(openPR) Aktivitäten, Erfolge und Ausblicke des Berufsverbands für Fachkräfte Pferdegestützter Interventionen e.V.
Straelen, April 2016. Seit über vierzig Jahren werden Pferde in Therapie und Pädagogik erfolgreich eingesetzt. Seit rund zehn Jahren ist das Angebot von Weiterbildungs-einrichtungen enorm gewachsen, so dass zunehmend Reittherapeuten und -pädagogen der unterschiedlichsten Fachrichtungen auf den Markt drängen und ihre Leistungen anbieten. Aber erst seit drei Jahren gibt es eine professionelle, deutschland-weite Interessenvertretung sowohl für Fachkräfte als auch Klienten, die sich in dem weiten und oft unübersichtlichen Feld pferdegestützter Interventionen zurecht finden müssen. Der Berufsverband für Fachkräfte Pferdegestützter Interventionen (kurz PI) mit Sitz in Straelen am Niederrhein hat im Sommer 2013 seine Arbeit aufgenommen und stellt die erste deutschlandweite berufspolitische Vertretung für Fachkräfte in diesem Bereich dar. Vor diesem Hintergrund hat es sich der PI unter anderem zur Aufgabe gemacht, eine angemessene Honorierung von Fachkräften durchzusetzen, die Anerkennung bei Kostenträgern voran zu treiben sowie Kooperationen mit anderen Verbänden, Einrichtungen und Weiterbildungsinstituten zu realisieren. Der Verband steht heute für hochwertige pädagogische und therapeutische Angebote mit Pferden sowie artgerechte Haltung, Ausbildung und Einsatz der Tiere – und zieht eine Zwischenbilanz.
Berufsverband TRaB e.V. neuer Kooperationspartner
Als jüngsten Erfolg kann der Berufsverband PI die Kooperation mit dem TRaB e.V., dem Berufsverband der Reitpädagogen im Großraum München, verbuchen. „Der TRaB ist für uns ein sehr bedeutender Partner und seine Mitgliedschaft im PI setzt ein wichtiges Zeichen, die in Deutschland vorhandenen Kräfte in der Interessenvertretung der Fachkräfte zu bündeln. Unsere Mitglieder können nur profitieren von einer solchen Kooperation, denn der TRaB bringt mit seiner über 20jährigen regionalen Tätigkeit sehr wertvolle Erfahrungen in den PI ein“, freut sich die 1. Vorsitzende Ute Slojewski über den neuen Kooperationspartner, der seit März diesen Jahres mit an Bord ist.
Was dürfen Pferdegestützte Interventionen kosten?
Die völlig unzureichende wirtschaftliche Situation vieler Reittherapeuten und –pädagogen veranlasste den Berufsverband PI dazu, eine Arbeitsgruppe für die Erarbeitung von Honorarrichtlinien zu gründen. Nach anderthalb Jahren Austausch, Evaluierung und Entwicklung präsentierte der Berufsverband im Sommer letzten Jahres seinen Mitgliedern eine fundierte Richtlinie, in deren Rahmen eine wirtschaftliche Honorierung Pferdegestützter Interventionen erfolgen kann. „Wir sind der Meinung, dass die wertvolle Arbeit, die die Fachkräfte der PI und ihre Pferde gemeinsam für ihre Klienten leisten, auch angemessen honoriert werden muss“, so Ute Slojewski. „Darum setzen wir uns dafür ein, dass sich eine Berufstätigkeit in diesem Bereich auch wirtschaftlich rechnet und eine Existenz ermöglicht“. Ausnahmen und niedrigere Honorare seien nur da nachvollziehbar, wo pferdegestützte Angebote z.B. mit Subventionierung durch Sponsoren, Stiftungen oder Vereine realisiert werden. Für viele Fachkräfte bedeuten die vom Verband empfohlenen Preise eine Erhöhung ihrer Honorare – was nicht jeder wagt oder will. Erste Resonanzen von Mitgliedern, die gegenüber Klienten und Institutionen höhere Preise durchsetzten, zeigen aber, dass eine angemessene Honorierung und klare Honorarstruktur durchaus akzeptiert wird. Die Richtlinie kann von allen Mitgliedern des PI auf der Website www.berufsverband-pi.de kostenlos herunter geladen werden.
Qualität in der Weiterbildung
Die Leitlinien für qualifizierte Weiterbildung wurden im Herbst 2015 fertig gestellt. Ziel ist es, einheitliche Standards in der Weiterbildung zu schaffen und langfristig eine hohe Qualität in der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften für pferdegestützte Interventionen zu etablieren. Außerdem sollen keine fachfremden Interessenten aus nicht-sozialen Berufsgruppen mehr in Weiterbildungen geschult werden können. Der Berufsverband evaluierte bei den derzeitigen Weiterbildungsangeboten vor allem die Ausbildungsinhalte, den Stundenumfang und die Standards bei den Dozenten. Bisher sind überwiegend Absolventen der Weiterbildungsinstitute SG-TR, DKThR, IPTh, PIRT und AGRT in den Berufsverband aufgenommen worden. Aber es laufen auch intensive Gespräche mit anderen Weiterbildungsträgern zu Ausbildungsinhalten und Qualitätsstandards, um die Qualität in der Weiterbildung weiter zu festigen. Die Weiterbildungsrichtlinien sind ebenfalls im Mitgliederbereich auf der Homepage des PI einsehbar.
Zertifizierung von Therapiebetrieben
Ein noch in der Entwicklung befindlicher Qualitätsbaustein für die Mitglieder des PI soll die Zertifizierung von Therapiehöfen sein. Dabei sollen sowohl die Anlage als auch Haltung und Ausbildungsstand der Pferde und die Dokumentation der Therapiestunden als Bewertungsgrundlage heran gezogen werden. Eine eigens für dieses Thema gegründete Arbeitsgruppe des PI arbeitet an der Umsetzung und Realisierung.
Mehr Öffentlichkeitsarbeit
„In den ersten Jahren haben wir sehr viel Basisarbeit geleistet, Arbeits- und Regionalgruppen ins Leben gerufen, wichtige Leitlinien und einheitliche Standards für Ausbildung und Honorierung der Fachkräfte in der PI erarbeitet. Jetzt ist es an der Zeit, verstärkt in die Öffentlichkeit zu gehen“, fasst Ute Slojewski zusammen. So hat der Berufsverband PI Kontakt zu den Landesjugendämtern aller Bundesländer aufgenommen und sich als kompetenter Ansprechpartner im Feld der Pferdegestützten Interventionen positioniert. „Wir wollen die Mitarbeiter der Jugendämter unterstützen, fachlich hochwertige pferdegestützte Angebote leichter beurteilen zu können“, erläutert die 1. Vorsitzende. „Außerdem sehen wir es als unsere Aufgabe an, den Mitarbeitern der Jugendämter bei Fragen und Anliegen dazu zur Seite zu stehen. Denn sie müssen ja über die Bewilligung therapeutisch-pädagogische Angebote für ihre Klienten entscheiden.“ Darüber hinaus soll im Lauf der nächsten Jahre auch verstärkt in Kontakte mit der Presse und Lobbyarbeit investiert werden.
Auch die Forschungsarbeit im Bereich der Pferdegestützten Interventionen ist ein wichtiges Thema für den Berufsverband PI. Den Fachkräften aus der Praxis ist natürlich bekannt, dass mit pferdegestützten Maßnahmen positive und nachhaltige therapeutische und pädagogische Erfolge erzielt werden können. Dass dies zunehmend auch wissenschaftlich belegt ist, wissen nur wenige. So belegen Studien insbesondere die Wirksamkeit von pferdegestützten Interventionen bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten, Menschen mit Essstörungen, PTBS oder körperlichen Beeinträchtigungen wie Multipler Sklerose. In Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut GREAT in Konstanz nutzt der Berufsverband PI diese Forschungsergebnisse, um die wertvolle Arbeit, die Reit- und Co-Therapeuten leisten können, in die Öffentlichkeit zu transportieren und die Wirksamkeit pferdegestützter Interventionen zu untermauern.
Nur gemeinsam sind wir stark!
Inzwischen gibt es acht Regionalgruppen in allen deutschen Landesteilen. Sie stellen eine Plattform für gegenseitige Unterstützung und kollegialen Austausch der Mitglieder des Berufsverband PI in der jeweiligen Region dar. Auch werden innerhalb der Regionalgruppen z.B. gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen realisiert, für die jeder Einzelne alleine keine Kapazität hätte. Welche Regionalgruppen bereits existieren, kann auf der Website des PI im Mitgliederbereich eingesehen werden. Wer in seiner Region noch eine eigene Regionalgruppe gründen möchte, wird vom Vorstand tatkräftig unterstützt. Neue Interessenten in den bestehenden Regionalgruppen sind herzlich willkommen, denn auch hier greift das Motto des PI „Nur gemeinsam sind wir stark!“.
Neben interessanten Weiterbildungen bietet der Berufsverband PI seinen Mitgliedern Unterstützung in rechtlichen und steuerlichen Fragen an. So kann jedes Vollmitglied sowohl eine kostenlose steuerliche als auch eine rechtliche Erstberatung in Anspruch nehmen. Auch für Existenzgründer gibt es spezielle Beratungsangebote.








