Der Redakteur wählt Manuskripte und Meldungen entsprechend der Zielgruppe seiner Redaktion oder des Medienunternehmens aus. Er redigiert sie zu einschlägigen Nachrichten. Dafür überprüft er den Inhalt, korrigiert die Texte, fügt Grafiken und Bilder hinzu und schreibt teilweise um oder kürzt die Artikel. Redakteure arbeiten in den Redaktionen von Zeitungsverlagen, beim Hörfunk oder Fernsehen ebenso wie in Buchverlagen oder für Onlinemedien.
Definition: Was ist ein Redakteur?
Ein Redakteur hat in der Regel Journalismus studiert und wird daher häufig auch als Journalist bezeichnet. Das ist jedoch nicht ganz richtig. Während Journalisten häufig als freie Mitarbeiter tätig sind, gehören Redakteure zum Stammpersonal eines Medienunternehmens. Sie arbeiten nicht nur bei Zeitungsverlagen, sondern auch beim Rundfunk, Fernsehen und sogar bei Onlinemedien oder Buchverlagen. Im Prinzip sind Redakteure in allen Unternehmen oder Medien zu finden, die publizistische Dienstleistungen anbieten.
Dabei sind die Berufsbezeichnungen Redakteur oder Journalist in der Bundesrepublik Deutschland weder geregelt noch geschützt. Das führt dazu, dass heutzutage beispielsweise im Internet Redakteure tätig sind, die keinerlei journalistische Ausbildung haben. Nach den Tarifregelungen des Deutschen Journalisten-Verbandes, kurz DJV, sollten Redakteure eine mehrjährige Berufserfahrung als Journalist haben oder zumindest ein abgeschlossenes Volontariat vorweisen können.
Die Aufgabenbereiche des Redakteurs
Medienunternehmen bekommen täglich große Mengen an neuen Nachrichten. Die eigenen oder freien Journalisten sowie Volontäre bringen Beiträge. Ständig laufen neue Meldungen der Nachrichtenagenturen ein und auch Pressestellen sowie soziale Medien sorgen für eine Nachrichtenflut. Die Aufgabe des Redakteurs ist es, die für die Zielgruppe interessanten Themen auszuwählen und aufzubereiten. Redakteure redigieren, das heißt sie korrigieren die Texte, ergänzen sie mit Fotos, Statistiken oder Grafiken und kürzen sie.
Als Presseleute schreiben sie auch noch selbst, recherchieren und überprüfen. Üblicherweise tragen Redakteure die Verantwortung für ein bestimmtes Ressort. Chefredakteure dagegen leiten die Gesamtredaktion mit den ihnen unterstehenden Ressorts, aber auch die Foto-, Ausbildungs- und Onlineredakteure. Zumeist teilen Redakteure auch die Journalisten ihres Ressorts ein. Als Abteilungsleiter sind sie in der Regel fest eingestellt, selbst wenn sie nur mit freiberuflichen Journalisten zusammenarbeiten.
Herkunft und Geschichte des Redakteurs
Bereits im 18. Jahrhundert wurde das Wort Redakteur verwendet. Zu dieser Zeit verstand man darunter einen Verfasser oder Schriftleiter bei den ersten Zeitungen, mit anderen Worten einen Zeitungsschreiber und Drucker. Das deutsche Wort Redakteur ist ein Lehnwort des französischen „rédacteur“. Beide Wörter haben ihren Ursprung im Latein. Das lateinische Verb „redigere“, was so viel bedeutet wie „in Ordnung bringen“, ist die Grundform des heutigen redigieren, der Tätigkeit des Redakteurs.
Ursprünglich entstanden die Zeitungen direkt in den Druckereien. Schriftsteller, Journalisten aber auch Ämter reichten Artikel ein, die der Drucker zu einer Zeitung zusammensetzte. In Wochenzeitungen erschienen diese Nachrichten in der Reihenfolge ihres Eingangs mit einer Überschrift, die das Datum und einen kurzen Inhalt wiedergab. Diese Praxis reichte weit bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Erst später spaltete sich die Tätigkeit in den technischen Druck und das Aufgabenfeld des Redakteurs.
Nicht immer gab es die journalistische Freiheit. Unter den Nationalsozialisten durfte nur als Redakteur arbeiten, wer die Richtlinien des Schriftleitergesetzes erfüllte. Damit stellte das Regime sicher, dass auch die Zeitungen im Sinne der nationalsozialistischen Propaganda arbeiteten.
Differenzierung Redakteur – Journalist
Da Redakteure zumeist Journalisten sind, die im Laufe ihrer Tätigkeit zum Ressortleiter befördert wurden, ist die Abgrenzung zwischen beiden Berufen nicht ganz eindeutig. Zudem wandelte sich die Tätigkeit im Laufe der Zeit. Das Internet verkürzt sowohl die benötigten Zeiten für die Recherche als auch die für Textkorrekturen.
Dafür kommen neue Arbeitsbereiche hinzu. Die Redakteure redigieren nicht nur Texte für die Printausgaben, sondern gestalten oftmals zusätzlich die Nachrichten für die Onlineausgabe. SEO-Optimierung und Linksetzung der journalistischen Texte für die Suchmaschinen gehören zu den aktuellen Aufgabenbereichen des modernen Redakteurs. War er früher ein Zeitungsmann und Reporter, so ist er heute eher ein multimedialer Publizist.