(openPR) Der italienische Dichter und Dramatiker Graf Vittorio Alfieri (1749 - 1803), kam schon vor über 200 Jahren zu der Erkenntnis: „Die Gesellschaft bereitet das Verbrechen vor und der Verbrecher vollstreckt es.“ Den Beweis für dieses Urteil haben die zahlreichen Gesetzesverstöße im Zusammenhang mit der Rettung herunter gewirtschafteter Staaten der Europäischen Währungsunion und zahlreicher Banken erbracht und erbringen es weiter.
Die Politiker und ihre „Vollstreckungsbeamten“ brechen die Gesetze oder lassen zu, daß sie von interessierter Seite gebrochen werden, und die Völker nehmen das einfach hin. Was sollten sie auch anderes tun, Rudeltiere, die mehrheitlich notorisch nicht aufmucken, wenn ihre Alphas sie ausnutzen oder in die Katastrophe führen? Das hat wohl auch der us-amerikanische Naturwissenschaftler und Politiker, Benjamin Franklin so gesehen als er äußerte: „Was können schon Gesetze in einer Politik bewirken, die ohne Moral ist.“
Man muß nicht so weit gehen wie der französische Romanautor Honoré de Balzac der vermutete: „Jeder große Geldbesitz, dessen Herkunft man nicht kennt, entstammt einem geheimen Verbrechen, das nur geschickt verborgen gehalten wurde.“ Beobachtet man aber, was derzeit die Notenbanken, insbesondere die EZB veranstalten und was an den Börsen geschieht, fragt man sich unwillkürlich, ob es recht sein kann, daß Millionen solide Arbeiter und Sparer ausgebeutet und enteignet oder in zum Platzen aufgeblähte Spekulationsblasen gelockt werden, um Bankster, Zocker und Einkommensmillionäre noch fetter zu machen und ökonomische wie politische Hasardeure zu „retten“.
Nicht einmal Multimillioneneinkünfte scheinen heute zu genügen, um die Gier von sogenannten Managern und ihren Aufsichtsräten zu befriedigen. Man muß leider davon ausgehen, daß VW nur einer von vielen Fällen ist, daß verantwortliche Entscheider nach ihren eigenen Aussagen überhaupt keine Ahnung von den Betrügereien an hunderttausenden Kunden gehabt haben wollen. Die Aufgaben von Vorständen und Aufsichtsräten bestehen demnach offensichtlich nicht in der verantwortungsvollen Führung ihres Unternehmens, sondern allein im Geldabschöpfen. Die Leidtragenden dieser Einstellung – die allerdings noch der rechtlichen Aufarbeitung harrt – sind die zigtausende Beschäftigte, deren Rechte im günstigsten Fall von einer Gewerkschaft vertreten werden, die fest im sogenannten Establishment verankert ist.
Von Politikern, die sich als Darsteller tragikomischer Rollen gerieren, soll hier keine Rede sein, obwohl etliche von ihnen skrupellos riskieren, ihre Völker, viele Millionen Menschen, für die sie verantwortlich sind, (noch mehr) ins Unglück zu stürzen. Solche Alphatiere tauchen in der Geschichte der Menschheit immer wieder einmal auf, wie Unwetter, die Schuldige und Unschuldige gleichermaßen verderben.
Die Moral der gegenwärtigen „Eliten“ in der Welt scheint (wieder einmal) auf einem Tiefpunkt gelandet zu sein. Nicht der Mensch und sein Wohlergehen sind oberster Maßstab ihres Handelns, sondern der Profit von Raffkes und Nimmersatts, denen die große Mehrheit der Menschen nur Mittel zur eigenen Bereicherung um Macht und Geld sind. „Ich kenne keinen Politiker, dessen Moral angegriffen worden wäre, bevor er nicht durch den Kontakt mit einem Geschäftsmann angesteckt wurde“, bekannte schon vor hundert Jahren der us-amerikanische Journalist Finley Peter Dumme (1867-1936).
Doch über das bereits in den Brunnen gefallene Kind zu trauern, hilft nicht weiter. Schauen wir deshalb in die Zukunft, die es wie nach jedem Desaster der Menschheitsgeschichte auch diesmal für die Überlebenden noch geben wird. Wie sie aussieht bestimmen Klugheit und Weisheit derer, die dann die Macht haben werden. Jedes Ende bietet eine Chance für einen besseren Anfang.
Seien wir aber nicht allzu optimistisch, meint Prof. Querulix, indem er ausführt: „Kriminalität ist offensichtlich unausrottbar: Sogar dort, wo Verbrecher selbst die Regierung übernommen haben, werden sie nicht mit ihr fertig.“ Denn, so führt er weiter aus: „Verbrechen lohnt sich nicht? Wenn es so wäre, gäbe es keine Verbrecher. Aber, wie man sieht, lohnt sich nur cleveres Verbrechen und Verbrechen, hinter denen genug Macht steht, um es gegen mögliche Widerstände der Mitmenschen durchzusetzen.“
Macht und Einfluß in der Welt werden künftig neu verteilt. Die USA werden ins Glied der Großmächte zurücktreten. Welche Rolle sie genau spielen, wird von der Klugheit des neuen Präsidenten und seiner Berater abhängen. Was diese vorhaben, ist noch wenig konkret. Sicher ist nur: Mit Rambomanieren gegenüber ihren großen Handelspartnern werden die USA scheitern. China und Deutschland sind beide keine Schwächlinge und handeln sie klug, werden protektionistische Maßnahmen der US-Regierung vor allem negative Folgen für die USA haben. Grundlegende – vor allem soziale – Verbesserungen im Innern sind dagegen unausweichlich. Auch die USA sind eine tief gespaltene Nation. Ihre „Eliten“ müssen sich auf soziale Gerechtigkeit besinnen, statt sich wie von Sinnen die Taschen weiter maßlos vollzustopfen. Die Multimillionäre und Milliardäre in oder im Dunstkreis der Regierung sollten dabei den Anfang machen, um glaubwürdig zu werden. Das wäre die wichtigste Reform, die in den USA längst überfällig ist.
China wird sich nicht ad infinitum vom Dollar dominieren lassen. Die Zeichen einer Abwendung sind – aber nicht nur dort – nicht mehr zu übersehen. Die gegenwärtigen Probleme Chinas werden daran nichts ändern. Dem US-Dollar wird in gar nicht mehr so ferner Zukunft im internationalen Handel wahrscheinlich zunächst von einer Art goldgedeckter Handelswechsel Konkurrenz gemacht werden. Der Anfang dazu ist bereits gemacht, ohne daß es großes Aufsehen erregt. Eine neue Handels- und weltweit genutzte Reservewährung könnte sogar der Nukleus für eine Weltwährung werden, die nicht nur die Dominanz der USA im Weltfinanzgeschäft beseitigen, sondern auch notorische Schuldenmacher disziplinieren würde. Und das Beste: Sie wäre nicht von den Manipulationen irgendwelcher Politiker und Notenbanker abhängig. In Zukunft wird es für die USA jedenfalls sehr viel schwieriger und allmählich unmöglich werden, sich gratis auf Kosten der übrigen Welt zu verschulden.
Andererseits – sozusagen zur Entschädigung – dürfte der Dollar rasch auf seinen wirklichen Wert sinken und die Importe ebenso verteuern wie die Exporte verbilligen. Wär‘ das nichts Mr. Trump? Da wären protektionistische Maßnahmen, die unangenehme Gegenwehr der betroffenen Länder herausfordern würde, schon einmal überflüssig. Aber wir wissen natürlich, daß die Entmachtung des Dollars auch negative Auswirkungen für Ihr Land hat, die Sie mit bedenken müssen.
Dennoch werden weder das wütende Einschlagen auf den Goldkurs noch andere Machinationen von wem auch immer etwas dagegen ausrichten, daß Gold den Dollar schlägt. Denn es ist ein ungleicher Kampf: Ein seit Jahrtausenden geschätztes seltenes Metall mit intrinsischem Wert gegen ein tonnenweise produziertes Stück bedruckten Papiers. Der Dollar verdankt seine gegenwärtige fragwürdige „Stärke“ allein der Tatsache, daß die Mehrheit der internationalen Finanzwelt (noch) an ihn glaubt wie das Volk im Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ von Hans Christian Andersen. Aber der Glaube wankt. Die (finanz-)wirtschaftliche Stärke der USA wird überschätzt und ihre horrende Verschuldung verursacht mehr und mehr Probleme, die immer heftiger einer Lösung zu drängen. Spätestens im Herbst dieses Jahres wird die Schuldenobergrenze, die seit dem 15. März dieses Jahres wieder in Kraft ist, den US-Politikern und der Trump-Administration überzeugungskräftige Entscheidungen abverlangen.
Auch in Europa „brennt die Hütte“. Die Völker, vertreten durch ihre Politiker müssen sich entscheiden: Auflösung und Neuformation in kleineren handlungsfähigen Einheiten oder endlich Gemeinsinn, Zusammenhalt und Stärke. Allein die großen kulturellen und wirtschaftlichen Unterschiede werden Letzteres sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich machen. Politiker, die ihre Bedeutung im europäischen Rahmen überschätzen und glauben, nur abkassieren zu können, ohne sich gesamteuropäischen Werten zu verpflichten und konstruktiv am Zusammenhalt des – man kann es nicht anders sagen – Sammelsuriums von Völkern und Staaten mitzuarbeiten, reduzieren Europas Stärke. Ein kleineres, gemeinsamer Kultur und gemeinsamen Werten verpflichtetes Europa wäre stärker und zukunftssicherer.
Für die Währungsunion gilt das Gleiche. Draghis Politik der Umverteilung von den Soliden Sparern zu den skrupellosen Schuldnern und Spielern, von den Produktiven zu maroden Banken und Bankstern unterminiert zusehends die soziale Balance und damit den sozialen Frieden. Es wird Zeit, daß Schluß damit gemacht wird.
Die Uhr läuft.
Die zeitlos-zeitkritischen Beobachtungen und Kommentare des Treibens der Menschentiere veröffentlicht Prof. Querulix seit Jahren in der Reihe „Tacheles“. Bisher sind sieben Bände als eBooks erschienen. Anfang dieses Jahres kam der jüngste Band im Umfang von 264 Seiten heraus. Er trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3) und ist wie seine 6 Vorgänger im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort wie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro erhältlich.
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