(openPR) Die „Experten“ in den Notenbanken machen sich wahrscheinlich keine Sorgen, welche sozialen und politischen Folgen ihre Umverteilungspolitik von Arm zu Reich hat. An den Zusammenbruch ihrer Ponzispiele glauben sie offensichtlich sowieso nicht, fragen sich allenfalls, warum die gewünschte Inflation weiterhin ausbleibt. Die einzige Frage, die hinter der Politik der großen Notenbanken steht, dürfte lauten: wie nimmt man dem Mittelstand sein mit anständiger, produktiver Arbeit geschaffenes Vermögen ab, um es skrupellosen Schuldnern, Bankstern und Spekulanten in den gierigen Rachen zu stopfen? Was kann man noch tun, wenn es mit Aufkäufen von Anleihen im Billionenumfang sowie mit Null- und Negativzinsen zu langsam geht? Wie kann noch mehr Geld von der arbeitenden und sparenden Bevölkerung zu den Schuldnern und Spekulanten transferiert werden? Das scheinen die wichtigsten Fragen zu sein, die sich Draghi und Yellen derzeit stellen.
Die amerikanische FED ist eine Veranstaltung der Großbanken. Da ist die Interessenlage klar: gemacht wird, was dem großen Geld dient. Die Europäische Zentralbank hat jedoch nicht den Auftrag Banken, Bankstern und Großspekulanten dienen, sondern den Völkern, die von ihren Politikern in eine Währungsunion gezwungen wurden, die bereits mit Betrügereien begonnen hat. Deshalb ist es allmählich höchste Zeit, das verkorkste Projekt entweder zu beenden oder es auf eine Grundlage zu stellen, die mit der sozialen Verpflichtung allen politischen Handelns vereinbar ist. Es ist höchste Zeit, die Erledigung dieses Auftrages endlich einzufordern und sämtliche Politiker zum Teufel zu jagen, die der EZB weiterhin freie Hand lassen, ihren Auftrag zu versäumen und das Geschäft skrupelloser Schuldner und Spekulanten auf Kosten der großen Mehrheit der Völker zu besorgen.
Schließlich leben wir doch n o c h in einer Demokratie und nicht in einer Finanzdiktatur. Nachdem die Partei des großen Geldes auf eine Mitarbeit in der Regierung Deutschlands verzichtet hat und CDU/CSU nicht erwarten lassen, daß sie die Interessen des deutschen Volkes in dieser Hinsicht konsequent wahrnehmen, hat die SPD die Chance, in die Bresche zu springen. Nur ganz sicher nicht in einer großen Koalition unter Frau Merkel. Daß einige Abgeordnete der SPD – ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt – im Falle von Neuwahlen um ihre üppigen Pfründen bangen, ist nachvollziehbar. Das darf aber die Parteiführung nicht leichtsinnig machen. Denn wenn die SPD in einer nochmaligen großen Koalition unter Führung von Merkel weiterhin ihre Klientel verriete, wäre sie reif für den Abfallhaufen der Geschichte .
Deutschland steht am Scheideweg. Entweder es besinnt sich auf seine wahren Stärken, dann muß die Gesellschaft beisammengehalten werden. Das erfordert ein Ende zu machen mit der sozialen Spaltung, die verfügbaren unteren Einkommen kräftig zu steigern, die Altersarmut konsequent zu beseitigen, das Bildungssystem radikal zu reformieren und endlich in die Infrastruktur des Landes zu investieren. Dazu dürfen auch die hohen Einkommen stärker belastet werden.
Wenn die Regierung weiterhin nichts zur Stärkung des Zusammenhalts der Gesellschaft unternimmt und die EZB weiterhin freie Hand zur Ausbeutung der Sparer auf der einen und zur Mästung von Schuldnern und Spekulanten auf der anderen Seite hat, werden selbst die dickfälligsten Wähler einmal erkennen, daß sie bei diesem Spiel letztlich die Dummen sind. Dann werden sie wahrscheinlich die politische Landschaft schneller verändern als uns allen lieb sein kann – aus lauter Verzweiflung über die Untätigkeit (oder Unfähigkeit?) der Politiker, eine Politik für das allgemeine Wohl durchzusetzen.
Die Europäische Idee kränkelt ohnehin seit langem und die verunglückte Geburt der Europäischen Währungsunion verfällt mehr und mehr dem Siechtum. Die Lasten für die arbeitende Bevölkerung werden größer und größer. Warum diesen Ballast nicht einfach über Bord werfen? Die Helfer stehend inzwischen bereit.
Die Mehrheit der Deutschen will einen anderen Staat als ihn die Politiker und Lobbyisten von Sonderinteressen des großen Geldes wollen. Das gilt nach der Erfahrung des Verfassers auch für diejenigen, die nicht einmal wissen, welcher Politiker sich für welche Partei um einen Sitz im Bundestag bewirbt. In Frankreich, Italien und anderen europäischen Ländern ist es nicht viel anders. Die Unfähigkeit der „Eliten“, von ihrem Beuteschema abzusehen und zu erkennen, was zur Rettung des sozialen Friedens und der Sicherung politischer Stabilität in Europa notwendig ist, steigert die Spannungen zusehends. Wie gefährlich das ist, wissen wir Deutsche aus unserer jüngsten, aber leider (unser Bildungssystem!) nur noch wenigen unserer Landsleute hinreichend bekannten Geschichte. Wie in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts können engstirniges Klientel- und Besitzstandsdenken sehr schnell zu Konstellationen führen, die geeignet sind, die ganze Welt auf den Kopf zu stellen.
Die Geschichte lehrt uns, daß die Dummheit leider meistens siegt. Manchmal auf direktem Wege, oft eher auf verschlungenen Pfaden, aber für den aufmerksamen Beobachter dennoch erkennbar zielstrebig. Das räuberische Rudeltier „Mensch“ ist offensichtlich nicht in der Lage, seine Belange rational wahrzunehmen und zu regeln sowie den Erfordernissen der Erde wie auch den Belangen aller darauf lebenden Menschen angemessen gerecht zu werden. Dabei wäre sein Verstand durchaus in der Lage dazu. Aber die Beuteinstinkte sind eben stärker.
Aber deshalb die Hände in den Schoß legen? Die Dinge treiben lassen? Sich sogar aufgeben?
Wir treiben unweigerlich einer weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise entgegen, weil die Politiker – aus welchen Gründen auch immer – dem Banksterismus zu viel Entfaltungsspielraum lassen. Das große Geld und die mit Derivaten aufgeblähte Spekulationsmacht beherrschen inzwischen die Finanzwirtschaft. Banken dienen nicht mehr den Menschen und der gewerblichen Wirtschaft, sondern sich selbst und den (mit ihnen verbandelten) Großraffkes und Spekulanten. Die Herrschaft des Banksterismus wird, wenn die doch für diese Zustände verantwortlichen Politiker nicht eingreifen, infolge zu erwartender weiterer Aktivitäten der Notenbanken noch gestärkt werden. Damit nimmt auch die Macht der Notenbanken selbst weiter zu. Sie schwächen mit ihrer Umverteilungspolitik zu Gunsten der skrupellosen Schuldenmacher und der Spekulanten zunehmend die produktiven Kräfte und vernichten den sozialen Mittelstand. Wenn nicht entschlossene Politiker der EZB in den Arm fallen, werden sie es bald bereuen. Denn dann wird die Wut der Betrogenen und kalt Enteigneten alle Grenzen überschreiten.
Politik, auch das Handeln der Notenbanken muß den Menschen, dem Allgemeinwohl dienen. Wenn die Lobbydemokratur und das Klienteldenken der sogenannten Volksvertreter das verhindern, müssen wir Wähler sie in die Wüste schicken. Das ist Demokratie. Wenn gewählte Abgeordnete uns der Ausbeutung durch Notenbanken und deren Klientel ausliefern, müssen wir uns andere Abgeordnete wählen, die ihrer Aufgabe, nämlich dem Wohl des Volkes zu dienen, gerecht werden. Politik muß endlich wieder dem ganzen Volk dienen und nicht nur der Minderheit, die ihre Vertreter im Parlament sitzen hat.
Eine große Koalition nach dem Muster der vorangegangenen brauchen wir nicht mehr. Sie wird dem Zusammenhalt unserer Gesellschaft eher weiter größten Schaden zufügen als eine tragfähige Grundlage für sozialen Zusammenhalt und politische Stärke zu schaffen. Für die SPD käme sie einem politischen Selbstmord gleich. Martin Schulz könnte einer von CDU/CSU geführten Minderheitsregierung wohlwollende Opposition anbieten, soweit diese endlich die vorgenannten gesellschaftlichen Kernaufgaben konsequent erledigt. Das wäre gut für Deutschland.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit langem das fragwürdige Treiben der Menschentiere, vor allem das ihrer „Eliten“. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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