(openPR) Es ist kein Geheimnis mehr, daß wir schon seit rund einer Generation in einer Epoche leben, in der „Wohlstand für alle“ auch in den reichen Staaten der westlichen Welt längst nicht mehr das Ziel der Politik ist. Die Gesellschaften in Europa und den USA zerfallen immer rascher in eine reiche Minderheit und eine zunehmend verarmende Mehrheit. Die Sozialstruktur nähert sich kontinuierlich der von Schwellenländern an. In Deutschland nennt man das die „Neue Soziale Marktwirtschaft“. Newspeak würde George Orwell sagen.
Inzwischen wird die Mehrheit unruhig. Die wachsende Armut hat sie bisher relativ klaglos hingenommen. Auch die skrupellose Selbstbedienung von Politikern, AG-Vorständen und Aufsichtsräten bei gleichzeitiger Ausweitung prekärer Arbeitsverhältnisse. Der Zustrom von Millionen überwiegend schwach gebildeten Menschen aus fremden Kulturen hat allerdings für beträchtliche Unruhe gesorgt, die den Profiteuren des Status quo und ihren nützlichen Idioten offensichtlich auch schon ernsthafte Sorgen bereitet. Zu Recht.
Charakteristisch für die anfänglich in der Ära Kohl geschaffene und dann mit der Agendapolitik SPD-Schröders komplettierte Mogelverpackung der Ludwig Erhardschen Sozialen Marktwirtschaft, die Wohlstand für alle zum Ziel hatte, sind geringe Steuern für die Reichen, deregulierte Finanzmärkte als ideale Spielwiese für skrupellose Bankster und Spekulanten, und ständige Einsparungen bei den Sozialen Leistungen. Die „Krönung“ ist eine „liberale“ Arbeitsgesetzgebung, mit möglichst geringem Schutz gegen Ausbeutung. Die Folge sind u.a. rechtlich ungeschützte Arbeitsverhältnisse und staatlich subventionierte (mit Hartz-IV aufgestockte) Hungerlöhne, die auch durch den kürzlich eingeführten Mindestlohn nicht auf menschenwürdiges Niveau gebracht wurden. Die Unternehmensgewinne haben mit diesem Doping immer neue Höhen erreicht. Spekulanten scheffeln bergeweise Geld und verheeren mit ihren Zockereien die Kapitalmärkte. Die von ihren Vorständen gegen millionenschwere Erfolgsbeteiligung zu Spielbanken umfunktionierten Geschäftsbanken konnten nur am Tropf des Staates und mit Billionen frisch gedruckten Geldes (vorläufig) vor dem Zusammenbruch gerettet werden.
Die schnell wachsende Zahl der Armen muß nicht nur mit immer weniger Geld notdürftig ihren Lebensunterhalt bestreiten, sondern hat auch keinerlei Aussicht auf Besserung oder wenigstens auf eine auskömmliche Altersversorgung. Private Altersvorsorge konnte mangels ausreichender finanzieller Mittel nur in den wenigsten Fällen die kontinuierlich sinkenden Sozialrenten ausgleichen. Durch die Draghische Nullzinspolitik wird sie inzwischen vollkommen vernichtet. Die Riesterrente hat sich als der sprichwörtliche „Schuß in den Ofen“ erwiesen und war wohl auch nur als Geschenk an die Lobby der Banken und Versicherungen gedacht.
Die Erfinder der Neuen Sozialen Marktwirtschaft haben sich augenscheinlich die angelsächsische Beutekultur zum Vorbild genommen. Die Politiker sorgen mit günstigen Gesetzen gut für ihre Klientele und damit auch für sich selbst. Das beweist nicht nur die große und immer rascher zunehmende Ungleichheit der Verteilung von Einkommen und Vermögen. Politiker, Lobbyisten und die Finanz-Oligarchie haben den Staat fest im Griff und nutzen das Leistungspotential der Bevölkerungsmehrheit für ihre eigennützigen Zwecke.
Die einzigen Unwägbarkeiten, mit denen die Herrschenden heute leben müssen, sind Wahlergebnisse und die Öffentliche Kommunikation. Und von dort weht ihnen jetzt ein eisiger Wind entgegen. Man darf gespannt sein, wie die Profiteure des Status quo mit der Tatsache umgehen, daß die Betrogenen offensichtlich aufwachen.
Prof. Querulix, Querdenker und Aphoristiker, dessen Sprüche inzwischen mehrere eBook-Ausgaben füllen und häufig zitiert werden, geißelt so unter anderem den moralischen Niedergang der westlich-abendländischen Kultur infolge ihrer Infektion durch die Ideologie des unter dem Begriff der Neuen Sozialen Marktwirtschaft verkappten Beutekapitalismus. Er ist fest davon überzeugt, daß die westlich-abendländische Kultur der bürgerlichen Freiheit und des Friedens damit in Europa und den Vereinigten Staaten gegen die Wand gefahren wird – mit unkalkulierbaren Folgen.
Das Hazardspiel, das die EZB mit ihrer Geldpolitik betreibt, steigert die absehbaren Schwierigkeiten ins Unbeherrschbare. Hart erarbeitetes Vermögen, Ersparnisse, Altersversorgungen von Millionen werden sukzessive vernichtet, Private Krankenversicherungen unbezahlbar, während die Spekulation und das hemmungslose Schuldenmachen mit Billionen Euro gefördert werden. Die Realwirtschaft wird dadurch nicht gestärkt, sondern langsam aber sicher ruiniert. Rettung aus dieser durchaus voraussehbaren Situation gibt es nicht. Der einzige Ausweg ist der Crash, und der ist absehbar. Seinen Verlauf und seine Folgen für die Gesellschaft und für den sozialen Frieden werden weder die EZB noch die Politiker kontrollieren.
Prof. Querulix sieht sorgenvoll in die Zukunft. Die nicht einmal ansatzweise behobenen Ursachen der Banken- und Staatsschuldenkrise und die untauglichen Mittel ihrer „Bekämpfung“ durch die Notenbanken werden die Realwirtschaft wahrscheinlich bald in den Abgrund stürzen. Kürzlich ist der 6. Band seiner eBook-Reihe „Tacheles“ im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital unter dem Titel „Menschenwelt im Umbruch erschienen (ISBN 978-3-943788-42-6, eBook, 286 Seiten, 9,95 Euro). Ein zeitgeschichtliches Dokument.
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