(openPR) In den vergangenen Tagen haben zwei Dinge den Ölpreis ins Rutschen gebracht: einerseits die trotz ausgesprochen kalter Witterung über Erwarten deutliche Steigerung der amerikanischen Ölvorräte. Anderseits die Bemühungen der chinesischen Zentralbank, mit höheren Eigenkapitalquoten der Banken und allenfalls steigenden Leitzinsen einer Überhitzung der Volkswirtschaft vorzubeugen. Ersteres zeugt von mangelnder Nachfrage bzw. von einer trotz eines Abbaus der Vorräte in den vergangenen Wochen weiterhin ausgezeichneten Versorgungslage, letzteres heisst, dass die derzeit fast einzige boomende Volkswirtschaft nicht endlos hochdrehen wird und sich der erwartete Ölnachfrage-Schub in Grenzen halten wird. Vor dieser Perspektive müssten die Ölpreise weiter nachgeben. Sie sind, gemessen an Angebot und Nachfrage, weiterhin zu hoch. Dass dies aber nicht passiert, haben wir dem derzeitigen Finanzwesen zu verdanken. Die Notenbanken versuchen mit tiefen Leitzinsen und einer grosszügigen Geldmengen-Politik, einen Vollabsturz der Wirtschaft zu vermeiden und die Geschäftswelt dank ausreichender flüssiger Mittel in Gang zu halten. Das gelingt vor allem in einem Bereich vorzüglich: der Finanzwelt. Diese bedient sich der nahezu zinslosen Darlehen im Milliardenhöhe, um damit in den Rohwaren-, Edelmetall- und Aktienmärkten die Preise zu bestimmen und hochzutreiben. Was zu unverhältnismässigen Preisen führt (seit März vergangenen Jahres hat sich zum Beispiel der Ölpreis verdoppelt, ohne dass sich am Überangebot und der schwachen weltweiten Ölnachfrage etwas geändert hätte). Solange sich an der Leitzins- und Geldmengen-Politik nichts ändert, wird auch der Ölpreis-Ballon prall gefüllt bleiben. Und weil mit einem Eingriff in die Leitzinsen die von der Finanzwelt beinahe ruinierte reale Wirtschaftswelt weitere unabsehbare Schäden erleiden würde, ist damit vorläufig nicht zu rechnen. Das amtlich beglaubigte Poker- und Umverteilungs-Spiel darf nicht nur, es muss weitergehen. Zum Schaden der Bürger. Zum Nutzen der Finanzwelt und der einzelnen Staaten, die über Steuern und Abgaben am Energiepreis-Pokerspiel direkt beteiligt sind.













