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Krisenkommunikation im Unternehmen: Leitfaden für den Ernstfall

Ein Produktrückruf, ein Datenleck, ein Unfall im Werk oder ein Video, das über Nacht Hunderttausende Menschen erreicht: Krisen kündigen sich selten an. Ob ein Unternehmen gestärkt oder beschädigt daraus hervorgeht, entscheidet sich oft in den ersten Stunden – und daran, ob es dann schnell, ehrlich und mit einer Stimme spricht. Dieser Leitfaden zeigt, wie Krisenkommunikation funktioniert, wie Sie sich vorbereiten und was erfolgreiche Beispiele lehren. Am Ende finden Sie eine Checkliste für den Ernstfall.

Krisenmanagement im Unternehmen © leszekglasner - stock.adobe.com
Krisenmanagement im Unternehmen © leszekglasner - stock.adobe.com

Das Wichtigste in Kürze:

  • Definition: Krisenkommunikation ist die geplante interne und externe Kommunikation eines Unternehmens vor, während und nach einer Krise. Sie beugt Gerüchten vor und schützt Vertrauen und Reputation.
  • Grundregeln: schnell reagieren, ehrlich und einheitlich informieren, Verantwortung übernehmen und Mitgefühl zeigen, wenn Menschen betroffen sind.
  • Vorbereitung: Krisenstab, Krisenhandbuch, vorbereitete Sprachregelungen und eine Darksite entscheiden darüber, wie handlungsfähig ein Unternehmen im Ernstfall ist.

 

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Was ist Krisenkommunikation?

Krisenkommunikation umfasst alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen in einer Krisensituation Mitarbeiter, Kunden, Geschäftspartner, Medien, Behörden und die Öffentlichkeit informiert. Ihr Ziel ist es, die Deutungshoheit zu behalten, Spekulationen den Boden zu entziehen und das Vertrauen in die Organisation zu sichern. Gute Krisenkommunikation beginnt allerdings lange vor dem Ernstfall – mit Planung, klaren Zuständigkeiten und Übung.

Als unternehmerische Krise gilt nach einer klassischen Definition des Betriebswirts Ulrich Krystek ein ungeplanter und ungewollter Prozess von begrenzter Dauer und Beeinflussbarkeit mit ungewissem Ausgang. Dazu gehören Produktfehler und Rückrufe, Unfälle, technische Ausfälle und Cyberangriffe, Datenschutzpannen, Fehlverhalten von Führungskräften, Vorwürfe wegen Umwelt- oder Verbraucherschutzverstößen, Stellenabbau und Standortschließungen, aber auch Liquiditätsprobleme bis hin zur Insolvenz. Nicht jede Krise beginnt mit einem großen Knall: Viele entwickeln sich schleichend, etwa aus wiederholten Kundenbeschwerden, die niemand ernst genommen hat.

Krisenkommunikation, Krisenmanagement und Krisen-PR

Die Begriffe werden oft vermischt. Krisenmanagement beschreibt alle Entscheidungen und Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen eine Krise in der Sache bewältigt – vom Rückruf bis zur Reparatur der Ursache. Krisenkommunikation ist der kommunikative Teil davon und richtet sich an alle Zielgruppen, intern wie extern. Krisen-PR meint im engeren Sinn die Arbeit mit Medien und Öffentlichkeit. Erfolgreich ist nur, wer alle drei zusammendenkt: Die beste Kommunikation hilft nichts, wenn das Unternehmen in der Sache nicht handelt – und umgekehrt bleibt gutes Handeln wirkungslos, wenn niemand davon erfährt.

openPR-Lesetipp: Wie Sie Medien und Öffentlichkeit in der Krise gezielt ansprechen, lesen Sie im Ratgeber Effektive Strategien und Maßnahmen der Krisen-PR.

 

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Warum Unternehmen auf Krisen vorbereitet sein müssen

In einer Krise entsteht sofort ein Informationsbedürfnis. Wenn das Unternehmen es nicht bedient, tun es andere: Augenzeugen, ehemalige Mitarbeiter, Wettbewerber oder Nutzer in sozialen Netzwerken, die sich ihren eigenen Reim machen. Wer schweigt, überlässt also nicht nur die Bühne, sondern auch die Deutung. Das Unternehmen gerät in die Defensive und muss später Gerüchte korrigieren, statt selbst Fakten zu setzen.

Hinzu kommt das Tempo. Was früher am nächsten Morgen in der Zeitung stand, verbreitet sich heute innerhalb von Minuten. Wer erst im Ernstfall klärt, wer entscheidet, wer spricht und welche Fakten gesichert sind, verliert genau die Zeit, in der sich die öffentliche Meinung bildet. Unternehmen, die vorbereitet sind, können dagegen innerhalb kurzer Zeit eine erste Stellungnahme abgeben – und gewinnen damit Vertrauen, das sie in der weiteren Krise dringend brauchen. Langfristig geht es um nicht weniger als die Reputation des Unternehmens, die über Jahre aufgebaut wurde.

Die vier Phasen der Krisenkommunikation

Krisenkommunikation & PR © andyller - stock.adobe.com
Krisenkommunikation & PR © andyller - stock.adobe.com
Krisen verlaufen nie gleich, folgen aber meist einem ähnlichen Muster. Für die Kommunikation hat es sich bewährt, vier Phasen zu unterscheiden, in denen jeweils andere Aufgaben im Vordergrund stehen.

In der Vorbereitungsphase, also vor jeder Krise, werden Risiken analysiert, Szenarien durchgespielt, Zuständigkeiten festgelegt und Materialien vorbereitet. Ein Frühwarnsystem aus Medien- und Social-Media-Monitoring hilft, Probleme zu erkennen, bevor sie öffentlich werden.

In der Akutphase kommt es auf Geschwindigkeit an. Der Krisenstab tritt zusammen, sammelt die gesicherten Fakten und veröffentlicht eine erste Stellungnahme – auch dann, wenn noch nicht alles bekannt ist. Ein ehrliches „Wir wissen noch nicht alles, informieren aber, sobald wir mehr wissen“ ist besser als Schweigen.

Im Krisenverlauf informiert das Unternehmen regelmäßig über neue Erkenntnisse und ergriffene Maßnahmen, beantwortet Fragen und korrigiert falsche Darstellungen. Entscheidend ist, dass alle Kanäle dieselben Botschaften transportieren.

In der Nachbereitung wird ausgewertet, was gut lief und was nicht. Die Erkenntnisse fließen in das Krisenhandbuch ein. Gleichzeitig sollte das Unternehmen zeigen, welche Konsequenzen es gezogen hat – das ist der erste Schritt, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Gut vorbereitet: Krisenstab, Krisenhandbuch und Darksite

Der wichtigste Baustein ist ein Krisenstab, der im Ernstfall sofort arbeitsfähig ist. Zu ihm gehören in der Regel die Geschäftsführung, die Kommunikationsverantwortlichen, die Rechtsabteilung oder ein externer Anwalt sowie Fachleute aus den betroffenen Bereichen. Für jede Rolle sollte eine Vertretung benannt sein, und die Kontaktdaten müssen aktuell und auch außerhalb der Bürozeiten erreichbar sein. Festgelegt werden muss außerdem, wer nach außen spricht. Krisenkommunikation ist Chefsache: Bei schweren Krisen erwarten Öffentlichkeit und Medien, dass die Unternehmensspitze selbst Verantwortung übernimmt.

Im Krisenhandbuch sind die Abläufe dokumentiert: Alarmierungswege, Zuständigkeiten, Kontaktlisten, mögliche Szenarien und vorbereitete Textbausteine – von der ersten Stellungnahme bis zu Antworten auf häufige Fragen. Ergänzend kann eine Darksite vorbereitet werden, eine Website oder Unterseite, die im Normalbetrieb unsichtbar ist und im Ernstfall freigeschaltet wird. Sie bündelt alle Informationen an einem Ort und entlastet Telefon und Postfach.

Pläne nützen nur, wenn sie geübt werden. Ein jährliches Krisentraining, bei dem ein realistisches Szenario durchgespielt wird, zeigt schnell, wo Abläufe haken oder Zuständigkeiten unklar sind. Ebenso wichtig ist ein gepflegtes Verhältnis zu Journalisten, Kunden und Partnern in ruhigen Zeiten. Wer bereits Vertrauen aufgebaut hat, bekommt im Ernstfall eher die Chance, seine Sicht darzulegen.

Grundregeln für die Kommunikation im Ernstfall

Ausweg aus der Krise © mh - stock.adobe.com
Ausweg aus der Krise © mh - stock.adobe.com
Auch wenn jede Krise anders ist, gelten einige Regeln fast immer. Die erste lautet: schnell sein. Eine kurze erste Stellungnahme mit den bekannten Fakten, einem Ausdruck der Anteilnahme, wenn Menschen zu Schaden gekommen sind, und dem Hinweis auf weitere Informationen verschafft dem Unternehmen Zeit und zeigt, dass es die Lage ernst nimmt.

Die zweite Regel ist Ehrlichkeit. Was gesagt wird, muss stimmen – Spekulationen und Beschönigungen fallen spätestens dann auf das Unternehmen zurück, wenn neue Fakten bekannt werden. Wer Fehler gemacht hat, sollte sie einräumen. Drittens braucht es eine einheitliche Stimme: Alle Mitteilungen werden abgestimmt, Alleingänge einzelner Führungskräfte oder Abteilungen untergraben die Glaubwürdigkeit. Viertens zählt die Verständlichkeit. Juristische Formulierungen und Fachjargon wirken in der Krise distanziert; klare, kurze Sätze und konkrete Angaben dazu, was das Unternehmen unternimmt, schaffen dagegen Orientierung. Und schließlich gehört Empathie dazu. Betroffene wollen spüren, dass ihr Schaden ernst genommen wird, nicht nur das Risiko für das Unternehmen.

Genauso wichtig ist, was Sie vermeiden sollten: Fakten leugnen oder umdeuten, die Verantwortung auf andere abschieben, Folgen kleinreden, Kritik pauschal zurückweisen oder arrogant auftreten. Besonders schädlich ist die sogenannte Salamitaktik, bei der ein Unternehmen nur zugibt, was ohnehin schon bekannt ist. Jede neue Enthüllung lässt die Krise erneut aufflammen.

Offensiv oder defensiv kommunizieren?

Nicht jede Krise muss öffentlich ausgetragen werden. Wenn Kunden, Anwohner oder die Allgemeinheit betroffen sind oder sein könnten, ist eine aktive, offensive Kommunikation unverzichtbar. Betrifft ein Problem dagegen nur interne Abläufe und ist absehbar, dass es intern gelöst werden kann, darf die Kommunikation zurückhaltender ausfallen. Bereiten Sie aber auch dann eine Stellungnahme vor, falls Medien nachfragen. Jeder Fall muss einzeln abgewogen werden – im Zweifel ist es besser, selbst zu informieren, als später von Dritten überholt zu werden.

Shitstorm & Co.: Krisen in sozialen Medien

Soziale Netzwerke sind in vielen Krisen zugleich Brandbeschleuniger und wichtigster Kommunikationskanal. Kritik kann sich innerhalb weniger Stunden zu einem Shitstorm auswachsen, in dem sich berechtigte Beschwerden, Empörung und Falschinformationen vermischen. Gleichzeitig erreichen Unternehmen über ihre eigenen Kanäle Kunden direkt, ohne den Umweg über Medien, und können Fragen in Echtzeit beantworten.

Voraussetzung ist ein laufendes Monitoring, etwa per Social Listening, damit Sie frühzeitig erkennen, wenn sich etwas zusammenbraut. Reagieren Sie in dem Kanal, in dem die Kritik entsteht, sachlich und mit erkennbarem Absender. Kommentare zu löschen ist nur bei Beleidigungen oder rechtswidrigen Inhalten angebracht; ansonsten wirkt es wie ein Versuch, Kritik zu unterdrücken, und verstärkt die Empörung. Unterscheiden Sie dabei zwischen echten Kunden mit einem Anliegen und Trollen, denen es nur um Provokation geht. Trolle erkennt man oft an übertriebenen, emotionalen Aussagen, fehlendem Interesse an Argumenten und anonymen oder leeren Profilen.

openPR-Tipp: „Don’t feed the troll“ – lassen Sie sich nicht auf endlose Diskussionen ein und reagieren Sie nicht auf Angriffe unter der Gürtellinie. Eine einmalige sachliche Antwort für die mitlesende Öffentlichkeit genügt; danach entziehen Sie Trollen am besten das „Futter“.

 

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Mitarbeiter zuerst: Interne Kommunikation in der Krise

Mitarbeiter spüren meist als Erste, dass etwas nicht stimmt. Wenn sie aus der Presse oder aus sozialen Netzwerken erfahren, was in ihrem eigenen Unternehmen geschieht, entsteht Verunsicherung – und Gerüchte verbreiten sich nach innen wie nach außen. Informieren Sie die Belegschaft deshalb möglichst vor oder spätestens zeitgleich mit der Öffentlichkeit. Bewährt hat sich eine Mitarbeiterversammlung oder Videobotschaft der Geschäftsführung, ergänzt durch Gespräche in den Teams. Führungskräfte brauchen dafür eigene Informationen, damit sie Fragen beantworten können.

Stellen Sie die Lage realistisch dar, benennen Sie Ursachen, soweit sie bekannt sind, und erklären Sie, welche Schritte folgen. Wo vorhanden, sollte der Betriebsrat frühzeitig eingebunden werden. Klare Regeln, wer gegenüber Medien und in sozialen Netzwerken spricht, schützen die Mitarbeiter und verhindern widersprüchliche Aussagen.

Beispiele für gelungene Krisenkommunikation

Sicher durch die Krise © zerbor - stock.adobe.com
Sicher durch die Krise © zerbor - stock.adobe.com
Manche Krisen sind Jahrzehnte später noch Lehrbeispiele. Zwei Fälle zeigen besonders gut, worauf es ankommt.

Der Elchtest der Mercedes A-Klasse

Am 21. Oktober 1997 kippte eine neue Mercedes A-Klasse bei einem Ausweichtest der schwedischen Autozeitschrift Teknikens Värld um. Die Bilder gingen um die Welt, der Begriff „Elchtest“ wurde zum geflügelten Wort. Das Unternehmen behandelte den Vorfall zunächst vor allem als technische Frage und verwies darauf, dass das Fahrmanöver extrem sei. Erst als die öffentliche Diskussion nicht abriss, folgte die Kehrtwende: Daimler-Benz stoppte vorübergehend die Auslieferung, rüstete die A-Klasse serienmäßig mit dem Elektronischen Stabilitätsprogramm ESP aus und ging mit dem Eingeständnis und der Lösung offensiv an die Öffentlichkeit.

Die Lehre: Eine Krise ist nie nur ein technisches Problem, sondern immer auch eine Vertrauensfrage. Die anfängliche Zurückhaltung kostete Zeit und Glaubwürdigkeit; die konsequente Lösung und die offene Kommunikation danach sorgten dafür, dass sich die A-Klasse dennoch am Markt durchsetzte. ESP wurde in der Folge auch in kleineren Fahrzeugklassen zum Standard.

Lufthansa nach dem Germanwings-Absturz

Nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine in den französischen Alpen am 24. März 2015 stand die Konzernmutter Lufthansa vor einer der schwersten Krisen ihrer Geschichte. Die Kommunikation wurde später vielfach als vorbildlich bewertet. Konzernchef Carsten Spohr trat schnell persönlich vor die Öffentlichkeit, sprach von einem schwarzen Tag für die Lufthansa und stellte die Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen in den Mittelpunkt. Das Unternehmen informierte regelmäßig über gesicherte Fakten, verzichtete auf Spekulationen und passte auch seinen Auftritt in den sozialen Netzwerken dem Anlass an.

Die Lehre: Wenn Menschen zu Schaden gekommen sind, steht Empathie vor allem anderen. Eine Krise braucht ein Gesicht an der Spitze des Unternehmens, und Konsistenz zwischen Worten, Auftreten und Handeln entscheidet über die Glaubwürdigkeit.

Leitfaden und Checkliste für die Krisenkommunikation

Mit der folgenden Checkliste prüfen Sie, wie gut Ihr Unternehmen auf eine Krise vorbereitet ist. Tragen Sie für jeden Punkt ein, ob er erledigt ist, welche Maßnahmen noch nötig sind, wer verantwortlich ist und bis wann.

Aufgabe(n) To-Do Maßnahmen Verantwortlich Termin
J N
Allgemeine Planungen
Ist im Unternehmen bereits ein Risikomanagement installiert, die Inhalte für die Risikokommunikation identifiziert?          
Sind die krisenanfälligen Bereiche im Unternehmen bekannt, die möglichen Themen der Krisenkommunikation analysiert?          
Sind die Verfahren und Strukturen vorbereitet und eingeübt?          
Ist ein Stabsbereich für die Krisenkommunikation definiert und allen Akteuren bekannt?          
Ist der interne Informationsaustausch institutionalisiert und findet regelmäßig statt?          
Konzept und Planung
Liegt bereits ein Konzept für die vorgelagerte Krisenkommunikation vor, ist es sofort zu aktivieren?          
Ist eine übergeordnete Struktur (Holding, Konzern) und deren Vorgaben zu beachten?          
Sind bereits Leitlinien und Ziele für die Krisenkommunikation formuliert?          
Sind die Zielgruppen (Beschäftigte, Stakeholder, Beteiligte, Betroffene, eruiert, bekannt?          
Sind die Wünsche und Erwartungen der Zielgruppen bekannt?          
Gibt es bereits eine strukturierte Kommunikation mit den Zielgruppen, die in der Krise nutzbar ist?          
Sind die Schlüsselbotschaften definiert / bekannt?          
Sind die offiziellen Sprachregelungen bekannt, trainiert?          
Sind „Dark-Sites“ im Netz vorbereitet, über die im Ernstfall die Kommunikation laufen kann?          
Sind die Materialien für die Presse, ev. auch mehrsprachig, erstellt und sofort zu aktivieren / verteilen?          
Gibt es einen Argumentationskatalog und eine Sammlung von „häufig gestellten Fragen?“          
Sind Vorkehrungen getroffen, damit alle Mitteilungen an Presse und (soziale) Medien unternehmensweit abgestimmt sind (One-Voice-Policy)?          
Ist die interne Veröffentlichung (Pressespiegel, Intranet, Internet) organisiert?          
Gibt es Verantwortliche, die die öffentliche Meinung beobachten (monitoren)?          
Stehen wissenschaftliche Berater und / oder Organisations- und Kommunikationsexperten bereit?          
Organisation
Wie erfolgt die „Alarmierung“ (Stufenbau, Schneeball, Medien)?          
Sind Meldewege / Erreichbarkeiten bekannt (Kommunikationsverantwortliche, Krisensprecher/in) und auf aktuellem Stand (Telefonverzeichnis, Mailliste)?          
Wer ist für die Durchführung des Krisenkommunikationsplanes verantwortlich (Erreichbarkeit)?          
Wie wird die kurzfristige Arbeitsfähigkeit des Unternehmens während der Krise sichergestellt, wer ist dafür verantwortlich?          
Sind die Melde- und Informationswege festgelegt?          
Sind die Meldepflichten festgelegt / bekannt (Berichterstattung)?          
Sind die Verantwortlichen für die Außenkommunikation festgelegt / bekannt. Kennen sie die Eskalations-Stufen?          
Liegt eine Liste der wichtigsten Medien samt aktualisierter Ansprechpartner / Kontaktdaten auf?          
Personal
Ist der verantwortliche Pressesprecher mit den nötigen Kompetenzen ausgestattet? Ist eine Vertretung organisiert?          
Sind bei allen beteiligten / betroffenen Personen die Verantwortungen, Abläufe, Meldewege bekannt und steht die nötige technische Ausstattung bereit (PC, Smartphone, Internet)?          
Sind die Personalressourcen so geplant, dass ein zeitweiser 7/24 Betrieb sichergestellt ist?          
Sind die Experten für spezielle Fragestellungen bekannt, ist ihr Wissen auf dem aktuellen Stand?          
Ist ein Aus- und Fortbildungskonzept in Bezug auf Medienkompetenz und -kommunikation vorhanden?          
Sind die dienstrechtlichen Vereinbarungen getroffen (Rufbereitschaft, Verantwortungen), vor allem im Hinblick darauf, dass die Organisation arbeitsfähig bleibt?          
Technik
Sind alle technischen Möglichkeiten vorhanden, um die interne und externe Kommunikation aufrechtzuerhalten?          
Sind genügend Kommunikationseinrichtungen, zumindest für den Krisenstab, vorhanden (inkl. BackUP / Redundanzen)?          
Gibt es einen Notfallplan, wenn die Kommunikation ausfallen sollte?          
Sind alle erforderlichen Hintergrundinformationen bereitgestellt und sofort abrufbar?          
Sind die Abläufe für die Krisenkommunikation im Home-Office und bei mobilem Arbeiten geregelt?          
Ist technisch sichergestellt, dass vertrauliche Informationen nicht in falsche Hände geraten können?          
Sind im Vorfeld Kommunikationsübungen (technisch) gelaufen?          

Häufige Fragen zur Krisenkommunikation

Was ist Krisenkommunikation – einfach erklärt?

Krisenkommunikation ist alles, was ein Unternehmen im Ernstfall sagt und schreibt – gegenüber Mitarbeitern, Kunden, Medien und der Öffentlichkeit. Ziel ist, schnell und glaubwürdig zu informieren, bevor Gerüchte und Spekulationen die Deutung übernehmen.

Welche vier Phasen der Krisenkommunikation gibt es?

Üblich ist die Unterscheidung in Vorbereitung (vor der Krise), Akutphase (Ausbruch und erste Reaktion), Krisenverlauf (laufende Information) und Nachbereitung (Auswertung und Vertrauensaufbau).

Was gehört in einen Krisenkommunikationsplan?

Ein guter Plan regelt vor der Krise, wer im Ernstfall entscheidet und spricht, wie der Krisenstab erreichbar ist, welche Zielgruppen in welcher Reihenfolge informiert werden und über welche Kanäle. Dazu gehören vorbereitete Sprachregelungen, Kontaktlisten und eine Dokumentation der Abläufe.

Was sind die größten Fehler in der Krisenkommunikation?

Schweigen, Salamitaktik und Schuldzuweisungen. Wer zu spät, scheibchenweise oder widersprüchlich informiert, verliert die Deutungshoheit und das Vertrauen – meist dauerhafter, als es die eigentliche Krise je gekonnt hätte.

Fazit

Krisen gehören zum unternehmerischen Alltag, ihre Folgen aber lassen sich beeinflussen. Unternehmen, die in ruhigen Zeiten einen Krisenstab benennen, Abläufe festlegen, Botschaften vorbereiten und den Ernstfall üben, können im entscheidenden Moment schnell, ehrlich und mit einer Stimme sprechen. Wie die Feuerwehr, die regelmäßig probt, gewinnen sie dadurch das Wichtigste, was in einer Krise knapp ist: Zeit und Vertrauen. Ein Imageschaden lässt sich so zwar nicht immer verhindern, aber deutlich begrenzen.

openPR-Lesetipp: Was zu tun ist, wenn das Image bereits gelitten hat, erklärt der Ratgeber Imageschaden – was tun?.

 

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