(openPR) Auch die jüngste Publikation der US-Ölvorratszahlen verhindert einen weiteren Anstieg der Ölpreise, nun auf das höchste Niveau des Jahres, nicht. An der Ausgangslage hat sich wenig geändert. Insgesamt ist die Versorgungslage ausgezeichnet, während die Nachfrage sinkt. Es gibt derzeit nur eine Erklärung für die absurde Ölpreis-Bildung an den Rohwarenbörsen: Wetten auf weiter steigende Preise. Diese basiert auf der leicht verkäuflichen Hoffnung auf eine rasche wirtschaftliche Erholung. Und auf günstig verfügbarem Spielgeld. Die Leitzinsen waren selten so tief wie heute – eine Einladung, sich zu bedienen und das Spiel der vergangenen Jahre mit Rohwarenspekulationen neu zu starten. In den Vordergrund geschoben wird u.a. die Theorie von ‚Peak-Oil’. Dem seit etwa 50 Jahren unmittelbar bevorstehenden Erreichen der maximalen weltweiten Fördermenge, während gleichzeitig die Nachfrage ins Unendliche steigen soll. Davon sind wir noch ein paar Wochen entfernt... Bei der aktuellen, optimistischen Betrachtung der wirtschaftlichen Ausgangslage an den Rohwarenmärkten werden derweil (zahlreiche) preissenkende Faktoren verdrängt. Auf der Angebotsseite ist die Förderreserve der ölexportierenden Staaten zu erwähnen. Die liegt bei ca. 5 Mio. Barrel pro Tag (bei einem weltweiten Bedarf von 84 Mio. Barrel pro Tag). Verschiedene Förderländer planen zudem in naher Zukunft eine nachhaltige Ausweitung ihrer Produktion (Saudi Arabien, Irak, Brasilien, Angola). Die Öllager der USA, des weltgrössten Ölverbrauchers, sind seit mehr als 15 Jahren nicht mehr so hoch wie heute gewesen. Auf der Nachfrageseite ist die von Marktkennern (Internationale Energieagentur, OPEC) erwartete Absenkung der weltweit benötigten Ölmengen auf das Niveau von 2004 zu erwähnen (die 84 Mio. Barrel). Dazu fehlen in der aktuellen Markteinschätzung Faktoren wie die Arbeitslosenzahlen, die in den meisten Schlüsselmärkten hoch wie selten sind und vorläufig (mindestens in der Realwirtschaft) noch zunehmen werden. Die ‚alten’ Industrienationen haben sich zur Rettung der Finanzindustrie verschuldet wie seit Jahrzehnten nicht mehr, es drohen wegen der erfolgten Geldmengen-Verdünnung Inflation und höhere Steuerquoten. Es ist ausgeschlossen, dass all dies nicht auf die Ölnachfrage drückt. Wer nicht auf den Moment warten mag, wo der Ölpreis-Ballon seine Luft verliert, kann zu einem im Vergleich mit den Vorjahren moderaten Heizölpreis seinen Tank auffüllen. Ratsam ist es, dies vor dem 1.Januar 2010 zu tun. Dann führen die Schweizer Behörden die CO2-Abgaben-Erhöhung durch (die kann man später jedes Jahr weiter erhöhen). Sie wird bei der bevorstehenden Erhöhung rund CHF 7.— pro 100 Liter ausmachen.













