(openPR) Mit dem German Research Center for Equine Assisted Therapy (GREAT) sitzt in Konstanz ein interdisziplinäres Forschungszentrum, das sich die wissenschaftliche Untermauerung Pferdegestützter Interventionen zum Ziel gesetzt hat. Weiterhin soll die Wirksamkeit dieser außergewöhnlichen therapeutischen und pädagogischen Angebote in der Gesellschaft öffentlich gemacht werden. GREAT wurde 2011 als gemeinnützige Unternehmensgesellschaft (haftungsbeschränkt) gegründet und finanziert sich ausschließlich durch Forschungsgelder und Spenden. Neben der Konzipierung, Beantragung und Durchführung von Forschungsstudien im Feld der Pferdegestützten Intervention und Prävention dient GREAT als interdisziplinäre Anlaufstelle für alle Forschungsinteressierten national wie international in diesem Themengebiet.
Frau Dr. Annette Gomolla leitet als Diplom-Psychologin das Forschungsinstitut und gilt im Feld als versierte Fachfrau: „GREAT fungiert als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Praxis. Wir sammeln alle Forschungsaktivitäten und sind bemüht, die Ergebnisse den Fachkräften in der Praxis nahe zu bringen. Weiterhin setzen wir selbst die Ergebnisse in Forschungsstudien und Projekte um und evaluieren diese.“
Was nun aber ist Pferdestützte Intervention? Unter den Begriff fallen alle therapeutischen und pädagogischen Angebote, in denen Pferde als Medium eingesetzt wird. Hier sind als Arbeitsweisen die Reittherapie, Reitpädagogik und auch die Hippotherapie zu nennen. Das Pferd dient als Motivationsträger, so dass auch Klienten und Patienten erreicht werden können, die andere Verfahren ablehnen. Das Pferd ist als Herdentier sehr sozial und als Fluchttier extrem sensibel. Dabei ist es umfassend trainierbar, sehr lernfähig und geht gern in intensive Kommunikation mit dem Menschen. Nicht zuletzt ist es ein Reittier mit einzigartigen Schwingungsimpulsen, die sich körperlich wie psychisch positiv auf den Reiter auswirken.
Einsatz findet das Pferd heutzutage so gut wie bei allen geistigen und körperlichen Behinderungen, bei Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen, in der Frühförderung, in der Unterstützung der Ergo- oder Physiotherapie bei neurologischen Patienten oder in der Arbeit mit psychisch kranken Personen.
Als junge Richtung innerhalb der Pferdegestützten Interventionen ist die Pferdegestützte Psychotherapie zu nennen. Hier arbeiten Mediziner, Psychologen oder Pädagogen mit Zusatzausbildung als Psychotherapeuten in diesem Kontext mit dem Pferd als Medium.
In der psychotherapeutischen Arbeit bietet das Pferd Ansatzpunkte für eine Vielzahl von Themen wie Nähe und Distanz, Führung für sich und den anderen übernehmen, Vertrauen und Angst-regulation, sich tragen lassen und entspannen, um nur einige zu nennen.
Das Pferd fungiert in der Arbeit als Co-Therapeut, es zeigt dem Therapeuten Reaktionen auf den Patienten und gibt durch sein Verhalten dem Patienten wiederum Denkanstöße, die dann im psychotherapeutischen Gespräch bearbeitet werden.
Die Forschung zu den Pferdegestützten Interventionen erweitert sich stetig und das Einsatzspektrum von Pferden in Therapie und Pädagogik nimmt laufend zu. Eine Etablierung der Arbeit wird sich auch aufgrund der äußerst positiven Resonanz von Klienten und Patienten weiter fortsetzen.
„Mein bisheriges Leben würde ich als „Pferdefreie Zone“ bezeichnen. Die Anziehungskraft, die diese Tiere auf so machen Menschen ausübt, war mir unbegreiflich. Dementsprechend skeptisch sah ich den Stunden der Reittherapie entgegen. Die Zeit, die ich mit diesen wunderbaren Tieren verbringen durchfte, war mit großem Abstand die glücklichste seit langem. Beginnend mit dem Gefühl des Ausgeliefert seins, wechselnd über Wohlgefühl, Geborgenheit, Sicherheit und Vertrauen, mit einer Form der Liebe zu diesen Geschöpfen.“
Klientin aus der Reittherapie, 38 Jahre
Für mehr Information besuchen Sie die GREAT-Website (http://www.great-horses.org) oder
hören Sie den Beitrag von Wissenschaftsjournalist Marcus Schwandner auf SWR2:
http://www.swr.de/swr2/










