openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Schwarzarbeit wird drastisch zunehmen, wenn die Politik nicht handelt

(openPR) Der Bundesverband Europäischer Betreuungs- und Pflegekräfte (BEBP) e.V. warnt im Zusammenhang mit der ab dem 1. Mai geltenden Arbeitnehmerfreizügigkeit vor einer unkontrollierbaren Ausbreitung der Schwarzarbeit in Deutschland. Larisa Dauer, Rechtsanwältin und 2. Vorsitzende des BEBP: "Die Politik muss jetzt gegensteuern, um die Betreuungskräfte vor Ausbeutung zu schützen. Wir brauchen nicht mehr Illegalität, sondern eine klare Rechtslage, die Betroffenen und ihren Familien Sicherheit gibt."


Lesen Sie dazu unsere Pressemitteilung.

www.bebp.eu

Berlin, 15. März 2011. Ab dem 1. Mai 2011 gilt für Arbeitnehmer aus den EU-Beitrittsländern Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn die volle Arbeitnehmer-Freizügigkeit, die es EU-Bürgern erlaubt, ungeachtet ihres Wohnortes in jedem Mitgliedstaat unter den gleichen Bedingungen eine Beschäftigung auszuüben wie die Angehörigen dieses Staates.
So können zum Beispiel osteuropäische Betreuungskräfte bei deutschen Pflegebedürftigen und deren Familien als Angestellte im Haushalt genehmigungsfrei beschäftigt werden. Demnach entfällt künftig die umständliche und bürokratische Einholung der Arbeitserlaubnis über die Zentrale Arbeitsvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. Wenn jedoch Familien diese Kräfte einstellen, müssen sie die in Deutschland geltenden gesetzlichen Arbeitgeberpflichten einhalten. So müssen die Betreuungskräfte beispielsweise nach Tariflohn vergütet werden. Zudem stehen ihnen Urlaubsansprüche, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall wie auch alle anderen Arbeitnehmerrechte zu. Für eine umfangreiche oder gar für eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung kann sich der Lohn schnell auf mehrere tausend Euro pro Monat summieren. Entsprechend hoch sind die damit verbundenen Steuern und Sozialabgaben. „Die Versuchung, hier mit einem pseudo-legalen Arbeitsverhältnis die hohen Abgaben zu umgehen, ist sehr hoch“, so Larisa Dauer vom BEBP. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ein Teil des Lohnes schwarz ausbezahlt wird, um die hohen Arbeitgeber- sowie Arbeitnehmerabgaben zu umgehen. Naheliegend ist zum Beispiel, dass eine Betreuungskraft offiziell mit einem Verdienst von maximal 800 € Brutto im Monat beschäftigt wird, um entsprechend geringe Abgaben zu bezahlen. Hierbei würden nicht nur die osteuropäischen Betreuungskräfte ausgebeutet und massiv unterbezahlt werden, sondern sondern sie hätten auch langfristig Nachteile, denn wer zu wenig Lohn bekommt, erhält später auch zu wenig Rente. Etwas dagegen zu unternehmen, ist für die Behörden ab dem 1. Mai fast nicht möglich. Ob die Betreuungskraft dann für 800 € im Monat bei der Familie arbeitet oder tatsächlich für mehr, ist kaum nachprüfbar.

Ziel der Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa ist es, gleiche Chancen für alle auf einem gemeinsamen Arbeitsmarkt zu schaffen. Die Gefahr zunehmender Schwarzarbeit als „Kollateralschaden“ darf die Politik dabei aber keinesfalls aus dem Auge verlieren. Experten gehen davon aus, dass 2009 Schwarzarbeit in einem Wert von 347,6 Mrd. € geleistet wurde. Das entspricht einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 13,9 Prozent. Larisa Dauer, Rechtsanwältin und 2. Vorsitzende des Bundesverbands Europäischer Betreuungs- und Pflegekräfte (BEBP) e. V.: „Anstatt im kommenden Jahr rituell die Zunahme der Schwarzarbeit zu beklagen, sollte die Politik sich schon jetzt um klare Rahmenbedingungen bemühen. Denn Pflegebedürftige und ihre Familien sind regelmäßig mit den Arbeitgeberpflichten sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich überfordert. Wichtigster Punkt ist daher die Anerkennung der unternehmerischen Selbstständigkeit in der 24-Stunden-Betreuung und eine gesetzliche Regelung, welche die Belange der Pflegebedürftigen und der Betreuungskräfte berücksichtigt. Ohne klare Regeln wird die Schwarzarbeit zunehmen.“

Der Umfang der Schwarzarbeit hatte in Deutschland zuletzt abgenommen. Jetzt besteht die Gefahr, dass sich diese positive Entwicklung wieder umkehrt.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 521064
 154

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Schwarzarbeit wird drastisch zunehmen, wenn die Politik nicht handelt“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Bundesverband Europäischer Betreuungs- und Pflegekräfte (BEBP) e.V.

Pflege- und Betreuungskräfte aus Osteuropa – worauf Sie bei der Entsendung unbedingt achten sollten
Pflege- und Betreuungskräfte aus Osteuropa – worauf Sie bei der Entsendung unbedingt achten sollten
In Deutschland werden rund 2,5 Millionen Pflegebedürftige zu Hause gepflegt. Dies geschieht häufig mit Hilfe von osteuropäischen Betreuungskräften. Um dabei nicht in die Illegalität zu rutschen, müssen einige Punkte beachtet werden. Unzählige Senioren werden in Deutschland von Osteuropäerinnen im eigenen Zuhause betreut und versorgt. Häufig geschieht das in Form der so genannten Entsendung, bei der meist über eine private Vermittlungsagentur eine Betreuungskraft angeheuert wird, indem die Familie mit einem ausländischen Unternehmen einen Die…
Bild: Wie osteuropäische Pflegekräfte systematisch ausgebeutet werdenBild: Wie osteuropäische Pflegekräfte systematisch ausgebeutet werden
Wie osteuropäische Pflegekräfte systematisch ausgebeutet werden
Unzählige Senioren werden in Deutschland von Osteuropäerinnen im eigenen Zuhause betreut und versorgt. Der Markt scheint auf den ersten Blick zu funktionieren. Bis man genau hinsieht. Geschätzte 2,5 Millionen Senioren in Deutschland kommen nicht ohne fremde Hilfe aus. Fakt ist, dass die häusliche Pflege eines Angehörigen immer auch eine zeitliche, organisatorische, seelische und finanzielle Belastung für alle Betroffenen ist. Überforderung und Überlastung sind keine Seltenheit. Angehörige versuchen die Lücke zwischen tatsächlichem Bedarf und…

Das könnte Sie auch interessieren:

Fachgemeinschaft Bau fordert schärferes Vorgehen gegen Schwarzarbeit am Bau
Fachgemeinschaft Bau fordert schärferes Vorgehen gegen Schwarzarbeit am Bau
Aktueller Bericht der Bundesregierung zur Bekämpfung von Schwarzarbeit erschienen Berlin, 31.07.2009. Die Schwarzarbeit in Deutschland nimmt zu. Vor allem die Anzahl sozialversicherungsrechtlicher Verstöße ist sprunghaft angestiegen. Das ist dem aktuellen „Elften Bericht der Bundesregierung über die Auswirkungen des Gesetzes zur Bekämpfung der illegalen …
Senatorin Junge-Reyer und Minister Vogelsänger betonen Wichtigkeit der Baubranche
Senatorin Junge-Reyer und Minister Vogelsänger betonen Wichtigkeit der Baubranche
„Bierfete“ der Fachgemeinschaft Bau ein voller Erfolg / Schwarzarbeit am Bau ist größte politische Herausforderung Berlin, 21.6.2010. Anlässlich der traditionellen „Marienfelder Bierfete“, dem Berliner Sommerfest der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg, haben Berlins Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer und Brandenburgs Infrastrukturminister …
Bild: AMÖ richtet Stabsstelle zur Bekämpfung der Schwarzarbeit einBild: AMÖ richtet Stabsstelle zur Bekämpfung der Schwarzarbeit ein
AMÖ richtet Stabsstelle zur Bekämpfung der Schwarzarbeit ein
… illegale Anbieter (Hattersheim, den 23. April 2010) Der Gesamtvorstand des Bundesverbandes Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. hat beschlossen, eine Stabsstelle zur Bekämpfung der Schwarzarbeit einzurichten. „Schwarzarbeit ist nichts Neues, aber sie hat eine Dimension erreicht, die zu einer ernsthaften Bedrohung für unsere Branche wird“, erklärt Gert …
50 Jahre Schwarzarbeitsgesetz
50 Jahre Schwarzarbeitsgesetz
Vor fünfzig Jahren wurde das Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit am 30.03.1957 eingeführt. Wesentliche Änderungen hat das Gesetz 2004 erfahren. Als Schwarzarbeit werden nicht nur Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben verfolgt, sondern auch Arbeitnehmerüberlassung im Baubereich, Verstöße gegen das Arbeitnehmerentsendegesetz oder Verstöße gegen …
Kampf gegen Schwarzarbeit am Bau muss besser werden
Kampf gegen Schwarzarbeit am Bau muss besser werden
Fachgemeinschaft Bau: „Effektive Schwarzarbeitsbekämpfung ist das beste Konjunkturpaket“ /Anzahl der Kontrollen und Kontrolleure verstärken Berlin, 19.01.2010. Angesichts der aktuellen Schätzungen des österreichischen Wirtschaftsforschers Friedrich Schneider zum Volumen der Schwarzarbeit in Deutschland fordert die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg …
Bild: LfK - „Der Mindestlohn garantiert keinen gerechten Lohn“
LfK - „Der Mindestlohn garantiert keinen gerechten Lohn“
… neuen finanziellen Belastungen für die Pflegedienste zum Abbau von Arbeitsplätzen und sogar zur Schließung von Betrieben führen. Keine Lösung für das Problem der Schwarzarbeit Der Pflege-Mindestlohn sei auch kein geeignetes Mittel im Kampf gegen die Schwarzarbeit in der Pflege, urteilte LfK-Geschäftsführer Treiß. „Mit steigendem Bruttopreis für jede …
Kommunikationsberater Michael Oehme: Die Schattenseiten des Mindestlohns
Kommunikationsberater Michael Oehme: Die Schattenseiten des Mindestlohns
… Oehme klärt auf St. Gallen, 25.02.2015. Der Mindestlohn sollte ursprünglich die Lage am Arbeitsmarkt verbessern. „Nun ist er ein wesentlicher Faktor, der die Schwarzarbeit ankurbelt“, weiß Kommunikationsberater Michael Oehme. Diese Aussage belegt auch eine aktuelle Studie des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) und der Universität …
Bekämpfung der Schwarzarbeit muss bei den Ursachen ansetzen
Bekämpfung der Schwarzarbeit muss bei den Ursachen ansetzen
… der Sachverständigen zum Gesetzentwurf 24. März 2004 - Anlässlich der Anhörung der Sachverständigen zum Gesetzentwurf zur Intensivierung der Bekämpfung der Schwarzarbeit und damit zusammenhängender Steuerhinterziehung erklären der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Michael Meister MdB, und die zuständige Berichterstatterin, …
Für mehr legale Beschäftigung! Gegen Schwarzarbeit
Für mehr legale Beschäftigung! Gegen Schwarzarbeit
18. Februar 2004 - Zu dem heute vom Kabinett verabschiedeten Entwurf eines Gesetzes zur Intensivierung der Bekämpfung der Schwarzarbeit und damit zusammenhängender Steuerhinterziehung erklärt das Bundesministerium der Finanzen: Die zentrale Herausforderung für die Politik in Deutschland ist und bleibt es, mehr legale Beschäftigung zu schaffen. Die Bundesregierung …
Fachgemeinschaft Bau fordert länderübergreifende Kontroll-Mechanismen gegen Schwarzarbeit
Fachgemeinschaft Bau fordert länderübergreifende Kontroll-Mechanismen gegen Schwarzarbeit
… 2009. Anlässlich der anstehenden Europawahl fordert die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V. europaweit strenge Kontrollmechanismen, um Lohndumping, Qualitätsverfall und Schwarzarbeit im Bausektor zu verhindern. „Trotz offener Grenzen, Freizügigkeit und vernetzter Arbeitsmärkte ist es bislang noch nicht zu nennenswerten europaweiten Lohnangleichungen, …
Sie lesen gerade: Schwarzarbeit wird drastisch zunehmen, wenn die Politik nicht handelt