(openPR) Weniger Rentenbeitrag zahlen - das hört sich gut an. Wer will schließlich mehr vom mühsam erarbeiteten Lohn hergeben, als unbedingt erforderlich? Doch wer genauer hinsieht, stellt fest, dass die Rechnung der Politik für die Beschäftigten nicht aufgeht.
Das Thema "Rente" ist für viele Ottonormalverbraucher ein Buch mit sieben Siegeln. Zu oft und zu viel hat sich durch zahlreiche Reformen in den letzten Jahren verändert. Nachdem seit 2001 die Rentenbeiträge stetig gestiegen sind, gab es am 1. Januar 2013 eine Änderung: eine Absenkung vom Rentenbeitrag von 19,6 auf 18,9 Prozent. Die Politik argumentiert, man wolle die positive wirtschaftliche Entwicklung auch den kleinen Bürger spüren lassen. Die Rentenklasse sei voll genug. Ein Überschuss hat sich angesammelt.
Es sind höhere Beiträge erwirtschaftet worden als ausgezahlt wurden. Da nach einem gesetzlich festgelegten Automatismus der Rentenbeitrag sinken muss, wenn die Rücklagen der Rentenversicherung 1,5 Monatsausgaben übersteigen, sind die Rentenbeiträge gesenkt worden.
"Es wird eine arbeitgeberfreundliche Politik vorgegaukelt. Man geht her und sagt, die Beiträge schnüren den Arbeitnehmern die Luft ab und stellt die Senkung der Rentenbeiträge als mildtätige Aktion hin", sagt Jano Hillnhütter, stellvertretender Vorsitzender der dbb jugend nrw. Das Gegenteil aber sei der Fall: Für den so genannten "einzelnen kleinen Mann" erreicht man so finanziell gesehen wenig: Er spart nur 0,7 Prozentpunkte ein, was sich auf der Gehaltsabrechnung kaum bemerkbar macht. Da aber die Rentenbeiträge paritätisch, also gleichrangig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezahlt werden, freut sich nur einer über hohe Einsparungen: die Unternehmen. Je mehr Beschäftigte sie haben, je größer ist ihr finanzieller Vorteil. Viele kleine Beträge laufen zu einer großen Endsumme zusammen.
Das sei recht kurz gegriffen, findet die dbb jugend nrw: Denn in Anbetracht der demografischen Lage muss ohnehin schon eine kleine Gruppe Menschen während ihrer Berufstätigkeit für die Renten einer großen Gruppe aufkommen. Aus diesem Grund strebt die dbb jugend nrw auf ihrem Landesjugendtag, der am 12. und 13. April in Neuss stattfinden wird, ein positives Votum für einen Antrag an, der unter anderem darauf abzielt, Überschüsse in der Rentenkasse zu halten. "Diese Überschüsse sind in wirtschaftlich guten Zeiten angesammelt worden. Es wäre vorausschauender, sie für spätere Rentenzahlungen zur Verfügung zu haben und anzusparen", argumentiert Jano Hillnhütter. Für den einzelnen nämlich ist die finanzielle Entlastung kaum spürbar.
Um das Kernthema "Rentengerechtigkeit" wird sich darum auch inhaltlich der bevorstehende Landesjugendtag in Neuss unter anderem drehen. Dort werden neben dem Leitantrag weitere Anträge und Entschließungen zur Abstimmung stehen, die für die dbb jugend nrw die politische Marschroute der nächsten Jahre sein werden.













