openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Fühlen – die ultimative Streichelformel und der Schmerz

10.03.201417:15 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Eine körperwarme Hand bewegt sich fünf Zentimeter pro Sekunde mit leichtem Druck über die Haut. Diese ideale Streichelformel fanden Forscher heraus. Und bei zwei Quadratmeter Haut ergeben sich viele Gelegenheiten. Es gibt natürlich auch unangenehme Empfindungen wie Verbrennungen und Schmerzen. Manche spüren davon zu viel: Beim chronischen Schmerz laufen die Rezeptoren Amok. Andere spüren eine Hand, die nicht mehr da ist. Und manche wiederum fühlen überhaupt nichts. Das Onlinemagazin berichtet im März über das Fühlen und geht der Wichtigkeit von Berührungen, Tast- und Temperatursinn sowie Schmerz nach. Denn ohne Berührungen würde der Mensch gewissermaßen „blind“ durch die Welt laufen.



Kitzeln kann man sich auf keinen Fall alleine, es braucht eine andere, fremde Hand. Denn das Gehirn erwartet die Berührungen der eigenen Hand – davon gingen Forscher bisher aus. Australische Neurowissenschaftler untersuchten dieses Phänomen nun mit Hilfe der Körpertausch-Illusion: Studienteilnehmer waren mit Kamera und Spezialbrille ausgestattet. So sahen sie nicht nur mit ihren, sondern auch mit den Augen des Gegenübers. Dadurch verwirrt, wussten die Probanden letztlich nicht mehr, ob sie die eigene oder eine fremde Hand berührten. So müsste man sich doch auch selbst kitzeln können?! Das funktionierte aber nicht. Demzufolge konnten die Forscher beweisen, dass das Gehirn nicht wie angenommen, die Berührungen erwartet.

Neben Kribbeln und Streicheln gibt es viele andere Empfindungen, die das somatosensorische System dem Menschen beschert. Fast 20 Rezeptortypen helfen dabei, die Welt mit dem sechsten Sinn kennen – ja fühlen – zu lernen. Da dieser Sinn oft vernachlässigt wird, widmet sich das Onlinemagazin www.dasgehirn.info im Monat März dem Fühlen.

Fühlen lässt sich nicht abschalten
“Im Gegensatz zum Sehsinn, den wir nachts ausschalten, ist der Tastsinn immer 'on'”, sagt Martin Grunwald, Leiter des Haptik-Labors an der Universität in Leipzig. Rund um die Uhr nimmt der Mensch physikalische Reize wie Druck, Vibration und Temperatur auf. Über den Tastsinn erfährt man mehr und lernt sogar für das Leben." Häufig sind die Hände schon einen Schritt voraus und offenbaren ein Wissen, das dem Bewusstsein noch nicht zugänglich ist", bestätigt auch Gesten-Forscherin Susan Goldin-Meadow von der Universität Chicago. Eine Langzeitstudie von Wissenschaftlern der Universität Florida belegt, Kinder, die früh mit Bauklötzen spielen, erzielen später bessere Ergebnisse in Mathematik. “Der Mensch ist insgesamt ein Lernorgan, das sich nicht auf einzelne Sinne reduzieren lässt”, sagt Martin Grunwald. Daher müsse auch der Tastsinn gefordert sein: “Wir sind haptische Wesen, die ein Bedürfnis nach Interaktion mit der Umwelt haben.”

Fühlen ist lebenswichtig
Schmerz zu empfinden, ist zwar unangenehm, aber überlebenswichtig. Die berühmt, berüchtigte Herdplatte ist das Beispiel schlechthin. Der Temperaturreiz gelangt von den Nozizeptoren über das Rückenmark ins Gehirn. In der somatosensorischen Hirnrinde wird das schmerzhafte Gefühl als solches interpretiert. Allerdings spüren manche Menschen nur noch Schmerz. Bei ihnen reagieren die Rezeptoren über. Die Nervenimpulse verselbständigen sich, die Zelle kann nicht mehr abschalten: Sie hat ein so genanntes Schmerzgedächtnis entwickelt. Der Schmerz ist nicht länger ein nützliches Warnsignal – er ist selbst zur Krankheit geworden. Allerdings gibt es auch Schmerzen, die an sich nicht existieren könnten, wie nach einer Amputation. Bei Phantomempfindungen wird die Intensität der Signale überbewertet und als Schmerz wahrgenommen. Neurowissenschaftler Vilayanur Ramachandran entwickelte eine Verhaltenstherapie, die sich auch wieder die Gummihand-Illusion zu Nutze macht.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 782341
 1096

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Fühlen – die ultimative Streichelformel und der Schmerz“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von dasGehirn.info - der Kosmos im Kopf

Bild: Brain-Computer-Interface (BCI): Das Gehirn kennt keine ErsatzbankBild: Brain-Computer-Interface (BCI): Das Gehirn kennt keine Ersatzbank
Brain-Computer-Interface (BCI): Das Gehirn kennt keine Ersatzbank
Auf einem brasilianischen Fußballfeld bolzen zehn Jungen. Sie trainieren allerdings nicht in modischen Trikots, sondern stecken in massiven Roboteranzügen. Infolge ihrer Querschnittslähmung benötigen sie diese technische Hilfe. Einer der „zehn Freunde“ soll am 12. Juni um 17 Uhr den Anstoß für das erste Fußball-Weltmeisterschaftsspiel geben – der Lähmung zum Trotz. Das Wunder von Sao Paulo soll durch Brain-Computer-Interface – kurz BCI – gelingen. Denn mittels Hirnaktivität und Computerprogramm steuern die Spieler das stützende Exoskelett. Di…
Bild: Von hellen Köpfchen über Intelligenzbestien bis zum SchlaumeierBild: Von hellen Köpfchen über Intelligenzbestien bis zum Schlaumeier
Von hellen Köpfchen über Intelligenzbestien bis zum Schlaumeier
P-FIT ist kein Trainingscamp für Gehirnzellen, sondern ein dezentrales „Intelligenz-Netzwerk“ im Gehirn. Doch nicht nur das „Wo“ ist bei der Schlauheit wichtig. Psychologen versuchen ihrem Geheimnis beispielweise mit IQ-Tests auf die Spur zu kommen. Was machen Menschen aus ihren Anlagen und warum haben manche mehr Erfolg als andere? Das können die abgefragten mathematischen und verbalen Fähigkeiten nicht beantworten, bemängeln Kritiker. Deshalb schlagen sie Konzepte der multiplen Intelligenzen vor. 1, 2, 3 – zu viele?! Nur ein Thema, dem sich…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Bioenergetische Gesundheit - Möglichkeiten der SelbstheilungBild: Bioenergetische Gesundheit - Möglichkeiten der Selbstheilung
Bioenergetische Gesundheit - Möglichkeiten der Selbstheilung
… unseren Körper durch die jeweilige energetische Schwingungsfrequenz – von leicht bis schwer, von niedrig bis hoch. Schmerz, Enttäuschung, Verlust und ebenso Wut, Frust und Feindseligkeit fühlen sich z. B. sehr schwer (niedrig schwingend) an. Auf der körperlichen Ebene erzeugen niedrig schwingende Energien auf längere Zeit hin z. B. Blockaden. Auf der …
Bild: Wenn dein Kind stirbt…Bild: Wenn dein Kind stirbt…
Wenn dein Kind stirbt…
… überwältigt. Auch die Geschwisterkinder leiden furchtbar unter diesem Verlust. Und zusätzlich müssen sie erleben, wie ihre Eltern machtlos diesem Schicksal gegenüberstehen. Nicht selten fühlen sich die Geschwisterkinder mitschuldig am Tod des Bruders oder der Schwester. Und sie fühlen sich alleingelassen. Der Tod eines Kindes bedeutet auch, dass man …
Bild: "Den Schmerz ernst nehmen" - RLS e. V. engagiert sich beim bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“Bild: "Den Schmerz ernst nehmen" - RLS e. V. engagiert sich beim bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“
"Den Schmerz ernst nehmen" - RLS e. V. engagiert sich beim bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“
… Mio. Deutschen, die die Kriterien eines chronischen, nicht tumorbedingten, beeinträchtigenden Schmerzes erfüllen. Doch obwohl Schmerzen beim RLS häufig im Mittelpunkt des Beschwerdebilds stehen, fühlen sich viele RLS Patienten im Hinblick auf ihre Schmerzproblematik nicht ernst genommen. Eine Betroffene kommentiert das so: „Das Problem ist, dass Schmerz …
Bild: RLS e.V. engagiert sich im neuen „Arbeitskreis Patientenorganisationen“ der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.Bild: RLS e.V. engagiert sich im neuen „Arbeitskreis Patientenorganisationen“ der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.
RLS e.V. engagiert sich im neuen „Arbeitskreis Patientenorganisationen“ der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.
… ersten Sitzung des Arbeitskreises verdeutlichte Katharina Glanz wie wichtig es ist, den Aspekt Schmerz beim Restless Legs Syndrom stärker zu fokussieren. Denn viele RLS Betroffene fühlen sich mit Blick auf ihre Schmerzproblematik nicht erst genommen. Das liegt zum einen daran, dass die Schmerzbeschreibung beim RLS schwer ist und präzise Angaben fehlen. …
Ausgebremst: Blasen, Hühneraugen und Herpesbläschen an der Lippe beeinflussen das Selbstbewusstsein
Ausgebremst: Blasen, Hühneraugen und Herpesbläschen an der Lippe beeinflussen das Selbstbewusstsein
Compeed® zeigt mit einer aktuellen forsa-Umfrage* zum Thema „Hautnah“: Frauen zwischen 18 und 49 Jahren fühlen sich durch die schmerzenden und unschönen Blessuren an den Füßen oder im Gesicht in ihrem Alltag beeinträchtigt. Unwohlsein, Scham, vermindertes Selbstbewusstsein – die Emotionen bei Blasen, Hühneraugen und Herpes sind vielfältig. Denn neben …
Chronische Schmerzen - immer auch psychologisch behandeln
Chronische Schmerzen - immer auch psychologisch behandeln
… Schmerzenempfindungen übermittelt für die es keine Ursache (mehr) gibt. Der chronische Schmerz existiert sozusagen selbstständig. Für viele Betroffene ist dann das gesamte Fühlen und Handeln von Dauerleiden geprägt. Da der chronische Schmerz häufig mit Angst, depressiven Verstimmungen und psychosomatischen Reaktionen einhergeht, darf die psychologische …
RLS e.V. engagiert sich beim bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“
RLS e.V. engagiert sich beim bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“
… durch Tumorerkrankungen hervorgerufen. Bei sechs Millionen Deutschen sind die chronischen Schmerzen so deutlich ausgeprägt, dass sie sich im Alltag und im Berufsleben beeinträchtigt fühlen. Schmerz steht bei den Symptomen des Restless Legs Syndroms (RLS), die Patienten als am stärksten beeinträchtigend empfinden, an dritter Stelle. Da Schmerzen in den …
Bild: Schmerz aus psychosomatischer Sicht – Vortrag am 6. MaiBild: Schmerz aus psychosomatischer Sicht – Vortrag am 6. Mai
Schmerz aus psychosomatischer Sicht – Vortrag am 6. Mai
… Weitere Themen sind das manchmal schwierige Arzt-Patienten-Verhältnis bei anhaltenden chronischen Schmerzen und was es bewirkt, sich als Simulant abgestempelt zu fühlen. Die Medizinerin möchte in ihrem Vortrag wegführen von einem eindimensionalen Krankheitsverständnis, das Beschwerden entweder körperlichen oder seelischen Ursachen zuschreibt. Dafür …
Bild: Lebendig Leben - Selbsthilfe zur SelbstheilungBild: Lebendig Leben - Selbsthilfe zur Selbstheilung
Lebendig Leben - Selbsthilfe zur Selbstheilung
… unverarbeiteten vergangenen Erfahrungen einen Menschen nie wirklich verlässt, wenn man ihm keinen Raum lässt. Mit der Zeit fordert dieser dann ein hohes Tribut. Die Betroffenen fühlen sich ausgelaugt, überfordert und gestresst. Dabei würde es laut Dommes genügen, sich offen und urteilsfrei den eigenen schmerzhaften Emotionen zu nähern, um ihnen den Raum …
Bild: Schmerz: Wie Therapeuten und Patienten gemeinsam das Leiden erträglich machen könnenBild: Schmerz: Wie Therapeuten und Patienten gemeinsam das Leiden erträglich machen können
Schmerz: Wie Therapeuten und Patienten gemeinsam das Leiden erträglich machen können
Ärzte und Psychotherapeuten fühlen sich meist hilflos, wenn ihnen Gefühle ihrer Schmerzpatienten begegnen. In diesen Situationen und Phasen gilt es, "empathisch standzuhalten". Ursula Frede, selbst gleichzeitig Schmerzpatientin und psychologische Schmerztherapeutin, hat in ihrer Monografie "Herausforderung Schmerz" detailliert beschrieben, wie die Begleitung …
Sie lesen gerade: Fühlen – die ultimative Streichelformel und der Schmerz