openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Zollreform: Bundestag berät neue Befugnisse

 (© MTR Legal Rechtsanwälte)
(© MTR Legal Rechtsanwälte)

(openPR) Berlin, 21. Oktober 2026: Der Deutsche Bundestag hat den Regierungsentwurf zum Zollfinanzgerechtigkeitsgesetz in erster Lesung beraten. Das Vorhaben soll die Zollverwaltung neu ordnen und die Bekämpfung von Finanzkriminalität stärken.

Der Entwurf der Bundesregierung ist als Bundestagsdrucksache 21/8282 dokumentiert und wurde zuvor dem Bundesrat als Drucksache 446/26 zugeleitet. Nach den vorliegenden Angaben ist das Gesetz zustimmungsbedürftig und soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Grundlage ist ein Kabinettsbeschluss vom 12. August 2026; ein Referentenentwurf des Bundesministeriums der Finanzen lag bereits seit dem 3. März 2026 vor. Der Entwurf steht im Zusammenhang mit dem Aktionsplan gegen Organisierte Kriminalität, den das Kabinett am 25. Februar 2026 beschlossen hatte.

Neuordnung der Zollverwaltung als Kern der Reform

Die Bundesregierung verfolgt mit dem Gesetzentwurf das Ziel, den Wirtschafts- und Finanzstandort Deutschland zu stärken und den demokratischen Rechtsstaat zu schützen. Im Zentrum steht eine organisatorische Reform der Zollverwaltung, von der nach den Angaben im Entwurf rund 49.000 Beschäftigte betroffen sind. Die bisher 41 Hauptzollämter und acht Zollfahndungsämter sollen zu 41 Zolldirektionen zusammengeführt werden. Die Umbenennung ist zum 1. Januar 2027 vorgesehen, wobei die neue Bezeichnung wegen notwendiger Anpassungen, etwa bei Vordrucken und Beschilderungen, erst später verpflichtend werden soll.

Auch die Generalzolldirektion soll nach dem Entwurf anders strukturiert werden. Die bislang sechs Fachdirektionen sollen durch zwei Fachstränge ersetzt werden. Vorgesehen sind die Bereiche „Zölle und Steuern“ sowie „Sicherheit und Vollzug“. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit soll in ihrer bisherigen Struktur erhalten bleiben.

  • Zusammenführung örtlicher Behörden zu 41 Zolldirektionen
  • Neustrukturierung der Generalzolldirektion in zwei Fachstränge
  • Eingliederung von Zollkriminalamt und Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung in die Generalzolldirektion
  • Änderungen an 17 Gesetzen und einer Rechtsverordnung

Der Entwurf sieht zudem vor, dass Grundrechte eingeschränkt werden können. Genannt werden die Freiheit der Person, die Freizügigkeit, das Fernmeldegeheimnis und die Unverletzlichkeit der Wohnung. Damit betrifft das Vorhaben nicht nur Verwaltungsorganisation, sondern auch Eingriffsbefugnisse und Verfahrensfragen. Für die Finanzgerichte wird wegen eines neuen Verfahrens nach §§ 54 ff. Zollkriminalitätsbekämpfungsgesetz ein zusätzlicher Kostenaufwand infolge von Personalmehrbedarf angeführt.

Datenanalyse, KI und Vermögensabschöpfung im Fokus

Ein wesentlicher Teil des Gesetzgebungsvorhabens betrifft neue Befugnisse zur Auswertung vorhandener Daten. Nach den Angaben der Bundesregierung soll dabei auch Künstliche Intelligenz eingesetzt werden können. Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit bewertet den Entwurf nach den vorliegenden Angaben „mit großer Sorge“. Hintergrund ist insbesondere die geplante Möglichkeit, vorhandene Daten biometrisch mit öffentlich zugänglichen Informationen aus dem Internet abzugleichen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die vorgesehene administrative Vermögensabschöpfung unterhalb der Schwelle einer strafrechtlichen Verurteilung. Diese Regelungen sollen der Bekämpfung von Finanzkriminalität dienen, berühren aber zugleich rechtsstaatliche Grundsätze. Soweit es um Verdachtslagen geht, ist die Unschuldsvermutung zu beachten. Eine abschließende Bewertung hängt vom weiteren parlamentarischen Verfahren und vom endgültigen Gesetzeswortlaut ab.

Rechtsanwalt Michael Rainer, MTR Legal Rechtsanwälte, ordnet ein: „Für Unternehmen und Investoren können die geplanten Befugnisse bedeutsam werden, wenn steuerliche Strukturen, grenzüberschreitende Vorgänge oder Vermögenswerte von behördlichen Prüfungen betroffen sind. Entscheidend wird sein, ob der Gesetzgeber die Eingriffsmöglichkeiten hinreichend klar begrenzt und verfahrensrechtliche Sicherungen präzise ausgestaltet.“

Parlamentarisches Verfahren und Bedeutung für Betroffene

Die erste Lesung fand am 9. Oktober 2026 in der 100. Sitzung des Deutschen Bundestages statt. Für die Bundesregierung sprach der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesministerium der Finanzen, Michael Schrodi. Im Anschluss wurden die Vorlagen an die Ausschüsse überwiesen. Zusätzlich lag ein Antrag der Fraktion Die Linke mit dem Titel „Zollreform erweitern – Organisierte Steuerkriminalität wirksam verfolgen und eingezogenes Vermögen der Gesellschaft zurückgeben“ vor.

Der Finanzausschuss hat für den 2. November 2026 eine öffentliche Anhörung im Paul-Löbe-Haus vorgesehen. Mitberaten werden soll auch ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Bekämpfung von Geldwäsche und organisierter Steuerhinterziehung. Aus den Ausschussempfehlungen des Bundesrates ergeben sich weitere Diskussionspunkte, darunter Forderungen zur Beweislast bei nicht aufklärbarer Vermögensherkunft und zur Unterrichtung von Strafverfolgungsbehörden. Ob diese Vorschläge Eingang in das Gesetz finden, bleibt offen.

Für Unternehmen, Finanzmarktteilnehmer, Investoren und vermögende Privatpersonen ist der Fortgang des Verfahrens deshalb aufmerksam zu beobachten. Betroffene können bestehende Steuer- und Compliance-Strukturen, Dokumentationen zu Vermögenswerten sowie Abläufe bei Zoll- und Steuerverfahren vorsorglich prüfen lassen, ohne dem endgültigen Gesetzesinhalt vorzugreifen. Bedeutung haben kann dies insbesondere bei grenzüberschreitenden Strukturen, umfangreichen Datenbeständen und vermögensbezogenen Sachverhalten. Maßgeblich bleibt jedoch die Fassung, die am Ende des Gesetzgebungsverfahrens beschlossen wird.

Weitere Informationen: https://www.mtrlegal.com/zollfinanzgerechtigkeitsgesetz-im-bundestag-beraten/

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1327588
 108

Pressebericht „Zollreform: Bundestag berät neue Befugnisse“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von MTR Legal Rechtsanwälte Pressearchiv

Bild: Stablecoin-Ausgabe unter MiCAR im Fokus
Stablecoin-Ausgabe unter MiCAR im Fokus
Köln, 21. Oktober 2026. Die Ausgabe von Stablecoins durch miteinander verbundene Emittenten in der EU und in Drittstaaten rückt unter der Verordnung über Märkte für Kryptowerte, kurz MiCAR, verstärkt in den Fokus. Streitpunkte sind insbesondere die Verfügbarkeit von Reserven, die Reichweite der Aufsicht und die Frage, ob die bestehenden Regeln für sogenannte Multi-Issuance-Strukturen ausreichen. Stablecoins sollen ihren Wert regelmäßig durch die Bindung an eine Referenzgröße stabil halten. Bei Token, die auf eine amtliche Währung Bezug nehme…
Bild: Wettbewerbsverbote beim Unternehmenskauf
Wettbewerbsverbote beim Unternehmenskauf
Köln, 21. Oktober 2026. Wettbewerbsverbote gehören bei Unternehmenskäufen zu den häufig verwendeten Vertragsinstrumenten, um den Wert des erworbenen Unternehmens nach dem Vollzug der Transaktion zu sichern. Besondere Aufmerksamkeit erfordert ihre Ausdehnung auf nahestehende Personen des Verkäufers, weil dadurch erhebliche Abgrenzungs- und Haftungsfragen entstehen können. Bei Anteilskäufen und Vermögenskäufen wird regelmäßig vereinbart, dass der Verkäufer für eine bestimmte Zeit nicht in Konkurrenz zu dem veräußerten Unternehmen treten darf. …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Bayernpartei begrüßt Lissabon-UrteilBild: Bayernpartei begrüßt Lissabon-Urteil
Bayernpartei begrüßt Lissabon-Urteil
… Weber gab jedoch zu bedenken: „Gleichzeitig steht dieser Grundsatz im Endeffekt nur auf dem Papier. Denn Europa hat bisher immer Wege gefunden, selbst seine Befugnisse mit den fadenscheinigsten Begründungen zu erweitern.“ Die Bayernpartei steht seit 1946 für ein Europa der Regionen, das sich auf diejenigen Politikbereiche beschränkt, die nur mittels …
Bild: Deutschland, Europa, der Euro und der Rettungsschirm
Deutschland, Europa, der Euro und der Rettungsschirm
… früheren Urteilen hat es bereits klargestellt, dass die Übertragung hoheitlicher Kompetenzen auf die EU grundsätzlich zulässig sei, solange dem Deutschen Bundestag Aufgaben und Befugnisse von substantiellem Gewicht verbleiben. Die staatliche Souveränität der Bundesrepublik darf also durch Verträge mit der EU niemals gefährdet werden. Genau dieser Grundsatz …
Bild: Zu Beginn kleine Schritte mit großer WirkungBild: Zu Beginn kleine Schritte mit großer Wirkung
Zu Beginn kleine Schritte mit großer Wirkung
GdP fordert vom kommenden Parlament eine zügige Zollreform Am 27.09.2009 sind Bundestagwahlen und mögliche veränderte Mehrheiten im Deutschen Bundestag lassen die Hoffnung wachsen, dass der Zoll zukünftig effektiver und stärker entsprechend den zunehmend finanzpolizeilichen und steuerlich administrativen Aufgaben ausgerichtet wird. Der wirksame Kampf …
Hervorragende Zusammenarbeit zwischen Havariekommando und Koordinierungsverbund Kuestenwache
Hervorragende Zusammenarbeit zwischen Havariekommando und Koordinierungsverbund Kuestenwache
… der deutschen Kueste. Mit dem Havariekommando ist jetzt die zentrale Einsatzfaehigkeit von Rettungskraeften und Schadstoffbekaempfung rund um die Uhr gewaehrleistet. Die Rechte und Befugnisse des Leiters des Havariekommandos sind fuer die gestellte Aufgabe umfassend und klar definiert. Die von Teilen der Opposition geaeusserten Zweifel an der Einsatzfaehigkeit …
Schäuble I: Erneuter Angriff aufs Grundgesetz
Schäuble I: Erneuter Angriff aufs Grundgesetz
… wollen die Unionsparteien und die SPD nun noch draufsatteln. Nach Otto I, II und III soll nach der parlamentarischen Sommerpause Schäuble I folgen. Demnach sollen die Befugnisse der Geheimdienste noch mal erweitert und Bürgerrechte weiter abgebaut werden. Kurzum: Es geht um einen erneuten Angriff aufs Grundgesetz - von Amts wegen. Die Antiterrorgesetze …
Bild: Mehr Befugnisse für den WEG-VerwalterBild: Mehr Befugnisse für den WEG-Verwalter
Mehr Befugnisse für den WEG-Verwalter
… WEMoG)“ abstimmen. Im Rahmen dieser Reform des WEG-Gesetzes sind verschiedene Änderungen geplant. Unter anderem sieht der Gesetzesentwurf die Einräumung von mehr Befugnissen für die Verwalter von Wohnungseigentümergemeinschaften vor. Hiermit soll die Verwaltung von Gemeinschaftseigentum effizienter durchgeführt werden können. Über Maßnahmen, bei denen …
Das neue Telekommunikationsgesetz verbessert den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher
Das neue Telekommunikationsgesetz verbessert den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher
… Verbraucherschutz im Telekommunikationsbereich konsequent weiter beschritten. Folgende sechs Punkte des vorliegenden Telekommunikationsgesetzes sind für den Verbraucherschutz von besonderer Bedeutung: 1. Die Befugnisse der Regulierungsbehörde werden in Form einer Generalklausel in Paragraf 65 auf alle Rufnummern ausgedehnt. Die Generalklausel erlaubt ein …
Bild: EU-Zollreform 2026 in Kraft: Was sich für Unternehmen im internationalen Warenverkehr ändert
EU-Zollreform 2026 in Kraft: Was sich für Unternehmen im internationalen Warenverkehr ändert
… Rahmenbedingungen für Importeure und Exporteure. Die Umsetzung erfolgt schrittweise bis 2034.Mit der Verordnung (EU) 2026/2108 ist am 21. September 2026 die neue EU-Zollreform in Kraft getreten. Die meisten Vorschriften werden ab September 2027 schrittweise angewendet. Unternehmen erhalten damit Zeit, ihre Zollprozesse an die neuen Anforderungen anzupassen. …
AG Verbraucherschutz, Ernaehrung und Landwirtschaft
AG Verbraucherschutz, Ernaehrung und Landwirtschaft
… Verbraucherschutz im Telekommunikationsbereich konsequent weiter beschritten.Folgende sechs Punkte des vorliegenden Telekommunikationsgesetzes sind fuer den Verbraucherschutz von besonderer Bedeutung: 1. Die Befugnisse der Regulierungsbehoerde werden in Form einerGeneralklausel in Paragraf 65 auf alle Rufnummern ausgedehnt. Die Generalklausel erlaubt ein zeitnahes …
Hochschulstart mit Schubkraftumkehr - zu Lasten von Studierwilligen
Hochschulstart mit Schubkraftumkehr - zu Lasten von Studierwilligen
… können", so Moska Timar, ebenfalls Mitglied des fzs-Vorstands. Der fzs fordert alle Abgeordneten des Bundestages auf, sich an die im Grundgesetz der BRD verankerten Befugnisse des Bundestages zu erinnern und entsprechend zu handeln. "Der Bundestag verfügt über die nötigen Kompetenzen, ein Gesetz über einen bundesweit einheitlichen Hochschulzugang zu …
Sie lesen gerade: Zollreform: Bundestag berät neue Befugnisse