(openPR) Junge Beschäftigte wehren sich gegen Überlastung
Die jungen Beschäftigten aus dem Öffentlichen Dienst haben die Nase voll: Zeitgleich um Ausbildungsstart tausender Jugendlicher bei Land und Kommunen zeigen sie das mit einer plakativen Aktion vor der Staatskanzlei in Düsseldorf.
Sie stehen dort, um gegen viele Klischees anzukämpfen, die ihnen vorgehalten werden: Junge Menschen seien belastbar und im Öffentlichen Dienst sei man gerne mal krank. Für Krankenzahlen, die bei den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst tatsächlich mit 18,2 Tagen über dem Durchschnitt von 15 Tagen liegen, hat der Vorsitzende der Deutschen Beamtenbund-Jugend NRW (dbb jugend nrw) Jano Hillnhütter allerdings eine andere Erklärung: "Durch das massive Ausscheiden älterer Beschäftigter und den Personalengpass, den wir mittlerweile in allen Bereichen des Öffentlichen Dienstes haben, muss immer mehr Arbeit von immer weniger Mitarbeitern erledigt werden. Das zeigt sich auf Dauer in steigender Stressbelastung, die krank macht."
Ob man mit einer Erkältung oder anderen Erkrankungen zu Hause bleibt, überlegen sich die meisten zweimal. Denn jeder weiß, dass seine Arbeitslast dann 1:1 einem Kollegen zugemutet wird. Besonders trifft der Teufelskreis aus Krankheit, Vertretung und Mehrarbeit die Auszubildenden. Oft füllen sie in ihrer Ausbildungszeit vakante Stellen, nach dem Prinzip "Learning by Doing".
"In der Sorge um spätere Übernahme geben sie ihr Äußerstes und werden verheizt, bevor sie richtig im Berufsleben stehen", bemängelt Hillnhütter. Die jungen Beschäftigten sehen es in der Verantwortung ihrer Dienstherren, an diesem Zustand etwas zu verändern, denn trotz steigender Krankenzahlen werde die Ursache nicht hinterleuchtet. "In Sachen Gesundheitsförderung passiert zum Beispiel rein gar nichts", sagt Jano Hillnhütter. Die Politik habe selbst beispielsweise eine Regelung zur Gewährung von steuerfreiem Arbeitslohn zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes eingeführt. "Doch die liegt nun in der Schublade. Davon macht kein öffentlicher Arbeitgeber in NRW Gebrauch", kritisiert er weiter.
Die Situation habe sich derart verschärft, dass mittlerweile Beschäftigte mit Bandscheibenvorfällen auf weitere gesundheitliche Hiobsbotschaften warten müssten. Denn erst bei einer anerkannten Schwerbehinderung werde in den Verwaltungen gehandelt und entsprechende Büroausstattung zur Verfügung gestellt. "Denn die wird bei einer Schwerbehinderung aus einem anderen Topf bezahlt", sagt der Vorsitzende des gewerkschaftlichen Dachverbandes.
Immer mehr werde der Öffentliche Dienst zum Pflegefall. Darum wählt die dbb jugend nrw dies als Motto ihrer Aktion, die am Donnerstag, 28. August, zwischen 10 und 11 Uhr vor der Düsseldorfer Staatskanzlei stattfinden wird. Plakativ wird dort ein Lazarett aufgebaut, in dem sich die jungen Beschäftigten symbolisch an den Tropf legen lassen. Vor dem Krankenlager werden Mitarbeiter riesige Aktenlasten wuchten, auf einem Schreibtisch abladen und unter der Last zusammenbrechen.
Gerne laden wir Sie zur Berichterstattung ein. Im Anschluss an die einstündige Aktion wird die dbb jugend nrw in der Staatskanzlei dem Chef der Staatskanzlei, Franz-Josef Lersch-Mense, stellvertretend für Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ein Forderungspapier übergeben und dort ein Gesprächsangebot wahrnehmen.













