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Warnstreik: Den Unverzichtbaren platzte in Bonn der Kragen

20.03.201415:53 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Warnstreik: Den Unverzichtbaren platzte in Bonn der Kragen
2.000 Beschäftige aus dem Öffentlichen Dienst demonstrierten am 19. März in Bonn
2.000 Beschäftige aus dem Öffentlichen Dienst demonstrierten am 19. März in Bonn

(openPR) Bonn zeigte sich ganz magenta: Auf dem Münsterplatz versammelten sich gestern rund 2000 Beschäftigte aus dem Öffentlichen Dienst nach einem einstündigen Streikmarsch zur Abschlusskundgebung. Mit dabei: Zahlreiche Mitglieder der dbb jugend nrw, die pfeifend und trällernd ihrem Ärger über den stockenden Auftakt bei den Tarifverhandlungen Luft machten.



Es muss Schluss sein mit dem Sparpakt auf dem Rücken der öffentlich Bediensteten. Die fühlen sich mit ihren Forderungen nach einem 100 Euro-Sockel und linearen 3,5 Prozent Gehaltserhöhung nicht ernst genommen und wollen erreichen, dass sich die Gehaltsschere endlich etwas weiter schließt. Den jungen Beschäftigten geht es vor allem um eine unbefristete Übernahme nach bestandener Ausbildung sowie 100 Euro mehr auf dem Gehaltsstreifen. Um dem Nachdruck zu verleihen, hatten sich viele junge Beschäftigte aus der Bonner Umgebung, aber auch aus Remscheid, Wuppertal und Aachen, auf den Weg in die Beethovenstadt gemacht. Dort hatten der dbb und die komba nrw zum Warnstreik aufgerufen.

Seite an Seite für die Forderungen Erwachsener und der Jugend

Was Solidarität ist, das konnte man beim Marsch vom Kaiser- zum Münsterplatz spüren. Seite an Seite demonstrierten BDZ, DPolG, DPVKOM, VBOB und VDStra und viele andere mit dem Vorsitzenden der komba jugend nrw, Christian Dröttboom, und dem Landesjugendleiter der dbb jugend nrw, Jano Hillnhütter, was junge Menschen von der dauernden Abspeisung durch die Arbeitgeber halten. Mit ihrem Marschbanner mit der Aufschrift "Die Unverzichtbaren" hatte die dbb jugend nrw gemeinsam mit der komba jugend nrw den Streikzug angeführt und damit die Kampagne des Deutschen Beamtenbundes aufgegriffen, mit der seit Monaten um Nachwuchs im Öffentlichen Dienst geworben wird.

Denn der ist rar. Lange schon ist der Öffentliche Dienst für qualifizierte junge Leute nicht mehr zwangsläufig die erste Bewerbungsadresse. Zu attraktiv lockt auch die freie Wirtschaft mit familienfreundlichen Arbeitsplätzen und weit besseren Verdiensten, als sie in den Verwaltungen zu bekommen sind. Aus diesem Grund halten der dbb und seine Jugend in NRW es für dringend erforderlich, den Reallohnverlust endlich aufzuholen und mit festen Übernahmen nach der Ausbildung die Beliebtheit des Öffentlichen Dienstes wieder zu steigern.

"Ohne uns geht nichts"

"Ich freue mich über die jungen Kolleginnen und Kollegen, die heute für ihre Rechte auf die Straße gehen und so viel Lärm machen, dass es den Damen und Herren der Arbeitgeberseite in den Ohren klingelt", so poltert der Vorsitzende der komba jugend nrw, Christian Dröttboom, zu Beginn seiner Ansprache vor dem pfeifenden und rasselnden Publikum. Die Jugend sei gekommen, um "den Menschen in Deutschland zeigen, dass wir im Öffentlichen Dienst mit unseren zahlreichen Berufsgruppen „unverzichtbar“ sind. Ohne uns geht nichts", rief er den Zuhörern zu.

Auch die Forderungen der Jugend nach 100 Euro mehr begründete er den Zuhörern und sprach damit den Mitstreikenden aus dem Herzen: "Ein Azubi verdient rund 900 Euro brutto im dritten Lehrjahr. Aber was kann man damit machen?" Eine Wohnung fresse schon die Hälfte des Lohns auf. Von einem eigenen Auto könne man da nur noch träumen. Statt eines selbstbestimmten Lebens könnten da viele auch mit 20 Jahren nur ein Leben in finanzieller Abhängigkeit von ihren Eltern führen.

Angst vor fehlender Übernahme

Gelbe Ortsschilder mit Aufschriften wie "Sicherheit … 300 Meter", "Perspektive… 400 Meter" oder "Übernahme… 100 Meter", die einige Kombaner/innen vor sich hertrugen, symbolisierten mit wenigen Worten, wo im Öffentlichen Dienst der Schuh drückt. Nach der Ausbildung müssen immer noch junge Menschen in verschiedenen Bereichen um ihre Übernahme fürchten. Bekommen sie einen Vertrag, sind die Einstiegsgehälter in Entgeltgruppe 3 mit netto rund 1000 Euro so niedrig, dass damit kein Staat zu machen ist.

Ob der Druck, den die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes hier und in vielen Warnstreiks andernorts erzeugt haben, ausreicht, um in der zweiten Verhandlungsrunde, die heute stattfindet, ein Vorankommen zu erzielen, wird sich zeigen. Doch nicht nur der Vorsitzende der komba nrw, Christoph Busch, ahnte schon in Bonn Böses: Wenn der Tarifstreit weitergehe, werde man wieder auf die Straße gehen. "Haltet euch schon mal nächste Woche Donnerstag frei."

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