(openPR) Der amerikanische Dollar zerfällt förmlich und kompensiert beim Schweizer Heizölpreis die an den internationalen Rohwarenbörsen erreichten Ölpreis-Rekordwerte nahezu vollständig. Im sinkenden Dollarkurs spiegeln sich die verbreiteten Sorgen um eine wirtschaftliche Abkühlung in den USA aufgrund der Hypothekar- und Kreditkrise. Die Ölpreis-Entwicklung hat sich darüber hinaus von der realen Versorgungslage in der Ölwelt praktisch gelöst. Sie wird zur Hauptsache von grossflächigen Spekulationen beeinflusst. Rohwaren scheinen die neue Fluchtwährung zu sein, nachdem in den Aktienmärkten kaum mehr etwas zu holen ist. Der hohe Ölpreis lässt sich mit greifbaren Argumenten nicht mehr erklären, eine Korrektur nach unten wäre eigentlich anhand der verschiedenen Einflussfaktoren fällig. Die USA verfügen über Ölvorräte im langjährigen Mittel, bei Benzin, das während des Frühlings sonst immer preistreibend wirkt, sind die Vorräte seit 1994 nicht mehr so hoch gewesen wie jetzt. Die Rohölversorgung der Weltwirtschaft ist ausgezeichnet, die OPEC verfügt über namhafte Förder-Reserven. Die Internationale Energieagentur geht ebenso wie die OPEC wegen der US-Finanzkrise von einer sich verlangsamenden Nachfrage-Entwicklung nach Ölprodukten aus. In die Gegenrichtung ziehen dagegen die bekannten Preistreiber wie der Iran und sein Atomprogramm, die unsichere Lage im Irak, die Förderausfälle in Nigeria, die regelmässigen Verbalattacken von Venezuelas Staatspräsident gegen die USA und die Möglichkeit, dass die OPEC ihre Fördermengen erneut kürzen könnte (eher unwahrscheinlich). Preistreibend wirken auch die ungenügenden Produktionszahlen der US-Raffinerien. Insgesamt ist kurzfristig nicht mit einem spürbaren Ölpreis-Nachlass zu rechnen. Wenn Sie demnächst nochmals Heizöl benötigen, werden Sie an einem teuren Ergänzungskauf kaum vorbeikommen. Wenn Ihr Heizöl-Vorrat sicher bis zum Frühjahr reicht, könnte sich spekulatives Abwarten günstigerer Zeiten vielleicht lohnen. Voraussetzung dafür wäre eine einwandfreie Versorgungslage. Und der Verlust eines kräftigen Paketes spekulativer Luft im derzeit prall gefüllten Ölpreis-Ballon.













