(openPR) „Was sollen Gesetze ohne Moral?“ fragte schon vor mehr als zweitausend Jahren der römische Satiriker und dichter Horaz (65 - 8 v.Chr.) Die Frage stellt sich heute unverändert. Die sogenannten Eliten sorgen weltweit immer unverschämter für sich selbst. Wenigen häufen unermeßlichen Reichtum an, während die Armut der Mehrheit weltweit zunimmt. Und zu allem Überfluß wird dieses „Wachstum“ mit anhaltendem Raubbau an der Natur subventioniert.
Sieht man sich kritisch an, was die GroKo-Verhandler als Grundlage ihrer zukünftigen Politik vereinbart haben, wird klar: Es geht im Wesentlichen weiter wie bisher. Die „Eliten“ sorgen für sich und die ihren, der Rest der Bevölkerung ist nicht mehr als das Mittel dazu. Nur ein paar Zuckerstückchen für die Betroffenen zeigen: Noch werden Macht- und Geldgier von Ängsten vor unliebsamen Reaktionen begleitet.
Daß die Menschheit noch die Kurve in Richtung auf eine für alle lebenswerte Zukunft kriegt, glauben nur noch unverbesserliche Optimisten. Sie glauben immer noch daran, daß sich der Mensch von seinen ererbten Instinkten eines räuberischen Rudeltiers befreien kann.
Die Vorturner unserer im September letzten Jahres gewählten Abgeordneten haben sich eine neue Regierungsmehrheit gebastelt. Kommt sie nach dem Votum der SPD-Mitglieder tatsächlich zustande, werden jedenfalls Neuwahlen verhindert, die manchen Abgeordneten ihre gerade ergatterten Mandate kosten könnten. Der Preis dafür ist Flickwerk, politischer Murks mit dem Ziel, Macht und Pfründen in gewohnter Weise zu erhalten.
Die deutsche „Elite“ – gleich welcher Couleur – steckt offensichtlich in einer Sinnkrise. Einerseits wird immer deutlicher, daß „Raffen, raffen, Beute machen“ letztlich in eine soziale und nachfolgend auch politische Katastrophe führt. Radikale warten nur darauf. Andererseits haben sich sogar die „Oberen“ der Sozialdemokratie mehrheitlich schon so weit von denen entfernt, für deren Recht auf angemessene Teilhabe am gemeinsam erarbeiteten Volkseinkommen ihre Partei einst angetreten war, daß sie unwirsch auf diejenigen – auch in ihrer eigenen Partei – reagieren, die sie daran erinnern.
Der Fetisch Wirtschaftswachstum wird allmählich zur Gefahr für die soziale Integrität. Die „Walze“ der absehbaren technologischen Entwicklung wird die soziale Schieflage erheblich verstärken. Aber die Herrschaften haben offensichtlich viel Wichtigeres zu tun als unser Land und ihre Landsleute – die sie übrigens (zwangsweise) recht üppig dafür bezahlen darauf – vorzubereiten.
Augenblicklich berauschen sich allzu noch an den Folgen der Geldvermehrung und des mit künstlich gedrückten Zinsen extrem subventionierten Schuldenmachens. Wie lange wird das noch gutgehen? Wer genauer hinsieht, weiß seit langem, daß die Ponzispiele der Notenbanken ein Harakiri-Unternehmen sind.
Zentralbanker sind genauso relativ unwissend wie andere wirtschaftlich Tätige (und im Idealfall auch Erfahrene). Sie stochern im Nebel, wobei sie von ihren Interessen – welche auch immer – geleitet werden. Ob sie richtige Entscheidungen treffen, ist ungewiß. Oft sind die negativen Nebenwirkungen größer als die angestrebten Hauptwirkungen. Das zeigt auch die derzeitige Entwicklung. Der Reichtum weniger wird gefördert, die Armut der Mehrheit steigt als Nebenwirkung von allein. Die Entscheider bekommen allerdings, was sie wollen: Billiges Geld, Vermehrung ihres Einkommens und Vermögens – sogar ohne dafür adäquate Leistungen für die Gesellschaft zu erbringen.
Soziale und Steuergerechtigkeit, Einkommen und Renten, von denen man leben und nicht nur vegetieren kann, gleiche Bildungschancen für alle … Die „Eliten“ interessiert das nicht. Folglich ist auch in den Ergebnissen der GroKo-Verhandlungen nichts davon zu erkennen.
Wer immer noch glaubt, daß dies gutgehen ad infinitum gutgehen könne, werde selig. Die Anzeichen für das Gegenteil sind längst nicht mehr zu übersehen. Im Focus der Zentralbanken stehen nur noch die Bedürfnisse der überschuldeten Staaten und der Geschäftsbanken. Es geht nur noch darum, das hypertrophierte Schuldgeldsystem vor dem Zusammenbruch zu retten. Die vom Volk gewählten und damit verantwortlichen Politiker sehen einfach zu und bedienen ihre Klientele. Das wird gründlich schiefgehen.
Der künstliche Aufschwung, den wir – aber nicht die unaufhörlich steigende Anzahl unserer vom Wohlstand abgehängten Mitbürgerinnen und Mitbürger – derzeit erleben, ist genau das, was es braucht, um eine Krise herbeizuführen. Spekulationsblasen, sich ausbreitende Fehlallokation von Kapital, Bankrottverschleppung … Mit brisanten wirtschaftlichen und politischen Folgen ist zu rechnen.
Längst passen die Zinsen nicht mehr zur überschäumenden konjunkturellen Entwicklung. Wir befinden uns längst in der Phase der Überhitzung. Und die Schuldenberge in den europäischen Südländern wachsen weiter.
In den USA steigen die Zinsen inzwischen autonom. Sogar rasant. Denn Steuersenkungen wirken normalerweise expansiv, regen die Wirtschaftstätigkeit an. Das fördert auch entsprechende Spekulationen. Ob Trumps faktisches Steuergeschenk für die Reichen (darunter er selbst) diese expansive Wirkung lehrbuchgerecht tatsächlich entfalten, ist allerdings fraglich. Denn es besteht die Gefahr, daß sich die expansiven Wirkungen vor allem im Finanzbereich entfalten und dessen Hypertrophie gegenüber der Realwirtschaft weiter verstärken. Steigende Zinsen könnten so auf wachsende Schuldenberge und eher mäßige realwirtschaftliche Leistung stoßen. Ein Giftcocktail für Wirtschaft und Massenwohlstand.
Erleben werden wir wahrscheinlich einen Fortgang der geldpolitischen Tragödie mit noch weiter zunehmenden Kapitalfehllenkungen, Spekulationsblasen und weiter wachsender Verschuldung – bis zum – vermutlich schon nahen – Rien ne vas plus.
Der rasante Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar macht Draghi begreiflicherweise nervös. Der Forderung, die Anleihekäufe der EZB rasch zu beenden, widersprach er vehement. Vermutlich möchte Draghi die überschuldeten Südländer noch möglichst lange auf Kosten der solideren Nordländer alimentieren. Damit häuft er jedoch immer mehr Sprengstoff für die Europäische (Währungs)union an.
Im Idealfall sorgt ein am Markt sich bildender Zins dafür, daß Ersparnis und Geldbedarf für Investitionen in Einklang kommen. Abweichungen werden über steigende und fallende Zinsen korrigiert. Derzeit erleben wir, daß die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen in den finanzwirtschaftlich solide geführten Ländern zu Spekulationsblasen und Fehlinvestitionen führen. In den überschuldeten Ländern befeuern Nullzinsen die Schuldenorgien weiter, anstatt sie einzudämmen. Wir sind Zeugen eines Musterbeispiels für menschliche Hybris, alles nach Gutdünken regeln zu können, ohne Rücksicht auf offensichtliche Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten zu nehmen.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren das fragwürdige Treiben der Menschentiere, vor allem das ihrer „Eliten“. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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