(openPR) Große Veränderungen – egal welche – machen den meisten Menschen Angst. Angst lähmt aber den rationalen Geist. Die Gefühle können bei „drohenden“ Veränderungen den rationalen Geist geradezu paralysieren. Davon betroffene Menschen sind in diesem Zustand leicht zu manipulieren. Und das geschieht auch.
Wer will zum Beispiel überhaupt ein Grundeinkommen, das diese Bezeichnung wirklich verdient? Die gut Etablierten, die von den spottbilligen Arbeitsleistungen der Underdogs profitieren, wollen es auf gar keinen Fall. Sie und ihre nützlichen Idioten (er)finden deshalb zahlreiche Abers, um damit Mögliches für unmöglich zu erklären. Aber auch bei den vielen, die das Thema mangels Daten und Fakten nur emotional „beurteilen“ können, scheint das Gefühl zu überwiegen, daß nur andere etwas „geschenkt“ bekommen sollen, was sie selbst sich erarbeiten müssen. Das Thema Grundeinkommen weckt ihr Neidgefühl und das wird von den Gegnern heimtückisch dadurch verstärkt, daß z.B. behauptet wird, der Mittelstand müßte ein Grundeinkommen bezahlen. Das ist aber barer Unsinn.
„Unkenntnis und Trägheit der niedergedrückten und benachteiligten Massen waren in der Menschheitsgeschichte immer schon die Garanten dafür, daß die herrschenden Minderheiten sie ungestört betrügen und ausbeuten konnten.“ (Prof. Querulix)
Dabei wäre soziale Gerechtigkeit einer nachhaltigen wirtschaftlichen Prosperität sogar äußerst förderlich, sogar dann, wenn – sofern notwendig – die Steuern für die hohen und vor allem extrem hohen Einkommen erhöht würden. Es ist ja inzwischen auch kein Geheimnis mehr, daß die Gesamtsteuerbelastung für den unteren Mittelstand relativ höher ist als die Steuerbelastung für die Bezieher von Millioneneinkommen. Investierende, Arbeitsplätze schaffende und erhaltende Unternehmer wären von mehr Steuergerechtigkeit durch Verschiebung der Steuerlast nach oben überhaupt nicht negativ betroffen, während die „Drohnen“ unter den Beziehern hoher und höchste Einkommen gerechterweise stärker zur Kasse gebeten würden. Nur müßten erstere sich das erst einmal klarmachen und letzteren bei ihrer das Gemeinwohl hinterhältig schädigenden Lobbyarbeit ins Steuer greifen.
Das Menschentier ist leider von der Natur so ausgestattet, daß umwälzende, d.h. alte Privilegien hinwegfegende soziale Neuerungen sich nur revolutionär durchsetzen können. Der Verstand scheint gegen die biologischen Instinkte und Gefühle keine Chance zu haben. Das ist für die Menschheit das größte Hindernis, evolutionär voranzukommen und das räuberische Rudeltier „Mensch“ endlich zum Menschen werden zu lassen. Was dem Menschentier gelingt ist einzig die Vervollkommnung seiner Werkzeuge, die technologische Weiterentwicklung. Sie dient aber nicht sozialer Gerechtigkeit, sondern in erster Linie der Bequemlichkeit, dem Spieltrieb, der Verbesserung von Waffen und der Perfektionierung von Ausbeutung. Schon in naher Zukunft könnte die technologische Entwicklung den sozialen Frieden infolge ihrer Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitsplätze, auf denen Menschen nachhaltig ihren Lebensunterhalt verdienen können, sogar erheblich gefährden.
Das alles sind allerdings keine neuen Erkenntnisse und soll auch nicht als solche verkauft werden. Es soll lediglich klargemacht werden, daß die inzwischen schon recht zahlreichen Vorschläge für ein Grundeinkommen nicht als Anzeichen dafür mißverstanden werden dürfen, ein solches Vorhaben befände sich bereits in status nascendi. Viele Vorschläge sind nämlich reine Luftnummern. Oft dient ihre Veröffentlichung durch (verkappte) Lobbyisten und nützliche Idioten nur dazu, dieses soziale Gerechtigkeit fördernde Vorhaben im Interesse der „Eliten“ als nicht durchführbar oder gar als für die Arbeitsmoral oder die Wirtschaft (sprich: die Profite) schädlich hinzustellen.
Ein Grundeinkommen, das wirklich funktionieren und seinen Zweck erfüllen soll, muß stark und tief in die Wirklichkeit der bestehenden sozialen und steuerlichen Regelwirklichkeit eingreifen und auch dort integriert werden. Das bedingt zwangsläufig deren radikale Veränderung. Auch das Bildungssystem, um nur ein weiteres Beispiel für die weitreichenden Auswirkungen der Einführung eines Grundeinkommens zu nennen, müßte gründlich renoviert werden. Wer aber nicht einmal einen großen Flughafen, einen Bahnhof oder ein Konzerthaus richtig planen und bauen kann, wie soll der eine so epochale Neuerung wie die Einführung eines Grundeinkommens zustandebringen?
Hinzu kommt, daß die „Eliten“, die großen Absahner also, ein Grundeinkommen, das seinen Namen verdient, schon deshalb nicht brauchen können, weil es Ausbeutung verhindern kann. Auf der Ausbeutung Habenichtse durch die Produktionsmittelbesitzer, der Armen durch die Reichen basiert aber unser gesamtes verlogenes gesellschaftliches System, das die ohnehin Reichen immer noch reicher macht, die Privilegien der ohnehin Privilegierten sichert, und die Underdogs dort festhält, wo sie der „Elite“ den größten Nutzen bringen. Das alles würde durch ein Grundeinkommen, das alle Deutschen gerecht am gemeinsam erarbeiteten Volkseinkommen beteiligt, vollkommen umgekrempelt. Und das macht den „Eliten“ wie auch der großen Zahl der Unwissenden Angst.
Die Einführung eines Grundeinkommens, das seinen Namen verdient, wäre tatsächlich nichts weniger als eine gesellschaftliche Erneuerung an Haupt- und Gliedern. Unsere Gesellschaft wäre danach gerechter, Ausbeutung wäre nicht mehr möglich, alle Menschen wären Zweck wirtschaftlichen Handelns und nicht mehr mehrheitlich nur Mittel der Bereicherung einer kleinen macht- und raffgierigen „Elite“. Mißverstehen wir also die angeschwollene Zahl der Thematisierungen des Grundeinkommens aus diversen Quellen nicht als Zeichen eines Bewußtseinswandels. Die sozialen Verhältnisse müssen wahrscheinlich für die Bessergestellten (und noch nicht „Abgestiegnen“ erst schmerzhaft spürbar werden, bevor ein Bewußstseinswandel auf breiter Front eintreten wird.
Die hohe Komplexität eines Projektes „Grundeinkommen“ wird übrigens in einer kleinen Studie thematisiert, die schon vor einigen Jahren erschienen ist. Ihr Titel lautet „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“ (ISBN 978-3-943788-18-1, eBook PDF) oder (ISBN 978-3-943788-32-7, eBook ePub), je 9,95 Euro) Die Studie ist beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in jeder guten (Internet-)Buchhandlung erhältlich.
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