(openPR) Es sagt sich so leicht: „Demokratie bedeutet Volksherrschaft, also Herrschaft des Volkes über einen Staat.“ Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Wäre es anders, gäbe es weder Armut – sogar stark zunehmend auch in reichen Ländern wie Deutschland – noch ein Steuerrecht, das die Reichen belohnt und die Armen bestraft. Auch wäre es unmöglich, Menschen mit einer nachträglichen Gesetzesänderung um einen Teil ihrer Altersversorgung zu bringen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob (oder vielleicht besser: wie) die Industriestaaten, die sogenannte freie Welt, endgültig zur Beute derer werden, denen heute schon der größte Teil des Vermögens der Völker gehört.
Was wir heute Demokratie nennen ist schon eher eine Plutokratie unter formaldemokratischer Tarnkappe. Der ausgedehnte Raubzug mit Cum-cum und Cum-ex-Geschäften – seit vielen Jahren bereits und trotz dilettantischer gesetzgeberischer Versuche, ihn zu verhindern, keine Überraschung – offenbart die Moral derjenigen, die sich heute schon den größten Teil des Reichtums der Welt angeeignet haben – und den ihrer arglosen, unfreiwilligen oder heimtückischen?) gesetzgeberischen Helfer. Ausbeutung und Betrug im großen Stil: Ein Kapitalverbrechen und auch ein Angriff auf den Staat. Denn die Täter und ihre Helfer unterminieren die Autorität des Staates, der sich als unfähig erweist, sich und die große Mehrheit des Volkes gegen Plünderer zu schützen.
Jetzt, nachdem der Schaden der Steuertrickser für die Allgemeinheit zweistellige Milliardenbeträge erreicht hat und noch kein Ende dieses Raubzuges abzusehen ist, dürfen wir gespannt sein, wie unsere „Volksvertreter“ mit der kriminellen Energie und dem unübersehbare moralischen Verfall der Geld-„Elite“ unseres Volkes umgehen.
Es mag rechtschaffenden Menschen die Nackenhaare aufstellen, aber es ist wahr: Eigentlich dürften wir von solcher kriminellen Energie gar nicht überrascht sein. Sie ist urmenschlich! Denn der Mensch ist genetisch nun einmal ein – nicht selten brutales – räuberisches Rudeltier. Moral, Gerechtigkeitssinn, Rücksicht… für das Raubtier im Menschen sind das keine verhaltenssteuernden Kategorien. Sie sind Erfindungen von Menschen, die sich im Laufe der Jahrhunderttausende vom Tier in Richtung auf das Wesen hin schon etwas weiter entwickelt haben, das wir uns unter dem Begriff „Mensch“ vorstellen. Wir können aber nichts daran ändern, daß wir uns genetisch erst ca. 2,5 Prozent von dem Raubtier entfernt haben, von dem wir die Abstammung mit dem Schimpansen gemeinsam haben. Es ist leider wahr: Wir sind immer noch mehr räuberischer Affe als der Mensch, der wir sein müßten, um unser Zusammenleben unter den Bedingungen unserer technischen Intelligenz friedlich und überlebenssichernd zu organisieren.
Das soll keine Entschuldigung sein, sondern eine Erklärung als Basis für Abhilfe, die allein die Menschheit vor ihrer selbst verschuldeten Vernichtung bewahren kann.
Der Rückblick auf die Menschheitsgeschichte läßt vermuten, daß statistisch betrachtet angesichts der technologischen Entwicklung das Menschentier keine große Chance mehr hat, einmal das zu werden, was es werden könnte, nämlich ein Mensch, der seinesgleichen achtet und die Erde als seinen Wohnort bewahrt. Seine technologische Intelligenz ist seiner moralischen Entwicklung dazu wahrscheinlich schon viel zu weit vorausgeeilt. Wahrscheinlich ist deshalb, daß es sich mit Hilfe seiner technologischen Intelligenz in vielleicht gar nicht mehr so ferner Zukunft selbst vernichtet oder sich in eine modernisierte Steinzeitkultur zurück versetzt. Denkbar als Gesellungsform der Zukunft ist die Entwicklung einer Art von Sklavenstaat, in der die Medien und Roboter als nützliche Idioten der herrschenden Cliquen die entscheidende Rolle als Gehirnwäscher, Antreiber, Aufseher und (Scharf-)Richter in einem spielen.
Wir können die Zukunft nur erahnen, aber nicht voraussagen. Aber wir können die Gefahren erkennen, denen wir entgegengehen. Unsere Chance liegt darin, daß es Vernunft und Verstand gelingt, die Raubtierinstinkte zu beherrschen, die wir von unseren Urahnen geerbt haben und die immer noch von allzu vielen Artgenossen triebhaft ausgelebt werden.
Was uns Politiker, Geld-„Eliten“ und ihre nützlichen Idioten täglich an Gemeinheiten und Ungereimtheiten zumuten, ist angesichts unseres genetischen Erbes nicht überraschend. Entscheidend für unsere Zukunft aber ist, wie wir damit umgehen. In dieser Beziehung hat uns die Evolution bereits eine gewisse Freiheit gegeben, die wir zur weiteren Menschwerdung nutzen können oder auch nicht. Die von uns gewählten Abgeordneten in den Parlamenten sollten als sogenannte Volksvertreter unsere Interessen an einer weiteren Entwicklung zum wahren Menschen an erster Stelle vertreten und allen atavistischen Beutegelüsten energisch entgegen treten und mit strikter Orientierung allen Handelns am Gemeinwohl den Menschen repräsentieren, nicht das Menschentier. Eine Orientierung am Gemeinwohl ohne Wenn und Aber setzt allerdings voraus, daß die Abgeordneten das auch wollen und sich nicht etwa als Karrieristen und Lobbyisten, Mehrer eigener Macht und eigenen Geldes betätigen.
Das Grundgesetz gibt den Abgeordneten die Freiheit, darüber selbst - nur von ihrem Gewissen - geleitet, zu entscheiden. Die Lebenserfahrung bestätigt allerdings die Vermutung, daß Abgeordnete allzu oft in erster Linie ihren eigenen Nutzen suchen, wobei neben materiellen Erwägungen durchaus auch ideelle Ziele maßgebend sein können. Insofern sollten wir uns hinsichtlich dessen, was „Demokratie“ praktisch bedeutet und was vom dem räuberischen Rudeltier unter diesem Etikett zu erwarten ist, keine übertriebenen Hoffnungen machen. Gut möglich, daß wir in den westlichen Industrieländern den Zenit dessen, was an „Volksherrschaft“ möglich ist, bereits erreicht haben. Denn die Menschheit wird ihr genetisches Erbe vermutlich bis zu ihrem Verschwinden von diesem Planeten (der schon die allermeisten der auf ihm jemals existierenden Lebewesen vertilgt hat) nicht entscheidend verändern.
Schaut man in andere Länder der Europäischen Union, dann sieht man, wie verletzlich das Projekt „Demokratie“ ist und wie schnell diese den Macht- und Beuteinteressen von Minderheiten zum Opfer fallen kann. Von den Vorgängen in anderen Weltteilen gar nicht zu reden. Das Menschentier ist nun einmal genetisch ein Raubtier. Sein Problem ist, daß es in der Welt, die es mit Hilfe seiner technischen Intelligenz geschaffen hat, unter der Herrschaft seiner animalischen Instinkte als Kulturwesen nicht überleben wird.
Die Aufgabe derer, die das Problem erkannt haben, ist es jetzt, alles in ihren Kräften stehende zu tun, um Politik mit dem Verstand anstelle der Raubtierinstinkte durchzusetzen und endlich auch diejenigen dem Primat des Allgemeinwohls zu unterwerfen, die unseren Staat und die große Mehrheit des Volkes notorisch für ihre egoistischen Ziele ausbeuten.
Viel Zeit bleibt nicht mehr. Die im Gefolge der nicht bewältigten Krise im Gefolge der Lehman-Pleite 2008 anrollende Weltfinanz- und Wirtschaftskrise wird die Welt erschüttern. Alle seitdem veranstalteten Rettungsmaßnahmen für das „Große Geld“ haben sehr viel mehr Schaden angerichtet als Nutzen gestiftet. Die Armen sind nur noch ärmer und die Reichen noch reicher geworden. Wenn in Folge dieser neuen Krise nicht nach den Unmengen von Neugeld, Krediten und Schulden auch noch viel Menschenblut fließen soll, müssen die Politiker sich bei ihrer Aufgabe, das Wohl der Völker zu wahren, geradezu selbst übertreffen.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit langem mit wachsender Sorge um Frieden, Freiheit und das allgemeine Wohl der Menschheit das fragwürdige Treiben der Menschentiere, insbesondere das ihrer Alphas und notorischen Beutejäger. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist auch dieser Band in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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