(openPR) P-FIT ist kein Trainingscamp für Gehirnzellen, sondern ein dezentrales „Intelligenz-Netzwerk“ im Gehirn. Doch nicht nur das „Wo“ ist bei der Schlauheit wichtig. Psychologen versuchen ihrem Geheimnis beispielweise mit IQ-Tests auf die Spur zu kommen. Was machen Menschen aus ihren Anlagen und warum haben manche mehr Erfolg als andere? Das können die abgefragten mathematischen und verbalen Fähigkeiten nicht beantworten, bemängeln Kritiker. Deshalb schlagen sie Konzepte der multiplen Intelligenzen vor. 1, 2, 3 – zu viele?! Nur ein Thema, dem sich die Informationsplattform www.dasgehirn.info im aktuellen Schwerpunktthema „Intelligenz“ widmet.
Grips, Gehirnschmalz oder Geisteskraft: Intelligenz ist jeher eine der wichtigsten Eigenschaften, um Erfolg im Leben eines Menschen tendenziell vorherzusagen. Das bewiesen schon diejenigen Helden des antiken Mythos, die auf Scharfsinn setzten. So befreite Ödipus die Stadt Theben, indem er das Rätsel der Sphinx löste. Heute wäre das Rätsel sicherlich die Frage nach der exakten Definition der Intelligenz. An der richtigen Antwort scheiterten die meisten. Jeder wisse, wovon die Rede ist, aber eine exakte Definition sei unmöglich, erklärt Psychologe Ernst Pöppel in einem Interview. Denn die Begriffsbestimmung ist mit neuen Intelligenzkonzepten noch schwieriger geworden.
Ein Kopf – multiple Intelligenzen?
Seit den achtziger Jahren sind verschiedene, kaum zusammenhängende Konzepte der Intelligenzen hinzugekommen. Mit der „Emotionalen Intelligenz“ erklärt Daniel Goleman beispielsweise, wie manche Menschen kritikfähiger im Berufsalltag sind als andere. Viele Lehrkräfte und Eltern zeigen sich begeistert. Massive Kritik äußern jedoch Psychologen: zu unscharf, zu willkürlich oder kaum verlässlich prüfbar sind die neuen Spielarten. Einen Gegenbeweis zu den multiplen Intelligenzen trat 2006 die Forschungsgruppe um die Psychologin Beth Visser an. Sie stellten fest, dass visuell-räumliche, soziale und die allgemeine Intelligenz doch zusammenhängen. Auch die Bildungsforscherin Elsbeth Stern unterscheidet Intelligenz von so genannten Soft Skills, den Deutschen als soziale Kompetenz bekannt. Die Wissenschaftlerin erklärt, dass kognitive Intelligenz nicht einfach zu erlernen sei. „Menschen unterscheiden sich in der Effizienz, mit der ihr Gehirn arbeitet und diese Unterschiede sind genetisch mitbedingt.“ Sie ist ein „Startkapital“, aber kein Selbstläufer. Denn Leistungsmotivation, Selbstdisziplin und Interesse müssen hinzukommen. Interessen, Belastbarkeit oder Frustrationstoleranz zählen zur sozialen Kompetenz und sind stärker zu beeinflussen.
Intelligenz in Zahlen
„Intelligenz ist, was ein Intelligenztest misst“, nahm Edwin Boring im Jahre 1923 an. Manche Wissenschaftler bemängeln, dass die IQ-Tests nur einen bestimmten Teil an Fähigkeiten abfragen. Persönlichkeitsmerkmale wie Ehrgeiz und Empathie werden nicht erfasst. Andere Kritiker beklagen den textlastigen Standford-Binet-Test, der Menschen mit sprachlichen Verständnisschwierigkeiten bei den Aufgaben vor quasi unlösbare Probleme stellt. Nichtsdestotrotz ist das Konzept des IQ bis heute ein Erfolg. Die Einfachheit ist wohl sein Geheimnis: Nur diese eine Zahl ermöglicht, in der Wissensgesellschaft den eigenen Platz zu finden. Zwei Drittel der Bevölkerung verfügt über einen IQ zwischen 85 und 115. Allerdings bleibt dieser Wert nicht über Generationen konstant. Der Flynn-Effekt besagt, dass nachfolgende Geburtenjahrgänge jährlich 0,2 bis 0,4 IQ-Punkte zulegen. Vermutlich beruht der rasante Anstieg auf schulischer Bildung und besserer Ernährung. Und auch das Individuum ist nicht immer gleich intelligent: Die intellektuelle Leistungsfähigkeit gleicht – über die Lebenszeit hinweg betrachtet – einer Berg- und Talfahrt.
Die gute Nachricht zum Schluss: Da die Intelligenz durch Gene und Umwelt geprägt wird, hat der Mensch bis zu einem gewissen Grad das Schicksal seiner Intelligenz selbst in der Hand.












