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Wie Wiki Leaks den „Eliten“ den Marsch bläst

14.03.201718:12 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Wie Wiki Leaks den „Eliten“ den Marsch bläst
Prof. Querulix,
Prof. Querulix, "Tacheles" Bd 7: „Rien ne vas plus ...", eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 9,95 Euro

(openPR) Daß das Internet unsicher ist, sollte inzwischen jedem klar sein. Ob er dann wenigstens die notwendigsten Schutzvorkehrungen vornimmt oder gleichgültig und bequem den Gefahren ihren Lauf läßt, wird er letztlich selbst entscheiden und erleiden müssen.



Viele, die für mehr als nur ihr Smartphone verantwortlich sind, können sich aber ein solches engstirniges Denken nicht leisten. Der Wert und die Nutzung des Internets müssen gründlich neu durchdacht werden. Dabei dürfen weder Bequemlichkeit noch Profitmaximierung die Maßstäbe sein. Durch das jüngste Wiki Leak muß die Zukunft von Smart Hone, Smart Car und anderen smarten Spielereien ebenso umgedacht und umgeschrieben werden der Einsatz nützlicher Informationstechnologie und Datenbe- und -verarbeitung. Die Sorglosigkeit der Vergangenheit können wir uns nicht mehr leisten.
Die USA verlieren ihre Vormachtstel
lung. Das ist schmerzlich für sie, aber nicht zu ändern, ja sogar gut für die Menschheit. Denn am us-amerikanischen Wesen wird die Welt gewiß nicht genesen. Vielfalt ist wichtig für das Überleben des Menschen auf der Erde. Nur so werden die Chancen der Evolution optimal wahrgenommen. Allerdings brauchen die Menschenrudel zwecks Wahrnehmung dieser Chancen heute einander nicht mehr bekämpfen. Vernünftiger Austausch von Gedanken und Gütern sowie Zusammenarbeit in den Bereichen, die für das Leben und Überleben aller gleichermaßen wichtig und nützlich sind, genügen, und es muß weder Sieger noch Besiegte geben. Auch so kann Evolution funktionieren.

Viele große Reiche gingen im Verlaufe der Menschheitsgeschichte an ihren eigenen Dummheiten zugrunde. Auch heute noch sind einige Staaten lebensfähiger, tüchtiger und erfolgreiche bei der Bewältigung des Daseins, als andere. Das hat viele Gründe, die hier nicht erörtert werden können. Je nachdem, an welchen Kriterien gemessen wird, gibt es im Wettbewerb deshalb zwangsläufig erfolgreichere und weniger erfolgreiche Nationen. Ob sie zufrieden sind, müssen die jeweiligen Staatsbürgerinnen und -bürger aber allein für sich entscheiden und dann ihre „Eliten“ entsprechend fordern. Üppig bezahlte Quasi-Beamte in abgehobenen „Regierungen“ und Bürokratien können das nicht leisten. Im Gegenteil, wie die Europäische Union und die Europäische Währungsunion zeigen.

Anstelle von Kriegen sind in unter den sogenannten Entwickelten Ländern Erfindungsreichtum, Wirtschaft und Handel die „Waffen“, mit denen die Stärkeren die schwächeren beherrschen. Das ist allerdings ein wesentlich anspruchsvolleres Unterfangen als zu schießen und Bomben zu werfen. Wie schwierig zum Beispiel die Kolonisierung mit rechtlichen und wirtschaftlichen Mitteln ist, haben jüngst Ceta und TTIP gezeigt. Sogar mit Hilfe „fünfter Kolonnen“ in den europäischen Staaten ist es Canada und den USA bisher nicht gelungen, ihre Pläne durchzusetzen. Der Wandel in der Wahl der Mittel ist allerding kein Grund zur Beruhigung. Er bringt eher noch mehr Unsicherheit in die Welt.
Das Internet bietet weitere neue Möglichkeiten der Kriegsführung und erweitert zugleich die Zahl der möglichen Kombattanden. Ausforschung, Überwachung, Manipulation, trickreiche Falschinformation und Angriffe auf die persönlichsten Angelegenheiten werden dadurch weltweit demokratisiert und gelangen so auch in die Hände von Großkriminellen aller Art.

Die jüngsten Wiki Leaks zeigen, was Hacker inzwischen alles können. Die Information ist einerseits hilfreich, weil sie dazu beiträgt, die Themen Datensicherheit, Datenverläßlichkeit und Gefahren der Datenvernetzung im Bewußtsein der Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, aber auch am heimischen PC oder am Smartphone präsenter zumachen. Vielleicht werden die Themen bald so ernst genommen wie sie schon lange hätte ernst genommen werden müssen. Andererseits ist das Leak unter Umständen geeignet, die zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Schwerverbrecher auf der ganzen Welt auf neue Ideen zu bringen und sie mit neuen Waffen aufzurüsten.

Die Auswirkungen sind klar: Kriminelle Akte von Regierungen und Privatgangstern haben ungewohnte Chancen, während die technologische Revolution, die den Menschen nützen sollte, auf dem bisherigen Weg nicht mehr weiterkommen kann. Die Risiken infolge regierungsamtlicher und private Hackerangriffe sind derzeit ganz offensichtlich nicht mehr beherrschbar. Vorsicht ist deshalb oberstes Gebot. Die globale Datensicherheit wird mehr und mehr nicht mehr nur durch die NSA, CIA und russische Geheimdienste bedroht, sondern auch durch zweit- und drittklassige Diktatoren und international operierende Schwerstverbrecher.

Gefahren infolge Täuschung und Manipulation drohen allerdings nicht nur durch das Internet. Regierungen können durch Gesetze und Verordnungen so ganz nebenbei auch manipulieren und täuschen. Und sie tun dies auch. Die Bundesregierung zum Beispiel bei der Zahl der Arbeitslosen, die sie zwecks Verschönerung der Arbeitslosenstatistik allzu gern in (oft sinnlosen) Maßnahmen zur Ertüchtigung für den Arbeitsmarkt versteckt. Vor kurzen offenbarte die Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag, wie auch mit Hilfe einer Regelung im Sozialgesetzbuch II die Zahl der Arbeitslosen in der Statistik reduziert wird. Nach dieser Regelung werden Arbeitslose, die älter als 58 Jahren sind, nicht mehr in der offiziellen Arbeitslosenstatistik geführt. So werden der Öffentlichkeit trickreich 162.600 Arbeitslose verschwiegen. Allein im vergangenen Jahr sollen so 63.500 Arbeitslose „verschwunden“ worden sein. Was tut man nicht alles, um der Öffentlichkeit und den potentiellen Wählern Sand in die Augen zu streuen. Klar, für den Erhalt von Macht und üppigen Pfründen sind Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit meist hinderlich.

Darüber hinaus wird an diesem Fall deutlich, wie unehrlich das Gejammer vieler Unternehmer über den Fachkräftemangel ist. Die Wahrheit lautet: Ältere und erfahrene Mitarbeiter sind teurer als jüngere Unerfahrene, mit denen Kosten gespart und Profite weiter gesteigert können, ohne mehr für die Volkswirtschaft zu leisten. Die möglichen Nachteile unerfahrener Arbeitskräfte, nämlich fehlerhafte Leistungen und Produkte, werden skrupellos in Kauf genommen.

Der Wohlstand des abhängig arbeitenden Mittelstandes, seine soziale Sicherheit und der soziale Friede werden also nicht allein von der EZB gefährdet, die ungestört den Wohlstand von vielen Millionen Menschen zerstören darf, um skrupellos Schulden auftürmende Politiker und bankrotte Banksterbanken zu retten. Die Katastrophe, die sich in Folge ihres verantwortungslosen Ponzi-Spiels abzeichnet, könnte durch die Aktivitäten von (regierungsamtlichen) Hackern überall auf der Welt noch weit übertroffen werden. Allein die Frage, wem kann man überhaupt noch trauen, hat ungeahntes Potential, das zivile Leben zu lähmen und die Weltwirtschaft in die vollends Knie zu zwingen. Von möglichen Terroranschlägen aus dem Off der virtuellen Welt gar nicht zu reden. Es wird spannend. Werden die Verantwortlichen für unsere Sicherheit ebenso versagen wie die Verantwortlichen für soziale Gerechtigkeit?

Der Alltagsphilosoph Prof. Querulix beobachtet das immer wahnsinnigere Treiben der Menschentiere seit Jahren. Seine Kommentare erscheinen in der Reihe „Tacheles“. Sieben Bände sind bereits erschienen. Der jüngste im Umfang von 264 Seiten trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“, eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S. Er ist wie seine 6 Vorgänger im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro erhältlich.

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