Das Streben nach einer perfekten Pressemitteilung ist so alt wie die PR selbst. Viele PR-Experten versuchen das Geheimrezept zu definieren: Was macht sie wirklich aus? Der Informationsdienst Wissenschaft (idw) sucht beispielsweise jährlich die beste Pressemitteilung im wissenschaftlichen Bereich aus. Wir schauen uns an, was die richtig guten Mitteilungen ausmacht und wie Sie diese Erkenntnisse auf Ihre Pressearbeit übertragen können.
Die beste Pressemitteilung des Jahres gesucht und gefunden

Wir schauen uns genauer an, welche Kriterien bei der Auswahl der besten Pressemitteilung entscheidend sind und welche Empfehlungen für Ihre Pressemitteilungen sich daraus ableiten lassen.
Hintergrund und Ziel des Preises für die besten Pressemitteilungen
Der idw ist eine zentrale Plattform, über die jährlich rund 20.000 Pressemitteilungen von mehr als 1.000 wissenschaftlichen Einrichtungen verbreitet werden. Diese Mitteilungen reichen von Forschungsneuigkeiten bis zu Ankündigungen von Veranstaltungen und anderen wissenschaftsrelevanten Themen. Um die Qualität der Kommunikation zu fördern und gleichzeitig als Anreiz für die beteiligten Pressestellen zu dienen, wurde der idw-Preis für Wissenschaftskommunikation ins Leben gerufen. Der idw-Preis ist somit eine bedeutende Auszeichnung im Bereich der Wissenschaftskommunikation, die dazu beiträgt, den Standard von Pressemitteilungen in diesem Sektor zu erhöhen.
Bewertungskriterien
Die Jury, die jedes Jahr neu zusammengesetzt wird, bewertete die Pressemitteilungen 2026 nach drei Hauptkriterien:
- handwerkliche Professionalität (50 %),
- hoher Nachrichtenwert (40 %),
- vertiefende Materialien (10 %).
Preisträger des Jahres
Diese Pressemitteilungen wurden im März 2026 prämiert:
- Platz 1: Abteilung Kommunikation und Medien von GEOMAR, Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
„,Schrumpfende‘ Dorsche: Wie der Mensch das Erbgut der Fische verändert“ - Platz 2: Referat Hochschulkommunikation der TU Dortmund
„Vor der Bundestagswahl 2025: Team der TU Dortmund ermittelt Fehleranfälligkeit von KI-Wahlhilfen“ - Platz 3: Stabsstelle Zentrale Kommunikation der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
„Unklarer Nutzen: Willkommensklassen verbessern Deutschkenntnisse von Geflüchteten zu wenig“
Was macht die besten Pressemitteilungen aus?
Anhand der Bewertungen der Jury und einer Analyse der ausgezeichneten Pressemitteilungen lassen sich mehrere Kernelemente herausarbeiten, welche die besten Pressemitteilungen kennzeichnen:
1. Gute Pressemitteilungen beginnen mit der Nachricht
Ein Blick auf die ausgezeichneten Beispiele zeigt zunächst eines sehr deutlich: Die zentrale Aussage steht immer am Anfang.
Die erstplatzierte Pressemitteilung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums formuliert ihre Kernaussage bereits im Einstieg. Sie zeigt, dass menschlicher Einfluss nicht nur Fischbestände verändert, sondern sogar das Erbgut von Dorschen beeinflusst. Die Nachricht ist damit sofort greifbar.
Auch die TU Dortmund verfährt ähnlich. Ihre Pressemitteilung beginnt direkt mit dem Ergebnis einer Untersuchung zu KI-Wahlhilfen und macht klar, dass diese Systeme teilweise fehleranfällig sind. Der Kontext der Bundestagswahl verstärkt die Relevanz zusätzlich.
Die Pressemitteilung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg folgt demselben Prinzip. Sie stellt ihre zentrale Erkenntnis unmittelbar vor und entwickelt daraus die weiteren Inhalte.
2. Relevanz entsteht durch Einordnung
Neben dem klaren Einstieg ist der Nachrichtenwert entscheidend. Die ausgezeichneten Pressemitteilungen zeigen, dass ein Thema erst dann Wirkung entfaltet, wenn seine Bedeutung deutlich wird.
Die Untersuchung zu KI-Wahlhilfen gewinnt ihre Relevanz durch den zeitlichen Kontext der Bundestagswahl. Die Forschung zu Dorschen verweist auf grundlegende ökologische Zusammenhänge und die langfristigen Folgen menschlichen Handelns. Die Ergebnisse zu Willkommensklassen betreffen zentrale Fragen der Bildungs- und Integrationspolitik.
In allen Fällen wird deutlich gemacht, warum die Inhalte über den Einzelfall hinaus von Interesse sind.
3. Verständlichkeit als Voraussetzung für Reichweite
Ein weiteres Merkmal der prämierten Texte ist ihre klare Sprache. Komplexe Inhalte werden verständlich dargestellt, ohne ihre fachliche Substanz zu verlieren.
Die Jury hebt ausdrücklich hervor, dass die ausgezeichneten Pressemitteilungen auch für Leserinnen und Leser ohne Spezialwissen nachvollziehbar sind. Gleichzeitig bleiben sie präzise und differenziert.
4. Transparenz schafft Glaubwürdigkeit
Neben Sprache und Struktur spielt Transparenz eine zentrale Rolle. Die ausgezeichneten Pressemitteilungen machen deutlich, auf welcher Grundlage ihre Aussagen beruhen.
Sie nennen Daten, erläutern ihre Methodik und verweisen auf die zugrunde liegenden Studien. Besonders die Pressemitteilung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wird dafür gelobt, dass sie ihre Datengrundlage offenlegt und ihre Ergebnisse einordnet.
5. Nutzbarkeit für den Empfänger entscheidet über den Erfolg
Die ausgezeichneten Beispiele zeigen außerdem, dass gute Pressemitteilungen immer auch für die Weiterverarbeitung gedacht sind. Sie liefern nicht nur Informationen, sondern sind so aufgebaut, dass Redaktionen sie schnell erfassen und nutzen können.
Klare Absätze, eine logische Struktur und eine nachvollziehbare Argumentation tragen dazu ebenso bei wie ergänzende Informationen. So wird aus einer Pressemitteilung eine Grundlage für Berichterstattung.
6. Zusatzmaterialien erhöhen den praktischen Nutzen
Ein Aspekt, der in vielen Pressemitteilungen unterschätzt wird, spielt bei den ausgezeichneten Beispielen eine zentrale Rolle: ergänzende Materialien. Der idw berücksichtigt ausdrücklich, ob ein Text über die reine Information hinausgeht und Redaktionen zusätzliche Anknüpfungspunkte bietet.
Die prämierten Pressemitteilungen zeigen, wie das in der Praxis aussieht. Sie bleiben nicht bei der Beschreibung der Ergebnisse stehen, sondern verweisen auf weiterführende Inhalte, stellen zusätzliche Informationen bereit oder bieten Material, das die Einordnung erleichtert. Gerade bei der Pressemitteilung der TU Dortmund hebt die Jury hervor, dass ergänzende Beispiele und Hintergrundinformationen die journalistische Nutzung deutlich erleichtern.
Auch visuelle Inhalte spielen dabei eine Rolle. Bilder oder Grafiken können komplexe Sachverhalte veranschaulichen und machen Themen zugänglicher. Entscheidend ist jedoch, dass sie nicht dekorativ eingesetzt werden, sondern einen inhaltlichen Mehrwert bieten.
So schreiben Sie eine herausragende Pressemitteilung

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Zielgruppenorientiert denken: Beginnen Sie mit dem Ende im Kopf. Wer soll Ihre Pressemitteilung lesen? Was möchten Sie erreichen? Richten Sie den Inhalt und den Ton Ihrer Nachricht auf Ihre Hauptzielgruppe aus, sei es Fachpresse, breites Publikum oder spezifische Stakeholder.
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Prägnante Überschrift: Ihre Überschrift sollte Aufmerksamkeit erregen und das Hauptthema der Pressemitteilung in wenigen Worten zusammenfassen. Vermeiden Sie dabei zu viel Fachjargon, sofern Sie nicht ausschließlich ein Fachpublikum ansprechen.
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Klarheit und Kürze: Vermeiden Sie ausschweifende oder komplizierte Sätze. Jeder Satz sollte Wert hinzufügen und die Nachricht weiter voranbringen.
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Wesentliches zuerst: Beginnen Sie mit den wichtigsten Informationen und Details Ihrer Nachricht. Journalisten arbeiten oft mit dem "umgekehrten Pyramiden"-Prinzip, bei dem die wesentlichen Informationen zuerst genannt werden – und bei Bedarf von hinten gekürzt werden können.
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Objektivität: Halten Sie sich an die Fakten und vermeiden Sie werbliche Sprache. Eine professionelle und objektive Darstellung erhöht die Glaubwürdigkeit Ihrer Pressemitteilung.
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Zitate nutzen: Integrieren Sie pointierte Zitate von relevanten Persönlichkeiten oder Experten, um Ihre Pressemitteilung zu bereichern und persönlicher zu gestalten.
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Belegbare Daten und Fakten: Nutzen Sie Statistiken, Studien oder andere Daten, um Ihre Aussagen zu stützen. Dies erhöht die Glaubwürdigkeit und bietet Journalisten weitere Anknüpfungspunkte.
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Visuelle Elemente: Ergänzen Sie Ihre Pressemitteilung um Fotos, Grafiken oder Infografiken, um Ihre Botschaft visuell zu unterstützen.
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Kontaktinformationen: Geben Sie immer einen Ansprechpartner mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse an, damit Journalisten bei Rückfragen schnell Kontakt aufnehmen können.
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Zusätzliche Ressourcen: Fügen Sie Links zu weiteren Informationen, Studien, der Originalpublikation oder zu relevanten Videos hinzu. Dies bietet Journalisten die Möglichkeit zur vertiefenden Recherche.
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Korrekturlesen: Lassen Sie Ihre Pressemitteilung von mindestens einer anderen Person gegenlesen, um Tipp- und Grammatikfehler zu vermeiden.
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Verteilung: Überlegen Sie sich, welche Medien und Journalisten für Ihre Botschaft am relevantesten sind und sprechen Sie diese gezielt an. Nutzen Sie auch Oniline-Presseverteiler, um eine größere Reichweite zu erzielen.
Denken Sie unbedingt daran: Eine Pressemitteilung sollte nicht nur informativ, sondern auch inspirierend sein. Ziel ist es, den Leser oder Journalisten dazu zu bewegen, über das vorgestellte Thema zu berichten oder weiter darüber nachzudenken.
Wollen Sie auch zu den Besten gehören?
In der Welt der Kommunikation hat jede Botschaft das Potenzial, einen tiefgreifenden Einfluss auszuüben. Mit Sorgfalt, Hingabe und Klarheit in Ihrer Kommunikation können Sie nicht nur informieren, sondern auch inspirieren. Jede Pressemitteilung, jeder Artikel, jedes Wort zählt. Nutzen Sie diese Chance. Bleiben Sie dran und schreiben Sie mit Herz die beste Pressemitteilung Ihres Lebens!