(openPR) Führende Finanzexperten und Politiker diskutieren auf BCCG-Konferenz
Hamburg, 29. Januar 2009. Zehn Jahre nach der Euro-Einführung lässt sich auf eine große Erfolgsgeschichte zurückschauen – doch es gibt auch offene Fragen und Risiken. Warum konnte trotz Einheitswährung keine annähernde Konvergenz der Mitgliedsländer erreicht werden? Welchen Herausforderungen stehen wir angesichts der internationalen Wirtschaftskrise gegenüber? Werden die Probleme zu mehr Einheit oder gar zur Spaltung der Währungsunion führen? Der Beantwortung dieser und weiterer Fragen stellten sich am 29. Januar in Berlin hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik auf einer Konferenz der British Chamber of Commerce in Germany (BCCG) mit dem Titel „10 Jahre Euro“.
Diskussionsleiter David Marsh, Vorsitzender der Merchant Bank London & Oxford, zeigte sich als Spezialist für die britische Einstellung zum Euro. So sei es „weder politisch noch ökonomisch vorstellbar, dass sich innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre die britische Abneigung gegenüber der Einheitswährung grundsätzlich ändern wird. Zwar hat das Pfund an Wert gegenüber dem Euro heftig verloren. In der Vergangenheit hat es aber auch zahlreiche Episoden vergleichbarer Pfund-Schwankungen gegenüber dem Dollar gegeben, die sich im Normalfall korrigieren.“ Eine ähnliche Kurskorrektur erwartet Marsh gegenüber dem Euro. Auch der ehemalige Britische Außenminister, Lord David Owen, sieht eine Euro-Einführung in Großbritannien nicht nahen, da „ein Beitritt in die Währungsunion die wirtschaftlichen Probleme nicht lösen würde“.
Simon Tilford, Wirtschaftsexperte des Centre for European Reform, konzentrierte sich auf die unterschiedlichen Verhältnisse der Euro-Staaten: “Aufgrund der Divergenz in der Wirtschaftsleistung im Euro-Raum, etwa zwischen Deutschland und Italien, steht die einheitliche Währung vor einer massiven Bewährungsprobe.” Außerordentlich hohe Herausforderungen sieht auch BCCG-Präsident Norbert Strohschen auf die Europäischen Regierungen zukommen: „Ob der Euro den Anforderungen gewachsen sein wird, einen erhöhten Kreditbedarf und die Marktentwicklungen abzufedern, wird sich zeigen müssen – jedenfalls sind bisher die Zeichen durch EZB und Europäische Zusammenarbeit richtig gesetzt worden. Allerdings können wir nicht mehr isoliert unsere Länderprobleme abfedern. Das Gegensteuern einzelner Länder entfällt. Nicht nur Italiener, Franzosen oder Spanier haben jetzt weniger Möglichkeiten als die Nicht-Euro-Staaten, sondern auch wir Deutsche. Die Hoffnung bleibt allerdings, dass der Euro gestärkt aus der Entwicklung hervorgeht.“
Weitere Redner und Diskussionsteilnehmer waren Michael Reuther (Vorstandsmitglied der Commerzbank AG), Dr. Hans Tietmeyer (Bundesbankpräsident a. D.), Bernd Ziesemer (Handelsblatt-Chefredakteur), Iain Begg (London School of Economics) Gerd W. Stürz (Vorstandsmitglied der Ernst & Young AG) sowie Daniela Schwarzer (Leiterein der Forschungsgruppe EU-Integration des Deutschen Instituts für Internationale Politik und Sicherheit). „Wir freuen uns, auch mit dieser Konferenz wieder ein erstklassiges Forum für ein hochaktuelles Thema geschaffen zu haben. Über 300 Gäste konnten an einem packenden und fruchtbaren Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft teilhaben“, so Andreas Meyer-Schwickerath, Direktor und Vorstandsmitglied der BCCG. Die Veranstaltung im ‚Haus der Commerzbank’ bildete den Startschuss für die Programmreihe im Jahr des 90. Geburtstags der British Chamber of Commerce in Germany (BCCG). Es folgt die Diskussionsrunde „The Euro’s second decade: Status quo and perspectives“ am 18. Februar in Berlin, bei der David Marsh unter anderem seine aktuelle Publikation „DER EURO – Die geheime Geschichte der neuen Weltwährung“* vorstellen wird.
Weitere Informationen finden Sie unter www.bccg.de.
















