(openPR) Manchmal ist es wichtig, sich auch mit Ereignissen zu beschäftigen, die kein großes Aufsehen erregen, weil die Herrschenden aus gutem Grund nicht daran interessiert sind und die Masse der Menschen sie in Unkenntnis oder gleichgültig einfach hinnimmt. Aber genauso führt man Esel zur Schlachtbank.
Was sagen Sie dazu, daß Amazon&Co jetzt Einblick in Ihr Bankkonto haben? Wie kommen Sie darauf, werden Sie jetzt vielleicht zurückfragen, sofern Sie zu den vielen Millionen gehören, die von dieser Frage überrascht sind. Ja, wozu wohl haben die Politiker, die doch eigentlich ohne Wenn und Aber die Interessen des Volkes und nicht die wirtschaftlichen Interessen von Großunternehmen vertreten sollten, die Interessen ihrer Wähler so verraten? Die Antwort ist einfach. Sie haben es deshalb getan, weil sie sich überhaupt nicht für das allgemeine Wohl interessieren, sondern in erster Linie für das Wohl ihrer Klientele. Und denen verschaffen sie mit dieser Gesetzesänderung bessere Chancen, die Menschen auf der Grundlage von mehr Wissen nachhaltiger manipulieren zu können. Für sie ist nämlich nicht die Wirtschaft für die Menschen da, sondern die Menschen für die Wirtschaft bzw. die, denen die Wirtschaft gehört. Modernes Sklaventum.
Wenn im Protokoll der Sondierungsgespräche von SPD und CDU/CSU steht: „Wir werden einen Pakt für den Rechtsstaat schließen“, müssen wir uns fragen, warum diese Selbstverständlichkeit extra betont wird. Sind sich die Herrschaften nicht mehr sicher, daß der Rechtsstaat die politischen Rangeleien mit den wirtschaftlichen Interessen der Großkonzerne überlebt? Prof. Querulix ist jedenfalls sehr skeptisch und meint: „Die Kunst, im Beutekapitalismus erfolgreich zu sein, ist kriminell zu handeln, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen.“ So kommentiert Prof. Querulix den moralischen Zustand der heutigen sogenannten Eliten in der kapitalistisch verfaßten Welt.
Machen Sie sich keine Hoffnung. Wir stehen erst am Anfang des Marsches in die Plutokratie, die Herrschaft des Geldes. Die Gleichgültigkeit, mit der die Politiker aller Parteien der Verarmung immer größerer Bevölkerungsteile zusehen, die Sturheit, mit der sie über die fortschreitende steuerliche Benachteiligung der unteren Einkommensschichten hinwegsehen, und die menschenverachtende Überheblichkeit, mit der sie über Hungerrenten nur die Achseln zucken, sollte sie darüber belehren, daß die soziale Spaltung unserer Gesellschaft gewollt ist und künftig mit aller Kraft weiter vorangetrieben werden wird. Menschen sind im Weltbild der Plutokraten nur die Mittel zum Zweck des Wirtschaftens zugunsten der Produktionsmittelbesitzer. Auf dem Wege zur Verwirtschaftlichung möglichst vieler Menschen gilt es, vor allem die Mittelschichten zu dezimieren und möglichst nur noch diejenigen übrig zu lassen, die als nützliche Idioten für die Fettaugen gebraucht werden, die auf der Wasserspuppe der künftigen Plutokratie schwimmen und auch in Zukunft schwimmen wollen.
Das Rudeltier „Mensch“ ist von entschlossenen Alphas leicht zu dirigieren und zu kujonieren. Die Geschichte hält zahlreiche Beweise für diese Feststellung bereit. Gut für die Plutokraten, daß nur eine kleine Minderheit ihrer (künftigen) Sklaven davon Kenntnis hat. Dennoch wird auch der Marsch in die Plutokratie kein Spaziergang werden. Aber die EZB arbeitet – wie übrigens auch die FED in den USA – kräftig daran, die wirtschaftlichen Voraussetzungen für künftige Notverordnungen zu schaffen. Wer nicht sehr viel Geld zusammengerafft und es auch in anderen Weltgegenden angelegt hat, wird es schwer haben.
Die USA sollte er allerdings meiden. Denn die USA sind auf der Strecke in die Plutokratie schon sehr viel weiter als die Europäer. Die Reichsten geben dort schon seit Jahrzehnten den Ton an. Der gegenwärtige Präsident hat die Hoffnung der jahrzehntelangen ökonomischen Verlierer auf Besserung ihrer Lage nur ausgenutzt, um sich die Machtbasis zu verschaffen, die er braucht, um den Weg in die Plutokratie und damit die Versklavung der Mehrheit zu Gunsten einer kleinen Geld- und Machtelite zu vollenden.
Daß Deutschland gegenwärtig führungslos dahintaumelt ist dem Ergebnis der letzten Wahl zum Bundestag geschuldet. Daraus zu schließen, daß man den Wählern schuldig sei, die Katastrophenpolitik der Großen Koalition weiterzuführen, wie es Heiko Maas, geschäftsführender Bundesjustizminister propagiert, ist barer Unsinn. Das Wahlergebnis zeigt nämlich vor allem, daß sehr viele Wähler von der Groko die Nase voll haben. Sie spüren nämlich – siehe u.a. oben – daß gerade diese Regierungskoalition die Demokratie erheblich geschwächt hat. Was wir statt einer Fortsetzung brauchen, ist eine radikal andere Politik. Deshalb kann man den Sozialdemokraten nur raten: Hände weg von einer erneuten Koalition mit CDU/CSU!
Was die SPD braucht, ist eine klare Positionierung in den Fragen Zukunftsgestaltung und -sicherung sowie sozialer Gerechtigkeit. Davon ist sie immer noch viel zu weit entfernt. Noch mehr Flüchtlinge aus fremden Kulturen, Vereinheitlichung der Krankenversicherung auf niedrigstem Niveau, Finanzierung europäischer Pleitestaaten – alles nichts, was unsere Probleme in Deutschland zu lösen geeignet ist. Im Gegenteil. Wenn sich die SPD nicht selbst entleiben möchte, muß sie jetzt endlich ohne Wenn und Aber für soziale und Steuergerechtigkeit Gerechtigkeit streiten. Und sie muß sich um eine Beendigung der Bildungsmisere bemühen, ein Konzept für das soziale Management des technologischen Wandels und seine sozialen Folgen entwickeln. Es gibt viele wichtige Themen. Aber wo leben die SPD-Granden? Auf einem anderen Stern?
Die beste Grundlage für die Bewältigung der Zukunftsaufgaben wäre ein Grundeinkommen wie es vor einigen Jahren in einer kleinen Studie vorgeschlagen wurde. Sie trägt den Titel: „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“. Die Studie ist als eBook (ISBN 978-3-943788-18-1, PDF) oder (ISBN 978-3-943788-32-7, ePub) beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in jeder gut sortierten (Internet-)Buchhandlung für je 9,95 Euro erhältlich
Die Deutschen haben auch das Gestümpere zugunsten der Wirtschaftslobby satt. Eine moderne, starke Wirtschaft gedeiht in Kombination mit sozialer Gerechtigkeit und sozialem Frieden am besten. Eine Gesellschaft, die zusammenhält, weil sich alle Mitbürgerinnen und Mitbürger darin gerecht behandelt fühlen, ist letztlich die stärkste Grundlage für die Selbstbehauptung im internationalen politischen und wirtschaftlichen Wettbewerb. Sich dafür einzusetzen, ist die Chance der SPD. Für den Marsch in die Plutokratie sorgen schon die „Christlichen“.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren das fragwürdige Treiben der Menschentiere, vor allem das ihrer „Eliten“. Seine Beobachtungen dokumentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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