(openPR) Wozu braucht einer eine Briefkastenfirma? Warum muß die in Panama oder einer anderen Steueroase registriert sein? Und weshalb scheut er mit seiner Firmenkonstruktion das Licht der Öffentlichkeit? Es gibt nur sehr, sehr wenige rechtskonforme Zwecke für diese „Offshore“-Gründungen. In den meisten Fällen dienen sie der Steuervermeidung, verdeckten Schmiergeldzahlungen, der Geldwäsche oder der Verschleierung von Veruntreuungen.
Daß wenige mit allen Mitteln den Rahm abschöpfen wollen, den viele herstellen, überrascht heute niemanden mehr, der mit offenen Augen und Ohren am gesellschaftlichen Leben teilnimmt. Bei räuberischen Rudeltieren – und das ist der Mensch nun einmal ebenso wie sein nächster Verwandter, der Schimpanse, mit dem er noch rund 97,5 Prozent der Gene teilt – ist das nun einmal so. Wer es ändern will, muß entweder die Gentechnik bemühen, um die Evolution des Menschentiers zum Menschen zu beschleunigen, oder er muß jeder Form von Ausbeutung und Vorteilshascherei energisch und kompromißlos entgegen wirken.
Die Erklärung, zu der die Großunternehmer im Geschäft mit Briefkastenfirmen aus Panama sich wohl aus Furcht um ihr einträgliches Geschäftsmodell genötigt sahen, ist aufschlußreich für die Moral derer, die den Hals nicht voll genug kriegen können. Überzeugende Argumente dafür, daß eine Briefkastenfirma in Panama (oder in einer der zahlreichen anderen „Steuerparadiese“ unverzichtbar für seriöse Geschäfte sei, zum Beispiel denen von Fußballern oder Musikern, lieferte sie nicht. Die Staatsanwaltschaften zahlreicher Länder werden deshalb jetzt viel interessante Arbeit bekommen.
Man muß leider auch deutlich sagen, daß die verantwortlichen Politiker in den Staaten der sogenannten Ersten Welt, längst die Möglichkeit gehabt hätten, Steuervermeidung (von Hinterziehung wollen wir beim Stand der Ermittlungen gar nicht sprechen) und andere möglichen kriminellen Nutzungen von Briefkastenfirmen zu unterbinden. Einen Sumpf, der den Menschen das Land verdirbt, trocknet man aus und macht ihn nicht zum Schutzgebiet für Sumpfliebhaber. Statt wie im Interesse der Rechtlichkeit und des Allgemeinwohls geboten zu handeln, haben die Politiker – wie so oft schon, wenn es um die Herstellung gerechter, legitimer und allgemeinwohlverträglicher Verhältnisse geht – auch in diesem Fall vollkommen versagt und damit die Entstehung eines Freiraums für illegitimes und illegales Handeln entstehen lassen. Ihrer Verantwortung für das Allgemeinwohl sind sie dadurch mindestens grob fahrlässig, möglicherweise sogar vorsätzlich nicht gerecht geworden.
Politiker, die nicht von sich aus konsequent das Allgemeinwohl fördern, müssen in dieser Beziehung buchstäblich immer wieder zum Jagen getragen werden. Das funktioniert aber leider nur in den Staaten der Ersten Welt, und da auch noch lange nicht so, daß es der Moral der Raffkes und Nimmersatts aufhelfen oder gar kriminelle Bereicherung einzelner zu Lasten der Völker verhindern würde.
Die Öffentlichkeit, vertreten durch engagierte Bürger und Journalisten, muß deshalb aufklären, aufrütteln und ihre Finger immer wieder in die faulenden Wunden der Menschenwelt legen. Tacheles zu reden, ist Bürgerpflicht, wenn das Menschentier auf seinem mühsamen Weg zum Menschen nicht immer wieder zurückfallen soll. Die Herrschaft des Geldes – die gefährlichste Verirrung unserer Zeit – muß endlich gebrochen werden. Geld darf nur Mittel, niemals der Zweck menschlichen Handelns sein. Der Zweck sind allein die Menschen. Denen muß es dienen. Die politischen „Häuptlinge“ haben die Pflicht, dafür zu sorgen, daß Geld dem Allgemeinwohl dient. Weil sie das aus eigenem Antrieb nur in Ausnahmefällen tun, muß die Öffentlichkeit dafür sorgen, daß sie es tun.
Prof. Querulix redet auch Tacheles. Seit einigen Jahren gibt der eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital seine zeitlos-zeitkritischen Kommentare zum bunten Treiben der sogenannten Eliten der Menschenwelt gesammelt als eBooks heraus. In Kürze erschein der 6. Band. Er ist ab Mitte April beim eVerlag und später auch in allen gut sortierten (Internet-)Buchhandlungen für die gewohnten 9,95 Euro zu haben.
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