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„Junge Beschäftigte im Öffentlichen Dienst brauchen eine klare Perspektive“

01.03.201109:15 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: „Junge Beschäftigte im Öffentlichen Dienst brauchen eine klare Perspektive“
Markus Schallenberg:
Markus Schallenberg: "Wir brauchen eine Übernahme nach der Ausbildung."

(openPR) Für die Jugend sieht es nach bestandener Ausbildung im Öffentlichen Dienst alles andere als rosig aus. Sie fordert deshalb bei den derzeit laufenden Tarifverhandlungen nur eins: einen unbefristeten Job nach der Ausbildung. Der Vorsitzende der dbb jugend nrw, Markus Schallenberg, steht im Interview Rede und Antwort zu diesen Vorstellungen.



Die Forderung für die Jugend ist: Übernahme aller Auszubildenden im Länderbereich. Zielt diese Forderung auf eine unbefristete Übernahme oder ist die dbb jugend nrw auch einverstanden, wenn eine befristete Übernahme ausgehandelt wird?

Markus Schallenberg: Wir wollen, dass die jungen Menschen, die im Öffentlichen Dienst für das Wohl aller arbeiten, eine klare Perspektive haben. Wir haben keine Lust mehr, dass wir überlegen müssen, wie unsere Zukunft morgen aussieht.

In welchen Bereichen gibt es besondere Probleme für junge Leute im Öffentlichen Dienst nach ihrer Ausbildung?

M. Schallenberg: Seit 1996 gab es keine unbefristete Übernahme mehr bei den Gerichten in NRW. Dabei gibt es dort genug Arbeit, die sich aufhäuft. Die Verfahren laufen unendlich lange, weil es zu wenig Beschäftigte gibt, die die Arbeit übernehmen könnten. Sicherlich würde es Entlastung bringen, wenn nach 15 Jahren wieder junge Menschen in der Justiz unbefristet übernommen würden, statt mit hochqualifizierter Ausbildung auf die Straße gesetzt zu werden.

Ähnlich ist auch die Situation in der Allgemeinen Verwaltung. Das betrifft die Verwaltungsfachangestellten. Ihr besonderes Problem ist, dass man mit ihrem Anliegen auch kaum den Bürger erreichen kann, denn niemand kann sich vorstellen, was sie eigentlich täglich leisten.

Was sind konkret die Probleme der fertig ausgebildeten jungen Menschen?

M. Schallenberg: Zeitverträge machen Zukunftsperspektiven kaputt: Man bekommt keine Wohnung, wenn man einen Zeitvertrag hat. Man kann sich kein Auto kaufen, um flexibel auch weitere Strecken zum Arbeitsplatz zurückzulegen. Man kann auch keine Wohnung kaufen oder sonstige Verpflichtungen eingehen.
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Auch die Belastung für den Einzelnen am Arbeitsplatz ist untragbar. Nur zu gut weiß ich aus den Erzählungen der jungen Leute, die über die dbb jugend nrw organisiert sind, dass sie dauernd unter Druck stehen und permanent Angst haben. Sie haben Angst, krank zu werden, weil sie dann negativ am Arbeitsplatz auffallen. Sie haben das Gefühl permanent 120 Prozent geben zu müssen und einfach immer besser sein zu müssen, um vielleicht übernommen zu werden. Oft nehmen sie ihre Rechte nicht in Anspruch, weil sie befürchten, dann „raus“ zu sein.

Was können die Mitglieder der dbb jugend nrw tun, um den Forderungen gegebenenfalls Nachdruck zu verleihen?

M. Schallenberg: Die Mitglieder der dbb jugend nrw können selbst die Gewerkschaftsarbeit mit Leben füllen, indem sie unsere Aktionen unterstützen. Außerdem kann jeder einzelne etwas bewirken, wenn er sich nicht verschämt in sein stilles Kämmerlein zurückzieht, sondern offen im eigenen Bekanntenkreis erzählt, wie die Situation im Öffentlichen Dienst wirklich aussieht.

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