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Corporate Newsroom: Definition, Organisation und Beispiele aus der Praxis

Hervorragende Leistungen und Produkte zu entwickeln, ist die eine Seite. Diese aber so zu präsentieren, dass sie von den Märkten und Zielgruppen authentisch und seriös wahrgenommen werden, steht auf der anderen Seite der Medaille. Im digitalen Zeitalter gilt es, die Themen zu priorisieren, die Orientierung an Kanälen ist out. Nun sind Marketing und Kommunikation gefragt, die eine andere Art der Organisation brauchen: den Corporate Newsroom.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Corporate Newsroom bezeichnet zweierlei: ein Organisationsmodell, mit dem Unternehmen ihre Kommunikation themenzentriert steuern – und den öffentlichen Online-Newsroom, also den Pressebereich mit allen Meldungen, Bildern und Kontakten.
  • Organisation: Im Newsroom-Modell arbeiten Themen- und Mediendesks unter Leitung eines Chefs vom Dienst kanalübergreifend zusammen – Themen stehen im Mittelpunkt, nicht Kanäle.
  • Einstieg ohne Budget: Wer regelmäßig Pressemitteilungen veröffentlicht, baut auf openPR automatisch ein eigenes Pressearchiv auf – verlinkbar, als RSS-Feed oder als Widget, das sich auf der eigenen Website von selbst aktualisiert.

Was ist ein Corporate Newsroom?

Corporate Newsroom © metamorworks - stock.adobe.com
Corporate Newsroom © metamorworks - stock.adobe.com
Die Vorstellung, es sei ein eigener Raum, vergleichbar mit den News- und Redaktionsräumen in Medienhäusern, greift zu kurz. Der Corporate Newsroom ist vielmehr ein Denkmodell, das nicht nach Unternehmensgröße und Struktur fragt, sondern sich an den Bedürfnissen und Erwartungen der Zielgruppen im digitalen Kosmos orientiert.

Dabei lohnt es sich, zwei Bedeutungen auseinanderzuhalten, die im Alltag oft vermischt werden. Zum einen steht Corporate Newsroom für das Organisationsmodell, um das es in diesem Beitrag zunächst geht: Marketing und Kommunikation arbeiten wie eine Redaktion, gesteuert über Themen statt über Kanäle. Zum anderen meint der Begriff – gerade bei kleineren Unternehmen – den Online-Newsroom: den öffentlichen Pressebereich einer Website, in dem Pressemitteilungen, Bildmaterial und Ansprechpartner gebündelt sind. Beide Lesarten gehören zusammen, denn das beste Organisationsmodell bleibt wirkungslos, wenn seine Ergebnisse nirgends sichtbar werden. Wie der eigene Online-Newsroom auch ohne Projektbudget gelingt, zeigt der vorletzte Abschnitt.

Wenn es bis vor einigen Jahren noch immer darum ging, eine gute Idee mit großartigen Kampagnen (TV, Print, Online) in den Markt zu transportieren, so stehen Marketing und Kommunikation aktuell die nahezu unendlichen Möglichkeiten der Digitalisierung zur Verfügung. Der Mensch im digitalen Zeitalter konsumiert News und Informationen beinahe rund um die Uhr. Er bloggt, postet, kommentiert, nimmt teil und entfernt sich dabei immer mehr von den traditionellen Medien. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, diesem dramatischen Medienwandel mit den passenden Konzepten zu begegnen.

 

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Wie funktioniert ein Corporate-Newsroom-Modell?

Wenn man ein Orchester beobachtet, dann bekommt man einen ersten Eindruck, wie ein Corporate Newsroom funktionieren kann. Im Orchester finden sich unterschiedliche Einheiten: die Bläser, die Streicher, Trommler, Bassisten. Es handelt sich dabei um getrennte Verantwortlichkeiten, jeder kennt seinen Platz und den Anteil, den er am Gelingen des zu spielenden Stückes hat. Der Wert eines Orchestermusikers sinkt vor allem mit seinem Versuch, ein Solist zu sein. Vorne am Pult steht der Dirigent, der die Vermittlerrolle zwischen Orchester und den Vorstellungen des Komponisten übernimmt. Im Corporate Newsroom übernimmt diese Rolle der „Chef vom Dienst (CvD)“, wobei der „Komponist“ vergleichbar mit der unternehmensweiten Kommunikationsstrategie ist (Strategie-Team).

Die neuen Paradigmen beim Corporate-Newsroom-Modell

1. Weg mit dem Kontrollwahn: Kommunikation im digitalen Zeitalter basiert vor allem auf zeitnaher Interaktion. Professionelles Monitoring, bei Bedarf auch rund um die Uhr, ist angesagt. Die althergebrachten hierarchischen Strukturen mit langen Entscheidungswegen lassen das kaum zu. Heutzutage müssen die Verantwortlichen umgehend reagieren. Ob X, LinkedIn und Co.: Eine schnelle und authentische Reaktion erhöht das Vertrauen und ist ein Zeichen von hoher Professionalität. Wenn Diskussionsbeiträge erst langwierige Freigabeprozesse durchlaufen müssen, ist ein erfolgreicher Dialog mit den Zielgruppen schon mal infrage gestellt.

2. Die Themen sind entscheidend, sie stehen im Mittelpunkt der Aufgaben von Marketing und Kommunikation. In der digitalen Welt bewegen sich Inhalte und Botschaften rasend schnell, sie werden über unzählige Plattformen empfangen und gesendet. Das Übermaß an Informationen kann zur Verwirrung führen und dazu, dass die Konsumenten überfordert werden. Deshalb entscheiden diese in aller Regel nach einem Muster, um dem „Information Overload“ zu entgehen:

  • Wie wichtig ist diese Information?
  • Lohnt sich der Aufwand, sich damit zu befassen?
  • Kann ich der Quelle vertrauen oder eher nicht?

Die Herausforderung für Marketing und Kommunikation besteht nun darin, die richtigen Themen zur richtigen Zeit zu transportieren.

3. Neue Brücken bauen: Für Unternehmen gehen mit dem Ausmaß, in dem die sozialen Medien und Communities an Wichtigkeit gewinnen, bedeutende Teile der Wahrnehmung verloren. Es geht um eine neue Art, die Aufmerksamkeit zu erringen, neue Brücken zu Zielgruppen und Märkten zu bauen. Bei der Organisationsform des Corporate Newsroom ändert sich Grundsätzliches, da Kampagnen nun aus der Sicht des Themas zu betrachten sind.

Organisation: Positionen, Rollen und Aufgaben im Corporate Newsroom

Der Corporate Newsroom basiert auf einigen sehr klaren Organisationsprinzipien:

  • One Voice Policy: integrierte Kommunikation unabhängig von Kanälen und Medien
  • Agile und flexible Strukturen verhindern „Doppelarbeit“
  • Klare Orientierung an Themen
  • Transparenz
  • Wissensmanagement
  • Fähigkeit zum Dialog mit den Zielgruppen und zur schnellen Reaktion
  • Flache Hierarchien, kurze Abstimmungswege, hohe Bereitschaft zu offenem Dialog

Rollen im Corporate-Newsroom-Modell

Strategie-Team © Jacob Lund - stock.adobe.com
Strategie-Team © Jacob Lund - stock.adobe.com
Empfohlen wird der Aufbau in vier Ebenen:

1. Strategieteam:

  • Personalverantwortlich;
  • sachliche Zuständigkeit;
  • finales Entscheidungsrecht, Weisungsrecht inhaltliche Fragen betreffend;
  • strategische Planung der Themen, Aufbau einer übergeordneten „Cover-Story“ und Setzung von Prioritäten, bezogen auf übergeordnete Themen;
  • Budgetverantwortung.

2. Chef vom Dienst (CvD-Team):

Gestaltung und Planung der operativen Kommunikation, Vermittler zwischen Themen- und Medienmanagement. Das CvD-Team stellt die Umsetzung der übergeordneten Strategie sicher und integriert sie in das Tagesgeschäft. Zugeordnete Aufgaben:

  • Teil des Strategieteams;
  • Steuerung der Themen und Medien, Leitung von Konferenzen und Besprechungen;
  • Entscheidung über Planungstools, ihren Einsatz und deren Wartung;
  • Entscheidet über Vorschläge der Medien- und Themenbereiche.

3. Themenmanagement (Themendesk):

Erstellung von Content (Texte, Bilder, Sprache) in Abstimmung mit den Fachabteilungen. Teilnahme an Redaktionskonferenzen. Aufgaben des Themenmanagements:

  • Verantwortung über zugewiesenen Themenbereich;
  • Schnittstelle zwischen Fachabteilungen, Unternehmensteilen, Stakeholdern und Behörden.
  • Pflege und Gestaltung des internen und externen Netzwerks.
  • Erkennen von relevanten Themen und die Möglichkeiten der Positionierung.
  • Ideenbringer für die Konferenz.
  • Identifizierung von Themen mit kritischer Relevanz und deren inhaltliche Aufbereitung.
  • Steuerung von übergreifenden Projekten und Kampagnen, die einen Bezug zum eigenen Themenbereich haben.  

4. Medienmanagement (Mediendesk):

Betreuung der Kanäle und Medien, über die das Unternehmen kommuniziert. Herausforderungen sind das Entstehen neuer Kanäle und der Bedeutungsverlust „alter“ Medien. Das Medienmanagement besteht, abhängig von der Unternehmensgröße und dem Umfang der Kanäle, aus einer oder mehreren Personen mit diesen Kernaufgaben:

  • eigene Plattform entwickeln;
  • tiefgehende Kenntnis der Zielgruppen;
  • Betreuung der Kanäle;
  • Qualitätsverantwortung für den Kanal;
  • Abgleich, welche Themen für ein Medium / Kanal geeignet sind (Vorschlagsrecht);
  • Prüfung der Inhalte, ob sie den Anforderungen des Kanals / Mediums entsprechen;
  • Erfolgskontrolle, Monitoring;
  • Budgetkontrolle;
  • aktive Pflege der sozialen Medien und Kanäle.

 

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In manchen Fällen sind weitere Rollen denkbar, bspw. für

  • Datenanalyse;
  • Servicedesk;
  • Fachexperten;
  • Administration und Wartung der Infrastruktur;
  • Experten für die Produktion von Inhalten (Content) und Aufbereitung der zu verteilenden Medien (Bild, Film, Ton).
openPR.de-Tipp: Im Konzept des Corporate Newsroom lautet die Kernstrategie: „Zuerst das Thema, dann der Kanal“. Im Endeffekt bedeutet dies, dass ein relevantes und aktuelles Thema über viele Kanäle (Blog, Print, digitales Event) in die jeweils passenden Zielgruppen / Zielmärkte transportiert wird.

Mit der an die Erfordernisse des Unternehmens angepassten Content-Strategie werden Themen identifiziert, Prioritäten gesetzt, Analyse und Monitoring geplant. Sehr oft findet ein Themenplanungstool Einsatz, welches bei der Findung unterstützt, die Ergebnisse sortiert und priorisiert.

Grundzüge der Themenplanung

Themen- und Terminplanung © mizar_21984 - stock.adobe.com
Themen- und Terminplanung © mizar_21984 - stock.adobe.com
Um alle relevanten Informationen zeitgerecht und vollständig zu erfassen, kann folgende Struktur helfen:

1. Verwaltung und Planung der Ideen

  • Überschrift, Teaser, Beschreibung

2. Themenmanagement

  • Termine, Fristen
  • geplante Medien
  • Assets
  • verwandte Themen
  • Recherche

3. Terminplanung

  • Zeitpunkt
  • Ort
  • Anlass
  • Ansprechpartner / Verantwortliche

Strukturierter Informationsaustausch mittels Konferenzen

Unter einer Konferenz versteht das Corporate-Newsroom-Modell den organisierten Austausch über Inhalte und Themen. In aller Regel passiert das einmal am Tag, meist am Morgen. Solche Konferenzen brauchen Struktur und gute Vorbereitung. Einberufen werden sie vom Chef vom Dienst. Konferenzen unterstützen bei der Gestaltung des Arbeitstags und sind unerlässlich, um relevante Informationen zu teilen.

Prozesse im Corporate Newsroom

Prozess

Vorgang

Rolle

Aktivität

1. Eingang

Thema wird bekannt

Themendesk

Festlegung, Eintrag in Thementool-Liste

2. Bewertung

Klärung der Relevanz

Konferenz

  • strategischer Wert / Ziel
  • Zielgruppen
  • Kanäle
  • Content und Formate
  • Zeitplanung
  • Aufgaben
  • Zuständigkeiten
  • Ressourcen
  • Freigabe

3. Planung

Gesamtkonzept mit Aufgaben und Ergebnissen

Chef vom Dienst-Team

  • schriftliche Festlegung
  • Briefing für die Produktion

4. Produktion

Absprache mit Mediendesk

Themendesk

  • Erstellung der Materialien
  • Koordination der Formate für die Medien

5. Freigabe

Übermittlung zur Kontrolle an Fachbereich

Themendesk

  • Kontrolle und ggf. Freigabe durch den Fachbereich

6. Anpassung

Aufbereitung für die Kanäle in Absprache mit Themendesk

Mediendesk

  • Übernahme des Materials und Anpassung an die geplanten Medien (Teaser und Content)

7. Publikation

Veröffentlichung auf den eigenen Kanälen

Themendesk

  • Qualitative und quantitative Messung sicherstellen

8. Analyse

Ergebnisse zusammenfassen

Chef vom Dienst

  • Abgleich mit den festgelegten Zielen

 

Der Online-Newsroom: das öffentliche Schaufenster der Pressearbeit

So anspruchsvoll der organisatorische Umbau ist, so greifbar ist die zweite Seite des Newsrooms: der öffentliche Pressebereich. Journalisten, die über ein Unternehmen berichten wollen, suchen zuerst dort – nach der aktuellen Meldung, nach Zahlen und Hintergründen, nach druckfähigen Bildern und einem erreichbaren Ansprechpartner. Finden sie all das mit wenigen Klicks, steigt die Chance auf Berichterstattung erheblich; müssen sie erst anfragen, wandert das Thema schnell auf den Stapel. Längst lesen aber nicht mehr nur Journalisten mit: Kunden informieren sich vor dem Kauf, Bewerber vor der Zusage, und auch Suchmaschinen und KI-Systeme greifen auf gepflegte Pressebereiche zu, wenn sie Fragen zu einem Unternehmen beantworten. Viele Unternehmen führen den Newsroom deshalb als Newsblog – wie sich das vom klassischen Corporate Blog unterscheidet und wann welcher Typ passt, zeigt der verlinkte Beitrag.

Inhaltlich muss ein Online-Newsroom kein Großprojekt sein. Den Kern bilden die aktuellen Pressemitteilungen und ein chronologisches Pressearchiv, ergänzt um eine kurze Pressemappe mit Unternehmensporträt, Logos und Bilder in Druckqualität sowie den Pressekontakt. Entscheidender als der Umfang ist die Aktualität: Ein Pressebereich, dessen jüngste Meldung zwei Jahre alt ist, wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet.

Pressearchiv statt eigener Newsroom: der Einstieg ohne Budget

Nicht jedes Unternehmen kann oder will dafür einen eigenen Bereich im Content-Management-System aufbauen und dauerhaft pflegen. Es gibt einen einfacheren Weg, der in der Praxis oft übersehen wird: Wer seine Pressemitteilungen regelmäßig über ein Presseportal veröffentlicht, baut dort ganz nebenbei einen eigenen kleinen Newsroom auf. Bei openPR sammelt das Pressefach automatisch alle Meldungen eines Unternehmens unter einer eigenen Adresse – chronologisch geordnet, mit Bildern und Pressekontakt. Dieses Pressearchiv wächst mit jeder Veröffentlichung, ohne dass es jemand pflegen muss. Je nach Tarif stehen ein Pressefach (openPR FREE), drei (openPR BUSINESS) oder zehn Pressefächer (openPR FLATRATE) zur Verfügung – nützlich für Unternehmen mit mehreren Marken oder für Agenturen, die mehrere Kunden betreuen.

Für die eigene Website gibt es drei Wege, dieses Archiv zu nutzen. Der einfachste: Der Menüpunkt „Presse“ verlinkt direkt auf das Pressefach – fertig ist der Pressebereich. Wer die Meldungen lieber auf der eigenen Seite zeigen möchte, bindet das Archiv als RSS-Feed ein oder nutzt die openPR-Widgets: ein kurzer HTML-Code, der sich in Schrift, Farben und Breite an das eigene Webdesign anpassen lässt und auf allen Geräten sauber darstellt. Das Widget aktualisiert sich von selbst – jede neue Pressemitteilung erscheint sofort auf der Unternehmenswebsite, ohne dass jemand Design oder Technik anfassen muss.

openPR-Tipp: Die Widgets sind kostenlos und in wenigen Minuten eingerichtet. So wird aus regelmäßiger Pressearbeit ein stets aktueller Online-Newsroom – auch für Unternehmen ohne eigene Pressestelle.

 

Beispiele / Best Practices in Unternehmen

Mittlerweile setzen eine Reihe von Unternehmen das Corporate-Newsroom-Konzept erfolgreich ein. Hier einige Beispiele dazu:


Deutsche Apotheker- und Ärztebank

  • Einführung 2016
  • Konzept: Verschmelzung von Marketing und Kommunikation ermöglicht themenzentriertes Arbeiten; umfangreiches Planungssystem; unterschiedliche Herangehensweisen, um Stärken zielgerichtet zu nutzen.
  • 20 Mitarbeiter
  • Kernaussage: Die Fähigkeit, über den eigenen Tellerrand zu blicken, bewahren, um rechtzeitig Trends und Entwicklungen zu erkennen.

Quelle: Zum Newsroom-Start Marketing und Kommunikation verschmolzen (lout.plus)


Deutsche Telekom

  • Einführung 2012; Projekttitel: Content Factory
  • Konzept: flache Hierarchien, offene Strukturen, vier verschiedene Themenpools. Newsroom-Modell arbeitet bereichs- und kanalübergreifend; eigens entwickeltes Planungstool, in dem relevante Informationen eingetragen werden. Tägliche Lagebesprechungen, wöchentlicher Ausblick.
  • Kernaussage: Plattform für crossmediale Planung und Produktion von Medieninhalten; 360-Grad-Medienproduktion über alle Kanäle; digitaler Dialog steht im Fokus.

Quelle: Telekom startet Content Factory | Deutsche Telekom


Rheinische Post

  • Einführung: 2014
  • Konzept: integrierter Newsroom in der Unternehmenszentrale; News-Desk bündelt alle Informationen und prüft auf Relevanz; Optik-Desk gestaltet Content (Bilder, Grafik) für alle Kanäle (Zeitung, Portale, App).
  • Kernaussage: Journalismus auf allen Kanälen, aus einer Hand.

Quelle: Rheinische Post: Neuer Newsroom (rp-online.de)


DATEV

  • Einführung: 2015
  • Konzept: Organisation nach Themen und Medien, täglich stattfindende Lagebesprechung; Themen- und Strategieteam, 2 Chefs vom Dienst; wöchentliche Redaktionskonferenz; Nutzung eines Planungstools.
  • Kernaussage: Newsroom hilft „Silos“ abzubauen; zukunftsfähige Ausrichtung der Unternehmenskommunikation.

Quelle: PRReport | Wie man einen Newsroom aufbaut

Häufige Fragen

Was ist ein Corporate Newsroom – einfach erklärt?

Ein Corporate Newsroom ist die Schaltzentrale der Unternehmenskommunikation. Nach innen beschreibt er, wie Marketing und Kommunikation wie eine Redaktion themenzentriert zusammenarbeiten; nach außen den Pressebereich, in dem alle Meldungen, Bilder und Kontakte eines Unternehmens gebündelt sind.

Was ist der Unterschied zwischen Newsroom und Pressearchiv?

Das Pressearchiv ist der Teil des Newsrooms, der alle bisherigen Meldungen chronologisch sammelt. Für kleine Unternehmen kann ein gepflegtes Pressearchiv – etwa das Pressefach auf einem Presseportal – die Aufgabe des Online-Newsrooms vollständig übernehmen.

Was kostet ein Corporate Newsroom?

Das Organisationsmodell kostet vor allem Zeit und Veränderungsbereitschaft, spezialisierte Newsroom-Software monatliche Gebühren. Der öffentliche Pressebereich dagegen ist kostenlos zu haben: über das Pressefach eines Presseportals samt RSS-Feed und Widget für die eigene Website.


Fazit

Corporate-Newsroom-Modell erfolgreich umsetzen © Maksim Kabakou - stock.adobe.com
Corporate-Newsroom-Modell erfolgreich umsetzen © Maksim Kabakou - stock.adobe.com
Das Newsroom-Konzept zielt auf die Reduktion von Komplexität, die Verteilung von Verantwortung und Aufgaben, die Konzentration auf Kompetenzen, bezogen auf die Unternehmenskommunikation. Der digitale Wandel bringt Marketing und Kommunikation an ihre Kapazitätsgrenzen, eine neue Organisation ist vonnöten. Das Newsroom-Modell basiert darauf, dass Kampagnen vom Thema aus designt und gedacht werden. So soll es gelingen, neue Brücken zu den Zielgruppen und Zielmärkten zu schlagen.

Es ist auch ein Konzept für Unternehmen, die es als notwendig erachten, den digitalen Medienwandel zu bewältigen. Allen voran steht die Entscheidung, die Organisationsstruktur des Unternehmens an die neuen Herausforderungen anzupassen. Abteilungen und Teams sind neu zu formieren, Aufgaben und Verantwortungen neu zuzuweisen. Dieser Change-Prozess kann eine Hürde sein, vor der manche Unternehmen zurückschrecken und sich die Frage stellen, ob ein derartiger Umbau wirtschaftlich gerechtfertigt ist. Grundsätzlich spricht wenig dagegen, das Modell einzuführen – und zwar unabhängig von Branche und Leistung. Bereits ab fünf Mitarbeitenden, die ihre Ideen und Projekte absprechen, kann sich das Modell als sinnvoll erweisen.

Fakt ist, dass es eines anderen organisatorischen Rahmens bedarf, wenn sich das Unternehmen zur digitalen Strategie bekennt. Fakt ist auch, dass die Vorstellung eines realen Raumes für den Newsroom zu kurz greift. Es kann ebenso der virtuelle Raum sein, der Marketing und Kommunikation zu einem gemeinsamen Orchester verbindet.

Nachteilig kann sein, dass es kein „Musterkonzept“ gibt, keine Hardcopy, die man über das Unternehmen stülpen kann. Es ist vielmehr ein Prozess, bei dem zwar das Ziel klar ist, allerdings unterschiedliche Wege dorthin führen.

 

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