(openPR) Dieses Shakespeare-Zitat könnte sich unwillkürlich dem ins Bewußtsein drängen, der die selbstgefälligen Ober-Machthaber der Welt auf ihrem „Gipfel“ in Buenos Aires beobachtet hat. Ein Gegockel, das eher an einen Kindergarten erinnert als an eine Versammlung der führenden Politiker der Welt. Aber seien wir gerecht: Diese Privilegierten sind auch nur ganz gewöhnliche Menschen, die sich allein durch Macht, Geld und Skrupellosigkeit von der großen Mehrheit ihrer Artgenossen unterscheiden.
Ob und wie diese Privilegierten ihre Macht nutzen, entscheidet über das Schicksal der ganzen Menschheit, nicht nur über wirtschaftliche Aussichten, sondern auch über Krieg oder Frieden. Optimismus hinsichtlich der Fähigkeit dieser Privilegierten zu weisen, die Menschheit voranbringenden Entscheidungen ist nach aller Erfahrung nicht angebracht. Macht und Geld korrumpieren - immer. Es scheint, daß die Menschheit sich auf größeres Ungemacht in Zukunft einstellen muß. Vielleicht braucht sie auch immer wieder einmal eine große reinigende Katastrophe, um daraus geläutert hervorzugehen und moralisch wie sozial voranzukommen.
Der Blick in die Geschichte lehrt, daß die Menschen immer in skrupellose Kämpfe um Macht und Beute verstrickt waren. Das gilt nicht nur für die große Politik. Steueroasen, Geldwäsche, Steuerflucht, Tricksereien zu Lasten der Steuerzahler (Cum-cum, Cum-ex) scheinen kaum jemand aufzuregen. Auch an die andauernden Probleme der von skrupellosen „Managern“ heruntergewirtschafteten Banken haben wir uns längst gewöhnt. Daß die Finanzwirtschaft offensichtlich von Kriminellen durchsetzt ist – was soll‘s. Wir leben im Zeitalter des Beutekapitalismus und solange der nicht mit Stumpf und Stiel ausgerottet ist, wird sich nichts ändern.
Aber haben Sie schon einmal Schafe gesehen, die gegen Wölfe vorgegangen sind? Verkorkste komplexe Systeme sind nicht heilbar, allenfalls ersetzbar. Wie weiter unten ersichtlich ist, gilt das allerdings für eines nicht.
Das kleine Dänemark wird von einem Skandal riesigen Ausmaßes gebeutelt. Die Danske Bank steht im Zentrum eines gigantischen Geldwäscheskandals. Er soll ein Volumen von rund 200 Milliarden Euro haben! Wie viele Minirenten ließen sich damit auf ein anständiges Niveau anheben! Die Gefahren für das kleine Land sind offensichtlich sehr hoch. Die Notenbank forderte die Industriebetriebe des Landes jedenfalls auf, stärkere Rücklagen zu bilden und auf die Auszahlung höherer Dividenden zu verzichten. Das klingt nicht gut.
Der Euro, den Dänemark bisher nicht eingeführt hat, verliert seit Jahren international an Bedeutung. Hielten 2009 andere Staate noch ca. 28 Prozent ihrer Währungsreserven in Euro, sind es heute nur noch 20 Prozent. Das ist nicht verwunderlich, wenn man nach Südeuropa blickt. Der gegenwärtige Zustand der südeuropäischen Haushalte mahnt zur Vorsicht. Ohne eine grundlegende Neuorientierung der europäischen Währungspolitik oder die Trennung in einen starken Nord- und einen weichen Südeuro dürfte der Euro weiter an Bedeutung verlieren – wenn er überlebt. Das ist unter den gegebenen Umständen nämlich keineswegs selbstverständlich.
Überlegungen wie sie die EU-Kommission angestellt haben soll, um andere Länder vom Euro als Zahlungsmittel und Reservewährung zu überzeugen, scheinen absurd. Wenn schon die Europäer den Euro wegen der Disziplinlosigkeit einiger Südländer nur mit der entschädigungslosen (dauerhaften?) Enteignung von Millionen Sparern und der Alimentierung von Schuldnern erhalten können, wie soll das mit Staaten funktionieren, deren Haushaltsführung notorisch fragwürdig ist?
So traurig es ist: Dem Euro kann kurzfristig nur noch Donald Trump auf die Beine helfen – indem er den US-Dollar ruiniert und als Reservewährung inakzeptabel macht.
Die Haushaltspläne Italiens, die schwelende Unsicherheit hinsichtlich der finanziellen Genesung Griechenlands, Draghis fragwürdige Geldpolitik, die Sorge um die künftige wirtschaftliche (und politische?) Stabilität der europäischen Südländer und – nicht zuletzt – weltweit zunehmende Handelsstreitigkeiten und Protektionismus ergeben zusammen mit der im Anmarsch befindlichen Weltfinanz- und -wirtschaftskrise eine bedrohliche Melange. Hinzu kommen die Revolte der Benachteiligten in Frankreich und eine drohende Sturzgeburt des Brexits.
Der Graben zwischen Arm und Reich wird weltweit tiefer und breiter. Ändern wollen die Profiteure des Status quo daran offensichtlich nichts und die Benachteiligten sind (noch) zu träge dazu. Aber die aufziehende Weltfinanz- und -wirtschaftskrise wird neue Bedingungen schaffen, deren Auswirkungen auf die Politik nicht abzusehen sind. Das träge Dahintreiben der Zweidrittelgesellschaften – den Begriff prägte der SPD-Politiker Peter Glotz – könnte von einer jähen Wandlung seiner politischen Voraussetzungen gestört werden.
Keines der weltweit kulminierenden Probleme kann durch Pfeifen im Walde beseitigt werden. Vernunft ist gefragt und zielgerichtetes Handeln. Es gilt, weitblickend und intelligent zu handeln, im Kleinen wie im Großen. Wie aber die UN-Klimakonferenz in Kattowitz erneut beweist, ist das den Mächtigen und ihren Sherpas sogar dann so gut wie unmöglich, wenn es um die künftigen Überlebensbedingungen der ganzen Menschheit geht. Das Bestreben, auf Kosten anderer zu wirtschaften, scheint den Menschentieren angeboren. Die Reichen leben weltweit auf Kosten der Armen und die Mächtigen auf Kosten der Ohnmächtigen.
Entsprechend sehen die Ergebnisse der Konferenz am Abend des 15. Dezember 2018 aus. Der Anstieg der Erderwärmung soll, gemessen an vorindustriellen Werten, auf zwei anstatt auf 1,5 Grad begrenzt, werden. Maßnahmen, die dieses vollkommen unzureichende Ziel sicherstellen, wurden aber nicht verbindlich festgestellt. Wer will, der kann, wer nicht, der läßt es eben und verläßt sich einfach darauf, daß seine Nachbarn klüger und opferbereiter sind als er. So ist die Erde und so sind die Menschen, die auf ihr leben, aber nicht zu retten. Man wird in Zukunft nur weiter beobachten und die Industriestaaten werden weiter viel Geld aufwenden, ohne daß der Klimaschutz dadurch sicher vorangebracht wird.
Zu Recht beurteilen Umweltorganisationen wie Greenpeace oder der deutsche BUND die Ergebnisse als vollkommen unzureichend. Weiterhin fehlen verläßliche Angaben der einzelnen Nationen zum Start von Maßnahmen, die geeignet sind, ihre Treibhausgas-Emissionen deutlich zu reduzieren. Eine der spannendsten Fragen wird künftig sein: Wie groß müssen die Umweltkatastrophen werden, um auch den vernagelsten Köpfen zu der Einsicht zu verhelfen, daß die Menschheit für die Lebensbedingungen auf der Erde selbst verantwortlich sind?
Wie groß muß eine Weltkrise sein, um die Menschheit – genauer: diejenigen, die über sie herrschen – aufzuwecken? „Kluge Menschen lernen durch Beobachten und Nachdenken, Dumme nur durch Erfahrung“, meint Prof. Querulix. Leider gibt es Erfahrungen, die Menschen nur ein einziges Mal machen können, bevor ihnen das Licht für immer ausgeht.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit langem mit wachsender Sorge um Frieden, Freiheit und das allgemeine Wohl der Menschheit das fragwürdige Treiben der Menschentiere, insbesondere das ihrer Alphas und notorischen Beutejäger. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist auch dieser Band in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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