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Redakteur oder Journalist – ein relevanter Unterschied für Ihre Pressearbeit

Wenn Sie sich als PR-Verantwortlicher mit der Medienwelt beschäftigen, begegnen Ihnen immer wieder vor allem diese zwei Begriffe: Journalist und Redakteur. Oft werden sie synonym verwendet, doch es gibt inhaltliche Unterschiede zwischen beiden Berufsbezeichnungen. Worin liegt dieser Unterschied genau, und warum ist er für Ihre PR von Bedeutung? Eine klare Differenzierung kann Ihnen dabei helfen, Ihre Pressearbeit gezielter auszurichten.

Journalist vs. Redakteur: Definition und Unterschied

Unterschied Redakteur vs. Journalist
Unterschied Redakteur vs. Journalist
Der Begriff Journalist ist der Oberbegriff für alle, die im Journalismus tätig sind.

Ein Journalist ist eine Person, die Informationen recherchiert, aufbereitet und Inhalte für verschiedene Medienformate wie Print, Online, Radio oder Fernsehen erstellt. Seine Hauptaufgabe besteht darin, sachliche, unabhängige und oft kritische Berichterstattung zu leisten. Journalisten sind entweder freiberuflich tätig oder in festen Anstellungen.

Freie Journalisten sind nicht fest an eine Redaktion gebunden, sondern arbeiten auf selbstständiger Basis für verschiedene Medien. Sie recherchieren und schreiben Artikel, die sie dann an Redaktionen verkaufen oder auf Anfrage erstellen. Ihre Themenwahl ist oft flexibler, aber auch riskanter, wenn sie keine garantierten Aufträge haben.

Ein Redakteur ist (meistens) ein angestellter Journalist mit einer zusätzlichen Funktion innerhalb eines Mediums. Er kann selbst Artikel recherchieren und schreiben, aber das ist nicht seine Hauptaufgabe. Redakteure sind vor allem für redaktionelle Aufgaben, wie die Themenplanung, Koordination und Bearbeitung von Beiträgen verantwortlich. Sie redigieren Artikel, d. h. passen sie an den Stil des Mediums an und sorgen dafür, dass alles inhaltlich und sprachlich stimmig ist. Ein Redakteur ist in der Regel für ein bestimmtes Ressort (z. B. Wirtschaft, Politik oder Kultur) verantwortlich. Der Redakteur quasi der Herausgeber und Gatkeeper.

Journalistische Berufe: Beispiele

Weder "Journalist" noch "Redakteur" ist als Berufsbezeichnung gesetzlich geschützt. Folgende Beispiele von weiteren Bezeichnungen zeigen, wie vielfältig Berufe und ihre Bezeichnungen im Journalismus sind – von live berichtenden Reportern bis hin zu strategisch planenden Chefredakteuren:

Beruf Hauptaufgabe Ort der Arbeit Besonderheiten
Chefredakteur Verantwortlich für die gesamte inhaltliche Ausrichtung in der Redaktion trifft strategische Entscheidungen, trägt Gesamtverantwortung
Fachjournalist Berichtet über ein spezifisches Themengebiet (z. B. Medizin, Technik, Wirtschaft) überall hohe Fachkenntnis, oft spezialisierte Ausbildung oder Erfahrung
Fotoreporter Dokumentiert Ereignisse mit Fotos oder Videos draußen, vor Ort meist für Print- oder Online-Medien tätig
Freier Journalist Arbeitet selbstständig & verkauft Beiträge an verschiedene Medien überall kein festes Gehalt, große inhaltliche Freiheit
Investigativer Journalist Deckt Skandale & Missstände durch tiefgehende Recherchen auf überall oft verdeckte Ermittlungen, intensive Recherchearbeit
Kolumnist Schreibt regelmäßig Meinungsbeiträge oder Kommentare überall oft ein eigener, wiedererkennbarer Stil
Korrespondent Berichtet aus einem bestimmten Land oder einer Region meist im Ausland langfristig in einem Gebiet tätig (z. B. USA-Korrespondent)
Moderator Präsentiert Nachrichten, Talkshows oder Sendungen im Studio, vor der Kamera kann auch Interviews führen oder Diskussionen leiten
Nachrichtenredakteur Bearbeitet Agenturmeldungen & bereitet sie für die Veröffentlichung auf in der Redaktion sorgt für schnelle & präzise Berichterstattung
Redakteur Bearbeitet, plant & koordiniert Inhalte in der Redaktion oft spezialisiert (Politik-, Wirtschafts-, Kulturredakteur)
Reporter Recherchiert & berichtet live vom Geschehen draußen, vor Ort meist spezialisiert (z. B. Kriegsreporter, Sportreporter)
Social-Media-Redakteur Erstellt & verwaltet journalistische Inhalte für soziale Medien in der Redaktion arbeitet oft mit Trends & Community-Management

Die genaue Rollen- und Aufgabenverteilung in der Redaktion eines Mediums kann je nach Größe und thematischer Ausrichtung stark variieren. In großen Medienhäusern sind die Aufgaben oft klar strukturiert und spezialisiert – es gibt separate Ressorts für Politik, Wirtschaft, Kultur oder Sport, mit jeweils eigenen Redakteuren, Reportern und Fachjournalisten. In kleineren Redaktionen hingegen übernehmen Journalisten häufig mehrere Aufgaben gleichzeitig, von der Recherche über das Schreiben bis hin zur Veröffentlichung. Auch die thematische Ausrichtung beeinflusst die Organisation: Während Nachrichtenportale auf schnelle Berichterstattung und Aktualität setzen, arbeiten Fachmedien oft mit spezialisierten Journalisten, die tiefgehende Analysen und Hintergrundberichte liefern.

 

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Praxisbeispiel: Wer macht was?

Ein Technologie-Start-up entwickelt eine neue KI-Anwendung und möchte, dass die Medien darüber berichten.

Ein festangestellter Wirtschaftsjournalist einer großen Tageszeitung erhält die Pressemitteilung des Start-ups. Er hält das Thema für berichtenswert, doch bevor er den Artikel schreiben kann, muss der Redakteur seines Ressorts entscheiden, ob das Thema in das Konzept der kommenden Ausgabe passt. Der Redakteur legt zudem den inhaltlichen Fokus fest – z. B. ein Interview mit dem CEO oder eine Marktanalyse.

Eine freiberufliche Journalistin entdeckt das Thema und entscheidet selbst, wie sie es aufbereitet. Sie könnte den Schwerpunkt auf die Technologie, das Gründerteam oder die Marktentwicklung legen. Ihre Artikel bietet sie verschiedenen Medien an. Die endgültige Veröffentlichung hängt jedoch davon ab, ob eine Redaktion ihren Beitrag abnimmt und redigiert.

Dieses Beispiel verdeutlicht: Redakteure haben die redaktionelle Entscheidungsgewalt, während Journalisten – besonders Freie – mehr kreative Freiheit in der Themenwahl, aber weniger Einfluss auf die Veröffentlichung haben.

Warum diese Unterscheidung für Ihre PR wichtig ist

Als PR-Verantwortlicher haben Sie im Idealfall direkten Kontakt zu Journalisten und Redakteuren. Erfolgreiche Medienarbeit beginnt mit einem Verständnis der unterschiedlichen Rollen innerhalb einer Redaktion. Während Journalisten vor allem an exklusiven Geschichten interessiert sind, liegt der Fokus von Redakteuren auf der übergeordneten inhaltlichen Gestaltung ihres Mediums.

 

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Sollte ich einen Journalisten oder einen Redakteur kontaktieren?

Viele Unternehmen stehen vor der Frage: Wen sollten sie für ihre PR-Arbeit gezielt ansprechen – den Journalisten oder den Redakteur?

Redakteure sind oft die besseren Ansprechpartner, wenn es darum geht, zu erfahren, welche Themen in einer Redaktion (z. B. eines Magazins) gerade geplant werden und welche Fristen für Beiträge gelten. Sie sind für die inhaltliche Planung für ihr Ressort verantwortlich und entscheiden, welche Themen aufgenommen oder verworfen werden. Ein PR-Verantwortlicher kann durch gezielte Anfragen an Redakteure frühzeitig herausfinden, ob ein Thema ins redaktionelle Konzept passt.

Wenn Sie eine breite Berichterstattung anstreben und spannende Inhalte bieten können, die eine eigenständige journalistische Recherche wert sind, sollten Sie sich an Journalisten wenden.

openPR-Tipp: Freie Journalisten haben oft mehr Freiheit in der Themenwahl und sind interessiert an exklusiven Themen, die sie sogar mehrfach nutzen und verschiedenen Medien anbieten können.

5 Tipps für die erfolgreiche Zusammenarbeit

Zusammenarbeit mit der Presse
Zusammenarbeit mit der Presse
Wie können Sie als PR-Verantwortlicher die Zusammenarbeit mit Journalisten und Redakteuren optimal gestalten?

1. Verstehen Sie die Perspektive des Gegenübers

Während Journalisten meist thematisch interessiert sind, denken Redakteure in redaktionellen Konzepten. Berücksichtigen Sie diese Unterschiede bei Ihrer Ansprache und Argumentation.

2. Bieten Sie relevante Inhalte

Sowohl Journalisten als auch Redakteure haben wenig Zeit und eine Flut an Informationen zu bewältigen. Formulieren Sie Ihre Anfragen klar und strukturiert, und achten Sie darauf, dass sie tatsächlich einen Nachrichtenwert haben. Werbliche Inhalte sind dabei ein No-Go.

3. Pflegen Sie langfristige Beziehungen

Pressearbeit sind kein Sprint, sondern ein Marathon. Bauen Sie langfristige Beziehungen zu relevanten Journalisten und Redakteuren auf, indem Sie ihnen kontinuierlich wertvolle Informationen liefern.

4. Seien Sie respektvoll im Umgang mit Medienvertretern

Journalisten und Redakteure schätzen PR-Verantwortliche, die ihre Arbeit verstehen und respektieren. Vermeiden Sie aggressives Nachfassen bei Journalisten oder das Beharren auf einer Berichterstattung.

5. Seien Sie ein verlässlicher Ansprechpartner

Wenn ein Journalist eine Rückfrage hat, reagieren Sie schnell und kompetent. Wer als vertrauenswürdige Quelle bekannt ist, wird eher erneut kontaktiert.

openPR-Lese-Tipp: Erfahren Sie mehr, wie Sie erfolgreich Presse kontaktieren.

 

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