(openPR) BERLIN/BRÜSSEL. Nach dem Rauswurf einer jungen, stillenden Mutter aus dem Cafe „Barn Roastery“ in der Schönhauser Allee und einer daraus entstandenen online-Petition für den besseren Schutz stillender Mütter, geht die Berliner Familien-Partei nun in die Gesetzesoffensive. In einem Schreiben an Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) betont Arne Gericke die „offensichtlich vorliegende Diskriminierung aufgrund des Geschlechts“ und fordert „zielgenau, gesetzliche Maßnahmen auf Landesebene“. Und der Sozialpolitiker erklärt sogar wie: „Eine Novellierung der Berliner Gaststättenverordnung kann ein ‚Recht auf Stillen‘ vorsehen. Akzeptiert ein Gastronom das nicht im gesamten Gastronomie-Bereich, sind spezielle Stillbereiche auszuweisen. Ein Stillverbot ist ausgeschlossen“ – ein Ansatz, den Gericke in vollem Einklang mit dem Gaststättengesetz des Bundes sieht: „Auch Rauchverbot, Barrierefreiheit und Anzahl der Toiletten werden so geregelt.“
Unterstützung bekommt Gericke dabei von Oliver Prutz, Landesvorsitzenden der Familien-Partei: „Uns haben in den letzten Tagen zahlreiche Zuschriften von jungen Müttern erreicht, die um genau diese politische Unterstützung bitten. Stillen ist das Natürlichste der Welt – und wer ein Problem damit hat, der hat selbst ein Problem.“ Entsprechend müsse sich der Gesetzgeber auch auf die Seite der Stillenden und ihrer Säuglinge stellen. „Das sagen nicht nur wir als Familien-Partei, das bestätigen inzwischen ja auch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, das Bundesinstitut für Risikobewertung und viele andere.“
Gericke selbst verfolgt das Thema nicht erst seit gestern: „Kurz nach meinem Einzug ins Europaparlament habe ich – in vielen Gesprächen mit jungen Müttern und Vätern – erkannt: Hier müssen wir etwas tun, egal auf welcher politischen Ebene.“ Gericke hat genau deshalb im vergangenen Sommer die Schirmherrschaft für die Internet-Initiative „Projekt Mama stillt“ übernommen und selbst einen „Stillkalender 2016“ herausgegeben. Gemeinsam mit Kollegen aus 12 anderen EU-Staaten hat er im Europaparlament die Kampagne www.stillender-stern.eu angestoßen. Europaweit soll das freundliche Signet eines „stillenden Sterns“ stillenden Müttern und ihren Säuglingen den Weg zu ausdrücklich „stillfreundlichen Orten“ weisen. Der Erfolg der vor drei Wochen gestarteten Aktion hat selbst den Europaabgeordneten überrascht: „Allein in Deutschland zeichnet der Stern inzwischen über 400 stillfreundliche Orte aus, täglich erreichen uns 5 bis 10 neue Anfragen.“
Gesetzlich begleitet Gericke die Kampagne mit einer Resolution „zur Förderung des Stillens in Europa und zu dessen Vorteilen für die Gesundheit“ (written declaration 09/2016). Bis Anfang Mai hat der engagierte Abgeordnete Zeit, mindestens 300 Europaparlamentarier davon zu überzeugen: „Wir sind auf einem guten Weg“. Parallel aber dreht er an zwei weiteren, europapolitischen Rädchen: „Als Doppelberichterstatter meiner EKR-Fraktion für die EU-Mutterschutzrichtlinie will ich ein klar formuliertes, europaweites ‚Recht auf Stillen‘. Parallel dazu werde ich den aktuell diskutierten ‚accessibility act‘ über den barrierefreien Zugang zum EU-Binnenmarkt nutzen, das Thema Stillen in Cafes, Einkaufszentren,… einzubringen.“
Unterstützung hat Gericke auch der Berliner Johanna Spanke und ihrer online-Petition signalisiert: „Auch das Allgemeine
Gleichstellungsgesetz des Bundes bietet Raum für ein nationales ‚Recht auf Stillen‘ – Vorbild ist dafür der ‚Equality Act‘ aus Großbritannien. Keiner kann sagen, es geht nicht. Wir sind auf einem guten Weg -und ich hab Ausdauer. Stillfeindliches Verhalten ist destruktiv. Dem kann man nur konstruktiv begegnen.“













