openPR Recherche & Suche
Presseinformation

RECHTLEGAL - Newsticker 24 und 25/2006 vom 23.06.2006

23.06.200610:13 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 24 und 25/2006 vom 23.06.2006
Anwaltskanzlei Kronenberghs http://www.rechtlegal.de
Anwaltskanzlei Kronenberghs http://www.rechtlegal.de

(openPR) Arbeitsrecht - Befristung bei Zweckbestimmung

Üblicherweise werden Arbeitsverhältnisse, die nicht unbefristet abgeschlossen werden, auf ein Enddatum befristet. Dies ist aber nicht in allen Fällen möglich, wie zum Beispiel bei Vertretung im Krankheitsfall oder der Abwicklung von Projekten.



Mit einem solchen Fall hatte sich jetzt das Bundesarbeitsgericht (BAG) zum Az. 7 AZR 541/04 letztinstanzlich zu befassen. Es hat geurteilt, dass in Fällen, in denen das Datum, zu dem das Arbeitsverhältnis endet, noch nicht feststeht, der Zweck der Befristung schriftlich festgehalten werden muss. Anderenfalls ist die Befristung unwirksam und das Arbeitsverhältnis besteht unbefristet fort.



Arbeitsrecht - unbezahlte Überstunden

Nach einem Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) werden pro Woche circa 2,5 Überstunden abgeleistet, in etwa soviel wie 1990. Bezahlt werden allerdings nur 15% dieser Überstunden, verglichen mit etwa 50% vor 15 Jahren.

Die Überstunden werden um so mehr, je höher qualifiziert die Mitarbeiter sind. Die kleine Gruppe der hoch qualifizierten Angestellten leistet mehr als 60% aller geleisteten Überstunden, in der Regel ohne zusätzliche Entlohnung. Selbst die vom Arbeitgeber oft angebotenen Ausgleiche in Freizeit werden meist nicht angenommen.



Arbeitsrecht - EU-Arbeitszeit-Richtlinie

Die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten sind auch beim vierten Versuch, die maximal zulässige Höchstarbeitszeit in der EU zu regeln, erneut gescheitert.

Hintergrund für die Arbeitszeit-Richtlinie sind Urteile des Europäischen Gerichtshofs aus den Jahren 2002 und 2003. Nach diesen Urteilen ist Bereitschaftszeit grundsätzlich Arbeitszeit. Konsequenz hieraus ist, dass vor allen Dingen bei Angestellten in Krankenhäusern und Feuerwehren die nationalen Arbeitszeit-Gesetze gegen die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs verstoßen.

Die Nichteinigung ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, dass einige Staaten, darunter auch Deutschland, verlangen, in begründeten Ausnahmefällen von einer maximalen Wochenarbeitszeit von 48 Stunden nach oben abweichen zu können.



Vertragsrecht - Kfz-Händler muss Verkäuferangaben prüfen

Ein mängelbehafteter Porsche 911, der etwa 1.000 km nach Verkauf einen kapitalen Motorschaden erlitt, hat zum Az. 23 O 596/05 das Landgericht Coburg beschäftigt.

Der Kunde, der später den Motorschaden erlitt, kaufte bei einem Kfz-Händler einen gebrauchten Porsche 911, der laut Angaben des Verkäufers 42.000 km gelaufen hatte.

Nach dem Motorschaden stellte sich heraus, dass die Laufleistung des Porsche deutlich mehr als 100.000 km betrug, weshalb der Käufer Rückgängigmachung des Kaufvertrages und Rückerstattung des Kaufpreises gerichtlich verlangte. In diesem Verfahren entschied das LG Coburg, dass ein gewerblicher Autohändler die Angaben desjenigen, von dem er seinerseits das Auto übernimmt, prüfen und für deren Richtigkeit selbst einstehen muss.



Reiserecht - fehlende Pässe und Visa

Bis zum Bundesgerichtshof (Az. X ZR 198/04) ging die Erstattung von rund EUR 900.- Mehrkosten aus Anlass einer verweigerten Urlaubsreise einer Familie nach Bulgarien. Am Flughafen Hannover wurde festgestellt, dass der Sohn keinen Reisepass mit sich führte, weshalb seine Mitnahme verweigert wurde. Die Mehrkosten für die Abreise einen Tag später sollte nach Ansicht der Urlauber das Reisebüro tragen, wie es auch das Landgericht Frankfurt in der Regel so sieht.

Der BGH hat sich aber der Sicht des Landgerichts Bremen angeschlossen, wonach Aufgabe der Reisebüros lediglich ist, Reisen zu vermitteln, nicht aber auf Pass- und Visaformalitäten hinzuweisen. Etwas anderes gilt nur dann, wenn der Reiseveranstalter sich verpflichtet, auch hierüber aufzuklären.

Das Team von RECHTLEGAL meint nicht nur vor dem Hintergrund der uneinheitlichen Rechtsprechung, dass es eigentlich das Normalste auf der Welt ist, sich vor Reiseantritt - gerade in Zeiten des Internets unproblematisch - über die Formerfordernisse im Reiseland selber zu informieren.



Verkehrsrecht - Erstattung für fehlerhaftes Gutachten

Das Landgericht Mönchengladbach hat sich zum Az. 11 O 332/04 mit einem fehlerhaften Gutachten eines Sachverständigen befassen müssen.

Der Geschädigte suchte nach einem Unfall als Gutachter den Inhaber des Autohauses auf, wo auch die Reparatur durchgeführt werden sollte. Dieser Umstand wie auch der Verdacht auf ein manipuliertes und überhöhtes Gutachten gab der Gegenseite Anlass, die Zahlung an den Sachverständigen zu verweigern.

Dies allerdings reicht nicht aus, so das LG Mönchengladbach, hinzu kommen muss über diesen Verdacht hinaus, dass das Gutachten tatsächlich wahrheitswidrig erstellt worden ist. Da sich gerade dies nicht nachweisen ließ, kam die gegnerische Versicherung an der Erstattung der Kosten für das Gutachten nicht vorbei.



Mietrecht - Aufklärungspflicht des Mieters

Vor Abschluss eines Mietvertrages muss der Mietinteressent den künftigen Vermieter ungefragt über ein noch laufendes Insolvenzverfahren wie auch erhebliche Mietrückstände aus einem früheren Mietverhältnis nebst Verurteilung zur Räumung der Wohnung aufklären, so das Landgericht Bonn zum Az. 6 T 312/05.

Diese Pflicht folgt aus der sehr hohen Gefahr für den Vermieter, bei Abschluss des Mietvertrages keine Miete zu erhalten. Ob der Vermieter, hierauf hatte sich der künftige Mieter berufen, auch anderweitig sich über seinen Mieter hätte informieren können, spielt, so das LG Bonn, keine Rolle.

Das Team von RECHTLEGAL hält als Fazit fest, dass der Mieter immer dann Offenbarungspflichten hat, wenn der Mietzinsanspruch des Vermieters gefährdet erscheint.



Zu guter Letzt - bessere Geschäftslage

Eine Umfrage des Verein Creditreform unter mehr als 4.000 Firmen ergab eine gestiegene Zufriedenheit des Mittelstandes mit der Geschäftslage, gleichzeitig wird eine Fortsetzung des Aufschwungs erwartet. Die Unternehmen, die ihre Geschäftslage mit den Noten sehr gut und gut bewerten, sind um fast 15% gestiegen, während sich die Zahl der Unternehmen, die die Noten mangelhaft und ungenügend verteilt, auf weniger als 10% halbiert hat.

Abschließend noch ein Hinweis in eigener Sache: Ältere newsticker-Ausgaben finden Sie in unserem Archiv.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 91082
 79

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „RECHTLEGAL - Newsticker 24 und 25/2006 vom 23.06.2006“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von RECHTLEGAL - Anwaltskanzlei Kronenberghs

Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige AusschlussfristBild: RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige Ausschlussfrist
RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige Ausschlussfrist
Eine so genannte Ausschlussfrist in Arbeitsverträgen ist zulässig, so aktuell wieder einmal das BAG zum Az. 5 AZR 572/04. Bei zweistufigen Ausschlussfristen müssen die wechselseitigen Ansprüche nach Fälligkeit zunächst schriftlich geltend gemacht werden, sodann bei Ablehnung durch die Gegenseite klagweise durchgesetzt werden. Lässt eine Partei des Arbeitsvertrages bereits eine der beiden Fristen verstreichen, verfällt der Anspruch insgesamt. Wenn aber die vereinbarte Frist weniger als drei Monate beträgt, gilt wieder, so auch das BAG, die r…
Bild: RECHTLEGAL Newsticker  Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des ArbeitgebersBild: RECHTLEGAL Newsticker  Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des Arbeitgebers
RECHTLEGAL Newsticker Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des Arbeitgebers
Ein Arbeitnehmer, der seine private Post mittels der Frankiermaschine des Arbeitgebers mit Porto versieht, riskiert ohne weiteres eine fristlose Kündigung, so das Landesarbeitsgericht (LAG) Hessen zum Az. 16 Sa 1865/06. Das LAG hat klargestellt, dass es in diesem Zusammenhang, gerade weil ein erheblicher Vertrauensbruch vorliegt, auf die Höhe des verursachten Schadens nicht ankommt, insbesondere auch ein äußerst geringer Schaden die fristlose Kündigung nach sich zieht. Prozessrecht - Postfach als Parteiadresse unzureichend Das Hessische Fi…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005
… gelten, so das LAG Hannover, wenn die Ausschlussfrist im sonstigen Text des Arbeitsvertrages versteckt ist. Steuerrecht - Rentenbeiträge als Werbungskosten Das Team von RECHTLEGAL hat bereits mit newsticker 26/2005 vom 08.07.2005 über die Frage berichtet, ob aufgrund diverser Gesetzesänderungen Rentenbeiträge vollständig als vorweg genommene Werbungskosten …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006
RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006
… rechtens ist, weil sie in das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer unzulässig eingreift und gegen das Grundgesetz verstößt. Allerdings hätte, dies meint das Team von RECHTLEGAL, der Arbeitgeber dieses Ergebnis bereits mit seinem gesunden Menschenverstand vorhersehen können, ohne dass es gerichtlicher Hilfe bedurft hätte. Umsatzsteuer - Reform erst 2008 Es …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007
… Arbeitsverhältnis mit der Folge, dass der Arbeitnehmer das Änderungsangebot nicht mehr annehmen kann, wie das BAG zum Az. 2 AZR 44/06 entschieden hat. Das Team von RECHTLEGAL empfiehlt also von Änderungskündigungen betroffenen Arbeitnehmern, auf jeden Fall innerhalb dieser drei Wochen tätig zu werden, und dem Arbeitgeber mitzuteilen, dass die Änderung akzeptiert …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007
… Verkäufer Unfallfreiheit zusichert, muss er hierfür einstehen, ansonsten erklären, ihm seien Vorschäden nicht bekannt. Verkehrsrecht - Nummernschild für Harley-Davidson Nach Kenntnis des Teams von RECHTLEGAL ist erstmals eine Harley-Davidson vor das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz gelangt. Dieses hat zum Az. 7 A 10754/06 zur Größe der an Harleys …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005
Arbeitsrecht - Ethikregeln bei Wal-Mart Das Arbeitsgericht Wuppertal (das Aktenzeichen liegt dem Team von RECHTLEGAL noch nicht vor) hat beschlossen, dass die Ethik-Richtlinie des Handelskonzerns Wal-Mart unwirksam ist. Weder darf Wal-Mart als Arbeitgeber Regelungen treffen zum Liebes- und Privatleben der dort beschäftigten Arbeitnehmer, noch eine Telefon-Hotline …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007
… angebrachte Schilder mit Hinweisen auf eingeschränkte Winterdienste vermeiden kann, brauchte sich das OLG Hamm nicht zu befassen. In Anbetracht der momentan unsteten Witterung weist das Team von RECHTLEGAL darauf hin, dass in Fällen wie dem entschiedenen in aller Regel auch eine Mitschuld des Geschädigten in Betracht kommt, meist wegen zu schneller und nicht …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005
… der Antragsteller mit seiner Partnerin bereits seit 27 Jahren zusammen wohnte. Gleichwohl hat das SG Saarbrücken entgegengesetzt (noch nicht rechtskräftig) entschieden. Das Team von RECHTLEGAL hat hierfür keinerlei Verständnis und geht davon aus, dass diese Entscheidung in der nächsten Instanz korrigiert wird. Unabhängig von der Beweislast spricht bereits …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006
RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006
… bereits mit 60 Jahren in Rente gehen müssen, gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, so der offizielle Titel des Gesetzes, verstößt. Sobald dem Team von RECHTLEGAL das Aktenzeichen des Verfahrens vor dem Arbeitsgerichts Frankfurt vorliegt, wird dieses nachgereicht. Das Verfahren wird übrigens im März 2007 fortgesetzt. Verkehrsrecht - Rotlicht- …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005
… Geschädigten wochenlanges Zuwarten nicht zuzumuten, "... aber so gehe es auch nicht". Offenlegung von Manager-Bezügen - Teil II Mit newsticker 26/2005 hat das Team von RECHTLEGAL berichtet, dass ab Anfang 2007 die Vorstände und Aufsichtsräte von börsennotierten Unternehmen ihre Gehälter offen legen müssen, und vermutet, dass die meisten Hauptversammlungen …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005
… Interessenvertreter der Krankenhausärzte seien diese radikal unterbezahlt. Im übrigen würde eine solche Gehaltserhöhung die Krankenhauskosten auch nur um 5% steigen lassen. Das Team von RECHTLEGAL meint wie in der Überschrift erwähnt: "Bescheidenheit ist eine Zier ..." Gaspreise - die unendliche Geschichte Die unendliche Gasgeschichte geht weiter. Das Team von …
Sie lesen gerade: RECHTLEGAL - Newsticker 24 und 25/2006 vom 23.06.2006