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Sind ältere Arbeitnehmer anders?

13.10.200914:20 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Sind ältere Arbeitnehmer anders?
Etwa 120 Teilnehmer verfolgten bei der vierten Tagung der Marie-Luise und Ernst Becker Stiftung ein facettenreiches Programm aus wissenschaftlichen und praxisrelevanten Beiträgen
Etwa 120 Teilnehmer verfolgten bei der vierten Tagung der Marie-Luise und Ernst Becker Stiftung ein facettenreiches Programm aus wissenschaftlichen und praxisrelevanten Beiträgen

(openPR) Die vierte Tagung der Marie-Luise und Ernst Becker Stiftung machte wieder deutlich: Ältere Arbeitnehmer haben nicht weniger Potenzial – sie müssen nur entsprechend gefördert werden.

Bonn, Oktober 2009. Auch in diesem Jahr bot die Tagung der Marie-Luise und Ernst Becker Stiftung unter dem Motto „Gesundheit, Qualifikation und Motivation älterer Arbeitnehmer - messen und beeinflussen“ wieder eine gelungene Mischung von Expertenbeiträgen aus Wissenschaft und Praxis. Tenor war, dass demographische Veränderungsprozess stärker in personalpolitische Entscheidungen einbezogen werden müssen. Vor dem Hintergrund einer zunehmend alternden Bevölkerung und damit auch alternden Belegschaften müssten Arbeitgeber sich verstärkt mit dem Thema Alternsmanagement und damit mit der Gesundheit, Qualifikation und Motivation auseinandersetzen. Ernst Kaiser von der AOK Hessen beispielsweise merkte an, dass viele Unternehmen derzeit noch keinen Handlungsbedarf sähen, weil der demographische Wandel sich momentan noch nicht bemerkbar mache. Dieser vollzieht sich aber unaufhaltsam, so dass Unternehmen schon jetzt altersgerechte Lösungen implementieren sollten.


In einem ersten Teil berichteten Fachleute von ihren Projekten zum Alternsmanagement in der Praxis. Prof. Dr. Frerich Frerichs vom Zentrum Altern und Gesellschaft der Hochschule Vechta beispielsweise stellte Age Cert, das Qualitätssiegel zur altersgerechten Personalentwicklung vor, das die Hochschule gemeinsam mit der Becker Stiftung und dem Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation entwickelt hat. Dieses soll Unternehmen für das Thema Alternsmanagement sensibilisieren und auf wissenschaftlicher Grundlage den Status des Alternsmanagements abfragen und bewerten. Das Siegel befindet sich gerade in der Pilotphase und wird in einigen Unternehmen getestet.

Jüngere Lernen aus Interesse, Ältere nur, wenn sie Sinn erkennen
Ein weiterer Schwerpunkt behandelte das Thema „Qualifikation“. Hier wurde deutlich, dass bei älteren Menschen viel Potential vorhanden ist, dass dies aber ganz individuell und altersgerecht gefördert werden müsse. Ältere lernen im Vergleich zu jüngeren anders. „Jüngere Mitarbeiter lernen aus Interesse, die Älteren nur, wenn sie den Sinn erkennen“, unterstrich Diplom-Psychologin Dorothee Reiners vom Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen. Um die Potentiale älterer Arbeitnehmer auszuschöpfen, müsse man deshalb mit individualisierten Weiterbildungen, kleinschrittigem Vorgehen, Zeit und Wiederholung sowie der Formulierung persönlich relevanter Aufgaben und Perspektiven ansetzen.
Dass sich eLearning und ältere Arbeitnehmer nicht gegenseitig ausschließen müssen, machte Diplom-Psychologin Sonja Bausch vom Psychologischen Institut der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg deutlich. Im Gegenteil: Berücksichtigen eLearning-Programme bestimmte Komponenten, sehen Ältere sogar einen größeren Nutzen für ihren Lernzuwachs als Jüngere.

Motivation Älterer sinkt nicht, sondern verändert sich
Die Referenten des letzten Themenschwerpunktes „Motivation“ unterstrichen, dass die Motivation älterer Arbeitnehmer nicht sinkt, sondern sich verändert. Obwohl die subjektive Bedeutung der Arbeit sinkt, kann die Motivation doch stabil bleiben. Prof. Dr. Christian Stamov Roßnagel vom Jacobs Center on Lifelong Learning and Institutional Development führte deshalb aus, dass eine positive Emotionsregulierung, beispielsweise durch eine aufgabenspezifische Motivation, immer wichtiger werde. Auch Anne Müller-Willuweit vom Beschäftigungspakt Generation Gold konstatierte, „In der ersten Lebenshälfte will man leisten, in der zweiten ernten.“, und untermauerte damit die unterschiedliche Arbeitsmotivation in verschiedenen Lebensabschnitten.

And the winner is …
Für den in diesem Jahr zum zweiten Mal ausgeschriebenen Innovationspreis „Altern und Arbeit“ zeichnete die sechsköpfige Jury gleich zwei Arbeiten aus. Dr. Anna Grube und Dr. Clemens Dubian setzten sich mit ihren Arbeiten im Bereich der Alters- und Alternsforschung gegen insgesamt 20 Bewerbungen durch. Die beiden Nachwuchswissenschaftler teilen sich damit den mit 10.000 Euro dotierten Preis.
Insgesamt kamen sechs Arbeiten in den finalen Auswahlprozess und lieferten sich hier ein Kopf-an-Kopf Rennen. Die Bewerber hatten während der Tagung der Stiftung am 1. und 2. Oktober in Bonn die Möglichkeit, ihre Arbeiten vorzustellen. Erst dann wurden die Gewinner bekannt gegeben.
Dr. Anna Grube lieferte mit ihrer Dissertation „Alterseffekte auf die Bedeutung berufsbezogener Motive und Zielorientierung“ wichtige Erkenntnisse zu einem altersgerechten und nachhaltigen Personalmanagement. Die 29-jährige Psychologin entwickelte hieraus Maßnahmen, die nachhaltig wirken und eine längere Leistungsfähigkeit fördern, wenn diese an die Bedürfnisse der jüngeren und älteren Berufstätigen angepasst werden. Grund für die Auszeichnung war der innovative Gedanke und die Wahl des Themas „Motivation älterer Arbeitnehmer“. Die Marie-Luise und Ernst Becker Stiftung will diesen wichtigen „weißen Fleck“ in der Forschungslandschaft damit weiter fördern.
Der 31-jährige Doktor der Informatik entwickelte mit seiner Dissertation „Modellierung und Realisierung eines IT-Systems zur Verwaltung und Analyse industrieller Arbeitsplätze unter Einbeziehung von ergonomischen und gesundheitlichen Aspekten“ ein Arbeitsplatzmanagementsystem, das es insbesondere ermöglichte, auch für ältere Mitarbeiter geeignete Arbeitsplätze zu finden. Der zentrale Innovationsgehalt dieser Arbeit liegt in der physischen Zuordnung von Mitarbeitern auf ihre zuvor analysierten Arbeitsplätze unter Berücksichtigung von Gesundheits- und Belastungsaspekten.
Die Stiftung zeichnete diese Arbeit aus, weil diese einen konkreten Nutzen für Unternehmen erschließt und somit eine hohe Praxisrelevanz aufweist. Sie zeigt, dass sich auch völlig „artfremde“ Fachbereiche mit dem Thema „Arbeit und Alter“ beschäftigen.

Becker Stiftung ruft zum Innovationspreis in 2010 auf
Mit dem Innovationspreis der Marie-Luise und Ernst Becker Stiftung wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal eine wissenschaftliche Arbeit auf dem interdisziplinär beforschten Gebiet rund um das Thema „Altern und Arbeit“ ausgeschrieben. Ziel des Preises ist, Nachwuchsforscher im Bereich der psychischen, physischen und kognitiven Leistungsfähigkeit Älterer zu fördern. Die Kölner Stiftung verleiht die Auszeichnung jährlich. Unmittelbar im Anschluss an die diesjährige Tagung erfolgt die Ausschreibung zum Innovationspreis „Altern und Arbeit 2010“.

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