Eine Redaktion bearbeitet und erstellt die Inhalte von Print- und Online-Medien sowie die von Rundfunk- und Fernsehsendern. Die Redakteure arbeiten daran zusammen mit Pauschalisten, freien Journalisten und Volontären. Geleitet wird eine Redaktion von einem Chefredakteur, ein Chef vom Dienst übernimmt die Koordination von Inhalten und den technischen Vorgaben der Publikation. Eine Redaktion kann in unterschiedliche Ressorts unterteilt sein. Vollredaktionen erstellen in größeren Medienunternehmen den gesamten Inhalt, sogenannte Mantelredaktionen bereiten überregionale Inhalte für kleinere lokale Publikationen auf.
Was ist eine Redaktion?
Eine Redaktion ist eine Organisationsstruktur innerhalb von Medienunternehmen. Dazu zählen Zeitungen, Zeitschriften, Magazine, Rundfunk- wie Fernsehsender oder Online-Portale. Die Bezeichnung Redaktion leitet sich von dem lateinischen Ausdruck „redigere“ ab, der in etwa mit „in einen Zustand bringen“ übersetzt werden kann.
Aufgaben einer Redaktion
Die Aufgabe einer Redaktion besteht darin, mediale Inhalte in Text- oder Bildform so aufzuarbeiten, dass sie im Rahmen der Verlagsvorgaben publizierbar sind. Diese journalistische Arbeit einer Redaktion wird in größeren Unternehmen in einzelne Ressorts unterteilt, beispielsweise in
- Kultur,
- Sport,
- Zeitgeschehen,
- Wirtschaft,
- Politik
und andere mehr. Zusätzlich werden dort die eben genannten Themen-Redaktionen oder -Ressorts wie Tagespolitik oder Auslandsmeldungen unterschieden von sogenannten Funktions-Redaktionen für Termine, Bild, Medien oder Anzeigen.
Neben dieser Definition einer Redaktion wird der Begriff auch auf eine Konferenz angewendet, an der Redakteuren der unterschiedlichen Ressorts teilnehmen. Weiterhin wird der Ausdruck genutzt, um das Erstellen von Artikeln oder Beiträgen zu bezeichnen, diese werden von einer sogenannten „Schlussredaktion“ zur Publikation freigegeben. Darüber hinaus wird der Begriff von Marketingunternehmen (Werbeagenturen oder Anzeigenjournale) eingesetzt, um redaktionelle Texte zu bezeichnen, die hier unterschieden werden von reinen PR-Artikeln („eine Redaktion schreiben“).
Einblicke in die Struktur
Größere Redaktionen mit mehreren Ressorts werden von einem Chefredakteur geleitet. Neben dem Chefredakteur, der die inhaltlichen Vorgaben des Herausgebers umsetzen soll, kennt eine Redaktion eine weitere Leitungsfunktion, den Chef vom Dienst. Dieser übernimmt die organisatorische Abwicklung und ist die Verbindung zwischen Planung (Anzeigenakquise, Wochendienste, Terminplanung), Produktion (Layout, Anzeigen, Druckabwicklung) und der journalistischen, redaktionellen Arbeit.
Zu den klassischen Bereichen Politik, Wirtschaft, Feuilleton, Lokales und Sport gesellen sich häufig weitere Ressorts, beispielsweise für lokale Themen und Nachrichten oder Reise-, Berufs- oder Medien-Ressorts. Innerhalb eines Ressorts werden regelmäßige Rubriken bedient sowie thematische Schwerpunkte von den Ressortleitern gesetzt – in Absprache mit dem Chefredakteur – und journalistisch bearbeitet. Für die unterschiedlichen Themenbereiche zeichnen Mitarbeiter verantwortlich, die von Ausbildung, Neigung oder Berufspraxis her profunde Kenntnisse aufweisen und fachlich qualifiziert sind. Auch bestimmte journalistische Darstellungsformen wie Kommentare, Glossen, Interviews oder Hintergrundberichte werden in der Regel wiederkehrend spezialisierten Redakteuren anvertraut. In einer Redaktion arbeiten zusätzlich zu den Redakteuren noch
- Volontäre,
- Pauschalisten,
- freie Journalisten sowie
- Experten, die nicht dem Verlag angehören.
Pauschalisten erhalten ein festgelegtes monatliches Entgelt und erstellen kontinuierlich Beiträge zu fest umrissenen Themenbereichen. Die Texte freier Journalisten werden mit einem Zeilenhonorar abgegolten. Zusätzlich unterhält eine Redaktion noch Verbindungen zu Korrespondenten. Diese liefern Nachrichten, Hintergrundberichte oder Reportagen aus anderen Ländern und stehen meist mit mehreren Redaktionen in Kontakt.
Arbeitsweise einer Redaktion
Neben der journalistischen Basisarbeit – das Erstellen und Redigieren von Artikeln und Beiträgen – sind wichtige Elemente einer Redaktion
- der Newsroom,
- die Redaktionskonferenz und
- die Blattkritik.
Am Newsdesk im Newsroom treffen stetig neue Informationen von abonnierter Nachrichtenagenturen ein, die von Mitarbeitern bewertet und aufgearbeitet werden. Um möglichst zeitnah zu informieren, setzen viele Redaktionen aktuelle Meldungen und Nachrichten zunächst online um, da die Druckausgabe oder die Nachrichtensendung an festgelegt Termine gebunden ist. Ein Redakteur trifft die Auswahl, welche Meldungen bearbeitet werden und leitet mitunter Aufgaben an Pauschalisten oder freie Mitarbeiter weiter.
Die Redaktionskonferenz dient der Abstimmung über die Inhalte und wird regelmäßig abgehalten. Hier stimmen die einzelnen Ressorts ihre Themen aufeinander ab, Schwerpunkte werden gesetzt und Umfänge einzelner Beiträge bestimmt. Eine spezielle Redaktionskonferenz ist die Bildkonferenz, an der Bildredakteure, Grafiker und Ressortleiter teilnehmen.
Die Blattkritik verhandelt die vorangegangene Ausgabe eines Printmediums. Hier werden Mängel inhaltlicher oder formaler Art vermerkt und mit dem Chef vom Dienst besprochen.
Außerhalb der Konferenzen besteht die Arbeit eines Redaktionsmitgliedes aus den journalistischen Tätigkeiten Recherche und Texterstellung, diese werden ergänzt durch das Redigieren: Kürzen oder verlängern einzelner Artikel, prüfen auf korrekte Rechtschreibung und korrigieren stilistischer Mängel in eigenen Texten oder denjenigen von Volontären, Pauschalisten oder freien Journalisten. In den Redaktionen bei Rundfunk- und Fernsehanstalten werden zudem Bild- und Ton-Schnitt überwacht und Aufnahmeteams zugeteilt.
Mantelredaktion – wichtiger Zulieferer für lokale Medien
Während noch vor wenigen Jahrzehnten Vollredaktionen die Regel darstellten, organisieren heute viele kleinere Publikationen im Lokal- und Regionalbereich den „Mantel“ ihrer Publikationen extern. Als Mantel bezeichnen Journalisten den überregionalen Teil eines Printmediums bestehend aus Titelseiten, Nachrichten aus Politik und Wirtschaft sowie Kunst und Sport. Diese Seiten werden von einer Mantelredaktion zusammengestellt und an verschiedene Lokalpublikationen verkauft.
Online-Redaktion als Ergänzung zum Printmedium
Zusätzlich zu der gedruckten Ausgabe unterhalten Medienunternehmen zunehmend an das jeweilige Printmedium angebundene Online-Portale: In diese stellen sie ausgesuchte Artikel ein und ergänzen die Printausgabe mit speziellen Onlineformaten.
Diese zusätzlichen Inhalte werden von einer Online-Redaktion betreut und erstellt. Sie besorgt die zeitnahe Aktualisierung der Inhalte und kümmert sich um eine sinnvolle Verlinkung. Zusätzlich übernimmt sie die Betreuung der Kommentarseiten.
Quellen:
- Claudia Mast (Hrsg.): ABC des Journalismus. Ein Leitfaden für die Redaktionsarbeit (= Reihe Praktischer Journalismus. Bd. 1). 8. Auflage. UVK-Medien, Konstanz 1998
- Wolf Schneider, Paul-Josef Raue: Das neue Handbuch des Journalismus (rororo 61569 Sachbuch). Neuausgabe, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2003