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Sonderausstellung zur Post- und Telefonkontrolle wird verlängert

01.07.200516:31 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Exposition noch bis zum 14. August 2005 im ehemaligen Stasi-Kinosaal in der „Runden Ecke“

Die Sonderausstellung „Ein offenes Geheimnis – Post- und Telefonkontrolle in der DDR“ wird sechs Wochen länger als geplant in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ zu sehen sein. Ursprünglich sollte sie am 1. Juli zu Ende gehen, bleibt aber nun bis zum 14. August geöffnet. Danach geht die Schau, die vorher schon in anderen Städten zu sehen gewesen war, endgültig zu Ende.




Freiheit kostet Sicherheit. Wie viel Überwachung verträgt die Demokratie?

Reisepässe werden demnächst biometrische Daten enthalten. Der genetische Fingerabdruck könnte in Ermittlungsverfahren bald eine zentrale Rolle spielen. Die Rasterfahndung wurde wieder eingeführt, die Videoüberwachung verstärkt, die Kontrolle von Telefonaten erheblich ausgeweitet. Droht die Bundesrepublik angesichts dieser Maßnahmen zu einem Überwachungsstaat zu werden? Über diese Frage und über das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit debattieren Experten am 01.07.2005, 19.00 Uhr, in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“. Die Podiumsdiskussion bildet den Höhepunkt des Begleitprogramms zur Sonderausstellung.

In der DDR verstießen viele Überwachungsmaßnahmen sogar gegen die geltende Verfassung. Die Staatssicherheit beschaffte alle ihr nötig scheinenden Informationen über die Bürger des Landes, ohne gesetzliche Schranken zu beachten. Die SED-Regierung als offizieller Weisungsgeber befürwortete diese Rechtsverstöße und ordnete sie ausdrücklich an. Staatssicherheit, Polizei, Gerichte und Staatsanwaltschaften waren ihre Erfüllungsgehilfen.

Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte gibt es auch in der heutigen Bundesrepublik. Sie sind jedoch gesetzlich legitimiert und bedürfen - wenn es sich um weit reichende Einschränkungen handelt - richterlicher Zustimmung. Im Zeichen der Terrorbekämpfung nach dem 11. September wurden allerdings eine Reihe von Gesetzen erlassen, die erhebliche Eingriffe in die freiheitlichen Grundrechte erlauben. Sicherheit ermöglicht erst Freiheit, lautet die Maxime. Viele Politiker fordern noch weitere Einschränkungen der individuellen Freiheit. Ähneln die immer schärfer werdenden Sicherheitsmaßnahmen in der Bundesrepublik langsam der flächendeckenden Kontrolle durch die Staatssicherheit, wie sie in der Sonderausstellung dokumentiert ist?


Einblicke in das System flächendeckender Überwachung und Kontrolle

„Ich hoffe, dass die Post auch ankommt“ oder „Das besprechen wir besser nicht am Telefon“ waren in den späten Jahren der DDR gängige Redewendungen. Für die meisten Bürger des Landes und auch für viele Menschen in der Bundesrepublik war es ein „offenes Geheimnis“, dass die Staatssicherheit Briefe, Pakete und Telegramme kontrollierte und Telefonate abhörte.

Die Sonderausstellung zeigt, wie diese Überwachungsmechanismen funktionierten. Sie enthält zahllose Beispiele für den Kontrollwahn des MfS, das in jedem Bürger einen potentiellen Staatsfeind witterte. Urheber der Schau, die bereits in Berlin, Hamburg, Frankfurt/Main und Nürnberg Station machte, sind das Museum für Kommunikation Berlin und die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen. Bis Ende Juni zeigt nun das Bürgerkomitee Leipzig, das die meisten Leihgaben beisteuerte, die Ausstellung im ehemaligen Stasi-Kinosaal in der „Runden Ecke“. In dem Gebäude, in dem der Verein seit fast 15 Jahren eine Gedenkstätte betreibt, residierte früher die Bezirksverwaltung für Staatssicherheit. Die Ausstellungstücke sind damit an den Ort zurückgekehrt, an dem sie einst im Auftrag der sozialistischen Staatsführung zu Überwachungszwecken genutzt worden waren.


Mithören erlaubt – Interaktive Elemente zur Telefonkontrolle

Die Sonderausstellung führt auf der Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse Struktur, Methoden und Ausmaß der Überwachung vor Augen. Zahlreiche Fotos, Dokumente, Originalgeräte und Modelle gewähren Einblick in die Arbeit der Abteilungen M (Postkontrolle) und 26 (Telefonüberwachung) und dokumentieren, wie die Zusammenarbeit mit der deutschen Post funktionierte. Die Auswirkungen der Kontrolle auf das Kommunikationsverhalten der Menschen in Ost und West spiegelt sich in zahlreichen Briefen, Telegrammen und Karten sowie in den dokumentierten Einzelschicksalen wider.

Geräte zur Post- und Telefonkontrolle, beispielsweise zum Durchleuchten, Öffnen, Fotokopieren und wieder Verschließen von Briefen sowie zum Abhören von Telefongesprächen, sind allein in Leipzig erhalten geblieben. Sie bilden das Herzstück der Ausstellung und machen deutlich, welche Ausmaße die Überwachung angenommen hatte und wie unbeirrt die Staatssicherheit nach Perfektion strebte. Interaktive Elemente ermöglichen es den Besuchern zudem, eine Abhörsituation nachzustellen.


Ausstellungsdauer: 20.01. – 14.08.2005, geöffnet täglich 10.00 – 18.00 Uhr

Führungen: öffentliche Führungen sonnabends, 16.30 Uhr, und sonntags, 11.00 Uhr (Führungen für Gruppen auf Anfrage)

Ausstellungsort: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ehemaliger Stasi-Kinosaal
Dittrichring 24, 04109 Leipzig
Tel:0341/9612443
Email: E-Mail
WWW: www.runde-ecke-leipzig.de

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