(openPR) dbb jugend nrw prangert vor Staatskanzlei ungerechtes Rentensystem an
Vor der Staatskanzlei heben sich schon von weitem sichtbar quietschgelbe Schilder wie Zeitlichter vom grauen Asphalt ab. Den Mitgliedern der dbb jugend nrw, die sich daneben positioniert haben, geht es um ihre Rente. Denn wenn sich politisch nichts tut, sehen diese jungen Leute demnächst alt aus.
Im Jahr 2000 finanzierten noch vier Erwerbstätige einen Rentner. In 17 Jahren werden es nur noch zwei sein, die für einen Beitragsempfänger aufkommen. Im Jahr 2050, so die Prognosen, steht das Verhältnis eins zu eins. Das kann so nicht funktionieren, findet die dbb jugend nrw. Die jungen Menschen, die sich in dem gewerkschaftlichen Dachverband engagieren, empfinden die derzeitige Rentenregelung als ungerecht. Angstfrei können nicht mal diejenigen dem Rentnerdasein entgegenblicken, die mit schon beim Ausbildungsstart damit anfangen, in einen private Zusatzversicherung einzuzahlen. Tausende junge Leute, die heute in den Kommunalverwaltungen und Landesbehörden ihre Ausbildung aufnehmen, müssen von nun an von ihrem kleinen Ausbildungsgehalt etwas für eine private Vorsorge abzwacken und außerdem die finanzielle Last der Rentner von heute mittragen.
"Das Thema 'Finanzierbare Altersvorsorge' betrifft nicht nur die jungen Menschen, die heute im Öffentlichen Dienst ihre Ausbildung aufnehmen, sondern mit ihnen auch die vielen, die in prekären Arbeitsverhältnissen als Mini-Jobber, Teilzeitkraft oder Geringverdiener auf 450-Euro-Basis beschäftigt sind", sagt der Vorsitzende des gewerkschaftlichen Dachverbandes, Jano Hillnhütter. Gemeinsam mit 16 Kollegen - Beschäftigte aus Kommunen, Finanzämtern, Justiz und der Schulverwaltung, Feuerwehrleute sowie Polizisten - hat der Verband bei der heutigen Aktion vor der Staatskanzlei in Düsseldorf mahnend auf die ungelöste Aufgabe aufmerksam gemacht.
"Die dbb jugend nrw will auf Landesebene die Diskussion darüber anstoßen, dass die Rente in der heutigen Form nicht finanzierbar ist", sagt Hillnhütter. Von dort aus müsse es Impulse in den bundespolitischen Bereich geben. Die derzeitige Praxis, die Altersvorsorge auf die private Schiene zu verlagern, sei zu kurz gegriffen. "Mittlerweile hat sich in verschiedenen Modellen gezeigt, dass die erwirtschafteten Erträge das eingezahlte Kapital oft nur um Bruchteile übersteigen", sagt der Chef der dbb jugend nrw.
Dass dieses Problem politisch wahrgenommen wird, zeigte sich bei der an die Aktion anschließenden Übergabe eines Positionspapiers. Das überreichten die jungen Beschäftigten aus dem Öffentlichen Dienst adressiert an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft der Leiterin der Abteilung Zentrale Dienste in der Staatskanzlei, Christina Halstenberg-Bornhofen. In ihm schlägt der gewerkschaftliche Dachverband vor, die umlagefinanzierte Rente zu stärken. Erwirtschaftete Überschüsse sollten, so die Idee der Gewerkschafter, nicht mehr in Kleinstbeträgen durch Absenkung des Rentenbeitrags an den Bürger weitergegeben werden. Denn er spüre bei dieser Vorgehensweise keine Entlastung. "Bei dieser Praxis freut sich durch das paritätische System nur einer: der Arbeitgeber. Denn er spart in Summe nach der Rentenbeitragsabsenkung viel Geld ein", sagt Hillnhütter.
Am heutigen Tag konnten die jungen Beschäftigten keine Antwort auf ihre Frage nach Entlastung mit nach Hause nehmen. Wohl aber ist sicher, dass sie dieses zukunftsträchtige Thema weiterhin in politische Gespräche einbringen werden. Im Vorfeld der Bundestagswahl, die im September stattfindet, wird die dbb jugend nrw dazu allen politischen Parteien auf den Zahn fühlen.













