(openPR) Mit der Weltwirtschaft steht es nicht zum Besten. Die irrwitzige Geldvermehrung der drei großen Notenbanken ändert daran nichts, sondern vergrößert das Problem tagtäglich, indem sie die Schuldigen an der Misere mit hunderten Milliarden Euro, Dollar und Yen subventioniert und dabei riesige Spekulationsblasen erzeugt, während sie in Kauf nimmt, daß die Opfer durch Nullzinsen allmählich ihre Ersparnisse und ihre privaten Altersversorgungen verlieren.
Bei dem zu erwartenden Totalcrash der Finanzwelt werden Derivate, zum Beispiel Optionsscheine und ETFs eine große unrühmliche Rolle spielen. Der erfolgreiche Investor Warren Buffet hat diese Finanzprodukte deshalb einmal treffend als die Massenvernichtungswaffe der Finanzindustrie bezeichnet.
Einen interessanten Einblick in die Derivate-Welt ermöglichte nach einer Meldung von „Godmode Trader“ kürzlich die Deutsche Bank. Sie verweigerte einem Anleger, der „Xetra-Gold“, eine Goldanleihe der „Deutsche Börse Commodities GmbH“, gekauft hatte, den Umtausch in physisches Gold. Dabei wirbt das Unternehmen „Deutsche Börse Commodities GmbH“ gerade mit dieser Umtauschmöglichkeit: "Die Summe seiner Eigenschaften – der kostengünstige Handel in Verbindung mit der Möglichkeit der physischen Auslieferung (übrigens gegen erhebliche Gebühren) – macht Xetra-Gold besonders attraktiv", heißt es auf der Produktseite von Xetra-Gold.
Das Unternehmen „Deutsche Börse Commodities GmbH“ will, wie „Godmode Trader“ berichtet, nach eigenen Angaben seit der Einführung von „Xetra-Gold“ im Jahr 2007 in insgesamt 900 Fällen insgesamt 4,5 Tonnen Gold physisch an Kunden ausgeliefert haben.
Nun platzt offensichtlich diese Zusage wie eine Seifenblase. Laut „Godmode-Trader“ wurde dem Anleger von der Deutschen Bank mitgeteilt, daß die physische Auslieferung "aus geschäftspolitischen Gründen" nicht mehr angeboten werde.
Wer die Nachrichten über die Deutsche Bank aufmerksam verfolgt hat, wird sich jetzt so seine Gedanken machen und sich auch fragen, ob unter solchen Umständen die Anlage in „Xetra-Gold“ (noch) eine gute Idee ist. Schließlich kann man jederzeit physisches Gold und auch an allen großen Börsen der Welt gehandelte Goldaktien kaufen.
Der Goldkurs spielt in der gegenwärtigen Situation offensichtlich für einige Bankster und Megaspekulanten eine große, um nicht zu sagen überlebenswichtige Rolle. Nicht von ungefähr finden seit langem immer wieder regelrechte Attacken mit (womöglich ungedecktem) Papiergold auf steigende Goldkurse statt. Offensichtlich gibt es ungeheure Schieflagen bei einigen Banken und Bankstern, die auf stark fallen Goldkurse spekuliert haben.
Kommt es zum finalen Crash der von Politik und Notenbanken so grottenschlecht verwalteten Finanzkrise, werden die großen Derivateschleudern mit allergrößter Wahrscheinlich fallieren. Verständlich, aber deshalb nicht weniger selbstmörderisch ist, daß immer wieder milliardenweise (womöglich sogar ungedecktes) Papiergold verkauft wird, um die Goldkurse zu drücken. Insider vermuten, daß die Leerverkäufe nur zu einem winzigen Teil – man munkelt von 1:300 bis 1:500 – durch physisches Gold gedeckt sind. Nichts Genaueres weiß man nicht. Aber das Verhalten von Politikern und Bankstern macht sehr mißtrauisch. Die Weigerung der Deutschen Bank, das Umtauschversprechen von „Xetra-Gold“ zu erfüllen, zwingt Anleger geradezu zum Nachdenken.
Prof. Querulix‘ beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren das fragwürdige Treiben und die Verirrungen des Menschentiers, insbesondere seiner Alphas. Seine Kommentare sind in bisher sechs Bänden der Serie „Tacheles“ gesammelt erschienen. Ein siebter Band ist für Ende des Jahres geplant. Die eBooks im Umfang zwischen ca. 180 und 280 Seiten kosten je 9,95 Euro. Der jüngste Band trägt den Titel „Menschenwelt im Umbruch“ (ISBN 978-3-943788-42-6). Alle Bände sind im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten (Internet-)Buchhandlungen erhältlich.
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