(openPR) „Zu allen Zeiten galt: Wo die Vernunft versagt und der Verstand der Menschen von Hormonen überflutet wird, da triumphiert Gewalt.“ (Prof. Querulix)
Die Gewalt hat viele Gesichter. Offen kämpft sie mit psychischen Mitteln, wie zum Beispiel Drohungen, oder mit physischen Mitteln. Letzteres geschah vor kurzem In Frankfurt anläßlich des 1,3 Milliarden teuren neuen Verwaltungsgebäudes der Europäischen Zentralbank. Weniger offensichtlich ist Gewalt, wenn sie juristische oder psychologische Mittel nutzt. Das ist zum Beispiel beim Streik der Fall.
Das Streikrecht ist ein von Arbeitnehmern schwer erkämpftes Verteidigungsrecht gegen Ausbeutung. Es abzuschaffen oder einzuschränken wäre juristische Gewaltanwendung. Denn es würde die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer gegenüber den Arbeitgebern erheblich schwächen. Auch das Streikrecht nur großen Gewerkschaften zuzugestehen, wäre ein schwerer Eingriff in die Selbstverteidungungsrechte der Arbeitnehmer gegenüber Ausbeutung.
Eine Schwäche des Streikrechts ist allerdings, daß es erhebliche Kollateralschäden anrichtet. So werden Streiks des Bahnpersonals oder der Piloten auf dem Rücken der Reisenden ausgetragen. Die bleiben auf ihren Schäden sitzen. Im Falle des nun schon zwölften Streiks der Lufthansa-Piloten ist das besonders pikant. Denn diese streiken auf allerhöchstem Niveau, nämlich für das Recht, mit dem Erreichen des 55. Lebensjahres aus dem Beruf auszuscheiden und bis zum Renteneintritt 60 Prozent ihres Gehalts weiter zu beziehen. Das können unter Umständen 90.000 bis 150.000 Euro sein. Streik also für ein Luxusproblem auf Kosten derer, die in der Mehrzahl nur einen Bruchteil der Ruhestandsbezüge verdienen.
Der Lufthansa-Vorstand möchte dieses Privileg einschränken, um Kosten zu sparen und mit den viel geringeren Personalkosten auslänischer Fluggesellschaften mithalten zu können. Aber natürlich möchten sie nicht an ihren eigenen Gehältern sparen. Die liegen weit höher als die der Piloten, ebenso die Pensionsansprüche, bringen aber in der summe natürlich weniger Einsparungen. Dennoch entbehrt das Vorhaben des Vorstands nicht der Scheinheiligkeit. Warum gehen sie nicht mit gutem Beispiel voran und kürzen kräftig ihre Gehälter und Boni?
Angesichts der nicht mehr mit Leistungen begründbaren Einkommen, die sich Vorstände und Aufsichtsräte von Aktiengesellschaften inzwischen genehmigen, wäre es sowieso moralisch geboten und sozial gerecht, die Vorstandsbezüge auf maximal das zehnfache des im Unternehmen gezahlten Tarifgehalts (oder vergleichbaren Entgelts) zu begrenzen. Wer damit nicht zufrieden ist, kann ja gehen. Es gibt genug fähigen Nachwuchs.
„Gewalt und Betrug sind die zwei Haupttugenden im Kriege“, diagnostizierte der englische Philosoph Thomas Hobbes vor über 350 Jahren.
Im Kriege befindet sich das Menschentier unaufhörlich. Lediglich die Intensität des Krieges wechselt und pendelt zwischen vermehrter Anwendung psychischer oder vermehrter Anwendung physischer Gewalt hin und her. Die gewalttätigen Frankfurter Demonstrationen zeigen das erschreckende Ausmaß von Frustration, das die offensichtliche Banksterherrschaft über die Politik inzwischen bei vielen Menschen erzeugt hat. Sparer und Kunden von Lebensversicherungen werden schleichend enteignet, um Banken zu retten, deren Vorstände und Bezieher von Millionengehältern sich verspekuliert haben. An den Renten sparen die Politiker ungeachtet der sich ausbreitenden Altersarmut, um Unternehmen die Sozialabgaben zu ersparen. Die EZB „druckt“ Geld wie wahnsinnig, um marode Banken zu stützen und vor einem möglichen Kollaps im Falle des Ausscheidens Griechenlands aus der Währungsunion zu schützen. Die zwangsläufige Folge der Geldvermehrung sind ein abstürzender Euro und importierte Inflation.
Die Frankfurter Exzesse sind die Reaktion auf die psychische Gewalt, die auf immer mehr Menschen von der polit-ökonomischen Herrscherklasse ausgeübt wird und ihnen zunehmend ihre Lebensperspektiven raubt. Prekäre Arbeitsverhältnisse breiten sich aus, Einkommen sinken, die Abhängigkeit von Sozialtransfers nimmt zu, Armut breitet sich aus. Andererseits erstickt eine Minderheit im Geld, das sie nicht verdient hat. Die Griechen sind am Zustand ihres Staates selbst schuld. Aber Griechenland ist in anderer, noch milderer Gestalt überall auf der Welt. Minderheiten beuten Mehrhaieten aus. Die Demokratie verkommt zusehends zu einer beutekapitalistischen Lobbydemokratur unter Führung der internationalen Großbankster, in der Menschen nichts weiter sind als Produktionsmittel. Sie müssen billig sein und dürfen keine Ansprüche stellen, sind eben nur Mittel zum Zweck derer, die sie Beschäftigen. Das macht Angst und – wenn angesichts des Versagens der Politik das Gefühl der Ohnmacht hinzu tritt – Wut.
„Gewalt wird oft mit moralischen Argumenten verurteilt, während das wahre Motiv der Verurteilung allein die Furcht ist, ihr selbst zum Opfer zu fallen.“ (Prof. Querulix) Wenn aber unsere Politiker so weiter machen, ist zu befürchten, daß die Furcht berechtigt ist.
Prof. Querulix wird die nach kurzer Pause nun wieder physisch gewalttätige, kriegerische Epoche der Menschheitsgeschichte weiter beobachten und kommentieren. Bisher sind vier eBooks mit seinen Beiträgen erschienen. Sie sind im eVerlag READ – Rüdenauer Edition autor Digital erschienen und dort wie in jeder guten (Internet-)Buchhandlung für je 9,95 euro erhältlich.
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