(openPR) Der Ölpreis vollführt kurz vor dem Ministertreffen der OPEC eine tollkühne Luftnummer. Der geblähte Ölpreis-Ballon, der zuletzt immer höheren Rekordwerten zustrebt, verliert am Dienstag an den Rohwarenbörsen eine beträchtliche Menge spekulativer Luft. Ob der Ölpreis nun zur lange erwarteten Korrektur ansetzt, ist offen, bis gestern blieb die Stimmung an den Ölbörsen in einer Art selektiver Wahrnehmung trotz verschiedenster, preissenkender Nachrichten auf der preissteigernden Seite. Die Korrektur wird nun mit schlechten Meldungen über den Zustand der amerikanischen Wirtschaft begründet. Die US-Wirtschaft scheint im Zusammenhang mit der Finanzkrise bei weitem noch nicht das Schlimmste überstanden zu haben. Wahrgenommen wird offenbar doch noch, dass die OPEC und die Internationale Energie-Agentur ihre Nachfrageprognosen nach unten korrigieren. Wahrgenommen wird nun auch, dass die OPEC mit einem Marktanteil von 40% seit Monaten über erhebliche tägliche Förderreserven verfügt, die mit einer diesen Erwartungen angepassten Förderkürzung noch weiter anwachsen würden. Wahrgenommen wird jetzt auch die völlig problemlose Versorgungslage im wichtigsten Öl-Konsum-Land, den USA. Die USA melden die höchsten Benzinvorräte seit 1994. Dieses Destillat zieht um diese Jahreszeit üblicherweise alle Produktpreise mit sich nach oben, weil die US-Raffinerien wegen ihres unzureichenden Wartungs-Zustandes zu Beginn der US-Fahrsaison nicht in der Lage sind, ausreichende Benzinmengen zu verarbeiten. Das scheint dieses Jahr nicht der Fall zu sein. Wahrgenommen wird aber offenbar mit etwas Verspätung auch, dass die Türkei den Nordirak wieder verlassen hat und dass die militärische Intervention im Nachbarland keine Schäden an den Öl-Versorgungslinien verursacht hat. Bevor die preistreibenden Nachrichten, die es auch gibt, wieder überwiegend die Wahrnehmung dominieren, wäre die jüngste Ölpreis-Korrektur auf zugegeben unverändert sehr hohem Niveau eine Gelegenheit, den Heizöl-Vorrat zu ergänzen, sofern Sie in den nächsten Wochen welches brauchen. Wenn Ihr Heizöl bis ins Frühjahr reicht, und Sie einer Spekulation nicht abgeneigt sind, könnten Sie darauf wetten, dass wir noch nicht alle schlechten News aus den USA vernommen haben. Das bisher trotz aggressiver Leitzins-Politik der US-Notenbank nicht aufzuhalten scheinende Abgleiten der US-Wirtschaft in eine Rezession kann den mit viel spekulativem Kapital aus den einbrechenden Aktienmärkten aufgeblähten Rohwaren-Ballon wieder in die Erdatmosphäre zurückholen.













