openPR Recherche & Suche
Presseinformation

CGB-Zweifel an amtlichen Statistiken

04.06.202614:43 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
CGB (© CGB)
CGB (© CGB)

(openPR) „Trau keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.“ An diesem dem ehemaligen britischen Premierminister Sir Winston Churchill zugeschrieben Ausspruch fühlt man sich nach einer Meldung im Newsletter „Berlin.Table“ der Table Media GmbH erinnert. Das Medium verweist darin auf stark auseinanderklaffende Bevölkerungsprognosen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) und der Kultus-Minister-Konferenz (KMK). Während Destatis in einer Bevölkerungsvorausberechnung bis 2035 einen Rückgang der Kinder im schulpflichtigen Alter um rund 800.000 prognostiziert, geht die KMK in einer eigenen Vorausberechnung von einem Zuwachs um etwa 260.000 Schülerinnen und Schüler aus.

Wer liegt richtig mit seiner Prognose? Dies ist keine belanglose Frage, sondern hat Konsequenzen für die Schulplanung. Brauchen wir bis 2035 zusätzliche Schulgebäude oder müssen wir uns auf Schulschließungen einstellen? Wird sich der vielerorts bestehende Lehrkräftemangel in den nächsten Jahren weiter verschärfen oder ist Entspannung angesagt? Regierungs- und Oppositionsparteien werden die Fragen sicherlich unterschiedlich beantworten und sich dabei auf die für sie passende Statistik stützen. So sieht die Stadtgemeinde Bremen aktuell keinen Lehrkräftemangel. Sie hat verkündet, dass alle Planstellen besetzt sind. Die Konsequenz: bereits im April wurden Referendarinnen und Referendaren im bremischen Schuldienst signalisiert, dass nicht alle mit einer Anstellung als Lehrkraft rechnen können. Die rechnerische Besetzung aller Planstellen gibt allerdings die Realität nur unvollkommen wieder. Tatsächlich gibt es Schulen mit Lehrkräfteüberhang, während beispielweise das Technische Bildungszentrum Mitte (TBZ) als eine der größten Bremer Berufsschulen aufgrund von Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung im kommenden Schuljahr voraussichtlich nicht den im Lehrplan vorgesehen Unterricht vollumfänglich erteilen kann.

Für den CGB ist unverständlich, wie es angesichts der finanzpolitischen Bedeutung verlässlicher statistischer Grundlagen für einen überschaubaren Prognosezeitraum von fünf bis sechs Jahren zu solch unterschiedlichen Prognoseergebnissen kommen kann wie zwischen Destatis und der KMK. Leider beschränken sich die CGB-Zweifel an der Verlässlichkeit amtlicher Prognosen nicht auf den Bildungsbereich. Auch die Notwendigkeit der Reformen von Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung wird im wesentlichen mit demografischen Vorausberechnungen begründet. Dies gilt insbesondere für die Rentenversicherung, bei der gerne mit dem sogenannten Rentenquotient argumentiert wird, dem Verhältnis von Beitragszahlenden zu Rentenempfängern. Wenn das Institut der Wirtschaft (IW) prognostiziert, dass bereits im Jahr 2030 auf einen Rentenbezieher nur noch 1,5 Beitragszahler kommen, sind Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung verständlich. Das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenbeziehern ist jedoch nicht nur von der demografischen, sondern auch von der Entwicklung der Erwerbstätigkeit abhängig und damit politisch beeinflussbar. Im letztjährigen OECD-Beschäftigungsausblick für Deutschland wird darauf verwiesen, dass durch eine Steigerung des Produktivitätswachstums und die Mobilisierung ungenutzten Arbeitskräftepotenzials z.B. durch eine Verringerung der Geschlechterdifferenzen in der Beschäftigung und vor allem durch die Aktivierung älterer Arbeitskräfte in guter Gesundheit sowie eine Erhöhung der regulären Migration - die Bremswirkung, die der demografische Wandel auf das Wachstum ausübt, teilweise – oder sogar vollständig – kompensiert werden könnte. Der CGB sieht dies ähnlich und hofft, dass die von der Bundesregierung eingesetzte Reformkommission ihre Arbeitsergebnisse und Empfehlungen nicht ausschließlich auf demografische Prognosen stützt.

Dass politische Rahmenbedingungen immer wieder den sich verändernden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen angepasst werden müssen, ist unstrittig. Die Entscheidungsgrundlagen müssen aber verlässlich und nachvollziehbar sein.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1313733
 146

Pressebericht „CGB-Zweifel an amtlichen Statistiken“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von CGB-Landesverband Bremen

Bild: CGB fordert verpflichtende finanzielle Absicherung von Elementarschäden
CGB fordert verpflichtende finanzielle Absicherung von Elementarschäden
Der Christliche Gewerkschaftsbund CGB fordert eine verpflichtende finanzielle Absicherung von Elementarschäden, wie sie in Frankreich bereits seit 1982 besteht. Während in Deutschland nur rund 50% der Privathaushalte gegen Elementarschäden versichert sind, sind im Nachbarland ca. 98% der Haushalte durch das „regime catastrophe naturelle“ finanziell abgesichert. Der Schutz kostet die Franzosen ortsunabhängig nur 26 Euro im Jahr (Stand 2024). Er ist deshalb so günstig, weil alle, die in Frankreich eine Sachversicherung abschließen, damit zuglei…
Bild: Einzelhandelsverband HDE stellt Sonntagsschutz des Grundgesetzes in Frage
Einzelhandelsverband HDE stellt Sonntagsschutz des Grundgesetzes in Frage
Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverband Deutschland (HDE), der Spitzenorganisation des deutschen Einzelhandels, Stefan Genth, hat sich gegenüber der BILD-Zeitung für allgemeine Sonntagsöffnungen des Einzelhandels ausgesprochen. Er hat damit den grundgesetzlich geschützten Sonntagsschutz in Frage gestellt und dies damit begründet, dass Einkaufen auch ein Freizeiterlebnis sei. Der Christliche Gewerkschaftsbund und seine für den Handel zuständige Berufsgewerkschaft DHV weisen die HDE-Forderung als Missachtung des Grundgesetzes und der …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: KEINE GRUNDRENTE UM JEDEN PREISBild: KEINE GRUNDRENTE UM JEDEN PREIS
KEINE GRUNDRENTE UM JEDEN PREIS
Der CGB warnt seit Jahren vor dem Problem wachsender Altersarmut. Er hat daher den im November letzten Jahres erzielten Kompromiss zur Einführung einer Grundrente als einen wichtigen Baustein zur besseren Alterssicherung für Geringverdiener begrüßt. Der CGB hat aber bereits seinerzeit Bedingungen für die Einführung einer Grundrente formuliert, denen der jetzt von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil in die Kabinettsabstimmung gegebene Gesetzentwurf nicht gerecht wird. Dies gilt insbesondere für die unzu-reichend geregelte Bedürfnisprüfung sowi…
Bild: MEHR ALS EIN VIERTEL ALLER BREMER ATYPISCH BESCHÄFTIGT - CGB: WIRTSCHAFTS- UND ARBEITSRESSORT TRENNENBild: MEHR ALS EIN VIERTEL ALLER BREMER ATYPISCH BESCHÄFTIGT - CGB: WIRTSCHAFTS- UND ARBEITSRESSORT TRENNEN
MEHR ALS EIN VIERTEL ALLER BREMER ATYPISCH BESCHÄFTIGT - CGB: WIRTSCHAFTS- UND ARBEITSRESSORT TRENNEN
Der CGB-Landesverband Bremen ist besorgt über die hohe Zahl atypisch Beschäftigter im Lande Bremen. Während bundesweit rund 20 Prozent der Kernbeschäftigten (Arbeitnehmer zwischen 15 und 64 Jahren, ohne Auszubildende) aufgrund eines befristeten Arbeitsvertrages, einer Teilzeitbe­schäftigung oder eines Minijobs als atypisch Beschäftigte gelten, sind dies im Lande Bremen mit 26,2 Prozent mehr als ein Viertel der Kerngeschäftigten. Der Zwei-Städte-Staat hält damit den Ne­gativrekord in Deutschland. Für den CGB ist dies unverständlich und nicht h…
Bild: CDA BEGRÜSST KABINETTSENTWURF FÜR EIN „ARBEITSSCHUTZKONTROLLGESETZ“ IN DER FLEISCHWARENINDUSTRIEBild: CDA BEGRÜSST KABINETTSENTWURF FÜR EIN „ARBEITSSCHUTZKONTROLLGESETZ“ IN DER FLEISCHWARENINDUSTRIE
CDA BEGRÜSST KABINETTSENTWURF FÜR EIN „ARBEITSSCHUTZKONTROLLGESETZ“ IN DER FLEISCHWARENINDUSTRIE
Die CDA begrüßt den heute vom Bundeskabinett abgesegneten Gesetzentwurf von Bundesar-beitsminister Heil zum weitgehenden Verbot von Werkverträgen in der Fleischwarenindustrie. Sie erwartet, dass der Gesetzentwurf unbeschadet der Bedenken und Drohungen der Vertreter der Fleischbranche zügig von Bundestag und Bundesrat beraten und beschlossen wird, so dass das Gesetz wie geplant zum 1. Januar 2021 in Kraft treten kann. Peter Rudolph, stellv. Vorsitzender der CDA/CGB-Bundesarbeitsgemeinschaft sowie des CDA-Landesverbandes Bremen: „Schärfere ges…
Bild: CGB-Bundeskongress für Rentengarantie, Frauenquote und Anhebung der Ausbauziele für die Offshore-WindenergieBild: CGB-Bundeskongress für Rentengarantie, Frauenquote und Anhebung der Ausbauziele für die Offshore-Windenergie
CGB-Bundeskongress für Rentengarantie, Frauenquote und Anhebung der Ausbauziele für die Offshore-Windenergie
In Anwesenheit zahlreicher nationaler und internationaler politischer und gewerkschaftlicher Ehrengäste, darunter der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Uwe Schummer, der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag von Brandenburg Ingo Senftleben sowie der Präsident des europäischen Dachverban­des unabhängiger Gewerkschaften CESI Romain Wolff, hat der Christliche Gewerkschaftsbund Deutschlands (CGB) am 9. und 10. November in Berlin seinen 16.. ordentlichen Bundeskongress durchgeführt. Der CGB-Lan­desverband Bremen, …
BUNDESRECHNUNGSHOF TEILT RECHTSAUFFASSUNG DES CGB: SOLIDARITÄTSZUSCHLAG GEHÖRT VOLLSTÄNDIG ABGESCHAFFT !
BUNDESRECHNUNGSHOF TEILT RECHTSAUFFASSUNG DES CGB: SOLIDARITÄTSZUSCHLAG GEHÖRT VOLLSTÄNDIG ABGESCHAFFT !
Der Bundesrechnungshof hat verfassungsrechtliche Bedenken gegen eine Beibehaltung des Soli­daritätszuschlags für höhere Einkommensbezieher und Unternehmen geltend gemacht und Bun­desfianzminister Olaf Scholz (SPD) aufgefordert, den Solidaritätszuschlag im kommenden Jahr vollständig abzubauen. Der CGB sieht sich durch den Bundesrechnungshof in seiner Rechtsauffassung bestätigt. Auf Antrag des CGB-Landesverbandes Bremen hatte bereits der CGB-Bundeskongress im Herbst letzten Jahres in Berlin die ersatzlose Ab­schaffung des Solidaritätszuschlags…
Bild: 16. ORDENTLICHER CGB-BUNDESKONGRESSBild: 16. ORDENTLICHER CGB-BUNDESKONGRESS
16. ORDENTLICHER CGB-BUNDESKONGRESS
Am 9. und 10. November findet im Hotel Steglitz International in Berlin der 16.. ordentliche Bundeskongress des Christlichen Gewerk­schaftsbundes Deutschlands (CGB) statt. Der Kongress steht unter dem Motto „# Für Dich - CGB“. Stimmberechtigt auf dem Kongress sind 110 Delegierte als Vertreterinnen und Vertreter der rund 300.000 Mitglieder der dreizehn CGB-Mitgliedsgewerk­schaften. Die Bremer Delegation wird angeführt von Peter Rudolph, der als Vorsitzender des CGB-Landesverbandes Bremen auch dem CGB-Führungsgremium Hauptausschuss an­gehört. …
CDA-BUNDESTAGUNG FORDERT VON DER CDU ABGRENZUNGSBESCHLUSS ZUR AFD
CDA-BUNDESTAGUNG FORDERT VON DER CDU ABGRENZUNGSBESCHLUSS ZUR AFD
Am Wochenende fand in der Zeche Zollverein in Essen die 38. Bundestagung der Christlich-Demo­kratischen Ar­beitnehmerschaft Deutschlands (CDA) statt. Zu dieser Tagung hatte der sozialpolitische Flügel der CDU auch die Vorsitzenden der drei gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen CGB, DBB und DGB eingeladen. In seinem Grußwort an die gut 400 Teilnehmer des CDA-Bundeskongresses setzte sich der CGB-Bundesvorsit­zende Adalbert Ewen dafür ein, dass gerade in Anbetracht der Tagungsstätte Zeche Zollverein in Essen, dem absehbaren Ende des Bergbaus…
Bild: CGB FÜR VERBOT VON CANNABIS-KONSUM IN BETRIEBEN UND DIENSSTELLEN SOWIE FAHRZEUGEN VON VERKEHRSBETRIEBEN
CGB FÜR VERBOT VON CANNABIS-KONSUM IN BETRIEBEN UND DIENSSTELLEN SOWIE FAHRZEUGEN VON VERKEHRSBETRIEBEN
Der Bremer CGB lehnt die vom Deutschen Bundestag zum 1.April beschlossene Teil-Legalisierung von Cannabis ab. Er begrüßt die von der CSU erwogene Klage gegen die Teil-Legalisierung sowie die Absicht, die Regeln zur Legalisierung von Cannabis zumindest "extremst restriktiv anwenden".   Der CGB verweist darauf, dass das Gesetz Volljährigen zwar den Besitz von bis zu 25 Gramm Cannabis für den Eigenkonsum zugesteht, die räumliche Zulassung des Eigenkonsums jedoch durchaus eingeschränkt werden kann. Das Gesetz verbietet bereits den Konsum in Kin…
Bild: DGB VERFEHLT UNTERSCHRIFTENQUORUM FUER WAHLZULASSUNG BEI DRV-BUNDBild: DGB VERFEHLT UNTERSCHRIFTENQUORUM FUER WAHLZULASSUNG BEI DRV-BUND
DGB VERFEHLT UNTERSCHRIFTENQUORUM FUER WAHLZULASSUNG BEI DRV-BUND
Peinliche Schlappe für den mit Alleinvertretungsanspruch auftretenden Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB): Der Wahlausschuss der Deutschen Rentenversicherung – Bund (DRV) hat in seiner gestrigen Sitzung die DGB-Wahlvorschlagsliste für die am 31.Mai 2017 stattfinden Sozialwahlen als ungültig zurückgewiesen. Die DGB-Liste war mit mehreren erheblichen und nicht mehr behebbaren Mängeln behaftet. Da der DGB in der laufenden Amtsperiode keinen Sitz in der Vertreterversammlung der DRV Bund inne hat, hätte sein Wahlvorschlag 2000 Unterstützungsuntersch…
Bild: CORONA-PFLEGEPRÄMIE NICHT NUR FÜR ALTENPFLEGEKRÄFTEBild: CORONA-PFLEGEPRÄMIE NICHT NUR FÜR ALTENPFLEGEKRÄFTE
CORONA-PFLEGEPRÄMIE NICHT NUR FÜR ALTENPFLEGEKRÄFTE
CGB FORDERT STEUERFREIEN BONUS FÜR ALLE PFLEGEKRÄFTE Bund, Länder und Pflegekassen streiten über die Kostenaufteilung für die von Bundesmi­nister Jens Spahn geplante Corona-Pflegeprämie in der Altenpflege in Höhe von 1500 Euro. Bundesminister Spahn und der niedersächsische Ministerpräsident Weil schlagen nun vor, dass die Pflegekassen zwei Drittel der Kosten übernehmen sollen, während Län­der und Arbeitgeber für ein Drittel einstehen sollen. Die CDU-Landtagsfraktion hat heute bereits signalisiert, dass sich das Land Niedersachsen „selbstverst…
Sie lesen gerade: CGB-Zweifel an amtlichen Statistiken