(openPR) Am gestrigen Dienstag vertagten sich die Vertreter von dbb beamtenbund und tarifunion und ver.di auf der einen und Vertreter der Arbeitgeber auf der anderen Seite. Auch in der zweiten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten von Bund und Kommunen war keine Einigung erzielt worden.
Zum Beginn der zweiten Verhandlungsrunde legten die Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich und der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände Thomas Böhle, endlich ein erstes Angebot vor. Dieses Angebot sah eine Lohnerhöhung von 2,1 Prozent zum 1.5.2012 sowie weitere 1,2 Prozent zum 1.3.2013 vor - bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Zusätzlich wurde eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro angeboten. Für die Auszubildenden sollten diese prozentualen Erhöhungen sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 40 Euro gelten sowie deren Übernahme nach der Ausbildung für 12 Monate, sofern die Abschlussnote mindestens mit der Note "befriedigend" abgelegt wird.
Die Gewerkschaften lehnten dieses Angebot als vollkommen unzureichend ab, da die Lohnerhöhung auf die Laufzeit gerechnet nur eine Effektivsteigerung von ca. 1,7 Prozent bedeuten würde und damit deutlich unter der Inflationsrate läge. Damit müssten die Beschäftigten von Bund und Kommunen zwei weitere Jahre Reallohneinbußen verkraften. Der Verhandlungsführer der dbb tarifunion, Frank Stöhr, bekräftigte die Forderung des dbb nach 6,5 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten des Bundes und der Kommunen, mindestens aber 200 Euro.
"Dieses sogenannte Angebot der Arbeitgeber lässt jeden ernsthaften Willen vermissen, Verantwortung für die Probleme der Nachwuchsgewinnung im Öffentlichen Dienst zu übernehmen", kommentiert Markus Schallenberg, Vorsitzender der dbb jugend nrw, das Angebot der Arbeitgeber und führt weiter aus: "Dieses Scheinangebot ist eine einzige Provokation für die Menschen, die jeden Tag genau die Verantwortung für unsere Gesellschaft übernehmen, die die Herren Böhle und Friedrich am Verhandlungstisch vermissen lassen. Wenn Böhle und Friedrich unbedingt die Auseinandersetzungen wollen, werden wir ihnen die passende Antwort dazu in den nächsten Tagen geben. Und zwar auf der Straße in Form von Warnstreiks. Dann zeigen wir den Herren nochmals, was sich ohne den Öffentlichen Dienst in Deutschland bewegen lässt – nämlich gar nichts!"
Nachdem die zweite Verhandlungsrunde ergebnislos vertagt worden ist, wurde vereinbart, die Verhandlungen am 28./29. März in Potsdam fortzuführen. Seitens der Gewerkschaften wurde angekündigt, bis dahin zahlreiche Warnstreiks in ganz Deutschland durchzuführen.













