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Wissenschaftskommunikation gestalten – Forschung und Wissenschaft richtig kommunizieren

Wissenschaftliche Erkenntnisse dienen oft als Grundlage für Meinungsbildung und politische Entscheidungen. Damit kommt der Wissenschaft eine besondere gesellschaftliche Verantwortung zu. Dieser Umstand macht es umso wichtiger, Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit gegenüber transparent und verständlich zu kommunizieren. Die Wissenschaftskommunikation setzt genau hier an, indem einer interessierten Allgemeinheit der aktuelle Wissens- und Forschungsstand offengelegt wird. Denn nur so kann es unserer wachsenden Wissensgesellschaft gelingen, Chancen und Risiken von morgen zu erkennen und gegeneinander abzuwägen.

Was ist Wissenschaftskommunikation?

Wissenschaftskommunikation © Zerbor – stock.adobe.com
Wissenschaftskommunikation © Zerbor – stock.adobe.com
Unter den Begriff der Wissenschaftskommunikation fällt nicht nur der wissenschaftliche Diskurs und der Austausch von wissenschaftlichen Ergebnissen unter den Fachleuten. Wissenschaftskommunikation zielt vor allem auch auf die allgemeinverständliche Kommunikation von wissenschaftlichen Inhalten an Laien ab, d.h. sollte somit auch für Personengruppen, die außerhalb der Wissenschaft stehen verständlich gemacht werden. Innerhalb der Öffentlichkeitsarbeit wird das Wort Wissenschaftskommunikation dabei auch manches Mal als Synonym für den Ausdruck Wissenschafts-PR genutzt.

Aufgaben und Ziele der Wissenschaftskommunikation

Als eine der grundlegendsten Aufgaben übernimmt die Wissenschaftskommunikation die Aufgabe die Forschungsergebnisse und die darin enthaltenen Informationen für eine breite Öffentlichkeit so aufzubereiten, dass sie verständlich sind, ohne dabei an Qualität einzubüßen. Daneben verfolgt die Wissenschaftskommunikation jedoch noch weitere Ziele, die sich wie folgt benennen lassen:

  • Für Wissenschaft werben: Wissenschaftskommunikation soll den Blick für verschiedene Wissenschaftskulturen schärfen.
  • Den Austausch fördern: Im gleichen Maße wie das Verständnis der Bürger für die Wissenschaft geschärft werden soll, sorgt die Wissenschaftskommunikation auch dafür, dass ggf. die Ängste und Vorbehalte der breiten Masse in der Wissenschaft Gehör finden. Wissenschaftskommunikation ist daher offen für gesellschaftliche Veränderungen und sucht den Austausch mit anderen Forschungseinrichtungen, aber auch mit dem Bürger.
  • Schaffung von Transparenz und Fakten: Wissenschaftskommunikation liefert wertvolle Informationen über gesellschaftlich relevante Themen und gibt diesbezüglich den aktuellen Forschungsstand wider ohne dabei eigenen Zwecken zu dienen.
openPR-Tipp: Lesen Sie auch unseren Artikel zum Thema Public Affairs.

Akteure in Wissenschafts-PR

Wissenschaft & Forschung kommunizieren © Sergey Ryzhov – stock.adobe.com
Wissenschaft & Forschung kommunizieren © Sergey Ryzhov – stock.adobe.com
Vor allem drei Berufsgruppen spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht öffentlich über Wissenschaft zu sprechen oder zu schreiben:

  • Wissenschaftler: Sie zählen zu den Hauptakteuren der Kommunikation, da sie durch ihre Forschung überhaupt erst zu den wissenschaftlichen Ergebnissen gelangen. Wissenschaftler tragen daher eine besondere gesellschaftliche Verantwortung, die es umso wichtiger macht, ihren Forschungsstand nicht nur fachlich richtig, sondern auch authentisch zu kommunizieren.
  • Wissenschaftsjournalisten: Ihnen kommt die Aufgabe zu, die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler in den richtigen Kontext einzuordnen, für ein breites Publikum verständlich wiederzugeben und ggf. diese kritisch zu kommentieren. Wissenschaftsjournalisten sind demnach Anwälte der Öffentlichkeit und müssen ihre Arbeit unbedingt durch eine ansprechende Qualität der Wissenschaftskommunikation legitimieren.
  • Presse- und Öffentlichkeitsmitarbeiter: Neben der Zusammenstellung von wissenschaftlichen Informationen für die Presse und die breite Öffentlichkeit, kommunizieren Mitarbeiter von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit-Abteilungen auch die wissenschaftlichen Ergebnisse. Sie fungieren somit als Moderatoren der Wissenschaftskommunikation, indem sie einen Kommunikationsaustausch zwischen Wissenschaftlern und Bürgern fördern.

Formate

Im Allgemeinen lassen sich die diversen Formate von Wissenschaftskommunikation in

  • persönliche Kommunikation (z. Bsp.: Vortrag, Konferenz),
  • offline Kommunikation (z. Bsp.: Veranstaltung, Messe),
  • online Kommunikation (z. Bsp.: Webinar, Social Media),
  • Publikationen (z. Bsp.: Studie, Broschüre),
  • Pressearbeit (z. Bsp.: Pressemitteilung, Pressekonferenz)

voneinander unterscheiden.

 

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Beispiele

Als anschauliche Beispiele für die verschiedenen Formate von Wissenschaftskommunikation werden im Folgenden einige exemplarisch dargestellt:

Wissenschaftscomedy Wer meint, dass Wissenschaft immer bieder daherkommen muss, der irrt. Denn seriöse Forschung schließt eine Portion Humor keineswegs aus, wie das die Wissenschaftscomedy eindrucksvoll vormacht. Egal, ob es sich dabei um lustige Stand-up-Abende, humorvolle Podcast, Science Slams oder nicht ganz ernstzunehmende Wissenschaftspreise handelt, immer ist ein Fünkchen Humor mit von der Partie, um auch den wissenschaftlichen Alltag einmal von seiner lustigen Seite aus zu betrachten.
Wissenschaftsblog Im Blog können Forscher eine breite Leserschaft nicht nur an ihrem Alltag teilhaben lassen, sondern auch zu wissenschaftlichen Fragen Stellung nehmen. Möglichst in leicht verständlicher Sprache entwickelt der Wissenschaftsbloger seine ganz eigenen Ideen und Gedanken zu einem bestimmten Sachverhalt und zeigt ggf. Lösungsvorschläge auf. Kommentarfunktionen der Leserschaft ermöglichen dabei den direkten Austausch zwischen Experte und Laie.
Forschungsbörsen Um die Wissenschaft insbesondere Schülerinnen und Schüler näher zu bringen, eignet sich die Forschungsbörse hervorragend. Sie vermittelt nämlich Dialoge zwischen Wissenschaftlern und Schulen. Zirka 770 Wissenschaftler aus ganz Deutschland sind aktuell bei der Forschungsbörse ehrenamtlich registriert und warten nur darauf, dass die Lehrkräfte sie zu einem Fachgespräch in ihren Unterricht einladen. Neben den MINT-Fächern Mathematik, Biologie und Physik sind auch Experten für den Deutsch-, Philosophie- oder Politikunterricht auf der Forschungsbörse zu finden.
Praktika Haben die Schülerinnen und Schüler im Dialog mit den Wissenschaftlern erst einmal ihre Leidenschaft für die Forschung entdeckt, gilt es diese in Praktika weiter zu vertiefen. Viele wissenschaftliche Institute bieten zu diesem Zweck Praktika an. Eine besondere Form des Praktikums ist dabei der sogenannte Girls' Day, der es Mädchen ermöglichen soll, Berufe kennenzulernen, die eher weniger von Frauen präsentiert werden.
Vortragsreihen Die Vortragsreihe gibt es wohl seit mehr als 200 Jahren und meint damit eine Reihe von meist zusammenhängenden Vorträgen. Insbesondere in Planetarien, Wissenschaftsmuseen oder anderen Instituten wird die Vortragsreihe gerne eingesetzt und oft interaktiv mit einer Fragerunde beendet.
Tag der offenen Tür Forschungsinstitute, aber auch Wissenschafts-Campuse öffnen für einen Tag ihre Pforten und gewähren den interessierten Besuchern Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Ob in Labors, an Exponaten oder den Originalgerätschaften stehen die Forscher vor Ort einem breiten Publikum Rede und Antwort. Im Gegensatz zu den Institutsführungen, die den Besuchern die Möglichkeit geben, die Forschungseinrichtung rund ums Jahr zu besichtigen, stehen hier meist „nur“ jüngere Wissenschaftler oder Studierende zur Verfügung.
Populärwissenschaftliche Artikel Viele Zeitschriften, wie zum Beispiel „Spektrum der Wissenschaft“, lassen die Forscher in ihren Heften in den sogenannten populärwissenschaftlichen Artikeln regelmäßig selbst zu Wort kommen. Sprachlich aufgearbeitet für Laien werden die neusten Forschungsergebnisse möglichst interessant und verständlich dargestellt.

Pressemitteilung als Instrument der Wissenschaftskommunikation

Neben den eben bereits aufgeführten Formaten der Wissenschaftskommunikation stellt auch die Pressemitteilung ein nicht zu unterschätzendes Instrument in diesem Bereich dar. Die Pressemitteilung dient dabei dazu, Journalisten über die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu informieren.

Trotz der schnelllebigen Medienwelt ist die Pressemitteilung nach wie vor ein wichtiges Instrument der Wissenschaftskommunikation. Das ergab eine umfangreiche Studie des Informationsdienstes Wissenschaft aus dem Jahre 2017.

openPR.de-Tipp: Die Pressemitteilung zählt zu den kürzesten journalistischen Darstellungsformen und stellt einen Sachverhalt knapp, verständlich und möglichst objektiv dar. All das sind wichtige Kriterien auch für die Wissenschaft und Forschung.

Dass Pressemitteilungen sich aufgrund ihres Wesens hinsichtlich der Wissenschaftskommunikation als journalistische Darstellungsform bestens eignen, liegt auf der Hand: Schließlich transportieren Pressemitteilungen die Hard News, also die wichtigsten Ereignisse, die für die Wissenschaft charakterisierend sind. Direkt im Leadsatz werden die wichtigsten W-Fragen beantwortet und dann ggf. durch Einzelheiten und die Vorgeschichte ausgeschmückt. Lesen Sie dazu mehr in unserem Ratgeber zum Inhalt und Aufbau einer Pressemitteilung.

 

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