alle Zweiräder mit mehr als 150 ccm Hubraum. Ältere Maschinen, die vor 1989 erstmals zugelassen worden sind, müssen die Abgasnormen nicht erfüllen.


Arbeitsrecht - fristlose Kündigung bei Urlaubserschleichung

Mit einem möglicherweise erschlichenen Urlaubstag eines Prokuristen hat sich das Hessische Landesarbeitsgericht zum Az. 17/10 Sa 1653/03 befasst.

Der Prokurist war einen Tag früher als genehmigt in Urlaub gefahren, hatte den ursprünglich Urlaubsantrag durch einen neuen und rückdatierten ersetzt. Nachdem dies auffiel, kündigte der Arbeitgeber fristlos.

Dieser fristlosen Kündigung hat in zweiter Instanz das Hessische Landesarbeitsgericht zugestimmt, da der begründete Verdacht besteht, der Prokurist wollte sich diesen Urlaubstag erschleichen. Darüber hinaus sei bei Führungskräften, wie beispielsweise Prokuristen, schon ein einmaliger Betrugsversuch nicht hinzunehmen.


Kfz-Kauf - scheckheftgepflegt

Bis zum Landgericht Saarbrücken (Az. 12 O 132/04) ging die Frage, was scheckheftgepflegt bei Gebrauchtwagen heißt.

Das Landgericht Saarbrücken hat eine Definition erstellt, wonach scheckheftgepflegt heißt, dass das Fahrzeug regelmäßig gewartet worden ist. Ob allerdings im Rahmen der Wartung sämtliche erforderlichen Arbeiten ausgeführt worden sind, will und kann der Verkäufer nicht wissen und folglich auch nicht garantieren.

Der Streit hatte sich übrigens an lediglich vier Zündkerzen "entzündet", die ausweislich des Wartungsnachweises bei der letzten Inspektion getauscht worden sein sollen, tatsächlich aber nicht getauscht wurden.

Das Team von RECHTLEGAL ist in diesem Zusammenhang immer wieder erstaunt, welch weitreichende Folgen solch kleine Verschleißteile besitzen.


Arbeitsrecht - Einbehalt von Kundengeldern

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz hat zum Az. 5 Sa 608/04 entschieden, dass ein Mitarbeiter, der berechtigt Kundengelder einzieht, diese unverzüglich an seinen Arbeitgeber weitergeben muss. Wer das Geld selbst aus dem Grunde behält, um es als Druckmittel bei Gehaltsauseinandersetzungen einzusetzen, "fliegt".

So jedenfalls die eingangs erwähnte Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz, das der fristlosen Kündigung des Arbeitgebers Recht gab.



Kaufrecht - Schnäppchenjagd

Aktuell häufen sich Beschwerden enttäuschter Verbraucher über preiswert angebotene Waren, die beim Versuch, sie zu erstehen, gar nicht mehr vorrätig sind.

Dass dies ein Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) darstellt, ist bekannt. Weniger bekannt ist hingegen, dass der Betroffene, der das angepriesene Schnäppchen nicht erhält, keinen Schadenersatz hierfür beanspruchen kann.

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein hat dies treffend dargestellt: "Verbraucher haben keinen Anspruch auf den Abschluss eines Kaufvertrages über Sonderangebotsartikel".



Google - Umsatz- und Gewinnerhöhung

Der Suchmaschinenbetreiber Google hat im zweiten Quartal 2005 seinen Umsatz in etwa verdoppelt, seinen Gewinn ungefähr vervierfacht. Begründet werden diese Zuwächse mit verstärkter Internet-Werbung.

Wie sich die Google-Aktie weiter entwickelt, bleibt abzuwarten, wenn auch einige Analysten aufgrund des meist bescheiden Sommergeschäfts im Internet zurückhaltend sind.



Abschließend noch ein Hinweis in eigener Sache: Ältere newsticker-Ausgaben finden Sie in unserem Archiv.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 56430
 110

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „RECHTLEGAL - Newsticker 29 und 30/2005 vom 09.08.2005“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von RECHTLEGAL - Anwaltskanzlei Kronenberghs

Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige AusschlussfristBild: RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige Ausschlussfrist
RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige Ausschlussfrist
Eine so genannte Ausschlussfrist in Arbeitsverträgen ist zulässig, so aktuell wieder einmal das BAG zum Az. 5 AZR 572/04. Bei zweistufigen Ausschlussfristen müssen die wechselseitigen Ansprüche nach Fälligkeit zunächst schriftlich geltend gemacht werden, sodann bei Ablehnung durch die Gegenseite klagweise durchgesetzt werden. Lässt eine Partei des Arbeitsvertrages bereits eine der beiden Fristen verstreichen, verfällt der Anspruch insgesamt. Wenn aber die vereinbarte Frist weniger als drei Monate beträgt, gilt wieder, so auch das BAG, die r…
Bild: RECHTLEGAL Newsticker  Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des ArbeitgebersBild: RECHTLEGAL Newsticker  Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des Arbeitgebers
RECHTLEGAL Newsticker Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des Arbeitgebers
Ein Arbeitnehmer, der seine private Post mittels der Frankiermaschine des Arbeitgebers mit Porto versieht, riskiert ohne weiteres eine fristlose Kündigung, so das Landesarbeitsgericht (LAG) Hessen zum Az. 16 Sa 1865/06. Das LAG hat klargestellt, dass es in diesem Zusammenhang, gerade weil ein erheblicher Vertrauensbruch vorliegt, auf die Höhe des verursachten Schadens nicht ankommt, insbesondere auch ein äußerst geringer Schaden die fristlose Kündigung nach sich zieht. Prozessrecht - Postfach als Parteiadresse unzureichend Das Hessische Fi…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006
RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006
… bereits mit 60 Jahren in Rente gehen müssen, gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, so der offizielle Titel des Gesetzes, verstößt. Sobald dem Team von RECHTLEGAL das Aktenzeichen des Verfahrens vor dem Arbeitsgerichts Frankfurt vorliegt, wird dieses nachgereicht. Das Verfahren wird übrigens im März 2007 fortgesetzt. Verkehrsrecht - Rotlicht- …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005
… der Antragsteller mit seiner Partnerin bereits seit 27 Jahren zusammen wohnte. Gleichwohl hat das SG Saarbrücken entgegengesetzt (noch nicht rechtskräftig) entschieden. Das Team von RECHTLEGAL hat hierfür keinerlei Verständnis und geht davon aus, dass diese Entscheidung in der nächsten Instanz korrigiert wird. Unabhängig von der Beweislast spricht bereits …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007
… angebrachte Schilder mit Hinweisen auf eingeschränkte Winterdienste vermeiden kann, brauchte sich das OLG Hamm nicht zu befassen. In Anbetracht der momentan unsteten Witterung weist das Team von RECHTLEGAL darauf hin, dass in Fällen wie dem entschiedenen in aller Regel auch eine Mitschuld des Geschädigten in Betracht kommt, meist wegen zu schneller und nicht …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005
… Interessenvertreter der Krankenhausärzte seien diese radikal unterbezahlt. Im übrigen würde eine solche Gehaltserhöhung die Krankenhauskosten auch nur um 5% steigen lassen. Das Team von RECHTLEGAL meint wie in der Überschrift erwähnt: "Bescheidenheit ist eine Zier ..." Gaspreise - die unendliche Geschichte Die unendliche Gasgeschichte geht weiter. Das Team von …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005
… Geschädigten wochenlanges Zuwarten nicht zuzumuten, "... aber so gehe es auch nicht". Offenlegung von Manager-Bezügen - Teil II Mit newsticker 26/2005 hat das Team von RECHTLEGAL berichtet, dass ab Anfang 2007 die Vorstände und Aufsichtsräte von börsennotierten Unternehmen ihre Gehälter offen legen müssen, und vermutet, dass die meisten Hauptversammlungen …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007
… Verkäufer Unfallfreiheit zusichert, muss er hierfür einstehen, ansonsten erklären, ihm seien Vorschäden nicht bekannt. Verkehrsrecht - Nummernschild für Harley-Davidson Nach Kenntnis des Teams von RECHTLEGAL ist erstmals eine Harley-Davidson vor das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz gelangt. Dieses hat zum Az. 7 A 10754/06 zur Größe der an Harleys …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005
Arbeitsrecht - Ethikregeln bei Wal-Mart Das Arbeitsgericht Wuppertal (das Aktenzeichen liegt dem Team von RECHTLEGAL noch nicht vor) hat beschlossen, dass die Ethik-Richtlinie des Handelskonzerns Wal-Mart unwirksam ist. Weder darf Wal-Mart als Arbeitgeber Regelungen treffen zum Liebes- und Privatleben der dort beschäftigten Arbeitnehmer, noch eine Telefon-Hotline …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006
RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006
… rechtens ist, weil sie in das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer unzulässig eingreift und gegen das Grundgesetz verstößt. Allerdings hätte, dies meint das Team von RECHTLEGAL, der Arbeitgeber dieses Ergebnis bereits mit seinem gesunden Menschenverstand vorhersehen können, ohne dass es gerichtlicher Hilfe bedurft hätte. Umsatzsteuer - Reform erst 2008 Es …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007
… Arbeitsverhältnis mit der Folge, dass der Arbeitnehmer das Änderungsangebot nicht mehr annehmen kann, wie das BAG zum Az. 2 AZR 44/06 entschieden hat. Das Team von RECHTLEGAL empfiehlt also von Änderungskündigungen betroffenen Arbeitnehmern, auf jeden Fall innerhalb dieser drei Wochen tätig zu werden, und dem Arbeitgeber mitzuteilen, dass die Änderung akzeptiert …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005
… gelten, so das LAG Hannover, wenn die Ausschlussfrist im sonstigen Text des Arbeitsvertrages versteckt ist. Steuerrecht - Rentenbeiträge als Werbungskosten Das Team von RECHTLEGAL hat bereits mit newsticker 26/2005 vom 08.07.2005 über die Frage berichtet, ob aufgrund diverser Gesetzesänderungen Rentenbeiträge vollständig als vorweg genommene Werbungskosten …
Sie lesen gerade: RECHTLEGAL - Newsticker 29 und 30/2005 vom 09.08.2005